Schrupphobel Holz vs. Metall

Schrupphobel - Holz vs. Metall - Beide Hobel

Schrupphobel – Holz vs. Metall

Ich arbeite sehr gerne mit Metallhobeln und hatte auch Versuche gemacht, meinen Juuma No.5 mit einem anders geschliffenen Hobeleisen zum Schruppen zu benutzen. Darüber habe ich auch einen Artikel geschrieben, in dem ich den Umbau beschrieben habe. Das funktioniert im Prinzip schon sehr gut, allerdings nutze ich diesen Hobel doch meist als Universalhobel, relativ fein eingestellt.Daher muss bei jedem Einsatz als Schrupphobel alles neu eingestellt werden. Vor allem die Einstellung des Frosches zum Schruppen und wieder zurück kostet doch viel Zeit.

Meine erste Überlegung war daher noch einen zweiten Hobel dieser Art anzuschaffen. Zuvor habe ich allerdings erst einmal einen vorhandenen Schrupphobel aus Holz wieder hergerichtet. Und das hat sich gelohnt. Denn seither nutze ich nur noch den hölzernen Schrupphobel.

Schrupphobel

Mein Schrupphobel ist ca. 60 Jahre alt

Er hat gegenüber dem No.5 mit rundem Eisen einige Vorteile:

  • Er gleitet besser
  • Er hat einen geringeren Schnittdruck durch das schmale Eisen
  • Er ist leicht
  • Er hat mich nichts gekostet

Der Schrupphobel ist somit der einzige Holzhobel, den ich regelmäßig benutze. Für alle anderen Arbeiten mag ich die Gusshobel lieber. Die bessere Einstellbarkeit ist beim Schrupphobel nicht relevant, da dieser nur grob eingestellt wird.

Für alle Leser, die nichts mit dem Begriff „Schrupphobel“ anfangen können, hier eine kurze Erklärung:

Anwendung eines Schrupphobels

Schrupphobel - Das Hobelbild

Das Hobelbild eines Schrupphobels

Der Schrupphobel ist dazu gedacht viel Holz auf einmal abzutragen und das möglichst schnell. Die Oberflächenqualität und Präzision tritt hierbei in den Hintergrund. Man kann mit einem Schrupphobel Längs zur Faser an Kanten arbeiten, zum Beispiel um ein Werkstück einige Zentimeter schmaler zu machen, oder aber auch schräg oder Quer auf der Fläche. Ganz schlecht eignet er sich um Flächen mit der Faser zu hobeln. Daher wird beim Abrichten von Flächen von Hand meist im Winkel von ca. 45° oder mehr, schräg bzw. Quer zur Faser gearbeitet.

Und das ist auch in meiner Werkstatt der Haupteinsatzbereich dieses Hobels: Viel Material beim Abrichten von Massivholz abtragen.

Besonderheiten des Schrupphobels

Schrupphobel -Das verrrundete Hobeleisen

Das verrrundete Hobeleisen

Die auffälligste Besonderheit eines Schrupphobels ist das sehr stark verrundete Hobeleisen. Es besitzt keinen Spanbrecher, da dieser für die grobe Arbeit nicht notwendig ist. Das runde Eisen hat den Vorteil, dass es sich damit sehr leicht hobelt und auch schräg oder quer zur Faser nur verhältnismäßig geringe Ausrisse entstehen. Die dabei entstehenden Späne sind sehr dick, was ein weit geöffnetes Hobelmaul erforderlich macht. Das ist auch der Grund dafür, dass ein Umbau eines regulären No.5 zum Schrupphobel auf Dauer keine Lösung für mich war. Denn das öffnen des Hobelmaules ist bei einem Metallhobel dieser Bauart nur durch zurückziehen des Sog. Frosches, also des Hobeleisenträgers möglich. Und auch dann ist das Hobelmaul immer noch recht eng.

Der Hölzerne Schrupphobel ist sehr schmal. Das Hobeleisen hat nur eine Breite von ca. 33mm. Dadurch ist der Widerstand beim Hobeln sehr gering. Das macht die Arbeit viel leichter.

Sollten Sie also einmal die Gelegenheit haben günstig an einen solchen Hobel heranzukommen, greifen Sie zu.

 

 

 

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13 Kommentare zu Schrupphobel Holz vs. Metall

  1. Norbert sagt:

    Ich bin zwar schon lange Rentner, aber das Arbeiten mit den Werkzeugen mit denen ich in der Lehre Arbeiten musste ist noch immer eine Freude.
    Ein Schrupphobel aus Eisen ist ein Unding.
    Ich benutze ihn noch immer wenn ich in meiner kleinen werkstatt aus rohem Holz etwas herstelle.
    Er ist kein Werkzeug um genau zu Arbeiten aber die grundlage eine Fläche zu ebnen.
    Die Sohle Einölen mit Firnisöl ,das Messer Schärfenund sauber halten und schon kann auch ein Laie gut damit Arbeiten.
    Mit einer Flex oder ähnlichem würde ich nie Holz bearbeiten

  2. Komihaxu sagt:

    Ich habe neulich ein sehr interessantes Experiment gemacht, von dem ich nie erwartet hätte, das es funktioniert:

    Ausgangsmaterial:
    Ein Hirnholz-Abschnitt von einem Eichen-Baumstamm, ca 70 cm im Durchmesser. 15 cm dick.
    Also ein riesen Brummer, den ich gerade so allein heben konnte.

    Das Teil sollte als Gartentischplatte genommen werden. Leider wurde mit der Motorsäge nicht sauber gearbeitet, es waren Unebenheiten von rund 1 cm in der Platte. Diese sollten abgerichtet werden.

    Dazu habe ich einen uralten Schrupphobel von meinem Opa hergenommen. Rund 20 mm breit, mit einem sehr stark verrundeten Eisen (noch deutlich mehr als im Bild von Heiko oben). Das Teil hinterließ Furchen mit über 3 mm Tiefe.
    Damit habe ich zunächst ziemlich planlos auf dem Hirnholz herumgeschruppt. Von allen Seiten, quer, diagonal – immer im Wechsel mal von hier, mal von da.

    Zwei Dinge haben mich erstaunt:
    1. Wie extrem viel Material mit diesem Hobel abzunehmen ist. Klar, man kommt ins Schwitzen. Aber man steht nach 30 Minuten halb knietief in Spänen.
    2. Es war abzusehen, dass das Holz fast von selbst immer planer wird. Ich hatte das vorher noch nie gemacht, aber irgendwie hat es (ohne Richtscheit, Leisten, o.ä.) fast von selbst hingehauen.
    Nach 1 Stunde war die riesen Fläche sehr zerfurcht, aber insgesamt plan.

    Dann habe ich auf einen 40mm Hobel mit großem Maul und einfachem Eisen gewechselt und die Furchen geglättet. Wieder kreuz und quer, aus allen Richtungen, frei Schnauze.
    Danach auf den No5. Juuma. Zunächst grob eingestellt, dann immer feiner werdend.

    Nach nur 1 1/2 Stunden hatte ich eine passabel gerade und feine Tischfläche. Hätte ich nicht erwartet…

  3. Hallo zusammen.

    Ich verfolge nun schon eine gaaanze Woche lang mit Interesse diesen Blog. Erst mal ein dickes Lob für das Machen überhaupt, und noch eins für die einleuchtende Argumentation. So verstehe auch ich als echter Holzfrischling das meiste auf Anhieb genau, und habe wohl begriffen, dass es hauptsächlich darum geht, überhaupt auf den Berg zu kommen, weniger um den Weg, den man dazu nimmt.

    So fange ich jetzt also mal an, jetzt aber richtig. Drum bekomme ich morgen ein Paket aus Berlin mit einem Hobel (Blogempfehlung), ein paar Stemmeisen, Wassersteine, und paar kleine Teile für den Hobel. Die motorischen Fähigkeiten, um ein Eisen zu schärfen und so, kann ich mir von Berufs wegen schon zusprechen, weil auch Metallbearbeitungs-Werkzeuge, zumal HSS & Co gerne mal ein Tänzchen mögen.

    Meine erste Aktion sollen dann ein paar Winkel mit Schwalbenschwanz und Zinken werden, und dann will ich versuchen aus Buchen-Brennholz Brettchen zu machen, natürlich von Hand, mit einem „tollen“ Hobel, den ich mal in einem Baumarkt für, heute weiss ichs, zu viel Geld gekauft habe. Den will ich zum Schrupphobel umhummeln. Die Anleitung dazu finde ich ja hier. Ich geh mal davon aus, dass er noch nicht ganz tot ist, ich hab ihn nämlich damals ausgepackt, „eingestellt“, zwei mal ins Holz gerammt, wieder eingepackt und gut versteckt, weils nicht ging. Ich hab meine Arbeit dann lieber mit der Flex und Fiberscheibe zuende gebracht. Als Maschinenbauer lag mir das besser. ;o)

    Ich halte es also durchaus für möglich, hier mal den einen oder anderen Nagel einzuschlagen.

    Wenn von A2, Kohlenstoff, oder VA die Rede ist, gehe ich mal davon aus, dass damit die Metall-Legierungen gemeint sind, und nicht eine Größe.

    Da hat man bekannterweise die Möglichkeit, das Vermögen des Eisens zu verändern. Mehr Kohlenstoff bringt mehr Härte, aber auch Sprödigkeit. Da muß man eben zum Schneiden die beste Waage finden. VA ist wieder zäher, aber verformt wieder, Chrom hilft gegen Rost, aber läßt wieder verspröden, Molybdän macht wieder Wärmebeständiger, braucht aber wieder andere Zuschläge, usw. . So kann man über den Werkzeugstahl lange orakeln, was die verschiedenen Hersteller den ja auch fleißig tun, und ihren Orakelspruch als den einzig wahren anpreisen.

    Und unsereins führt dann den Beweis: Es gibt kein Eutektikum (noch nicht).

    Viel Spaß euch allen

    Christian

  4. Ralf sagt:

    Hallo Heiko,

    Guter Tipp, er war in der Tat hohl. Hätte ich bei einem ECE nicht erwartet. Jetzt ist er plan, könnte noch was besser gehen, aber schon viel besser. Habe mir dann auch meinen Schrupphobel aus Holz geordert.

    Ich hätte aber noch eine andere Frage. Es gibt ja die Holz- und Eisenhobelfraktion mit den bekannten Vor- und Nachteilen (und Gewohnheiten). Worüber ich überhaupt nichts finde ist ein Vergleich der Hobeleisen von Clifton (Kohlenstoff), Veritas (A2) und Co. mit den hochlegierten Eisen von ECE oder Ulmia. Bekommt man ein ECE Eisen genau so scharf wie ein A2 oder Kohlenstoffeisen? Und wie ist die Schnitthaltigkeit? Für Beitel aus Japan und Kirschen gilt ja das gleiche. Der Preisunterschied bei den Hobeleisen ist ja gewaltig.

    Gruß Ralf

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ralf,

      bezüglich der unterschiedlichen Eisen fehlt mir der direkte Vergleich Vielleicht weiß aber jemand der hier liest mehr dazu.

      Gruß

      Heiko

  5. Ralf sagt:

    Hallo Heiko,

    ich benötige auch mal einen Schrupphobel. Ich wollte eigentlich ein 2. Eisen für meinen Clifton No.5 anschaffen. Das ist aber sehr teuer und ausserdem glaube ich dass mir die Umrüstung von fein auf Schruppen auf Dauer zu umständlich ist (Hobelmaul).
    Nun besitze ich noch den Small bevel up smoother von Veritas. Der Gedanke mag zwar etwas ungewöhnlich sein, aber ich habe die Idee diesen (auch) zum Schruppen zu nehmen. Ich habe noch ein 2. Eisen, kostet also nix, er ist schmal, stabil genug ist er auch und ich habe ihn sehr schnell von fein auf Schruppen umgerüstet, die Hobelmaulverstellung ist ja genial. Ich weiß wohl nicht ob das Hobelmaul weit genug zu öffnen ist, ob ein bevel up überhaupt dafür geeignet ist und wie ich das Eisen rund kriege. Habe da noch keine Erfahrung.
    Was meinst Du, könnte das gehen?

    Gruß Ralf.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ralf,

      du kannst es probieren, aber ich glaube der Hobel ist zum Schruppen nicht geeignet. Er wird zu klein und zierlich sein. Ich denke auch, dass das Hobelmaul zu klein ist. Das war einer der Gründe warum ich das Schruppen mit dem No.5 wieder aufgegeben habe.

      Du kannst ja mal das Eisen des Veritas über die Lateralverstellung bis zum Maximum schräg stellen. Dann das Eisen so einstellen, dass es an einer Seite stark hervorsteht und an der anderen überhaupt nicht vorsteht. Dann versuch mal damit zu schruppen. Das kommt zwar nicht ganz an ein rundes Eisen heran, vermittelt dir aber schon einen recht guten Eindruck, wie sich der Hobel als Schrupphobel verhalten würde.

      Gruß

      Heiko

      • Christoph Meyer sagt:

        Hallo Ralf,

        ich würde den feinen Putzhobel nicht als Schrupphobel verwenden. Das Eisen von Hand rund zu schleifen ist auch keine dankbare Arbeit.

        Den Empfehlungen hier kann ich mich nur anschließen, ein Holz-Schrupphobel ist die bessere Wahl. Meinen habe ich beim großen Auktionshaus sehr günstig bekommen. Das ist kein Hobel für’s Feine, da ist es nicht so wichtig das die Sohle plan ist und der Hobel gut gepflegt wurde.

        Grüße
        Christoph

        • Ralf sagt:

          Hallo Christoph,

          vielen Dank für Deine Mithilfe. Dann ich werde ich mich nochmal auf einen Holzhobel einlassen.

          Ich bin ja noch nicht so lange beim Holzwerken und das Hobeln war am Anfang frustig. Mittlerweile habe ich sowohl das Schärfen als auch das Einstellen eines Veritas soweit im Griff dass ich einen schönen gleichmäßig dünnen Span hobeln kann. Da bin ich auch ein bißchen stolz drauf. Da ich bis dato nur Leimholz verarbeite ist der Spaß natürlich nicht ganz so dolle, aber wenn ich denn mal Flächen hoble halten sich die Ausrisse im Rahmen.

          Weil ich den so schön finde habe ich mir auch den ECE Blockhobel besorgt. Ich schärfe und stelle ihn ein wie die anderen auch (das geht ja auch komfortabel), aber das funktioniert überhaupt nicht. Der hobelt entweder nichts oder bleibt bei jedem dritten Strich im Holz hängen und reisst mir das Holz aus. Hobeln kann man das nicht nennen, das ist eher Hacken. Ich weiß nicht woran das liegt. Wir beide können irgendwie nicht miteinander. Daher meine Aversion gegen Holzhobel. Schade weil von der Haptik finde ich die schöner.

          Gruß Ralf.

          • Heiko Rech sagt:

            Hallo Ralf,

            das hört sich so an, als wäre die Sohle deines ECE Hobels nicht plan, sondern hohl.

            Gruß

            Heiko

  6. Klaus sagt:

    Hallo Heiko!

    Tolle Seite, ich schau mir regelmäßig die neuen Einträge an.
    Mein Vater hat mir heute einen Schrupphobel aus Holz zukommen lassen, sieht auch recht alt aus.
    Kannst du mir sagen, wie man so einen Holzhobel am Besten „aufarbeitet, also reinigt und ansehnlich macht? Alle Oberflächen schleifen und ölen? Und: Wie schärft man so ein Eisen? Bin bisher blutiger Anfänger beim Holzwerken, daher die Fragen!
    Beste Grüße und weiter so!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      um den Hobel etwas aufzuhübschen reicht es ihn sauber zu machen, eventuell ein wenig zu schleifen und zu ölen, wenn kein Lack drauf ist. Das Eisen sollte geschärft werden, wobei keine Rasierschärfe notwendig ist. Eine möglichst plane Spiegelseite erleichtert das Schärfen. EIn Schrupphobel ist kein Präzisionsinstrument und muss nicht so fein bearbeitet sein, wie ein Putzhobel.

      Gruß

      Heiko

  7. Andreas Duhme sagt:

    Ich kann mich da nur anschließen. Abgesehen von einem kleinen Blockhobel (und einem etwas missratenem Putzhobel-Selbstbau) ist auch bei mir der Schrupphobel der einzige Holz-Hobel, den ich einsetze. Es geht unglaublich schnell, ordentlich Material abzutragen (und macht richtig Spaß). Bei mir ist es übrigens ein Erbstück meines Großonkels, das bei mir erst einmal über Jahre unbeachtet blieb, bis ich die Vorteile erkannt habe. der Flohmarktwert wäre keine zwei Euro, dennoch ist er unverzichtbar.

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