Jumma No.5 als Schrupphobel

Juuma No.5 als Schrupphobel - Im Einsatz

Schrupphobel im Einsatz

Ich richte mein Holz seit einiger Zeit von Hand ab, statt mit der Maschine. Als Schrupphobel habe ich meinen Juuma No.5 benutzt. Mit einem „normal“ geschliffenen Hobeleisen. Das ging zwar, war aber recht mühsam. Ich habe schon öfter in Videos und auf Internetseiten gesehen, dass ein Eisenhobel No.5 mit einem gerundeten Eisen als Schrupphobel benutzt wird. Das habe ich nun auch einmal ausprobiert.

Ich bestellte mir bei Dieter Schmid ein Ersatzeisen. Auf Nachfrage bekam ich sogar einen Spanbrecher. Diesen kann man normalerweise nicht nachbestellen. Es war purer Zufall, dass noch ein einziger verfügbar war.  Der Spanbrecher dient in diesem Fall nur dazu, dass sich da Eisen problemlos montieren lässt und die Tiefeneinstellung funktioniert. Auf das Hobelergebnis wirkt er sich natürlich nicht aus.

Juuma No.5 Schrupphobel - Eisen schleifen

Das Eisen schleifen

Das Eisen habe ich recht unkonventionell in Form gebracht. Ich habe einen Winkelschleifer mit einer Fächerscheibe benutzt um die Rundung freihändig anzuschleifen. Das funktionierte recht gut. Die Fächerscheibe schleift sauber, ohne das Eisen zu sehr zu erhitzen. Danach wurde die Form noch auf einem Schruppstein von Hand nachgeschliffen, danach folgte ein Schliff auf einem Wasserstein Körnung 800 und das Anziehen der Mikrofase auf einem Abziehstein Korn 6000.

Die Geometrie eines solchen Eisens muss nicht so perfekt sein, wie beim Hobeleisen, das man in einem Putzhobel nutzt. Es muss nur Scharf sein und gerundet. Je stärker die Rundung ist, umso schmaler wird der Span und umso größer kann die Spandicke sein. Ich habe die Rundung nicht zu stakt gewählt. Somit ist der Abtrag relativ breit, aber nicht so tief. Das erwies sich auch als eine sehr gute Entscheidung. Denn der Juuma ist nicht als Schrupphobel gedacht und das Hobelmaul lässt sich nur bis zu einem gewissen Punkt öffnen. Ein zu stark gerundetes Eisen für dicke Späne könnte nicht voll genutzt werden, das das Hobelmaul die Spandicke begrenzt.

Juuma No.5 als Schrupphobel - Gerundetes Eisen

Das eingebaute Eisen

Dennoch ist der Abtrag mit diesem modifizierten No.5 beachtlich. Der Hobel benötigt wenig Kraftaufwand und liefert ein typisches Schrupp- Hobelbild mit Wellen, aber ohne Ausrisse.

Einziger Nachteil ist, dass sich die Maulöffnung bei den Juuma Hobeln (Bedrock Bauweise) nicht so schnell einstellen lässt. Beim Umbau auf ein gerades Eisen muss der Frosch wieder noch vorne verstellt werden. Sicherlich ist ein zweiter No.5 auf Dauer die bessere Wahl, als der ständige Umbau. Für die weiteren Versuche des Abrichtens von Hand wird es aber erst einmal auch so gehen.

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5 Kommentare zu Jumma No.5 als Schrupphobel

  1. Severin sagt:

    Wäre der Umbau auf einen Schrupphobel auch bei einem flachhobel möglich oder spricht da etwas dagegen?
    Ps tolle Page die mir als Anfänger gute tips gibt

  2. Arnold sagt:

    Hallo Heiko

    Gibt es keine Schrupphobeleisen für Metallhobel?

    Gruß Arnold

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      Es gibt von Veritas und Lie Nielsen einen Schrupphobel und dafür auch passende Eisen. Aber die passen nicht in andere Hobel.

      Heiko

  3. Ralf Cyganek sagt:

    Hallo Heiko!

    Vielen Dank für den Beitrag. Hab mir auf einem polnischen Wochenmarkt einen alten Holzhobel gekauft, der auch ein gerundetes Eisen hatte. Nur rätselte ich die ganze Zeit wie ich das Eisen, das schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde, schleifen kann, damit ich den Hobel als Schrupphobel verwenden kann. Endlich hab ich die Lösung. =) Vielen Dank!

    Gruß Ralf

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