Geöltes Leimholz im Baumarkt

Leimholz mit Imprägnierung aus dem Baumarkt

Abschleifen des Öls

Ich möchte am kommenden Wochenende einige Öle und Wachse ausprobieren. Daher bin ich heute  in den Baumarkt gefahren um preiswertes Leimholz für Probebrettchen zu kaufen.  Dass man im Baumarkt normalerweise nicht die beste Leimholzqualität kaufen kann ist sicherlich den meisten, die sich intensiver mit dem Thema Möbelbau auseinandersetzen bewusst. Mir natürlich auch. Für ein paar Ölproben ist das Holz aber ausreichend. Was ich heute sah fand ich jedoch mehr als bedenklich.Es ging mir darum verschiedene Hölzer zu kaufen, Je ein Brett in Eiche, eines in „Akazie“ und eines in Buche.  Bei Eiche wunderte ich mich erst über die dunkle Farbe. Bei genauem Hinsehen war aber klar, warum das Holz so dunkel war. Da stand „mit Leinölimprägnierung“ Leider war kein unbehandeltes Leimholz mehr da und ich nahm das „imprägnierte “ Holz mit. Das Akazienholz, bei dem es sich um Robinie mit sehr großem Anteil von hellem Splintholz handelt, war ebenfalls mit dieser „Imprägnierung“ versehen.

In der Werkstatt habe ich die in Folie eingeschweißten Bretter ausgepackt. Die Folie klebte am Holz, besser gesagt am Öl fest, Die Imprägnierung war eine  klebrige Schicht, die man auf das grob geschliffene Holz aufgebracht hatte. Um was es sich bei der Imprägnierung handelt ist nicht genau zu ersehen  und weder im Kleingedruckten, noch den teilweise unsinnigen Pflegehinweisen aufgeführt.  Jedenfalls war das Öl nicht trocken, die Fläche klebte, die Beschichtung war fleckig. Leinöl und Leinölfirnis braucht mehrere Wochen um vollständig auszuhärten. Die Folie um das Holz herum hat dies effektiv verhindert.

Ich habe die Leimholzplatten mit dem Festool Rotex und einem Granat Schleifpapier Körnung 40 von ihrer Imprägnierung befreit. Das geht, wenn man die passende Maschine mit dem richtigen Schleifpapier hat recht gut und schnell. Die Kanten habe ich mit der Ziehklinge bearbeitet um das Öl zu entfernen. Für den gedachten Einsatzzweck ist das in meinem Fall in Ordnung und ich wusste ja beim Kauf schon, dass ich das Öl entfernen muss.

Aber was macht der unbedarfte Laie, der Im Baumarkt Holz kauft um damit ein Möbelstück zu bauen? Eigentlich sind diese Bretter bezüglich der Oberfläche kaum noch zu retten, es sei denn man schleift sie komplett ab. Aber welcher typische Baumarktkunde weiß schon, dass man hierzu spezielles Schleifpapier braucht? Ein normales, geschlossen gestreutes Papier setzt sich sofort zu. Das nächste Negativerlebnis ist vorprogrammiert.

Wer mit solchen Brettern arbeiten möchte ist sehr schnell frustriert und verliert die Lust am Arbeiten mit Holz.  Ich kann daher nur jedem empfehlen beim Holzkauf in einen Fachhandel zu gehen und für den Möbelbau gutes Leimholz zu kaufen, oder es selbst herzustellen.

Das Herstellen von Leimholz ist nicht schwer, wenn man eine Hobelmaschine hat. Ich habe dies in diesem Artikel beschrieben: Die Herstellung von Leimholz. Und auch eine schöne Oberfläche, behandelt mit Leinölfirnis, ist wirklich einfach zu erzeugen. Meine Vorgehensweise hierbei habe ich in diesem Artikel beschrieben: Die Verarbeitung von Leinölfirnis.

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10 Kommentare zu Geöltes Leimholz im Baumarkt

  1. franz sagt:

    Ich habe eine Frage: kann man mit verleimtem kieferholz 400 mm breit eine Wand verkleiden?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Franz,

      wenn man es richtig macht mit Sicherheit. Das Holz muss arbeiten können und die Konstruktion muss hinterlüftet werden. Eventuell braucht man auch eine Dampfsperre.

      Gruß

      Heiko

  2. Rafael sagt:

    Hallo Heiko,
    ich möchte meine Baummarkt vorgeölte Akazie aus denen ich Boxen und ein Bett gebaut habe, nun endlich von der Imprägnierung befreien.
    Leider bin ich ziemlicher Neuling und weiß nicht genau, welches Schleifpapier ich dafür nehmen sollte (habe einen 150mm Exzenterschleifer).
    Wenn ich dein Video richtig verstanden habe, sollte man ein „offen gestreutes“ Papier nehmen.
    Meine Fragen:
    * Mit welchen Körnungen sollte ich schleifen
    * Hast du ein Beispiellink für ein gutes Produkt?

    Vielen Dank für deine Hilfe!

    Rafael

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rafael,

      ich beneide dich nicht um diese Aufgabe. Als Schleifmittelkann ich dir Festool Granat (da solltest du darauf achten, dass die Lochung auf den Schlefer passt, sollte es kein Festool sein) oder Mirka Abranet empfehlen. Du kannst ruhig mit Korn 80, da kannst du auch Abranet HD nehmen anfangen. Denn nach meiner Erfahrung muss bei dem vorgeölten Holz so einiges runter.

      Gruß

      Heiko

  3. Oliver N. sagt:

    Hallo,

    ich bin noch ein ziemlicher Neuling im Holzwerken.
    Für einen Schreibtisch hatte ich vor eine Akazienleimholzplatte als Arbeitsplatte zu verwenden, da sie der Farbe nach gut zu dem in meiner Wohnung sonst verwendeten Nußbaum(plastik-)furnieren passt. Um die Verarbeitbarkeit dieses Holz erstmal zu testen habe ich mir dann (gottseidank) erst mal nur eine kleine Platte (800×300 mm) im Baumarkt gekauft. Diese habe ich dann auch erstmal mit 240->320er Schleifpapier glatt geschliffen. Dabei jedoch mußte ich mit Schrecken feststellen, wurde auch die Farbe abgeschliffen. Schließlich war die Platte farblich näher Fichtenholz denn an an Nußbaum. Noch dazu ergab sich durch unterschiedlich farbige Keillamellen ein heterogenes Gesamtbild.

    Grenzt das nicht schon an Verbrauchertäuschung? Auf der Verpackung stand was von geölt, aber die Platte war ja eher schon mit einer Lasur umgefärbt.

    Leider habe ich keinen Holzlieferanten in der Nähe gefunden der dunkle Hölzer (amerikanischen Nussbaum etwa) verkauft. Noch dazu an Privatkunden. Das wirklich eher unschöne und nicht preis-werte Baumarktholz scheint mir im Moment die einzige Bezugsquelle. Das ist doch recht frustrierend -.-

    Braucht man zur eigenen Leimholzherstellung eigentlich unbedingt so einen stationmären Abricht-/Dickenhobel oder ginge das auch ohne? Auch wenn es mit mehr Arbeit verbunden wäre, bin ich durchaus bereit mir aus unbesäumtem Schnittholz selber Platten anzufertigen, wenn ich wenigstens eine Quelle für solches finde.

    Gruß

    Oliver

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Oliver,

      Hier findest du eine Liste mit Holzhändlern. vielleicht ist ja doch einer in deiner Nähe:
      http://www.holzwerken.net/Download-Liste/Wo-sind-sie-die-guten-Holzhaendler/%28language%29/ger-DE

      Leimholz kannst du auch komplett ohne Maschinen herstellen. Aber das ist sehr mühsam. du brauchst die entsprechenden Handhobel, eine stabile Hobel-oder Werkbank und Übung.

      Gruß

      Heiko

      • Oliver sagt:

        Danke für den Link zur Liste. Tatsächlich gibt es genau einen Händler in meiner Umgebung (PLZ Bereich 4), der allerdings nur Kanteln zum Drechseln verkauft.

        Könnte ich nicht einfach einige 3m lange 40 x 40 mm kanteln mit der Handkreissäge mittig aufschneiden um zwei 3m lange und ca 18mm starken Bretter zum Verleimen zu erhalten? Eventuelle Sägeriefen lassen sich dann ja auf der verleimten Oberfläche abschleifen. Und die Plattendicke wäre dann vielleicht nicht exakt 18mm aber immerhin dasselbe Maß bei allen Platten.

        Gruß
        Oliver

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Oliver,
          das wird so einfach nicht werden. Zunächst wirst du sicherlich schon mal keine 40x40er Kanteln in allen Holzarten bekommen. Dann wird das Auftrennen mit der Handkreissäge auch nicht sonderlich genau. Die Leimfugen müssten gefügt werden, damit diese auch dicht werden. Wenn du dann alles verschleifst wirst du ein unebenes Brett haben, das sich für den Bau von Möbeln nicht eignet. Ums Hobeln, egal ob manuell oder maschinell kommt man beim Leimholz machen nicht herum.

          Gruß

          Heiko

  4. Stanley Krickmann sagt:

    Eine Leimholzplatte aus dem Baumarkt möchte ich mit Hartöl als kleine Küchenarbeitsplatte vorbereiten. Es gibt unbehandelte und geölte Platten. Sollte ich lieber zur rohen Platte greifen? Zum Abtragen der hochstehenden Fasern empfahl man mir ein 320er Schleifvlies statt strukturzerstörendes Schleifpapier. Ist das sinnvoll?

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