Ich schärfe meine Werkzeuge mit Hilfe der Veritas MK2 Schleifführung (Veritas Schleifführung auf heiko-rech.de). Das funktioniert sehr gut, lediglich das Abrunden der Ecken bei Eisen für Putzhobel ist etwas mühsam und schwer zu kontrollieren. Man muss hierzu auf der Ecke, die abgerundet werden soll mehr Druck ausüben und kann nur sehr schwach abrunden. Eine spezielle Rolle für die Schleifführung erleichtert das Abrunden er Eisen und macht den Vorgang besser kontrollierbar und auch besser wiederholbar.
Damit man nicht mühsam die Rolle selbst tauschen muss, wird die Rolle für gerundete Eisen inklusive Befestigungsbügel geliefert. Man muss also zum Tausch lediglich eine Rändelschraube lösen, die Rolle tauschen und die Rändelschraube wieder festziehen. Das Tauschen der Rolle ist somit eine Sache von ca. 30 Sekunden. Es wird kein Werkzeug benötigt und es muss nichts eingestellt werden. Das nebenstehende Bild zeigt die Veritas MK2 mit eingebauter Rolle für gerundete Eisen, daneben die Rolle für gerade Schneidenkanten. Beide Rollen verfügen über die Exzenterverstellung für die Microfase.
Die Rolle für gerundete Eisen ist ballig. Genau hierin liegt der Trick. Man kann während des Schleifens sehr gut dosierbar Druck auf die Ecken des zu schleifenden Eisens geben und verrundet somit die Schneide. Je mehr man den Druck zur Ecke hin ausübt, umso mehr wird die Schneide verrundet. Übt man keinen Druck auf die Ecken aus, wird das Eisen überhaupt nicht verrundet. muss die Rolle für gerundete Eisen auch nicht unbedingt ständig gegen die gerade Rolle gewechselt werden. Ein breites und dickes Hobeleisen kann man auch mit dieser Rolle gerade, ohne Verrundung schärfen.
Die starke Balligkeit der Rolle täuscht. Das zu schleifende Hobeleisen wird nicht so stark gerundet, wie es die Form der Rolle erst vermuten lässt. Durch den Abstand zwischen Rolle und Schneidenkante beim Schleifen wird die Verrundung viel kleiner.
Die Handhabung der Verias MK2 mit dieser Rolle ist einfach. Man muss lediglich den Druck beim Schleifen verlagern. Ich habe ein Eisen für meinen Juuma No.5 geschliffen. Ich habe die Verrundung nicht nur beim Abziehen erzeugt, sondern auch beim Schleifen der Fase auf einem Schleifstein mit 1000er Körnung. Es reicht aber mit Sicherheit auch aus, die Schneide erst beim Abziehen auf dem feinen Stein zu verrunden.
Man muss bei einem weichen Stein sehr aufpassen, dass man mit den scharfen Ecken des Hobeleisens beim Schieben der Führung auf dem Stein keine tiefen Riefen in den Stein macht. Daher ist es besser, beim Verrunden nicht über den Stein zu schieben, sondern nur zu ziehen. So kann die Ecke des Hobeleisens sich nicht in den Stein eingraben.
Das nebenstehende Bild zeigt einen Blick auf die Mikrofase des geschärften Hobeleisens. Die fein abgezogene Fase gibt jedoch nicht die wirkliche Form der Schneidenkante wieder, da sich beim Verrunden auch der Winkel ein wenig verändert. Man würde eine gleichmäßig breite Microfase erwarten, dem ist aber nicht so. Das zweite Bild, das die Kante mit einem aufgelegten Präzisionslineal gegen das Licht gehalten zeigt, stellt die Verrundung realistisch dar. Dies ist nicht ganz einfach auf ein Foto zu bringen, aber man kann sehr deutlich die minimale Verrundung der Schneidenkante erkennen.
Und wozu das Ganze?
Wozu dient nun diese Verrundung der Schneidenkante? Der Grund ist der, dass ein gerades Eisen, beim Verputzen einer Holzoberfläche immer eine scharfe Kante hinterlässt. Rundet man das Hobeleisen leicht ab, entstehen keine scharfen Kanten in der Fläche, sondern so gesehen einzelne “Wellen” nebeneinander, die nicht scharfkantig abschließen sondern ineinander über gehen. Da die Verrundung nur ganz gering ist und man beim Verputzen nur einen sehr dünnen Span abnimmt, entsteht eine gefühlt glatte Fläche, ohne Kanten.



