Der Trick mit den zwei Leisten

Peilstäbe zum Abrichten - Die Stäbe

Peilstäbe zum Abrichten

Wenn man mit Handhobeln ein Brett abrichtet, ist es enorm wichtig, dass man eine vorhandene Verwindung der Brettfläche erkennt. Auch während des Hobelns muss man kontrollieren, dass die Brettfläche eben wird und beim weiteren Hobeln auch bleibt. Man könnte nun das Brett immer wieder ausspannen und die Seite, an der man gerade arbeitet immer wieder auf eine plane Fläche legen, das wäre aber sehr mühsam.

Viel einfacher ist es, die Verwindung, beziehungsweise die Planheit einer Brettfläche mit zwei Leisten zu prüfen. Im Prinzip reichen hier zwei gerade Holzleisten gleicher Breite, die mindestens so lang sind, wie die zu hobelnden Werkstücke breit sind. Die beiden leisten müssen genau parallel geschnitten oder gehobelt werden.

In seinem Buch „The new traditional woodworker“ stellt Jim Tolpin eine Variante dieser Stäbe vor, die aus zwei kontrastierenden Holzarten gefertigt sind. Diese habe ich nun auch angefertigt und ausprobiert. Die beiden kontrastierenden Hölzer machen die visuelle Kontrolle viel einfacher, als Leisten aus nur einer Holzart.

Die Stäbe sind wie folgt aufgebaut: Sie benötigen einen Streifen helles Holz und einen Streifen dunkles Holz. Diese beiden werden aneinander geleimt. Nachdem der Leim abgebunden hat,  werden die Leisten herunter geschnitten. Nach dem Herunterschneiden der Leisten, werden sie auf Maß gehobelt. Die helle Leiste muss genau so breit sein, wie der dunkle Streifen der zweifarbigen Leiste. Hierbei muss man darauf achten, dass die helle Leiste und der dunkel Streifen der zweifarbigen leiste nicht nur gleich breit, sondern auch genau parallel sind.

Peilstäbe zum Abrichten - Blick auf die Stäbe

So funktionieren die Stäbe

Die Benutzung der Leisten ist dann ganz einfach: Man legt die beiden Leisten, je an einem Ende auf die Brettfläche,. Die Dunkle nach hinten, die helle nach vorne. Nun geht man hinter der Brettfläche in die Hocke und peilt über die Leisten.  Man sieht  einen dunklen Streifen der hinteren Leiste. Ist dieser Streifen parallel zur Oberkante der vorderen Leiste, hat man keine Verdrehung in der Fläche. Ist der Streifen nicht gerade und parallel zur hellen Kante, muss man entsprechend Material abtragen und erneut kontrollieren. Bei längeren Brettern sollte man mindestens zweimal peilen, einmal mit der dunklen Leiste am Brettende und einmal in der Mitte.

Diese beiden Leisten sind schnell hergestellt und stellen ein sehr gutes und einfach zu handhabendes Messwerkzeug dar.

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Ein Kommentar zu Der Trick mit den zwei Leisten

  1. Sascha sagt:

    Hallo Heiko,

    sehr cooler Beitrag. Hab heute zum ersten mal von dieser Methode gehört. Werd ich beim nächsten Brett auf jeden Fall anwenden.

    Gruß, Sascha

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