Leimholz – Tipps zum Einkauf und zur Verarbeitung

In meinem Artikel zum Bau eines Werkzeugschrankes habe ich geschrieben, dass ich das für die Schubladen geplante Buche Leimholz nicht gekauft habe, weil mir die Qualität zu schlecht war. Ich erhielt daraufhin eine Frage per E-Mail, woran man denn die Qualität von Leimholz festmacht. Statt die Frage nur per E-Mail zu beantworten, gebe ich die Antwort hier, da das Thema sicherlich für viele von Interesse ist.

Beginnen wir mit den grundlegenden Unterschieden bei Leimholz:

Verleimung

Leimholzqualitäten - hochwertiges Leimholz

Hochwertiges Leimholz (geölt)

Hochwertiges Leimholz hat durchgehende Lamellen. Das bedeutet, dass die „Holzleisten“, aus denen das Leimholz zu Platten verleimt wird, nicht in der Länge zusammengeleimt sind. Daraus ergibt sich ein höherer Grundpreis der Platten und auch der Umstand, dass diese Platten mit steigender Länge auch immer teurer werden. Der Verschnitt, also der Abfall, wird für den Hersteller mit steigender Länge immer größer und die Ausbeute an gutem Holz geringer.  Bei sogenannten „keilgezinkten“ Leimholzplatten werden kurze, schmale Stücke zu Platten zusammengefügt. Das Zusammenfügen geschieht mit einer Keilzinkung als Längenverbindung. Diese Verbindung ist auch an der Kante sichtbar.

Optik

Leimholzqualität - Einfache Leimholzqualität

Einfache Leimholzqualität

Bei hochwertigem Leimholz sind die einzelnen Lamellen breiter, als bei Leimholz minderer Qualität. Bei den hochwertigen Platten wird auch auf die Farbe geachtet. Eine Platte sollte möglichst ein homogenes Farbbild haben. Die preiswerten Platten weisen keinerlei Farbsortierung innerhalb der Platten auf. Das sieht mitunter sehr wild gefleckt aus. Oft werden auch Verfärbungen, die allgemein als Holzfehler gelten mit in die Platten verarbeitet. Auch Fehlstellen, ausgebohrte und geflickte Astlöcher, sowie Risse finden sich in Leimholzplatten der unteren Qualitätsstufe.

Abgerundete Kanten

Leimholzqualität - Vergleich der Qualitäten

Beide Leimholzqualitäten im Vergleich

Die einfachen Leimholzplatten haben oft gefaste, oder abgerundete Kanten. Wenn man ein Möbelstück mit einem solchen Profil baut, mag das von Vorteil sein, aber meist muss man die Kanten nachschneiden, damit sie scharfkantig werden und nach Bedarf neu profiliert werden können. Dadurch werden die Platten natürlich schmaler. Dieser Umstand sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Höherwertige Platten haben in der Regel diese Abrundung nicht.

Soweit erst einmal die grundlegenden Unterschiede. Ein derzeit auftretendes Ärgernis sind vorgeölte Leimholzplatten. Ich habe dazu schon einmal einen kurzen Artikel geschrieben:

Geöltes Leimholz im Baumarkt

Ich kann von solchen Platten nur abraten.

Ich möchte jedoch nicht den Eindruck erwecken, dass man keilgezinktes Leimholz nicht verarbeiten sollte. Dem ist bei weitem nicht so. Es gibt von vielen Herstellern auch Leimholzplatten, die keilgezinkt sind und dennoch eine gute Qualität aufweisen. Sie sind farblich sortiert und weisen keine Holzfehler auf. Für viele Bauvorhaben sind diese Platten sehr gut geeignet und stellen eine preiswerte Alternative zu Platten mit durchgehenden Lamellen dar.

Neben diesen Kriterien, die beim Einkauf zu beachten sind, sollte man auch einige Punkte bei der Verarbeitung berücksichtigen:

Lagerung:

Leimholz ist meist in Folie eingepackt. Nach dem Auspacken sollten die Platten ausreichend Zeit haben, sich zu akklimatisieren. Dies sollte so geschehen, dass die Platten rundum gut belüftet sind. Eine an der Wand stehende Lagerung ist jedoch eher ungünstig, besonders, wenn es sich hierbei noch um eine Außenwand handelt. Besser ist es, die Platten liegend, mit Leisten zwischen den einzelnen Platten zu lagern. So können Sie sich der Umgebungsfeuchte anpassen und bleiben im Idealfall gerade.

Materialgerechte Verarbeitung

Auch wenn Leimholz in Form von Platten verarbeitet wird, ist es doch kein Holzwerkstoff, der mit einer Mehrschicht- oder Faserplatte zu vergleichen ist. Während diese Holzwerkstoffe nur noch in geringem Maße arbeiten, verliert Leimholz die typischen Eigenschaften von Massivholz nur bedingt. Zwar verwirft sich eine Leimholzplatte in der Regel weniger, als ein vergleichbar großes, nicht verleimtes Holzbauteil, aber am Schrumpf- und Schwindverhalten ändert sich kaum etwas. Bei der Verarbeitung muss dies unbedingt berücksichtigt werden.

Zwar kann man durchaus komplette Korpen aus Leimholz bauen und ist nicht zwingend auf eine Rahmen- Füllungskonstruktion oder ähnliches angewiesen, aber dennoch sollte man Gratleisten und sonstige stabilisierenden Bauteile mit in die Möbelkonstruktion einbeziehen, wo es sinnvoll ist. Das wäre es beispielsweise bei einer Schranktür, oder einer größeren, freitragenden Tischplatte.

Oberflächenbehandlung

Wie unter Punkt 2 bereits geschrieben, verliert Leimholz seine holztypischen Eigenschaften nicht. Dazu gehört auch, dass es Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt und auch wieder abgibt. Dieser Feuchtigkeitsaustausch wird durch die Oberflächenbehandlung verlangsamt. Daher müssen immer beide Seiten einer Holzfläche mit dem gewählten Oberflächenmittel behandelt werden. dies ist auch bei allen anderen Holzwerkstoffen zu beachten, die einer Oberflächenbehandlung unterzogen werden.

Es ist hierbei nicht notwendig, die komplette Oberflächenbehandlung auch an nicht sichtbaren Stellen zu machen. Eine Grundierung der nicht sichtbaren Stellen reicht schon aus.

Ich hoffe diese Erklärungen und Tipps helfen Ihnen beim nächsten Einkauf von Leimholz, die für Ihr Vorhaben richtige Leimholzqualität auszusuchen.

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74 Kommentare zu Leimholz – Tipps zum Einkauf und zur Verarbeitung

  1. Daniel sagt:

    Hallo, wollte eine Art Tisch/Kubus 80x50x35 (L/B/H) cm aus Leimholz (Eiche) , durchgehende Lamellen, bauen. Ein Rechteck, wo die Seiten offen sind, also leime längs der Faser. (siehe Anhang) Denkt ihr ich brauche eine Verstärkung, falls sich doch mal jemand draufsetzt…?

    ..säge nicht auf Gehrung, wie auf dem Bild. und wie gesagt die Lamellen sind längs der Öffnung

    … 20mm

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Daniel,

      das Holz wird nicht durchbrechen. Es könnte sich aber durchbiegen und die Eckverbindung könnte sich etwas öffenen. Eine Materialstärke von 26mm wäre besser.

      Gruß

      Heiko

      P.S. das Bild habe ich entfernt, da du vermutlich nicht das Urheberrecht daran hast. Bitte keine fremden Bilder hier einstellen.

  2. Johannes sagt:

    Hallo Heiko,

    in meiner Werkstatt möchte ich mir an der Decke eine Möglichkeit zur Lagerung von Platten anschaffen. Ich habe dabei an Profile gedacht, die in etwa so aussehen sollen.
    ____________
    |___________

    Quasi eine langgezogene C Form, wobei ein Schenkel an der Decke montiert wird, und auf dem anderen die Bretter lagern. Diese würde ich dann im Abstand von 80 cm anbringen. Kannst du mir sagen, wo ich so etwas bekommen kann oder wonach ich genau suchen muss? Oder gäbe es noch eine bessere Lösung?

    Danke und viele Grüße

    Johannes

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Johannes,

      ich habe so etwas bisher noch nicht fertig zum Kaufen gesehen. Das scheint mir auch recht speziell zu sein. Aber ein Schlosser sollte das problemlos anfertigen können.

      Ob es bessere Lösungen gibt, hängt von deinen Platzverhältnissen ab. Du willst ja nicht ohne Not an die Decke mit deinen Platten. Ich selbst würde mich darunter immer etwas unwohl fühlen. Stehend nehmen Platten aber auch nicht viel Platz weg.

      Gruß

      Heiko

  3. Daniel sagt:

    Hallo Heiko,

    der Anzahl der Fragen nach hast du mit dem Thema ganz offensichtlich einen echten „Nerv“ getroffen. Gerade bei Schwundmaßen und den Umgang damit gibt es viel Unsicherheit – auch bei mir. Und wenn man dann sieht, wie exzessiv einige Holzwerker Gratleisten einziehen, wird die Sorge vor dem Schüsseln wohl auch oft übertrieben.

    Für mich ist das Grundproblem, dass man kaum hilfreiche Informationen zu dem realen Schwundverhalten von „Leimholz im Wohnzimmer“ findet. Die Formeln für Massivholz aus der „klassischen“ Literatur passen ja auch nur ungefähr und ich als Laie weiß im Grunde auch nicht einmal, was ich da einsetzen soll. Was sind eigentlich die zu erwartenden Klimaschwankungen in einer typischen modernen Wohnung? Und ab welcher Objektgröße muss ich das wirklich konstruktiv berücksichtigen?

    Meine konkrete Frage zielt auf ein kleines Objekt ab: Ich möchte ein Tablet aus 12mm Eichenleimholz machen. Grundplatte etwa 50 cm x 30 cm mit einem 5 cm Rahmen drum herum. Ist es da unbedingt ratsam, die Grundplatte in den Rahmen mit 1–2 mm Luft einzunuten (so dass sie arbeiten kann)? Oder kann man bei diesen Maßen auch einfach voll verleimen?

    Danke und Gruß!

    Daniel

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Daniel,

      an dieser Stelle verlässt sich der erfahrene Schreiner oder Holzwerker wohl meist auf sein Bauchgefühl und seine Erfahrung. Dem Einsteiger rate ich immer dazu sich ein günstiges Hygrometer zu kaufen. Die gibt es schon für um die 12 Euro. Das hängt man sich einige Tage in die Werkstatt und auch einige Tage in die Wohnung. Das verschafft einem schon mal einen guten Eindruck von den Unterschieden im Raumklima zwischen Werkstatt und Wohnung. Das kann man auch sehr gut über einen längeren Zeitraum beobachten. Dann kennt man die eigene Situation sehr gut und kann reagieren. Im Internet finden sich auch Tabellen mit Durchschnittswerten:

      https://www.gdholz.de/fachwissen-holz/qls-wie-holz-quilt-und-schwindet.html

      Bei deinem Tablett würde ich auf jeden Fall Luft lassen. 2-3 Millimeter dürften je nach Holzart auch ausreichend sein. Das Holz fest zu verleimen kann funktionieren, muss aber nicht. Das Risiko wäre mir zu hoch.

      Gruß

      Heiko

      • Daniel sagt:

        Hallo Heiko,

        vielen Dank für deine Hinweise!

        Ich versuche mich mal (vor allem auch für die anderen Leser hier, die sich vielleicht dieselbe Frage stellen) an einer Beispielrechnung:

        (1) Laut der von dir verlinkten Seite, hat Eiche ein differentielles Schwindmaß von 0,35 Prozent tangential und 0,2 Prozent radial. Da bei Leimholz tangential und radial oft gemischt wird, nehmen wir einfach mal den Mittelwert von 0,27 Prozent als Schwundmaß in der Breite an. Das Schwundmaß in der Länge ist mit 0,01 Prozent wohl vernachlässigbar.

        (2) Eiche schwindet und quillt also um 0,27 Prozent pro 1 Prozent Änderung der Holzfeuchte. Die wiederum hängt von der Luftfeuchte und (weniger) auch von der Temperatur ab. Aktuell zeigt das Hygrometer im beheizten Wohnzimmer 45 Prozent an. Ich kann mich nicht daran erinnern, da jemals unter 40 Prozent gesehen zu haben. Allgemein gilt wohl der Bereich von 40-60 Prozent als „gesund“, ich würde als oberen Wert einfach mal 70 Prozent annehmen. Temperaturen schwanken zwischen 20 und 30 Grad.

        (3) Anhand der Grafik am Ende folgender Seite

        https://www.gdholz.de/fachwissen-holz/holzfeuchte-klima.html

        kann man nun ablesen, welche Holzfeuchtewerte sich unter diesen Annahmen zum Raumklima einstellen.

        Minimal wären das 4,5 Prozent (bei 20 Grad Celsius und 40 Prozent Luftfeuchte), maximal 12,8 Prozent (bei 30 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchte. Aktuell sollte mein im Wohnzimmer gelagertes Leimholz bei 45 Prozent und 22 Grad etwa 8 Prozent Holzfeuchte aufweisen. Dieses Holz schneide ich nun auf 30cm Breite.

        (3) Die zu erwartende minimale und maximale Breite ergibt sich dann wie folgt:

        (8 – 4,5) * 0,27 = 0,945 Prozent. Mein Brett könnte also bis zu ein Prozent schmaler werden, was bei 30 cm immerhin 3 mm wären.

        (12,8 -8 ) * 0,27 = 1,296 Prozent. Mein Brett könnte also bis zu 1,3 Prozent breiter werden, was bei 30 cm dann 4 mm wären.

        Im Ergebnis also 297 bis 304 mm Breite, Arbeiten um bis zu 7 mm. Das erscheint mir dann doch etwas viel. Wahrscheinlich sind die angenommenen Grenzwerte etwas arg vorsichtig, zumal sich die Holzfeuchte ja vermutlich auch mit einer gewissen Trägheit ändert und wir die Raumklima-Extremwerte sicher nicht über mehrere Tage haben.

        Da bleibe ich dann lieber bei den 2-3 mm Luft, die Heiko mit seiner Erfahrung schätzt 🙂 Aber mir ist jetzt zumindestens klar, das verleimen echt keine so gute Idee wäre.

  4. Alexander Drenkhahn sagt:

    Hallo Heiko,

    habe deinen Blog gerade entdeckt und bin sehr beeindruckt von der Mühe die du investierst und wie gut der Blog gepflegt wird. Großes Kompliment!!!

    Ich habe ebenfalls eine Frage zur Verwendung von Leimholzplatten.
    Ich sehe mich seit einiger Zeit nach Hobelbänken um. Leider ist die Kombination „klein und Robust (schwer/stabil)“ gebraucht kaum zu finden und neu beinahe unerschwinglich! So spiele ich mit dem Gedanken – ähnlich wie Urs – eine Hobelbank selbst zu bauen und dafür zwei Leimholzplatten flächig zu verleimen.
    Geplantes material:
    2 Leimholzplatten mit durchgehender Lamelle farblich sortiert 1500x650x40mm.

    Nun meine Frage: Kann ich das Verwerfen der Platte verhindern, indem ich die Platte anschließend vorne und hinten verblende (120mm) und stirnseitig mit Gratleisten (ebenfalls 120mm) und verdeckten Zinken versehe. Kann ich für die Verblendung und die Gratleisten ebenfalls Leimholz verwenden.

    Leider steht mir kein Dickenhobel zur Verfügung, sodass es mir schwer fallen würde einen Verzug der Platte nachträglich zu korrigieren.

    Ich wäre dir sehr dankbar wenn du dein Statement dazu abgeben könntest…

    Viele Grüße,

    Alex

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Alexander,

      die dicke Platte ist zwar nicht von Nachteil, aber es geht auch mit einer Platte, die nur zum Teil so dick ist. Schau dir doch mal meine Bank an:
      https://www.youtube.com/watch?v=x1BMQ-1eKfw
      Sie ist nur aus Platten gebaut. Man muss nicht hobeln und nicht fräsen.

      Gruß

      Heiko

      • Alexander sagt:

        Hallo Heiko,

        vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe mir das Video angesehen und die Holzwerkenausgabe bestellt. Ich bin gespannt 🙂

        Viele Grüße,
        Alex

  5. Jochen sagt:

    Hallo,

    welches Material ist denn für eine Buche-Schrank-Schiebetüre am ehesten geeignet?
    Multiplex, 3-Schicht oder geht Leimholz auch, wenn ich es beidseitig behandle?
    Welche Materialstärke sollte ich nehmen?
    Wo finde ich hochwertige Qualität? Bei Holzland?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      für eine Schiebetür würde ich Stäbchenplatte nehmen. Die ist leicht und neigt nur wenig zum Verziehen. Massivholz und Dreischicht ist zu schwer und wird sich verziehen. Die Platten sollte jeder gute Holzhändler an Lager haben oder besorgen können.

      Gruß

      Heiko

  6. Robert sagt:

    Hallo Heiko,

    herzlichen Dank für die guten Erklärungen. Ich bin allerdings gerade etwas verunsichert. Ich möchte gerne ein Möbelstück bauen, welches sowohl als Regal als auch als Treppe fungieren soll. Dazu habe ich 26mm dickes, keilverleimtes, gedämpftes Buchenholz, welches ich schon zurechtgeschnitten habe. Das Regal soll eine Tiefe von 60 cm haben und die „Treppe“ wird eine Breite von 80 cm haben, so dass diese etwas herausstehen wird. Die Holzstücke haben eine maximale Länge von 1,40m. Ich wollte diese an den Stirnflächen mit 3 Extenterverbindungen (nahe am Rand + mittig) verbinden. Da das Holz nicht billig war, stellt sich gerade für mich die Frage, ob ich das Holz noch zusätzlich durch Gratnuten oder ähnlichem gegen das Verziehen sichern muss oder ob es reicht, wenn die Holzstücke mit den 3 Exenterverbindern verbunden sind? Falls es gesichert werden sollte, was würdest du da empfehlen?

    Besten Dank und viele Grüße
    Robert

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Robert,

      ohne die genaue Konstruktion und die zu erwartenden Belastungen zu kennen kann ich dir da keinen guten Rat geben. Aus dem Bauch heraus würde ich aber keine drei Exzenterverbinder als Verbindung für eine Treppe nehmen. Bedenke bitte eines: Der schwächste Punkt bei einem Exzenterverbinder ist der Bolzen! Da kann der Exzenter noch so stabil sein. Überleg also, ob du diesen drei kleinen Bolzen zutraust die Last zu tragen.

      Gruß

      Heiko

      • Robert sagt:

        Hallo Heiko,
        herzlichen Dank für deine Antwort.

        Ich gebe dir natürlich Recht, dass es ohne Kenntnisse der Konstruktion schwer ist, dass zu beurteilen. Ich habe die Konstruktion daher angehängt und wäre dir sehr dankbar, wenn du mir dazu Rückmeldung geben könntest. Vor allem dazu, ob ich da noch Element einbauen muss, die gegen das Verziehen des Holzes wirken.

        Die Treppen/Regal-Konstruktion besteht aus 3 Elementen, die jeweils eine abgeschlossene Einheit bilden. Die Einheiten sollen dann am Schluss miteinander Verschraubt werden (muss ich da vielleicht dafür Sorgen, dass es in der Tiefe Spiel hat? (z-Achse nach hinten)). Die horizontalen Bretter laufen durchgehend und bilden am Abschluss eine Stufe. Entsprechend ist der links laufende Abschluss auch nicht durchgängig, sondern geteilt.

        Oben angefangen (3) stellt das horizontale Brett den Boden eines „Kastens“ dar, der oben durch 2 Querverbindungen (grün eingezeichnet) geschlossen ist. Die Treppe (bestehend aus den 3 Brettern) wird mit Flachdübeln verleimt (gelb eingezeichnet). Das Treppenelement eines Kastens soll unten (am Boden) und oben (an den Querverbindungen) mit Excenterverbindungen verbunden werden (rote Pfeile). Oben und an der vertikalen Seitenwand liegt die Schraube des Excenterverbinders horizontal in der vertikalen Seite, während die Schraube im Boden vertikal liegt. Jedes Element soll zusätzlich hinten mit einer 6mm Multiplex-Platte als Rückwand versehen werden.

        Das zweite Element von oben (2) ist identisch zu (3) konstruiert. Das Element (1) enthält Schubladen. Im oberen Teil habe ich Führungschienen bis 136 kg, im unteren Teil sollen zwei Schubladen mittels Rollen auf dem Boden laufen. Die roten Pfeile sollen wieder die Excenterverbindungen symbolisieren. Um den von oben wirkenden Kräften entgegenzuwirken, sollen zusätzlich in der Mitte Bretter eingeleimt werden (blau). Ganz unten sollen wieder Querverbindungen im hinteren Teil liegen.

        Ich denke, dass das konstruktiv eigentlich stabil sein sollte. Ursprünglich hatte ich mir dann beim Durchlesen deines informativen Blogs dann die Frage gestellt, ob ich jetzt z.B. das horizontale Brett (erstes von unten, ist 1,45 m) oder die Seitenteile noch zusätzlich durch eine Gratschiene gegen Verbiegen sichern muss. Könntest du mir dazu vielleicht noch eine Einschätzung geben?

        Besten Dank und viele Grüße
        Robert

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Robert,

          erst einmal zu den einfachen Punkten: Alle nicht sichtbaren Verbindungen würde ich mit Leim versehen und verschrauben. Wo das nicht geht, wären Nuten und Verleimen sicherlich eine gute Möglichkeit.Einen sinnvollen Einsatz für Exzenterverbinder sehe ich hier nicht.

          Insgesamt stehe ich deinem Vorhaben sehr skeptisch gegenüber. Eine Treppe muss auch sicher sein. Sie muss viele Jahre über großen Belastungen standhalten. Was mir bei deiner Konstruktion fehlt, ist das Abfangen des Gewichtes, wenn die Treppe im oberen Bereich belastet wird. Wäre das „nur“ eine Treppe, würden die Seitenteile die Last aufnehmen. Das geht aber bei dir nur auf einer Seite, da die andere ja offen ist wegen der Schubladen. Du verbaust da eine ganze Menge Massivholz, das auch arbeitet. Du musst also an vielen Stellen das Arbeiten des Holzes berücksichtigen. Das erschwert die Gesamtkonstruktion und fest verschraubte und verleimte Verbindungen sind nicht überall machbar.

          Es fällt mir schwer aus der Ferne deine Konstruktion zu beurteilen und dir konkrete Tipps zu geben. Wenn ich ehrlich bin, möchte ich das auch nicht. Eine Treppe ist ein immerhin sicherheitsrelevantes Bauteil. Das sollte richtig geplant und ausgeführt werden. Ich würde dir dazu raten dir einen Fachmann zu suchen, der mit dir zusammen und vor allem vorort die Konstruktion plant. Das überschreitet die Möglichkeiten, die diese Plattform hier bietet. Denn mit ein paar Tipps ist es hier leider nicht getan.

          Gruß

          Heiko

  7. Steffen sagt:

    Hallo Heiko,

    danke für die vielen klasse Infos hier auf deiner Seite! Ich habe zum Thema Leimholz auch eine Frage und hoffe, dass du mir da weiterhelfen kannst:

    Ich baue gerade einen Schreibtisch, die Unterkonstruktion besteht aus zwei 19″-Racks aus dem Studiobereich, die sind jeweils 54cm breit und 50cm tief, dann kommen pro Seite vier 10cm lange Möbelfüße, und da drauf soll eine Tischplatte mit den Maßen 200 x 75 x 2,7cm. Die Platte habe ich schon, ist von Osmo, Buche keilgezinkt. Sie hat quer zur Faser eine gaaanz leichte Schüsselung von vielleicht 1mm auf einer Seite über eine Länge von 75cm und ist ansonsten gerade. Die Oberflächenbehandlung ist auch schon fertig und trocknet gerade so vor sich hin. Zwischen beide Racks schraube ich als Kabelführung und Aussteifung längs zur Faserrichtung ein Alu-U-Profil mit den Maßen 50x50x50mm und 5mm Materialstärke (ein ziemlicher Trumm), mit der Länge von 110cm.

    Nun wird die Tischplatte auf der Frontseite (also wo man vor sitzt) 14cm auskragen und hinten 9cm. Außerdem hängt die Platte zwischen den beiden Racks auf 92cm frei (da sitze ich dann vor), wird aber im hinteren Bereich durch das dicke U-Profil ausgesteift. Ich frage mich, geht das auf Dauer, oder sollte ich noch weitere Verstärkungen einplanen?

    Danke + Grüße,
    Steffen

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Steffen,

      ich gleube nicht, dass du da noch weitere Verstärkungen benötigst. Worauf du aber unbedingt achten solltest, ist die richtige Verbindung zwischen der Platte und dem Unterbau. Die Platte muss quer zur Faser die Möglichkeit haben sich auszudehnen und zusammen zu ziehen. Das erreichst du am besten mit Langlöchern und nicht zu fest angezogenen Schrauben mit flachem Kopf.

      Gruß

      Heiko

      • Steffen sagt:

        Hallo Heiko,

        danke für deine Einschätzung und den Tipp. Ich hätte die Möbelfüße jetzt einfach satt drangespaxt. Dann werde ich morgen mal Langlöcher da reinfräsen und Linsenkopfschrauben besorgen.

        Grüße,
        Steffen

  8. Rainer sagt:

    Hallo Heiko,

    da ich mir eine Regalwand aus Leimholz anfertigen möchte, habe ich nach Herstellern von Leimholzplatten recherchiert und bei Händlern in der Umgebung verschiedene Angebote eingeholt. Diese unterscheiden sich im Preis, je nach Hersteller, zum Teil recht deutlich und lagen zwischen 37 – 80 EUR pro m2 ohne Mwst. Angefragt war: Buche, gedämpft, keilgezinkt, Stärke 27mm.

    (Zum Thema keilgezinkt: Da ich Student bin und mein Budget recht begrenzt ist, kamen durchgehende Lamellen nicht in Frage, da die Preise hier weitaus höher liegen. Ich kann jedoch auch der keilgezinkten Optik etwas abgewinnen und ist mir allemal lieber, als Spanplattenprodukte aus schwedischen Möbelhäusern…)

    In deinem Block verfasst du sehr hilfreiche und lesenswerte Beiträge zu vielen Arbeitsthemen und Maschinen, vielen Dank an dieser Stelle! Etwas über Hersteller bzw. Produktqualitäten für Holzwerkstoffe habe ich nicht gefunden.
    Ich nehme jedoch an, dass es auch Qualitätsunterschiede bei den Leimholzplattenherstellern gibt (bezüglich Möbelqualität -> DIY- Qualität aus Baumärkten außen vor gelassen).

    Auf deiner Website hast du hin und wieder den Hersteller Alfa empfohlen.
    Bei meiner Recherche bin ich auch noch u.a. auf folgende Hersteller gestoßen:
    – Berthold
    – Pollmeier
    – Larbon/Euroforest
    – Wibeba
    – Adles

    Es gibt sicher noch viele mehr. Mein örtlicher Holzhändler will mir Platten von Adles verkaufen, von denen ich aber noch nichts gehört habe…

    Welche Hersteller liefern deiner Meinung nach empfehlenswerte Qualität?
    Wen kannst du empfehlen, wovon rätst du ab?

    Es würde mich freuen, wenn du zu diesem Thema eine kurze Antwort schreiben könntest!

    Herzliche Grüße,
    Rainer

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rainer,

      was deine Preise angeht, solltest du mal genauer nachfragen. Es gibt sehr unterschiedliche Qualitäten auch bei keilgezinktem Leimholz. Ein großer Unterschied ist zum Beispiel, ob das Holz farblich sortiert ist oder nicht. Wenn es farblich sortiert ist, wird es teurer. Allerdings halte ich 80 Euro für einen stolzen Preis. Allerdings sind die Preise regional auch sehr unterschiedlich.

      Was Artikel über Holzwerkstoffe und deren Hersteller angeht, wird es schwierig. Ich verarbeite das, was mein Händler im Angebot hat. Das ist derzeit Berthold und manchmal auch Wibeba. Bisher hatte ich mit beiden Herstellern keine Probleme und die Ware war gut. Was Werkstoffe wie Sperrholz, Multiplex oder Tischlerplatten betrifft, weiß ich den Hersteller noch nicht einmal. Ich könnte nachfragen (oder mal genauer auf den Kantendruck schauen 🙂 ), aber was habe ich am Ende davon? Mir ist wichtig, dass die Qualität stimmt und da ist in erster Linie mein Händler der Ansprechpartner.

      Du hast Alfa angesprochen, von denen verarbeite ich nicht das Leimholz, sondern die Dreischichtplatten.Aber auch recht selten. Sie sind gut aber auch nicht billig.

      Und selbst wenn ich ganz konkret Hersteller von Holzwerkstoffen empfehlen würde, hätten viele Leser nichts davon, weil eben kein Händler dafür in der Nähe ist. Jeder Händler hat ein anderes Sortiment von anderen Herstellern.

      Leider ist der Einkauf von Holz und Holzwerkstoffen nicht ganz so einfach wie der Kauf von Werkzeugen oder Dingen des täglichen Gebrauchs. Leimholz oder andere Platten lassen sich eben nicht kostengünstig quer durch Deutschland oder Europa verschicken.

      Gruß

      Heiko

  9. Dieter sagt:

    Hallo Tobi,
    Danke für die Rückmeldung.

    Grüße, Dieter

  10. Dieter sagt:

    Hallo Heiko,
    hallo Tobi,

    Trittstufen bei aufgesattelten Treppen werden mit USV-Schrauben (unsichtbare Steckverbundschrauben) montiert.
    Diese Schrauben erlauben, bei fachgerechter Montage, ein leichtes Arbeiten der Stufen.
    Wenn du Eichenbohlen verwenden wilst, mußt du sie selber auftrennen, fügen und entsprechend der Verleimregel verleimen.(D3)
    Mein Tip:
    Nimm fertig verleimte Treppenstufen, die sind genau dafür hergestellt.
    Gratleisten brauchst du keine.

    Parkettböden bestehen aus schmalen und vorallen dünnen Holzleisten. Je dünner das Holz ist, je weniger Feuchtigkeit kann es aufnehmen und wieder abgeben. Deshalb quillt und schwindet es nur minimal.
    Ein weiterer Punkt ist:
    Parkettböden werden mehrschichtig mit Parkettlack versigelt. Dadurch kann der Boden (fast) keine Luftfeuchtigkeit mehr aufnehmen.

    Ich empfehle dir deshalb auch deine Treppenstufen von allen Seiten (auch die,die man nach der Montage nicht sieht) mit Treppenlack zu versiegeln.

    Der Parkettkleber,mit dem der Boden auf dem Estrich verklebt ist, bleibt auch nach dem Aushärten noch leicht elastisch. Dadurch ist ein Arbeiten des Parkettboden als Ganzes schon noch möglich.
    Deshalb muß auch bei Parkett zur Wand hin eine Dehnungsfuge vorhanden sein. Diese wird dann von der Sockelleiste verdeckt.

    Soo Tobi iich hoff des hilft der erschd amoll weider.

    Gruß aus Oberfranken

    Dieter, Möbelschreiner

    • Tobi sagt:

      Hallo Dieter,

      Vielen Dank für die schnelle und kompetente Antwort.
      Heiko… dir auch Danke für die Ehrlichkeit. In den meisten anderen Foren erhält man in so einem Fall eben genau diese Vermutungen und Halbwahrheiten.
      Beste Grüße
      Tobi

  11. Tobi sagt:

    Hallo Heiko,

    auch von mir erstmal herzlichen Dank für deine Arbeit. Ich verfolge deine Aktivitäten schon seit Jahren und bin beinahe täglich auf deinem blog unterwegs.

    Jetzt hätte ich auch mal (eine) konkrete Frage(n). Ich möchte in unserem Neubau den Treppenbelag zwischen EG und OG selbst mit holz belegen. Betontreppe.
    Das Holz soll massive Eiche in etwa 40mm werden. Die Setzstufen sollen weiß beschichtete Platten werden.

    Bei der Montage dachte ich erst an Montageschaum oder Verkleben. Nun nannte mir ein Bekannter spezielle Dübel in denen die „Bretter“ eingeklickt werden.

    Meine Fragen wären:
    Kann ich hierfür auch Eichenbohlen hobeln und anstelle von Leimholz verwenden?
    Muss ich Gratleisten in die Trittstufen einbauen damit diese (egal ob Leimholz o. Durchgehend) sich nicht „schüsseln“.
    Warum funktioniert das flächige verkleben bei z.B. Parkett oder Dielen überhaupt? Hier ist ja quasi kein Arbeiten des Holzes mehr möglich.

    Beste Grüße aus Bayern
    Tobi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Tobi,

      in dieser Materie kenne ich mich so gut wie überhaupt nicht aus. Mit Vermutungen meinerseits ist dir da auch nicht geholfen. Vielleicht kennt sich ein Leser besser damit aus und kann dir Tipps geben.

      Gruß

      Heiko

  12. Hans-Joachim sagt:

    Hallo Heiko, Hallo Dirk,

    im 1-2-do Forum gab es darüber mal einen Austausch.
    http://www.1-2-do.com/forum/holz-fuer-moebelbau-wer-hat-erfahrung-mit-paulowina-thema-8891.html

    Paulownia ist aber ein eher sehr weiches Holz.
    In dem Thread sind auch weiterführende Links zu einem Projekt und einer anderen Diskussion.

    viele Grüße H.-J.

    • Dirk Federlein sagt:

      Herzlichen Dank für die Links, die tatsächlich etwas Licht ins Dunkel gebracht haben. Leicht ist das Holz tatsächlich, habe mal eine große Platte im Baumarkt angehoben… kein Vergleich zu Buche oder Eiche.
      Dass die Oberfläche so „weich“ ist, muss man natürlich berücksichtigen, auch die große „Biegsamkeit“. Vielleicht baue ich mal ein paar Kleinigkeiten damit (Schubläden)… da macht man nicht viel „kaputt“ und kann sich „live“ ein Urteil bilden 🙂

  13. Dirk Federlein sagt:

    Ich hätte da mal eine Frage zu einem „neuen“ Holz, das mir seit einiger Zeit „ständig“ über den Weg läuft: Paulownia.

    Das ist ein schnell wachsendes (!) Hartholz.
    Es ist im Vergleich zu Buche etc. ziemlich preiswert zu bekommen, hat meist eine sehr gleichmäßige Struktur und durchgehende Lamellen (sogar im Baumarkt, wo es bei anderen Hölzern nur C/C Ware gibt!).

    Jetzt die Frage: Gibt es bzgl. der Verarbeitung dieses Holzes irgendwelche Haken? Muss man ggf die Stirnseite „besonders“ behandeln oder hat das Holz andere Eigenschaften, die gegen eine Verwendung zum „Möbelbau“ sprechen?

    Herzliche Grüße.

    Dirk.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Dirk,

      bei uns habe ich dieses Holz noch nicht gesehen und habe es auch noch nicht verarbeitet. Vielleicht findet sich aber unter den Elsern jemand, der was dazu sagen kann.

      Gruß

      Heiko

  14. Dieter sagt:

    Hallo Heiko,

    hallo Urs,
    so kannst du es machen.
    Du kannst die 80mm starke Platte auch mit deiner blauen Bosch mit Schiene sägen,must dann halt von beiden Seiten sägen. Ein scharfes Sägeblatt mit weng Zähnen und genaues arbeiten vorausgesetzt.

    Viel Spaß für die Zukunft.

    Gruß

    Dieter,Möbelschreiner

  15. Dieter sagt:

    Hallo Heiko,

    hallo Urs,

    hast du die Löcher,durch die die Platte verschraubt ist größer gebohrt, bzw. als Langlöcher ausgeführt und mit großen Unterlegscheiben versehen?
    Eine 80mm starke Buchenplatte wird, je nach Luftfeuchte,doch stärker quellen und schwinden.
    Befestige das Untergestell so,dass die Platte vorne nicht mehr als 15cm übersteht.
    Dann hätte eine Plattenstärke von 40mm ausgereicht.
    30cm Überstand sind in jedem Fall zu viel.

    Gruß
    Dieter,Möbelschreiner

    • Urs sagt:

      Hallo Heiko
      Hallo Dieter

      Danke für Euer Feedback.

      Die Löcher der unteren Platte habe ich so vorgebohrt, dass die Schraube Spiel hat und ich habe (Kragen-)Unterlegscheiben verwendet. Die Luftfeuchtigkeit in meiner Werkstatt ist durchs ganze Jahr hindurch dank kleinem Luftentfeuchter 36-40%. Die Platten waren bei Auslieferung minim gewölbt. Ich hatte sie vor Verarbeiten zwei Wochen lang in meiner Werkstatt gelagert und danach waren sie plan, d.h. nach Aufeinanderlegen war kein Spalt/keine Wölbung mehr zu sehen. Seit Verleimen/Verschrauben (auch am Untergestell) sind weitere drei Wochen vergangen und ich kann kein Verziehen erkennen. Hierfür hab ich aber keinen geschulten Blick, das ist mir bewusst.

      Das Untergestell kann ich nicht vorziehen bzw. möchte ich nicht, weil ich an den beiden hinteren Beinen vertikal zwei zwei Meter lange Kanthölzer angeschraubt habe, an welche ich Bretter montieren möchte – damit habe ich dann eine schöne Rückwand, an welche ich Werkzeuge und dergleichen befestigen kann. Darum sollte die Platte bündig zur Kante sein.

      Ich plane darum und nach Euren Inputs Folgendes: Ich belasse den grossen Überhang erstmal und wenn ich merke, dass das Federn bei meinen Arbeiten hinderlich ist und nervt, dann borg ich mir eine Kreissäge (meine blaue Bosch-Tauchkreissäge kann ja nur 55cm) und säge die maximal 12cm ab und bin dann bei einem Überhang von 17cm.

      Auch wenn dieses mein erstes richtiges Projekt doch nicht wirklich perfekt herausgekommen ist (das Untergestell bspw. ist aufgrund ungenauen Messens eher ein Murks geworden), hab ich schon Einiges an Basiswissen gelernt. Was ich nun in Angriff nehmen möchte, ist eine (einfache) Gartensitzbank – hier hab ich im Netz aber noch keine gute Konstruktionsanleitung gefunden.

      80mm hab ich übrigens gewählt, weil ich die Holdfast von GRAMERCY TOOLS verwenden möchte. Für die Banklöcher werde ich dann einen 19mm Bormax von Famag verwenden.

      Liebe Grüsse und schönes Wochenende,
      Urs

  16. Urs sagt:

    Hallo Heiko,

    Ich habe mir eine Werkbank gebaut. Untergestell aus 80×80 Fichte Kreuzrahmen. Masse (BxHxT): 1600x900x700. Verbindung: Überblattungen.

    Als Arbeitsplatte habe ich mich für Massivholz Buche, stabverleimt, gedämpft entschieden und zwei 40mm dicke Platten flächig verleimt und verschraubt. Masse: 1800×1000.

    Das Untergestell musste ich nach Montag der Platte (von unten aufgeschraubt) massiv verstärken – nun wackelt die Bank praktisch nicht mehr.

    Ich mach mich nun an die Banklöcher, ans Abrunden der Kanten usw. Als Anfänger bin ich recht zufrieden mit meinem Werk. Wie immer bei solchen Dingen habe ich aus meinen (zahlreichen) Fehlern gelernt und würde bei einer zweiten so massiven Werkbank einiges anders (=richtig) machen.

    Eine Sorge plagt mich nun aber: Die 80mm starke Platte ragt an der Vorderseite 30cm über die Kante des Unterstells hinaus. Wenn ich nun noch einen schweren Tischlerschraubstock an der Kante montiere, könnte sich die Platte mit der Zeit nach unten verbiegen? Oder ist die mit ihrer 80mm Dicke stark genug? Links und rechts ragt die Platte nur 20cm über die Kante hinaus – ist aber auch in Längsrichtung der Maserung, daher wohl kein Problem.

    Danke & Gruss,
    Urs

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Urs,

      ich sehe weniger das Problem beim Verziehen oder Absenken der Platte. Vermutlich wiord sich die Platte in den ersten Wochen stark verziehen, dann muss sie plan gehopbelt oder geschliffen werden. Danach ist dann Ruhe. Das Problem wird eher sein, dass die so weit überstehende Platte beim Arbeiten stark federt. Das erschwert das Arbeiten an einer solchen Platte doch sehr.

      Gruß

      Heiko

      • Urs sagt:

        Verstehe. Könnte hierfür eine Lösung sein, Winkel oder Stützen links und rechts zu montieren? Oder gut 12cm (mehr kann ich nicht, da ich sonst in die Verschraubungen säge) längsseitig absägen? – Oder dann halt einfach so belassen. Habe gestern das Federn zu beruteilen versucht. Ist tatsächlich vorhanden, allerdings m.E. minim, da die Platte mit 80mm extrem stabil ist. Wo kann Deiner Erfahrung nach eine leicht federnde Platte hinderlich sein?

        Schönes Wochenende!

        Gruss,
        Urs

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Urs,

          auch die Abstützung wird dir nicht viel bringen. Die federnde Platte ist zum Beispiel hinderlich, wenn gestemmt wird. Auch beim Hobeln könnte es sich negativ auswirken. Alos bei allen Arbeiten, bei denen auf den überstehenden Bereich viel Druck ausgeübt wird. Vielleicht kannst du ja einfach das Untergestell vorziehen.

          Gruß

          Heiko

  17. Udo sagt:

    Hallo Heiko,

    ich würde gerne ein einfaches, aber massives Sideboard bauen (ca. (B/h/T) 140/85/48). Ich würde gerne Eiche verwenden, als Türen dann gefärbtes Glas. Nun habe ich folgende Fragen:

    1) Kann ich Eiche massiv (20mm/durchgehende Lamellen) verwenden oder sollte mann 3-Schichtplatten nehmen? Diese Schichtplatten haben aber einen erhöhten Arbeitsaufwand, da die Kanten noch mit Massivholz umleimt werden müssen…

    2) Die Lamellen der Seiten verlaufen senkrecht und entsprechend die Lamellen in der Deckplatte von Rechts nach Links. Das Schrumpf- und Schwindverhalten geht in die Tiefe, verläuft also bei allen Außenwänden in eine Richtung. Können die Seiten mit dem Deckplatte fest verleimt werden oder gibts dort später Probleme?

    3) Bevor ich den Schrank fest verleime, sollten alle Teile (von beiden Seiten) geölt werden. Wie sieht es dann mit dem Holzleim aus? Funktioniert das noch, wenn das Holz geölt ist?

    Danke

    Udo

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Udo,

      das Eiche Leimholz ist von der Stabilität her vollkommen in Ordnung, das Möbel wird ja nicht so riesig. Wenn ich dich richtig verstanden habe, läuft die MAserung über Seiten und Deeckplatte durch. Dann kannst du problemlos alles miteinander verleimen. Ölen kannst du nach dem Verleimen, dann hast du auch kein Problem mit dem Holzleim.

      vielleicht hilft dir auch diese Baudokumentation weiter:
      http://holzwerkerblog.de/category/mobelbau/lowboard-aus-eiche/

      Gruß

      Heiko

  18. Udo sagt:

    Hallo Heiko,

    du hast hier mal gesagt, du würdest einen Rahmen aus Massivholz bauen. Ich plane ein Schranktür (ca. 72×57 cm) als einfache Rahmenkonstruktion (möglichst in der Eichenfarbe des Schrankes). Auf diesen Rahmen soll als Front dann eine farbliche Scheibe aufgeklebt (?) werden…
    Funktioniert das mit einem Massivholzrahmen, oder wird es zu Spannungen und später zum Bersten der Scheibe kommen?

    Udo

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Udo,

      ich würde die Scheibe nicht aufkleben, das sieht zum Einen nicht gut aus, und zum Anderen kann es wirklich zu Problemen führen. Du kannst aber problemlos die Scheibe in eine Nut oder einen Falz einsetzen. Wenn du umlaufend 2mm Luft lässt sollte das funktionieren.

      Gruß

      Heiko

  19. Simon sagt:

    Hallo Heiko,

    Deine Artikel und Videos sind fantastisch! Vielen Dank für diese tollen Infos.

    Ich plane, aus einer stabverleimten 28 mm starken Buchen-Platte einen Schreibtisch in 140 cm x 75 cm zu bauen. Idealerweise soll dieser lediglich vier dezente Tischbeine haben – und keine weitere Rahmenkonstruktion. Sind bei dieser Größe eingefräste Gratleiste oder ähnliche Querstreben wichtig? Könnte die Platte auf Dauer unschön durchhängen, wenn ein Gewicht von rund. 10 kg (Monitor+Notebook+Krimskrams) dauerhaft darauf verteilt ist?

    Bin sehr gespannt auf Deinen fachmännischen Rat 🙂

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Simon,

      die Paltte wird vermutlich schon durch ihr Eigengewicht durchhängen. Vom Verzug mal ganz abgesehen. Ich würde dir zu einer Zarge raten. Das kann auch ein Stahl- Vierkantrohr (30×30) sein. Natürlich mittels Langlöchern an die Platte geschraubt, damit die Platte arbeiten kann.

      Gruß

      Heiko

  20. Hendrik Schneeberger sagt:

    Hallo Tobias,

    ich hätte auch eine Frage zu Leimholzplatten. Vielleicht kannst du mir weiterhelfen. Ich plane eine Küchenarbeitsplatte aus aus Eiche, ca. 40mm dick und 2m x 1,2m. Die längere Seite soll ca. 30 cm auskragen. Könnte sich die Platte mit der Zeit verbiegen oder auch brechen?

    Grüsse
    Hendrik

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Hendril,

      verziehen kann sich immer mal was, da steckt man nicht drin. Bei der von dir beschriebenen Situation ist das aber eher unwahrscheinlich. Und brechen wird dir 40mm Eiche so schnell mit Sicherheit nicht.

      Gruß

      Heiko

  21. Schnurbsel sagt:

    Hmm, also das hört sich jetzt so an, als ob Keilgezinkte Platten alle minderwertiger Käse sind. Also ganz ehrlich, finde ich die durchgezogenen Lamellen eher langweilig und altbacken :o)

  22. Hallo Heiko!

    Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel. Ich bin gerade dabei mein erstes größeres Projekt zu planen und am Überlegen, welches Holz das richtige ist. Es wird eine ca. 2,20m hohe und 50cm tiefe Schrankwand auf einer Länge von ca. 3.5m wobei die Türen 50cm breit sein sollen. Das Ganze soll in Buche-Optik sein.

    Ich schwanke zwischen Buche-Multiplex in 18mm (oder mehr?) und dann Türen in Leimholz mit durchgehenden Lamellen, alles in Leimholz mit durchgehenen Lamellen, oder diese in den Kommentaren erwähnten 3-Schichtplatten.

    Am meisten Sorgen macht mir das Arbeiten das Holzes da mir da die Erfahrung fehlt.

    Grüße
    Tobias

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Tobias,

      ich persönlich würde den Korpus aus Buche Furnierter Tischerplatte 19mm machen. Die sieht gut aus, ist nicht zu teuer und nicht zu schwer. Bei den Türen solltest du bedenken, Türen aus Leimholz eine Sicherung gegen Verziehen benötigen. Entweder einen Rahmen, eine Gratleiste oder eine Hirnleiste.

      Gruß

      Heiko

      • Die sind ja wirklich deutlich preisgünstiger! Sind die Furniere da normalerweise ausreichend dick das man die Schleifen & Ölen kann? Was empfiehlst du für die Kanten? Mein Händler hat mir 0.5x 24 mm Echtholzkanten mit Schmelzkleber vorgeschlagen. Macht das Sinn oder lieber etwas dickeres?

        Für Schubladen scheinen die 19mm ja ziemlich dick. Wenn man fertige ‚Massivholzschubladen‘ aus Buche kaufen will haben die meist so 13mm. Nimmt man da wirklich Massivholz oder auch sowas wie Tischlerplatten.

        Vielen Dank für deine Infos!
        Tobias

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo,

          du kannst die Bügelkanten nehmen, die sind aber nicht sehr belastbar. Besser sind 2mm Starkfurnierkanten, die musst du aber dann einzeln aufleimen, da diese nicht augebügelt werden können. Schubladen mit 19mm funktioniert bei vielen Beschlägen nicht. Da musst du dir also erst überlegen, welche Beschläge du nimmst.

          Alternativ zu massiven Schubkasten oder fertig gekauften, kannst du auch entsprechend dünneres Buche Sperrholz oder dünne Tischlerplatte nehmen.

          Gruß

          Heiko

  23. Domi sagt:

    Hallo,

    danke für die gute Erklärung. Ich habe noch eine Frage was die Stabilität von Leimholz anbelagt. Ich habe mal gehört, dass sie natürlich vor allem quer zur Leimung weniger formstabil sind und man deswegen gerade bei Regalen darauf achtet, dass hier die Bretter entsprechend gesetzt werden.

    Nun will ich aber ein Eckregal (also eigentlich ein Bord, was auf zwei Leisten aufliegt) bauen. Maße wären 40x50cm und da ein Beamer drauf (oder drunter) kommt auch durchaus mit knapp 10 kg belastet. Denkst du das stellt ein Problem für Leimholz dar? Gerade konnt ich leider keine entsprechend großen massiven Bretter finden. Müsste ja auch schon ein ganz schön großer Baum sein…

    Bin gespannt auf deine Expertenmeinung!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Domi,

      das Leimholzbrett wird nicht durchbrechen, aber mit der Zeit sicherlich etwas durchhängen. Abhilfe kann hier eine Aufkantung unter dem Brett schaffen. Etwa 50mm hoch nochmal eine aufrecht stehende Leiste unter den Boden Leimen. Das sieht dann auch massiver aus, als ein dünnes Brett.

      Gruß

      Heiko

  24. Daniel sagt:

    Hallo Heiko.

    Wenn Quellen und Schwinden kein Problem darstellt, könnte man dann bei großen Flächen sehr „einfache Gratleisten“ verwenden? Sprich einfach eine Holzleiste mit der Fläche verschrauben. Oder ist die klassische (eingefräste) Gratleiste trotzdem die bessere/haltbarere?

    Schönen Gruß und Danke.

    Daniel

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Daniel,

      Aufgeschraubte Gratleisten erfüllen en gleichen Zweck. Allerdings müssen die Löcher für die Schrauben dann als Langlöcher ausgeführt werden. Man darf die Schrauben auch nicht zu fest anziehen. Am besten sind Schrauben mit flachem Kopf und Beilagscheiben.

      Der Vorteil der eingefrästen Gratleiste ist der, dass man weniger davon sieht, da je eben ein Teil eingefräst ist. Sie wirken daher dezenter und man hat keine sichtbaren Schrauben.

      Heiko

  25. Daniel sagt:

    Hallo Heiko.

    Ich möchte langsam auch in die Welt des Massivholzes eintauchen.
    Ich habe bis jetzt immer mit furnierten Multiplexplatten gearbeitet, weil diese sich kaum verziehen. Leider hatte ich schon bei zwei Möbeln den Fall, dass ich durch einen spitzen Gegenstand das Funier durchstoßen habe. Leider kann ich nicht einfach, wie bei Massivholz nachschleifen und die Macke ist wieder weg. Ausserdem gefällt mir die Kantenoptik nicht mehr. Ein paar Möbel damit sind nett, aber alles?!? Nicht wirklich.

    Bin jetzt im Internet auf die Drei-Schichtplatte gestoßen. Nach meinem Verständniss ist das ja durch und durch Massivholz. Nur dass die Lagen gegeneinander verleimt sind.
    Meine Frage ist, ob sich die Drei-Schichtplatte von ihrem Schwindeverhalten ehr so verhält, wie eine normale Leimholzplatte, oder bleibt diese doch relativ Formstabil.
    Ich habe mich noch nicht wirklich mit der Konstruktion und dem Aufbau von Vollholzmöbeln beschäftigt (gerade was das Schwinden und Quellen betrifft) und hoffe, mit dieser Platte einen guten Einstieg in die Vollholzwelt gefunden zu haben.
    Ich würde mich über deine Meinung freuen.

    Schönen Gruß,

    Daniel

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Daniel,

      Dreischichtplatten sind was das Quellen und Schwinden angeht recht problemlos. Allerdings ist man auch hier nicht vor Verzug gefeit. Das heißt bei freitragenden Flächen, oder Türen kann es vorkommen, dass sich diese etwas wirft. Sehr hochwertige Dreischichtplatten und Platten mit einem speziellen Wabenkern aus Nadelholz gibt es von der Firma Alfa: http://www.alfa-massiv.com/

      Gruß

      Heiko

  26. Volker C sagt:

    DAnke! Werde es genau so machen! Volker

  27. Volker C sagt:

    Hallo Heiko,
    danke für die Antwort und Glückwunsch zu dieser tollen Webseite! Ich werde deinen Rat befolgen und unter der Stossstufe mehr Platz lassen. Wieviel mm Luft würdest du lassen (bei 200mm Höhe der Stufe)?
    Volker

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      bei 200mm Breite solltest du mit 6-8mm Fugenbreite auf der sicheren Seite sein. Das sieht man ja nicht, du kannst also recht großzügig sein.

      Gruß

      Heiko

  28. Volker C sagt:

    Hallo ,
    Ich habe aus Akazie Leimholz 18mm eine Treppe halb fertig gebaut. Es handelt sich um eine Betontreppe, die ehemals mit Terrazofliesen belegt war (ohne Übertritt). Auf diese Treppe habe ich jetzt 18mm Leimholz mit Parkettkleber verklebt, und zwar auf Tritt- und Stoßstufe. Dabei habe ich rechts und links jeweils 3-4mm Spalt zur angrenzenden Wand belassen, um dem Holz die Möglichkeit zu geben, zu arbeiten. Leider habe ich hierbei einen Denkfehler gemacht: Holz arbeitet quer zur Laufrichtung wesentlich stärker als längs zur Laufrichtung, wie ich jetzt weiss. Die 3-4mm Platz auf beiden seiten sind in Laufrichtung der Fasern.

    QUER zur Laufrichtung habe ich hingegen keinen Platz gelassen, sondern insbesondere die Stoßstufen (die senkrechte Fläche der Stufe) bündig zwischen unterboden und oberer Trittstufe verleimt. Die Stossstufe hat eine Höhe von 178mm und hat in dieser Richtung (quer zur Laufrichtung) keinen Platz, sich zu dehnen. Muss ich damit rechnen, dass die Kraft des sich dehnenden Holzes bei dieser Länge meine Treppe zerlegen wird bzw die Stossstufe meine Trittstufe anheben wird???
    Danke für eine – hoffentlich beruhigende – Info.
    Vielen Dank, Volker

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      ohne jetzt eigene Erfahrungen mit einer solchen Treppe zu haben, vermute ich, dass es, sollte sich das Holz ausdehnen, als erstes den Belag der Trittstufe anheben wird. Nach deiner Beschreibung zu urteilen besteht dort der geringste Wiederstand für das Holz der Setzstufe.

      Oft ist es aber so, dass sich das Holz in zentral geheizten Räumen am Anfang eher zusammenzieht, als ausdehnt.

      Ich würde an deiner Stelle bei den noch zu belegenden Stufen Luft lassen und die bereits fertigen Stufen im Auge behalten. Vor allem im Sommer, wenn die Luft üblicherweise feuchter wird.

      Gruß

      Heiko

  29. Christian sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe eine Frage zu Tischlerplatten.
    Habe mir eine Tischlerplatte (Buche funiert, 22mm stark), stabverleimt gekauft und längs in 4cm breite Streifen geschnitten. Diese habe dann zu Rahmen verleimt (40cm x 25cm). Jetzt besteht eine Rahmenleiste, aufgrund der breite immer nur aus einer Lamelle der Tischlerplatte.
    Meinst du die Rahmen werden sich bald verziehen, oder reicht die Funierschicht als Absperrung? Währe es besser gewesen die Leisten so zu schneiden, dass ich immer zwei Lamellen der Tischlerplatte in einem Rahmenteil gehabt hätte (aber mehr Verschnitt produziert hätte). Oder hätte ich komplett anderes Material nehmen sollen?

    Schönen Gruß,

    Christian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christian,

      ich habe eine solche Konstruktion noch nicht gemacht. Aus der Ferne ist das auch recht schwer zu beurteilen noch dazu, ohne die genaue Konstruktion zu kennen Ob du nun eine oder zwei Lamellen triffst, ist meiner Ansicht nach egal. Wenn in dem Rahmen eine Massivholz Füllug sitzt, hätte ich schon Bedenken. Wenn aber eine Füllung aus Plattenmaterial verbaut ist, ist es wieder unkritischer.

      Einen Rahmen würde ich persönlich aus Massivholz bauen.

      Generell sind Stäbchenplatten (STAE) besser als Tischlerplatten (ST)

      Gruß

      Heiko

  30. Hans G sagt:

    Hallo Heiko,
    vielen Dank erstmal für deine sehr informative und übersichtliche Erklärung.

    Ich habe mir Heute ein Regal (einzelne würfelförmige Rahmen zum stapeln) aus Leimholz gebaut. Leider habe ich mich erst jetzt mit dem Thema Oberflächenbehandlung auseinandergesetzt.
    Beim durchforsten des Internets blieb eine generelle Frage aber leider unbeantwortet:

    Kann es nicht auch ein Vorteil sein, dass Leimholz unbehandelt zu lassen?

    Was wären die Nachteile für mein unbehandeltes Regal? Es steht in meinem Wohnzimmer zu relativ konstanten Konditionen (Temperatur, Feuchtigkeut).
    Die raue Oberfläche stört höchstens die Bücher.

    beste Grüße
    Hans G

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      dem Holz ist es recht egal, ob du es behandelst oder nicht. Die Oberflächenbehandlung schützt das Holz ja „nur“ vor Verschmutzungen. Vorteile durch das Weglassen der Oberflächenbehandlung sehe ich eigentlich keine, außer der Arbeitsersparnis.

      Wenn du das Holz unbehandelt lässt wird es sehr schnell verschmutzen und unansehnlich werden. Da reicht schon das normale Staubwischen und das Anfassen beim Gebrauch.

      Gruß

      Heiko

    • Bert sagt:

      Hallo Hans,

      ich kann nur empfehlen das Holz zu behandeln, denn in unbehandeltem Massivholz fühlen sich Bücherläuse wohl. Das kann für Allergiker zum Problem werden und es ist auch nicht schön, wenn solche Viecher über die Tischoberfläche krablen. Es reicht ja schon, wenn man sie in Büchern vorfindet.
      Der andere Grund ist, dass eine Oberflächenbehandlung dafür sorgt, dass man das Holz besser abstauben kann. Wenn es unbehandelt ist, dann setzt sich selbst bei gut geschliffenem Holz der Staub in die Poren fest und das Holz sieht dann nicht mehr schön aus. Außerdem ist es keine Freude mit einem Staublappen über eine Fläche zu fahren, die sich dann recht rauh anfühlt.

      Wenn die Oberfläche behandelt wird, dann hat man diese Probleme in der Regel nicht.
      Ein mit Öl oder Lack behandeltes Holz ist vor Bücherläusen sehr gut geschützt und der Staub lässt sich wesentlich leichter abwischen.

      Wer aus gesundheitlichen Gründen daran dachte, auf eine Oberflächenbehandlung verzichten, der kann auch einfach reines Leinöl verwenden, das ist sogar als Lebensmittel geeignet und daher absolut unbedenklich.

  31. Thomas Blank sagt:

    Hallo Heiko,
    vielen Dank für die ausführliche Beschreibung.
    Ein paar Fragen habe ich aber dennoch:
    1. Eine Schranktüre aus 19mm starkem Kernbuche-Leimholz (bspw. 50x80cm oder, um es auf die Spitze zu treiben, 50x200cm) mit vertikaler Maserung, wie wird sich diese verziehen? Quer oder längs zur Maserung? Würden horizontale Gratleisten überhaupt helfen? Was würdest Du alternativ empfehlen?
    2. Hast Du konkrete Händler-Empfehlungen für den Kauf von Leimholzplatten?
    3. Welchen Vorteil hat gedämpftes Holz?

    Viele Grüße, Thomas

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      in der Regel verzieht sich Leimholz quer zur Maserung. Daher bringen Gratleisten auch nur etwas, wenn sie im 90° Winkel zur Maserrichtung angebracht werden. Gedämpftes Holz hat den Vorteil, dass es weniger Arbeitet. Es verändert aber auch die Farbe. Buche wird rötlich, Akazie (Robinie) wird dunkel. Ein weiterer Grund für das Dämpfen ist der, dass Massivholz an die Furnierfarbe angepasst wird, denn bei der Furnierherstellung werden die Stämme gedämpft.

      Einen Händler könnte ich dir so konkret nur empfehlen, wenn du auch aus dem Saarland oder angrenzenden Regionen kommst. Mein Händler hat Leimholz von ALFA (gehören zu Team 7) und das ist sehr gut.

      Auf der Herstellerseite http://www.alfa-massiv.com gibt es eine Händlersuche

      Aber auch das Leimholz von OSMO ist qualitativ sehr gut.
      Gruß

      Heiko

  32. Tobi sagt:

    Die Erklärungen sind echt mal gut, danke. Was mich noch interessieren würde: Woran erkenne ich schlecht gelagertes Holz und ab welchem ‚Verzug‘ ist eine Platte unbrauchbar?

    Tobi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Tobi,

      ab wann eine Platte unbrauchbar ist, hängt davon ab, was du daraus machen möchtest. Ein Verzug von 5mm auf eine Breite von 400mm bei einer Korpusseite ist kein Problem. Wann diese mit den anderen Bauteilen verbunden ist, sollte sie auch wieder gerade sein. Bei einem nur aufgelegten Einlegeboden sieht es schon wieder anders aus, da dieser durch nichts in der Richtung gehalten wird.

      Schlecht gelagertes Holz wäre zum beispiel, wenn lange Bretter aufrecht an der Wand stehen und unten sehr weit von der Wand weg, das kann dazu führen, dass die Bretter rund werden. Der Absatz im Artikel bezieht sich aber auf die Lagerung in der Werkstatt. Da sollte man die Platen gerade und gleichmäßig belüftet, ohne Folie und am besten flach lagern.

      Gruß

      Heiko

      • Tobi sagt:

        Danke! Dass man bei relativ kleinen Bauteilen schon so große Toleranzen einfach ‚geradebiegen‘ kann hätte ich nicht gedacht, sondern vermutet, dass sich dann irgendwann die Verleimung der Lamellen lösen würde. Gut zu wissen, dass da doch mehr als erwartet möglich ist.

        Tobi

  33. Anonymous sagt:

    Coole Erkältung. Danke.

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