Einfache Spannhilfen für die Werkbank – Mit Video

Werkbankhelfer im Einsatz - Kniehebelspanner und Bankknecht

Kniehebelspanner und Bankknecht

Als ich meine Werkbank baute war eigentlich schon klar, dass es ohne einige zusätzliche Vorrichtungen zum Befestigen von Werkstücken auf Dauer nicht gehen würde. Ich habe mich einige Zeit geplagt um erst einmal herauszufinden, wo Verbesserungen in Form von Spannvorrichtungen am sinnvollsten wären. Ein Punkt, der sich immer wieder als schwierig herausstellte war das Befestigen von Massivholzteilen zum Fügen mit der Rauhbank. Das funktionierte zwar mit Schraubzwingen, aber sehr oft wünschte ich mir eine Hand mehr.  Weiterhin stellte das Bearbeiten kleiner Werkstücke oft ein Problem dar. Für beides musste also eine möglichst einfache Lösung her.

Werkbankhelfer- Ein Bankknecht

Der Bankknecht

Das Hauptproblem bei langen Werkstücken ist, dass sie beim Befestigen abkippen. Besonders beim Fügen mit der Rauhbank war das lästig. Ich musste zwei Schraubzwingen ansetzen, obwohl es für das Fügen selbst nicht notwendig wäre. Ein Bankknecht ist hier die Lösung. Der klassische Bankknecht hat einen Kreuzfuß, den ich als Störend empfinde. Bei meinem Bankknecht sollte nach Möglichkeit nichts nach vorne überstehen.  Natürlich muss die Auflage für das Werkstück ein wenig überstehen. Aber  der Drehknopf für die Höhenverstellung ist schon wieder auf der Rückseite, wo er nicht stört. Dieser Bankknecht ist erst einmal ein Prototyp. Er wurde einfach aus Multiplex- Reststücken zusammengeschraubt. Das mache ich sehr oft bei solchen Hilfsmitteln. Ich baue erst einen Prototyp, den ich ausprobiere. Wenn alles funktioniert baue ich die Vorrichtung noch einmal „in schön“ oder arbeite sie einfach ein wenig nach, runde also die Kanten, schleife ein wenig und bringe eine Schicht Öl auf. Wie der Bankknecht genau funktioniert, können Sie sich im Video, weiter unten auf der Seite genauer ansehen. In Kombination mit einem Kniehebelspanner an der Werkbankecke ist das eine enorme Arbeitserleichterung und man kann sogar noch schneller spannen, als mit einer klassischen Vorderzange einer Hobelbank.

Werkbankhelfer - Bankhaken mit Kniehebelspanner

Bankhaken mit Kniehebelspanner

Ein weiterer, sehr nützlicher Helfer ist ein sogenannter Bankhaken. Üblicherweise bezeichnet man im deutschsprachigen Raum damit Eckige, oder runde Eisen, die in Löcher in der Hobelbank gesteckt werden so. Im englischsprachigen Raum gibt es einen kleinen Helfer aus Holz, der als „Bench Hook“ bezeichnet wird. Eine deutsche Bezeichnung für dieses Teil habe ich bisher nicht gefunden. Es handelt sich dabei um zwei Brettchen, die zu einem Winkel verbunden werden. Auf einen Schenkel befestigt man eine Anschlagleiste und fertig ist ein tolles Zubehör für die Werk- oder Hobelbank. Der Bankhaken kann an der Werkbank befestigt werden, aber oft reicht es schon aus ihn einfach nur an die Kante anzulegen. Der Kniehebelspanner an der Werkbankecke leistet auch hier gute Dienste. Beim Kniehebelspanner handelt es sich übrigens um ein Model von Bessey, das nicht für verschiedene Werkstückdicken umgestellt werden muss.

Werkbankhelfer - Bankhaken beim Hobeln

Bankhaken beim Hobeln

Mit einem solchen Bankhaken kann man sehr gut kleine Werkstücke halten, zum Beispiel beim Anhobeln einer Fase mit dem Handhobel, oder bei Sägearbeiten an kleinen Leisten. das Werkstück wird einfach mit einer Hand an die Anschlagleiste gedrückt, mit der anderen Hand erfolgt die Bearbeitung. Auch als Gegenlager beim Hobeln kann so ein Bankhaken benutzt werden. Auch das zeige ich im Video.

So ein  Bankhaken ist ein schönes Beispiel für Dinge, die man leicht selbst bauen kann und die einem die Arbeit enorm erleichtern. Man findet ständig neue Einsatzgebiete. Eine ähnliche Vorrichtung hatte ich schon in meiner alten Werkstatt, an meiner Spannvorrichtung. Das sieht man noch auf meiner „alten “ Internetseite: Spannvorrichtung für die Werkbank

Die hier gezeigte Version ist noch vielseitiger, aber immer noch sehr einfach zu bauen.

Werkbankhelfer - Bankhaken als Stoßlade

Bankhaken als Stoßlade

Wenn man darauf achtet, dass die rechte Längskante (für Linkshänder die linke Kante) im rechten Winkel zur Anschlagleiste steht, kann man den Bankhaken auch als kleine Stoßlade benutzen und damit kleine Werkstücke genau rechtwinklig hobeln, oder in der Länge korrigieren.

Bei meinem Bankhaken ist die Eckverbindung von Hand gezinkt. Das ist also auch ein sehr gutes Übungsstück für die Arbeit mit Handsäge und Stemmeisen. Auch die Quernut kann mit Handwerkzeugen ausgearbeitet werden.

Mit diesen drei kleinen Helfern ist das Befestigen von Werkstücken auf meiner Werkbank schon viel einfacher geworden.  Abschließend bleibt jedoch wie so oft eine Frage: Warum habe ich das nicht schon viel früher gebaut?

Video:

In diesem  Video zeige ich Ihnen wie der Bankhaken, der Bankknecht und der Kniehebelspanner benutzt werden.

Probleme mit der Darstellung des Videos? Dann schauen Sie es sich einfach direkt bei Youtube an: http://youtu.be/KginWNTRH8A

 

Dieser Beitrag wurde unter Werkstatt abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

29 Kommentare zu Einfache Spannhilfen für die Werkbank – Mit Video

  1. Andy aus Tirol sagt:

    Hallo Heiko!
    Vielen Dank für die rasche Antword!
    Finde deine Videos und auch deine Webseit einfach Prima, alles sehr gut Erklährt, meist einfach Nachvollziehpar.
    Wie du siehst bin ich sehr Begeistert.
    DANKE noch mal und BITTE mach weiter so!!!

  2. Andy aus Tirol sagt:

    Hallo Heiko!
    Frage: kannst du mir die Ungfären maße dieses Bankhakens sagen,
    oder Besser noch Mailen?
    DANKE!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Andi,

      der Haken hat eine breite von 110mm, der lange Schenken ist 230mm und der kurze 130mm. Materialstärke 18mm.

      Gruß

      Heiko

  3. Axel sagt:

    Hi Heiko!

    Ersteinmal vielen Dank für die Helfer und Ideen.
    Ich habe mir grade eine kleine Werkbank aus MDF gebaut und könnte einen Bankhaken, wie du ihn Zeigst sehr gut gebrauchen.
    Ich würd gern wissen welches Holz du dabei verwendet hast, bzw. welche Alternativen es gibt, und wie ich die Nut für den Parallelanschlag, mit Handwerkzeugen, gut hinkriege.

    Schon mal danke für die Antwort und schöne Grüße!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Axel,

      du kannst jedes harte oder mittelharte Holz nehmen. Also Buche, Eiche oder auch Kirsche, Nussbaum, Birke etc. Was du eben so hast. Die Nut kannst du auf verscheidene Arten ausarbeiten. Im Kurs sägen wir sie vor, stemmen grob aus und machen die Feinarbeit mit dem Grundhobel.

      Gruß

      Heiko

  4. Thomas sagt:

    Hallo,
    ich habe jetzt einmal eine ganz blöde Frage, beim Bankknecht benutzt du ja eine Flachrundschraube (Schlosserschraube) mit dem Drehknopf. Wie genau wird so eine Schraube befestigt, damit sie sich beim zuschrauben nicht mitdreht?

    Grüße aus Münster

    Thomas

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Thomas,

      die Schrauben haben am Schaftende einen Vierkant, der einfach ins Holz eingeschlagen wird. Das verhindert dann, dass die Schraube sich dreht.

      Gruß

      Heiko

  5. Werner Hauschild sagt:

    Man sollte erst „gockeln“ und dann schreiben.
    Grad ein paar Bilder gesehen, dass es offensichtlich so etwas schon gibt. Obwohl die scheinbar eine „Doppelnut“ benötigen.
    Jedenfalls habe ich aus deinem Video viele Anregungen mitgenommen. Danke

    Gruß

    Haui

  6. Werner Hauschild sagt:

    Hallo Heiko,

    hab mir grad mal dein Video zu den Spannhilfen angesehen. Super!
    Dabei kam mir die Idee, ob es nicht sinnvoll wäre, den Kniehebelspanner in einer angepassten Version für die T-Nut Leiste herzustellen. Hätte man die Vorteile von beidem Systemen in einem. Oder gibt es so etwas schon?

    Gruß

    Haui

  7. daniel sagt:

    Ich frag mal im baumarkt nach. Wobei das sperrholz das ich gesehen habe bei um die 10€/m und mdf bei 14€/m liegt. Bei dem geringen preisunterschied bietet sich vll auch komplett mdl an. Vorallem weil da der zuschnitt gleich gemacht wird… mal sehen.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      komplett MDF würde ich nicht machen, das kann man nicht stabil genug in den Kanten verschrauben.

      Heiko

  8. daniel sagt:

    Super. Das habe ich übersehen. Heute habe ich alle Baumärkte und Holzhändler abgeklappert, aber keiner hat seekiefer. Wäre aus deiner Sicht osb eine Alternative oder gibt es da nachteile?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Daniel,

      OSB würde ich nicht nehmen, das ist nicht stabil genug was das Schrauben in die Kanten angeht.

      Gruß

      Heiko

      • daniel sagt:

        Ok. Ich hatte es vermutlich etwas dicker mit 22mm versucht. Was gäbe es denn sonst als preisliche Alternative zur Seekiefer?
        Mir fehlt da echt die Erfahrung…

        Vielen dank für die Tipps.

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Daniel,

          preislich interessant ist noch „Bausperrholz“ oder „Industriesperrholz“. Da versteht aber jeder Holzhändler etwas anderes darunter. Im Prinzip kannst du jedes Sperrholz nehmen. Frag einfach mal beim Holzhändler nach dem günstigsten Sperrholz.

          Gruß

          Heiko

  9. daniel sagt:

    Darf man fragen ob der Plan der werkbank noch veröffentlicht wird. Hätte großes Interesse mir eine nachzubauen.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Daniel,

      der Plan ist lange schon verfügbar, schau einfach im verlinkten Werkbank-Artikel ganz unten, da findest du alles.

      Heiko

  10. Uwe sagt:

    Hallo Heiko
    Sehr schöne Helferlein stellst du hier vor, die Lust machen‘ Sie nachzubauen.
    Allerdings habe ich erst kürzlich eine Werkbank mit der ebenfalls von dir beschriebenen Frontleiste zum Zwingen mittels kleiner Schraubzwingen.
    Diese machen doch den Kniehebelspanner obsolet, oder ?
    Wenn ich es richtig sehe wegen sich vielleicht folgende Vor und Nachteile :

    Kniehebelspanner :
    + einfachere Konstruktion
    +günstiger
    +Leichter zu reinigen
    + Immer direkt Einsatzbereit

    Zwingenleiste :
    + Über gesamte Werbankbreite Nutzbar
    + Bei bündigem Einbau steht nur nichts vor
    – Schmutz kann sich innen Sammeln

    Was ich nicht weiß, ist,neue sich das mit der Stabilität verhaellt, wobei ich vermute, das eine Schraubzwinge besseren halt gibt, als es ein Kniehebelspanner tut.

    Wie ist deine Meinung dazu, und warum hast du deine Werkbank nicht mit einer solche Leiste versehen ?

    Gruß

    Uwe

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Uwe,

      der Kniehebelspanner hat den Zwingen gegenüber den Vorteil, dass er sich schneller und einfacher bedienen lässt, als eine Schraubzwinge. Dafür kann ich ihn nicht einfach verschieben.
      An der Werkbank habe ich keine T-Nut Leiste verbaut, weil ich die Bank so einfach wie möglich gestalten wollte. Eine solche Leiste hätte Vorteile, ganz klar. Die Bank ist aber auch so gestaltet, dass ich die Leiste durch einen Umbau der Frontschürze noch nachrüsten könnte. Bisher vermisse ich eine solche Leiste aber auch nicht. Allerdings habe ich auch noch einen MFT, der ja eine T-Nut Leiste umlaufend hat.

      Sicherlich hat alles Vor- und Nachteile und jeder muss für sich entscheiden, welche Lösung zur eigenen Arbeitsweise am besten passt. Für mich passt die Lösung mit der Lochreihe derzeit am besten.

      Gruß

      Heiko

  11. Joachim sagt:

    Hallo Heiko,

    sehr gute Idee. Danke!

    Dein Besen wird es Dir danken, wenn Du ihn anders herum hinstellst… ;o)

    Gruß
    Joachim

  12. Frank Richter sagt:

    Hallo Andi,

    ich habe vor kurzem auch zwei solche Kniehebelspanner angeschafft. Die Teile sind auch super für alle möglichen Hilfsvorrichtungen, z.B. beim Bohren von vielen gleichen Teilen am Bohrständer, für Frässchablonen und so weiter. Und durch die automatische Anpassung der Spanndicke sind sie immer schnell einsatzbereit, ohne langes einstellen.
    Ich habe damals Preise verglichen und konnte die Spanner recht günstig bei Voelkner erstehen, da der Preis mit etwa 17 Euro eh schon gut war und es dort regelmäßig Aktionen mit kostenlosem Versand und Gutscheincodes gibt.
    @Heiko: Ich hoffe, solche Tipps sind hier ok, ich habe natürlich nichts mit der Firma zu tun, wollte nur andere von meiner Preisrecherche profitieren lassen.

    Viele Grüße
    Frank

  13. Andi sagt:

    Hallo Heiko,

    ich glaubs nicht. Was würde die Welt eigentlich ohne Dich machen ? 🙂

    Dieser Bankhaken (Benchhook) in Verbindung mit dem Kniehebelspanner verbindet ein uraltes Traditionshilfsmittel mit dem 20 igsten Jahrhundert.

    Es wäre nett, wenn Du posten würdest, wo „Mann“ den Kniehebelspanner inkl. Besfestigungsplatte kaufen kann.

    Vielen Dank für Deine Mühe. Das Video ist spitze und macht mehr Lust auf Handwerkzeug. Wenn Du bloß nicht so weit weg wohnen würdest, wäre ich regelmäßiger Kursteilnehmer.

    Gruß Andi – Alwaysworkingman

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Andi,
      danke für das Lob:-)
      Die Kniehebelspanner bekommst du überall, wo es Werkzeuge von Bessey gibt.

      Die genaue Bezeichnung ist „Waagerechtspanner STC-HH“. Den gibt es auch mit anderen Grundplatten, dann kann man ihn auch anders anschrauben.

      Gruß

      Heiko

  14. Dominik sagt:

    Hallo Heiko,

    dein Bankhaken gefällt mir sehr! Ich hab auch noch ein älteres Holzstück übrig, an dem ich mal Schwalbenschwanzzinken ausprobiert habe. Nur die kleine Leiste muss noch aufgeleimt werden. Der Bankhaken sollte beim MFT ja auch funktionstüchtig sein.

    Schönen Gruß,
    Dominik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bild einfügen (Nur JPG Datei möglich)