Ein Experiment beginnt

Experiment Abrichten - Metabo ADH 1626

Meine Hobelmaschine

Meine kombinierte Abricht- Dickenhobelmaschine ist schon sehr in die Jahre gekommen und müsste einer Instandsetzung unterzogen werden. Der finanzielle und organisatorische Aufwand dazu steht jedoch in keinem Verhältnis zum realen Wert der Maschine. Eine Neuanschaffung steht also in absehbarer Zeit bevor. Derzeit macht die Maschine beim Abrichten enorme Probleme, da sich die Einstellung der Abrichttische ständig verstellt. Ich habe also in den letzten Monaten versucht, die Abrichtfunktion so wenig wie möglich zu benutzen.  Da dies erstaunlich gut funktionierte, trage ich mich nun mit dem Gedanken, keine Abricht- Dickenhobelmaschine anzuschaffen, sondern eine transportable Dickenhobelmaschine.

Diese Maschinen sind sehr kompakt und lassen sich nach Gebrauch einfach wegräumen. Ich könnte diese Maschine entweder in einem Unterschrank deponieren, oder einfach bei Nichtgebrauch in den Nebenraum stellen. Ich würde viel mehr Platz in der Werkstatt haben als jetzt.

Natürlich müssen weiterhin Flächen und Kanten abgerichtet werden. Dies möchte ich auf folgende Arten tun:

  • Wenn es die Abmessungen des Werkstückes erlauben, schneide ich eine gerade und rechtwinklige Kante mit der Tauchsäge und Führungsschiene an.  Das mache ich schon seit vielen Jahren, wann immer es geht. Diese Methode ist schnell, einfach und sicher. Sie liefert vor allem bei langen Werkstücken bessere Ergebnisse, als eine kurze Abrichte
  • Bei Flächen entscheide ich, wie wichtig es ist, eine absolut ebene Referenzfläche zu haben. Denn je nach Konstruktion und weiterer Bearbeitung ist dies nicht immer zwingend erforderlich. Oft reicht es, das Werkstück auf eine gleichmäßige Dicke zu bringen. Eine leichte Krümmung ist beispielsweise bei dünnen Füllungen kein Problem, da diese im Rahmen gehalten werden.
  • Wird eine plane Referenzfläche benötigt, muss diese natürlich geschaffen werden. Das geht auch mit Handhobeln.
  • Bei dickeren Werkstücken kann eine plane Fläche auch mit der Dickenhobelmaschine erzeugt werden. Es muss lediglich dafür gesorgt sein, dass das Holz gut auf dem Maschinentisch aufliegt, ohne zu kippeln. Die Andruckrollen einer kleinen Hobelmaschine haben nicht genug kraft, das Holz bei einer leichten Krümmung auf den Abrichttisch zu drücken. So entsteht auf der Oberseite eine plane Fläche.
Veritas Rauhbank

Veritas Flachwinkel Rauhbank

Soweit erst einmal meine Vorüberlegungen. Ob das alles so funktioniert, werden die nächsten Projekte zeigen, bei denen ich ganz gezielt auf den Einsatz der Abrichthobelmaschine verzichten möchte.

Die Firma Lee Valley (Veritas) aus Kanada unterstützt mich bei meinem „Experiment“ Ich erhielt eine Rauhbank mit passende Zubehör. Ich werde diese Werkzeuge zu einem späteren Zeitpunkt genauer vorstellen, wenn ich ausreichende Erfahrungen damit gesammelt habe.

Ich werde sicherlich auch einen Schrupphobel benötigen. Hier möchte ich aber einen Tipp von Jim Tolpin berücksichtigen, der in seinem Buch „The new Traditional Woodworker“ schreibt, das entsprechen kräftige Menschen (dazu zähle ich mich einfach mal) durchaus einen No.5 mit gerundetem Eisen als Schrupphobel einsetzen können. Ich werde mir also bei Gelegenheit ein entsprechendes Hobeleisen für meinen Juuma No.5 herrichten.

Experiment Abrichten -  Veritas Rauhbank im Einsatz

Erste Versuche mit der Veritas Rauhbank

Für mich selbst wird das sicherlich sehr interessant und ich hoffe, dass es auch für die Leser meiner Internetseite interessant sein wird. Ich sehe es wirklich als ein Experiment. Wenn es glückt, bin ich mit Sicherheit um viele Erfahrungen reicher und habe ein wenig Platz in meiner Werkstatt gewonnen. Wenn es nicht funktioniert, habe ich dennoch nützliche Erfahrungen gemacht und muss mir Gedanken über eine kleinen Abricht- Dickenhobelmaschine machen, statt über einen reinen Dickenhobel. Bis ich meine Entscheidung treffe, werde ich mit der vorhandenen Maschine weiter arbeiten, aber wie ich weiter oben schon schrieb, diese nur als Dickenhobelmaschine nutzen.

Meine Fortschritte und Erfahrungen werde ich natürlich hier veröffentlichen. Natürlich freue ich mich auch über Kommentare und Anregungen zu diesem Thema.

Und wie es nach drei Jahren aussieht können Sie hier nachlesen:

Drei Jahre ohne Abrichthobelmaschine

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Abrichten von Hand, Experiment "Abrichten", Veritas abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Kommentare zu Ein Experiment beginnt

  1. Markus Winkler sagt:

    Hallo Heiko,
    ich kann Ihre Gründe für den Verzicht auf einen Abricht-Hobel nachvollziehen.
    Da ich aber sägerauhe Ware verarbeiten möchte komme ich an einer Hobel-Kombi nicht vorbei.
    Nur, ich finde in der Preisklasse bis 1.000 Euro nix brauchbares.
    Die Metabo HC260C wird verrissen, weil die beiden Tische angeblich nicht exakt plan aufgebaut/ausgerichtet sind.
    Welche Abricht/Dickenhobelmaschine würden Sie sich aktuell kaufen wenn Sie nicht Leimholz verwenden würden?

    Vielen Dank

    Markus

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Markus,

      seit ich diesen Artikel geschrieben habe, tat sich viel in meiner Werkstatt und an meiner Arbeitsweise. Daher stehe ich auch wieder vor der Anschaffung einer größeren Abricht- Dickenhobelmaschine. Bei mir wird es nach aktuellem Stand der Dinge auf eine Holzmann HOB 310N hinauslaufen. Also eine etwas größere Maschine. In der von dir angedachten Preisklasse wird es schwer werden etwas gutes unter 1000 Euro zu finden. Eventuell findet sich bei Bernardo, Holzmann oder Holzprofi etwas in dieser Preisklasse.

      Übrigens ist bald in Nürnberg wieder Messe, da kann man viele Maschinen live sehen.

      Gruß

      Heiko

    • Tommy1961 sagt:

      Hallo Markus,

      vielleicht ist ja auch eine gebrauchte Maschine eine Lösung.

      Ich hatte das Glück, eine recht gut Gebrauchte zu erstehen.

      Okay, der Besitzer gab sie ab, da etwas Aufarbeitung notwendig war,
      aber das war nur ein Problem von Zeit und etwas tüfteln.

      Heute tut sie bei mir immer noch gute Dienste und auch die Abrichte
      ist für meine Bedürfnisse brauchbar.
      (Danke Heiko, für das Angebot der Metabo, werde sie noch einige Zeit in
      Ehren halten.)

      Habe, später, auch eine gebrauchte Tischkreissäge gekauft und bereue
      nichts. Klar etwas aufpassen und Geduld haben sollte man schon, dann
      stimmen Preis und Leistung.

      Gruß

      Tommy

    • Axel Schläfke sagt:

      Hallo Markus,
      also in meinem Werkstatt-Aufbauplan ist aktuell die Metabo HC 260 C 2,8 DNB fest eingeplant. Die Rezensionen sind spärlich, aber nur eine davon kritisiert die angebliche Nicht-Ausrichtbarkeit der Tische. Und dieser Rezension traue ich nicht, da sie den Aufbau-Zustand im Schowroom bei einem Händler reflektiert. Dort wird aus Zeitgründen natürlich nicht alles wie es soll aufgebaut.
      Nach meiner Kenntnis kann man bei ihr die Tische mittels Madenschrauben sehr wohl vernünftig ausrichten und bietet für uns Hobby-Holzwerker durchaus gute Qualität.
      Für mich ist sie interessant, weil sie Drehstromantrieb hat, noch dazu 2,8 kW. M. E. ist das für das Hobeln sehr vorteilhaft.
      Der aktuelle Preis im Internet liegt bei 909,- €. Selbstverständlich werde ich sie, bevor ich dann wirklich kaufe, noch intensiv begutachten.

      Axel, mit Grüßen aus Mittelfranken.

    • Dieter sagt:

      Hallo Markus,

      selbstverständlich lassen sich bei der Metabo HC 260C die Abrichttische genau ausrichten.
      Dieses einstellen der Tische ist bei jeder Abrichthobelmaschiene vor dem Ersteinsatz notwendig und hat am Aufstellort,also bei dir in der Werkstatt zu erfolgen.
      Wie die Tische im Verkaufsraum stehen ist egal.
      Weiterhin ist es zu vermeiden, Hobelmaschinen an den
      Abrichttischen anzuheben oder zu tragen. Das hällt keine Hobelmaschine aus. Egal aus welcher Preisklasse.

      Ich habe seit 25 Jahren eine
      E.B. HC 260K und würde mir auch die aktuelle Metabo HC 260C kaufen.

      Gruß
      Dieter, Möbelschreiner

  2. Reinhard sagt:

    Heiko,
    mit Interesse habe ich auch den Update Artikel gelesen (kann diesen allerdings nicht kommentieren – also schreibe ich hier). Denn ich stehe auch gerade vor der Wahl, wie ich mit Schnittholz umgehen will.
    Du hast mehrfach beschrieben, dass durch den Trick der „Einstellung während des Hobelvorganges“ die „Begradigung“ ganz gut funktionieren würde. Wie kann ich mir das praktisch vorstellen?
    Zu dem Thema habe ich auch ein Video gefunden unter https://www.youtube.com/watch?v=es8ms69ZwEo. Hier wird das Problem ebenfalls behandelt, die Lösung ist aber etwas anders.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Reinhard,

      ich habe beim Update Artikel vergessen die Kommentare zu aktivieren. Jetzt geht es aber.

      in der Praxis läuft das mit der Änderung der Zustellung so, dass ich mir das Holz ansehe, dann kann ich sehen, wo mehr Material abgetragen werden soll. Beim Durchlauf durch die Maschine wird dann, wenn das Holz an der richtigen Stelle ist, mittels Kurbel die Zustellung geändert, die Maschine nimmt mehr Material ab. So kann man Buckel problemlos entfernen. Das Holz wird dann von der anderen Seite gehobelt, eventuell muss man erneut drehe. Das ist einfach in der Durchführung, aber irgendwie schwer zu beschreiben.

      die Sache mit dem Brett, auf dem das Holz liegt ist nicht neu, das habe ich in einem etwa 15 Jahre alten Buch schon mal gesehen. Ich habe das mal probiert, aber es ist mir zu umständlich.

      Gruß

      Heiko

      • Matthias Kleinschmidt sagt:

        Hallo,

        mit dem Thema Abrichten mit dem Dickenhobel habe ich mich in den letzten Tagen auch beschäftigt und die Methode mit dem Brett/Schlitten gestern auch mal getestet. Das hat soweit auch gut funktioniert, aber es ist schon etwas umständlich.
        Ich bin bei der Recherche noch auf den Blog von Marc Waldbillig gestoßen: http://woodnotes-marc.blogspot.de/2007/04/building-sled.html
        Er benutzt dort eine aufwändiger gebaute Schlittenkonstruktion von Fine Woodworking, die aber das arbeiten damit einfacher machen könnte.

        Gruß
        Matthias

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Matthias,

          Marcs Lösung habe ich bei ihm mal gesehen. Das funktioniert schon besser, als die Kleberei mit Heißkleber.

          Gruß

          Heiko

  3. Stephan sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe den mobilen ADH von Dewalt und bin eigentlich sehr zufrieden damit. Einziges Manko ist die Absaugevorrichtung bei der Benützung der Maschine als Abrichthobel, da man den Schlauch (Durchmesser 100 oder 120mm) etwas umständlich montieren muss (der Tisch ist etwas im Weg)!

  4. Gordon sagt:

    Hallo Heiko,

    bist Du denn bei der Suche nach dem transportablen Dickenhobel schon zu einem Ergebnis gekommen? Welche Maschinen hast Du in die engere Auswahl gezogen?

    Beste Grüße
    Gordon

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      in der engeren Wahl sind nur noch die Metabo und die Dewalt. Aber ich denke ich werde erst einmal einen Versuch machen, die vorhandene Metabo ADH in einen reine Dickenhobelmaschine umzubauen. Das einzige Problem ist diie Justierung der Messer, da muss mir noch was einfallen. Das Abrichten als Vorbereitung für das Dickenhobeln macht jedoch weniger Mühe, als ich mir dachte. Das funktioniert mit Schrupphobel und Rauhbank sehr gut.

      Gruß

      Heiko

      • Michael Hild sagt:

        Hallo Heiko,

        was hältst Du davon für das Einstellen so ein Satz Einstelllehren zu nehmen (die Dinger mit dem „Mikrometer“ dran). Deine ADH hat doch ne Stahlwelle?
        Oder meinst Du diese Methode ist zu ungenau.

        Grüße

        Michael

  5. Uwe Adler sagt:

    Hallo Heiko,
    ich habe mir seinerzeit den Veritas Schrupphobel gegönnt und bin damit sehr zufrieden. Er ist schmaler aber das Eisen trägt sehr gut ab. Es hat trotz astreichem Holz keine Ausrisse und ich hatte viel abzutragen.
    Viel Glück bei Deiner Problemlösung,
    herzliche Grüße
    Uwe

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Uwe,

      der Veritas Schrupphobel interesseirt mich auch. Ich werde dennoch erst einmal mit einem anderen Eisen im No.5 ausprobieren, wie oft ich einen Schrupphobel wirklich brauche.

      Welches Eisen hast du im Schrupphobel?

      Gruß

      Heiko

      • Uwe Adler sagt:

        Hallo Heiko,

        Der Veritas hat ein A2 Eisen, Stärke 5mm und Breite 38mm. Die Schneide ist rund, was ich sehr angenehm empfinde. Zusätzlich kann das Eisen mit Einstellschrauben fixiert werden. Das Eisen hat einen 35 Grad Fasenwinkel.
        Was für ein Eisen wirst Du im Juuma verwenden? Nimmst Du das Standardeisen und schleifst Du es dann um?

        Herzliche Grüße

        Uwe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bild einfügen (Nur JPG Datei möglich)