Lange Bretter mit der Mafell Erika 65 schneiden

Mafell Erika - Lange Bretter schneiden

Der Aufbau der Maschine

Ich verwende für Holzarbeiten für den Außenbereich sehr gerne sogenannte „Rohhobler“. das sind gehobelte Bretter mit einer Breite von 140mm und einer Stärke von 26mm.  Diese kaufe ich in 5 oder 6 Meter Länge beim Holzhändler.

Die Schwierigkeit bei solch langen Brettern ist immer wieder der Zuschnitt. Die langen Bretter sind unhandlich und passen nicht in die Werkstatt. Ich habe schon mehrere Möglichkeiten ausprobiert. Zuerst mit der Stichsäge grob zerteilt, dann auf die Tischkreissäge, oder ein Trennschnitt und dann in halber Länge auf die Tischkreissäge. Das alles geht mit unnötigem Verschnitt einher.

Einfacher ist es, die benötigten Längen direkt vom 5 Meter langen Brett herunter zu schneiden. Das funktioniert mit der Mafell Erika, wenn das entsprechende Zubehör vorhanden ist und richtig genutzt wird, sehr gut. Der Aufbau ist wie folgt:

Es werden Schiebetisch und Tischverbreiterung montiert. Die Tischverbreiterung wird so weit wie möglich ausgezogen, um eine große Auflagefläche zu erhalten.  Der Schiebetisch wird mit dem Ablänganschlag bestückt. Der Anschlag ist hierbei hinten montiert. Der Anschlag wird so positioniert, dass er vor dem in hinterer Stellung befindlichen Sägeblatt ist.

Mafell Erika - Lange Bretter Ablängen

Die Klemmung des Anschlages

Der lange Parallelanschlag wird zweckentfremdet und dient als zweiter Queranschlag. Die hintere Anschlagklemmung wird verwendet, um den Parallelanschlag gut zu fixieren.  Beide Queranschläge werden zueinander ausgerichtet.

Würde man nun einfach so lossägen, könnte dies böse enden. Schiebt doch das Sägeblatt beim Ziehen durch das Brett, dieses vom Anschlag weg. Es könnte zum Verkanten und zum Rückschlag kommen. Damit das nicht passiert, wird der Universalanschlag genutzt, um das Brett zu sichern. Auf der rechten Tischhälfte ist das zu sägende Brett nun gut gesichert. Auf der linken Tischhälfte, also am Schiebetisch, wird das auf Länge zu schneidende Brett mit der linken Hand festgehalten, während man mit der rechten Hand die Säge durchs Holz zieht. Zur Abstützung des langen Brettes wird ein Rollenbock benutzt.

Mit diesem Aufbau ist es problemlos möglich, ohne unnötige Schnitte, Einzelteile von einem langen Brett herunter zu sägen. Der Vorteil dessen, dass die Anschläge hinten, also vom Benutzer weg montiert sind ist der, dass man nicht versehentlich mit dem Werkstück in das laufende Sägeblatt geraten kann.

Mafell Erika - Lange Bretter schneiden

Mit einer Hand alles sicher im Griff

Auf den Bildern kann man auch einen Punkt erkennen, der mir an dieser Säge noch nicht so gut gefällt und den ich noch ändern werde: Stellt man das Anschlaglineal so ein, dass die Skala stimmt, ist es so dicht am Sägeblatt, dass man dieses sehr hoch drehen muss, damit die Schutzhaube Platz hat. Anderenfalls würden Schutzhaube und Queranschlag kollidieren. Ich werde bei Gelegenheit den Queranschlag inklusive Skala ein wenig kürzen und ein flaches Holzstück einsetzen. Dieses Prinzip sieht man sehr oft bei Formatkreissägen.

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6 Kommentare zu Lange Bretter mit der Mafell Erika 65 schneiden

  1. Björn R. sagt:

    Hallo Heiko,

    eine weitere Alternative ist natürlich eine Kappsäge wie die KSS 300 zu benutzen (um mal bei Mafell zu bleiben). Für genau solche Aufgaben ist die super praktisch mit ihrer Miniführungsschiene. Vielleicht kann man so ein Patent ja auch für die bereits vorhandene Tauchsäge nachbauen. Du bist ja sonst eher Festool-Fan 😉

    Schönen Gruß

    Björn

    PS: Ich habe gerade die Filme Zu Deinem Meranti-Couchtisch angeschaut. Sehr beeindruckend, da kann man echt was lernen. Noch toller fände ich Deine Videos, wenn Du während der Arbeit auch mit Worten erklären könntest, was Du da machst. Es muss ja nicht gleich wie bei Matthias Wandel oder gar Steve Ramsey sein, aber ein bisschen tech-talk darf es ab und an sein.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Björn,

      ich kenne das KSS System natürlich. Da ich aber die Erika und einen MFT mit einer TS55 habe, bin ich was Sägen angeht gut versorgt. Und so oft muss ich zum Glück solch langen Bretter nicht kleinbekommen. Die KSS ist auch prima beim Laminat- oder Parkett verlegen.

      Was die Videos angeht, das ist schon in Arbeit:
      http://holzwerkerblog.de/2012/03/20/neue-technik-bessere-videos/

      Allerdings dauert die Videobearbeitung dann auch länger.

      Gruß

      Heiko

      • Björn R. sagt:

        Hallo Heiko,

        das Domino-Video kannte ich noch nicht. Aber es gefällt mir echt gut. Die Erklärungen werden Deine Videos nochmals deutlich auf. So fühlt man sich irgendwie „näher dabei“ 😉

        Schade allerdings, dass Du deswegen von Linux auf das „böse Betriebssystem“ wechseln musstest. Gelohnt hat es sich aber für den Betrachter.

        Zu der KSS 300 kann ich noch hinzufügen, dass ich mir die als meine allererste Kreissäge irgendwann letztes Jahr zugelegt habe. Ich war so fasziniert von der kleinen Führungsschiene. Inzwischen denke ich oft, dass ich mal doch besser eine Vernünftige Tauchsäge wie die von Mafell oder Festool hätte nehmen sollen. Da hätte ich heute mehr Anwendung für. Aber das konnte ich damals noch nicht überblicken und dachte auch eher ans Laminatverlegen statt an Möbelbau – anders als heute.

        Schönen Gruß

        Björn

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Björn,

          das Betriebssystem ist mir recht egal. Sowohl Linux, als auch Windows sind inzwischen sehr stabile Systeme unter denen man seine tägliche Arbeit verrichten kann. Da ich mich nun auch wieder stärker dem Thema CAD und CNC widme, bleibt eigentlich nur Windows. Ich hatte sowohl Sketchup, als auch Draftsight unter Linux betrieben. Aber unter Windows laufen die beiden Programme deutlich stabiler und auch schneller. Und mit allen Funktionen!

          Was die KSP300 betrifft, ja die hat einen recht begrenzten Einsatzbereich und ist eher ein Spezielist. Universeller sind die 55mm Maschinen.

          Gruß

          Heiko

  2. Christian Habermann sagt:

    Hallo Heiko,

    statt den Queranschlag gerade abzuschneiden, damit er nicht mehr an die Absaughaube stößt, könntest Du auch einfach nur ein Rechteck herausschneiden, also im unteren Bereich des Anschlags etwas Material stehenlassen, so dass eine Art L entsteht.
    So habe ich vor, dieses Problem an meiner Erika zulösen, sobald der Leidensdruck endlich groß genug ist 🙂

    Viele Grüße
    Christian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christian,

      das war auch mein erster Gedanke, aber wenn ich den Anschlag komplett kürze und das auch noch um ca. 3cm, kann ich ein Holzstück einsetzen und dieses als Opferstück verwenden. Das Holzstück hat dann genau diese Form, die du vorschlägst. Der Vorteil wäre, dass dieses Holzklötzchen dann beim ersten Schnitt mit abgeschnitten wird und somit genau die Schnittlinie abbildet. Das würde manchen Schnitt erleichtern und ein Splitterschutz wäre es auch noch, Ist das Holzklötzchen verschlissen, wird es ersetzt.

      Mal sehen, wann ich mich dazu aufrappeln werde das umzusetzen.

      Gruß

      Heiko

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