Oberflächenbehandlung und Aufhängung
Nach dem Verleimen erfolgt die Oberflächenbehandlung. Da ich Eiche in der klassischen Farbe nicht mag, habe ich mich für eine Oberflächenbehandlung entschieden, bei der die natürliche Holzfarbe verändert wird. Im konkreten Fall werden die Holzporen mit weißen Pigmenten gefüllt und das Öl wird aufgehellt.
Die Klassische Variante des Füllens der Holzporen geschieht mit einer Kalkpaste. Daher stammt auch der Begriff “Kälken” für diese Art der Oberflächenbehandlung. Üblicherweise ist das Füllen der Poren ein gesonderter Arbeitsgang, vor der eigentlichen, schichtbildenden Oberflächenbehandlung mit Öl, Lack oder Wachs. Ich gehe ein wenig Anders vor, indem ich dem verwendeten Hartwachsöl eine Pigmentpaste beimische. Beide Komponenten müssen gut verrührt werden. Auch während des Arbeitens muss das Gemisch immer wieder aufgerührt werden, da sich das Öl nicht wirklich gut mit der Pigmentpaste verbindet.
Der Ölauftrag erfolgt mit einem einfachen Spülschwamm. Das ist kostengünstig und die Verarbeitung gelingt besser, als mit einem Pinsel oder einem Lappen. Mit dem Schwamm kann die Ölmenge auf der Holzoberfläche sehr gut dosiert werden.
Da die Poren gefüllt werden sollen, muss das Gemisch aus Hartwachsöl und Pigmentpaste gut in das Holz eingerieben werden. Dies geschieht nicht nur in Maserrichtung, sondern auch kreisend, oder gegen die Maserung. Abschließend wird jedoch immer in Maserrichtung gearbeitet.
Das Öl muss nun ca. 30 Minuten trocknen. Dann kann das überschüssige Öl mit einem trockenen Schwamm oder einem Tuch abgenommen werden. Nach weiteren 30 Minuten wird das gesamte Werkstück mit einem trockenen, weichen und saugfähigen Tuch soweit abgerieben, dass sich die Oberfläche fast trocken anfühlt und einen gleichmäßigen Glanz hat.
Das Öl muss mindestens 24 Stunden trocknen. dann erfolgt ein Zwischenschliff. Öle und Wachse lassen sich nicht gut schleifen. Normales Schleifpapier, auch wenn es für das Schleifen von Lacken optimiert ist, setzt sich sehr schnell mit den weichen Bestandteilen der Öle und Wachse zu, Es wird nach kürzester Zeit unbrauchbar und mal läuft Gefahr, mit einem zugesetzten Schleifpapier die Oberfläche sogar zu verschlechtern. Besser geeignet ist ein Schleifvlies. Ich verwende ein sehr feines Vlies. Da die Holzoberfläche vor dem Ölauftrag bereits sehr fein geschliffen wurde, ist nur ein sehr leichter Zwischenschliff von Hand notwendig. Mehr darf auch nicht erfolgen, da ein Zwischenschliff mit viel Druck und einem Schleifvlies die Pigmente wieder aus den Holzporen heraus schleifen würde.
Nun wird eine zweite Öl-Pigmentschicht aufgetragen. Die Verarbeitung entspricht der beim Auftrag der ersten Schicht. Auch diese Schicht muss mindestens 24 Stunden Zeit zum Durchtrocknen haben. Als Abschluss wird eine sehr dünne Schicht Bienenwachsbalsam aufgetragen. Das Auftragen des Balsams kann entweder mit einem weichen Tuch erfolgen, oder Maschinell mit einem Rotations- bzw. Exzenterschleifer. Das Wachs, das auf diese Art aufpoliert wird, bringt einen sehr schönen Glanz.
Die fertige Oberfläche hat neben den gefüllten Poren noch zwei sehr interessante Effekte. Zum einen wird die Oberfläche selbst, nicht nur die Poren gefärbt. das ergibt einen Grauschleier, der die Eiche sehr schön aufhellt. Der zweite interessante Effekt ist das Betonen der Innenkanten. Beim Auftrag ist es kaum möglich, die Pigmente vollständig aus Innenecken heraus zu bekommen. Es entsteht der Eindruck von dünnen weißen Linien in den Ecken.
Nach Fertigstellung des Regals muss dieses natürlich noch an der Wand befestigt werden. Einfach, unauffällig und stabil geht das mit Bodenträgern, die normalerweise zur Befestigung von Regalböden in Lochreihen verwendet werden. Die von mir verwendeten Bodenträger sind zur Befestigung mit Schrauben gedacht. Sie werden an die Wand geschraubt. Ein Zapfen, der üblicherweise in die Regalböden eingebohrt wird und verhindert, dass ein Boden heraus gezogen werden kann, erfüllt auch bei der Befestigung des Badregals an der Wand sehr gut seinen Zweck. Die Zapfen werden in den oberen Regalboden eingebohrt und das Regal wird von oben eingesetzt. Insgesamt sind vier solcher Bodenträger ausreichend um das Regal an der Wand zu halten.
Hier nun noch einmal das fertige Regal:
Video:
Das Video zeigt die Oberflächebehandlung des Regals
Hier gehts zum Anfang der Baudokumentation:
Einfaches Badregal aus Eiche






Hallo Heiko,
das Regal sieht klasse aus, frisches Design und eine schöne Oberfläche.
Grüße
Timo
Hallo Heiko,
die Oberfläche ist dir wirklich gut gelungen, diese weißen Poren sehen echt super aus.
Der Rest ist ja wieder ein typischer “Rech”. Schönes Design und perfekt gebaut.
Grüße
Michael
Hallo Heiko
ein sehr schönes Regal hast du dir da gebaut. Glückwunsch.
Ich hätte mal zwei Frage zum generellen Umgang mit Ölen. Bei Vollholz soll man ja beide Seiten behandeln, damit sich das Holz später nicht zu sehr verzieht. Ist dies auch bei z.B. Multiplex (also bei Hölzern, denen die Neigung zum verziehen schon genommen wurde) der Fall, oder reicht hier die Behandlung von einer Seite?
Und sind Öle, wenn sie ins Holz eingezogen und getrocknet sind immer noch stark entzündlich? Würde mir gerne eine Lampe bauen und dass Holz dafür ölen. Habe jetzt nur Angst, dass die Lampe dann in Flammen aufgeht, wenn ich ein Leuchtmittel drin habe und dieses etwas warm wird.
Schönen Gruß,
Matthias
PS: Super Seite, freue mich immer wieder vorbei zu schauen.
Hallo Matthias,
man sollte generel den Ölauftrag beidseitig machen. Das Öl (gleiches gilt für Lacke und Lasuren) verlangsamt die Fähigkeit des Holzes sich seiner Umgebungsfeuchte anzupasen. Ist nun eine Seite behandelt, die andere nicht, reagieren beide Seiten unterschiedlich auf Veränderungen der Umgebungsfeuchte und das Holz verzieht sich. Bei einer Oberflächenbehandlung in mehreren Schichten reicht bei nicht sichtbaren Teilen aber eine Grundierung aus.
Erhöhte Brandgefahr besteht bei ausgehärteten Ölen nicht mehr. Beim Bau der Lampe solltest du allerdings genügend Abstand zwischen Leuchtmittel und Holz halten. Beobachte die Wärmeentwicklung am Anfang sehr genau. Besonders bei Hallogenleuchtmitteln entsteht viel Hitze, was nicht ganz ungefährlich ist. Auf Nummer sicher gehst du bei Leutmitteln, die wenig Wärme entwickeln, also Leuchtstoffröhren oder LED Leuchten.
Gruß
Heiko