Preiswerte Lösung für Lochreihen und Topfbänder

Werkzeug für Lochreihen und Topfbänder - Einfache Werkzeuge

Werkzeug für Lochreihen und Topfbänder

Ob man nun ein Fan vom System 32 ist, oder nur gelegentlich Lochreihen bohrt und Topfbänder verwendet, ohne Vorrichtungen ist beides ein schwieriges Unterfangen. Lochreihensysteme gibt es einige, so zum Beispiel das LR32 von Festool, das ich auch schon sehr detailliert vorgestellt habe. Natürlich kann man auch eine entsprechende Vorrichtung selbst bauen, wie es in diesem Gastbeitrag beschrieben ist.

Für Gelegenheitsanwender möchte ich in diesem Beitrag eine Kombination aus drei Komponenten vorstellen, mit der sie sehr einfach Lochreihen bohren, Dübelverbindungen herstellen und Topfbandbohrungen genau positionieren können. Und das zu einem wirklich günstigen Preis. Und das Schöne daran ist, dass alle drei Komponenten noch weitere Anwendungen erlauben.

Zunächst werde ich Ihnen die drei einzelnen Komponenten vorstellen, dann das Zusammenspiel der drei und zum Schluss noch einige Zusatzanwendungen.

Der richtige Bohrer sorgt für ausrissfreie Löcher

Der richtige Bohrer sorgt für ausrissfreie Löcher

Wenn Sie so wollen das Kernstück, bildet die Dübelleiste der Firma Wolfcraft. Mit Ihr werden die Lochreihen erstellt. Das ist sehr einfach und geschieht mit einer Bohrmaschine und einem 5mm Bohrer ohne Zentrierspitze und Vorschneider, also ein handelsüblicher Metallbohrer. In HSS-G Ausführung hinterlässt dieser sehr saubere Bohrungen auch bei schwierigen Materialien. Der Trick besteht darin, die Bohrmaschine erst auf volle Drehzahl laufen zu lassen und dann erst den Bohrer ins Werkstück eintauchen zu lassen. Setzt man den Bohrer auf das Werkstück und schaltet dann erst die Maschine ein, kann es zu Ausrissen kommen. Der Abstand der abgeflachten Vorderkante zum Mittelpunkt der Bohrungen beträgt 37mm. Also der übliche Abstand der Lochreihe von der Korpuskante, wenn man die Bohrungen nicht nur für Bodenträger, sondern auch zur Montage von Beschlägen nutzen möchte. Die Dübelleiste wird beim Bohren von Lochreihen einfach bündig mit der Korpuskante befestigt.

Wolfcraft Lochreihenschablone im Einsatz

Wolfcraft Lochreihenschablone

Mit speziellen Anschlägen an der Unterseite bestückt, kann die Dübelleiste auch in fest definierten Abständen an der Unter- oder Oberkante der Schrankseite angelegt werden. Um längere Lochreihen zu bohren steckt man einen weiteren 5mm Bohrer durch die Bohrhülse in das zuletzt gebohrte Loch und fixiert die Leiste wieder gut.

Machen Sie sich bei der Anwendung das Leben leichter, indem Sie von Links nach Rechts arbeiten. Arbeiten Sie in die andere Richtung, setzt sich das Bohrmehl so in der Schablone ab, dass es beim Einrasten des Bolzens stört. Das feste Anziehen der Bohrhülse mit der Überwurfmutter ist beim Bohren von Lochreihen nicht notwendig. Die Aufgebrachten Zahlen auf der Schablone erleichtern dem Benutzer sich zu merken, oder zu markieren, wo gebohrt werden soll.

Ein selbstgemachter Tiefenstopp

Ein selbstgemachter Tiefenstopp

Die mitgelieferten Tiefenstopps taugen allerdings nicht viel. Es gibt im Fachhandel welche, die ein wenig besser funktionieren, aber so ganz überzeugt hat mich bisher keiner. Einfacher, günstiger und sicherer ist ein Holzklötzchen, das einfach durchbohrt wird.

Die Bedienung dieser Dübelleiste zum Bohren von Lochreihen ist unter Beachtung dieser kleinen Tricks sehr einfach und man kann auch nachträglich in bereits vorhandenen Schränken Lochreihen bohren.

Hettich Multiblue im Einsatz

Hettich Multiblue im Einsatz

Wenn nun die Lochreihe fertig ist und es an das Einbohren der Topfbänder an den Türen geht, kommt die zweite Komponente ins Spiel. Sie nennt sich „Multiblue“ und ist von Hettich. Ein unscheinbares blaues Plastikteil mit Markierungen, einigen Stiften und Bohrungen. Diese Schablone kann in die Lochreihe eingesteckt werden, die Tür wird einfach angelegt und man kann die genaue Position der Topfbänder markieren. Der Steg an der Schablone hält hierbei den passenden Abstand zwischen Schrankseite und Türkante. Haben Sie keine Lochreihe in Ihrer Schrankseite, kann man mit der Multiblue auch die Bohrungen zur Befestigung der Montageplatten vorkörnen. Dazu nutzt man die andere Seite der Multiblue. Man  Bohrt die beiden 5mm Löcher im Abstand von 32mm und kann nun die Multiblue wie bei der Lochreihe einstecken.

Wenn Sie die Multiblue nur gelegentlich und auch nur für das Bohren von Topfbändern nutzen, markieren Sie sich die wichtigen Bohrpunkte auf der Schablone mit einem wasserfesten Stift. Da die Hettich Schablone nur wenige Euro kostet, sollten Sie mindestens zwei, besser drei kaufen.

Bohrschablone Hettich Multiblue

Bohrschablone Hettich Multiblue

Das schon mehrmals erwähnte Ankörnen der Bohrlöcher ist je nach Material nicht ganz einfach. Wesentlich erleichtert wird dieser Vorgang mit einem Zentrierbohrer. Ein solcher Bohrer ist eine sehr sinnvolle Anschaffung.

Der Zentrierbohrer, ein toller Helfer beim Befestigen von Beschlägen

Der Zentrierbohrer, ein toller Helfer beim Befestigen von Beschlägen

Er ist an seinem Ende so geformt, dass er in angesenkte Bohrungen passt. Also zum Beispiel in die Löcher, durch die Topfbänder und viele andere Beschläge befestigt werden. Oder eben auch in die Bohrungen der Multiblue. Dadurch positioniert sich dieser Bohrer immer automatisch genau in der Mitte dieser Löcher. Eine enorme Hilfe bei jeder Beschlag- Befestigung.

Die Bohrtiefe kann beliebig eingestellt werden und die Bohrer sind in verschiedenen Durchmessern erhältlich (siehe Links am Ende des Artikels). Ist ein Bohrer Stumpf oder bricht ab, kann er einzeln ersetzt werden. Wenn Sie erst einmal einen solchen Zentrierbohrer haben, werden Sie sich fragen wie Sie bisher ohne ausgekommen sind.

Bohren von Topfbändern per Augenmaß

Bohren von Topfbändern per Augenmaß

Das Bohren der Topfbänder ist kein schwieriges Unterfangen. Ein Akkuschrauber/ Bohrmaschine und ein 35mm Bohrer sind dafür notwendig. Wenn die Bohrung nicht 100%ig rechtwinklig in die Türfläche eingebracht wird, ist das nicht so dramatisch. Die richtige Tiefe zu finden ist auch nicht schwer, wenn man sich an der Höhe des Bohrers orientiert. Viele Kunstbohrer sind ca. 10-12mm hoch. Die meisten Topfbänder benötigen eine Bohrtiefe von 11-12mm. Man kann also die Tiefe nach Augenmaß bohren, solange die Materialstärke nicht zu knapp bemessen wurde. Für Topfbänder sollte man eine Materialstärke von mindestens 17mm haben.

Eine Lochreihe mit Topfbändern und Bodenträgern

Eine Lochreihe mit Topfbändern und Bodenträgern

Ist die Bohrung nicht genau an dem Punkt, an dem sie sein sollte ist das auch kein Beinbruch. Topfbänder können in alle Richtungen verstellt werden und kleine Toleranzen sind daher kein Problem.

Es bedarf also keiner Hig-End Ausrüstung, wenn man Lochreihen bohren und Topfbänder einsetzen will.

Das schöne an den drei hier vorgestellten Hilfsmitteln ist , dass sie alle noch einen Mehrwert bieten. Die Dübelleiste kann zum Erstellen von Dübelverbindungen genutzt werden. Spannt man das Werkstück und  die Schablone gut fest und verwendet man scharfe Metallbohrer (keine Dübelbohrer) werden die Verbindungen sehr genau. Allerdings dauert es relativ lange. Zumindest länger als eine Verbindung mit einer Flachdübelfräse, oder Dominofräse herzustellen.

Zentrierbohrer beim Vorbohren der Topfscharniere

Zentrierbohrer beim Vorbohren der Topfscharniere

Den Zentrierbohrer werden Sie sicherlich für viele Bohrungen einsetzen, wenn Sie ihn erst einmal haben. Egal ob Schubladenführung, Lappenscharnier oder Topfband.

Mit der Hettich Multiblue kann man neben verschiedenen Topfbändern auch einige Verbindungsbeschläge ankörnen. Zugegeben, das ist nur ein Notbehelf und schon recht umständlich, aber es ist gut zu wissen, dass man es könnte.

Mit den hier vorgestellten drei Werkzeugen, Dübelleiste, Multiblue und Zentrierbohrer hat man alles, was man für Lochreihen und Topfbandbohrungen benötigt.

Sie können diese Werkzeuge  über meinen aStore (Shop bei Amazon) beziehen und damit diesen Blog unterstützen. Weitere Infos zum Shop finden Sie hier: Wissenswertes zum Holzwerkershop von Heiko Rech. Klicken Sie einfach auf das Banner und Sie gelangen direkt zum Produkt im Shop.

 

Links:

Video zur Anwendung der Hettich Multiblue

Video zur Anwendung der Wolfcraft Dübelleiste

Zentrierbohrer

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48 Kommentare zu Preiswerte Lösung für Lochreihen und Topfbänder

  1. Lars sagt:

    Hallo Heiko,

    mich würde interessieren welchen Zentrierbohrer du empfehlen kannst. Ich hatte mal den von Famag in der Hand. Der hakte jedoch ziemlich. Welchen benutzt du?
    Du hattest in einem anderen Artikel auch einen Tiefenanschlag erwähnt. Ich konnte an dem von Famag nicht erkennen, wie ich diesen einstelle. Macht man das über die Madenschraube, indem ich den Bohrer vorziehe?

    Gruße Lars

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Lars,

      ich habe welche von Trend, mit denen bin ich sehr zufrieden. Die Tiefe wird mittels Lösen einer Schraube und dem Verschieben der Teile eingestellt. Wie das beim Famag ist weiß ich nicht.

      Gruß

      Heiko

  2. Ralf sagt:

    Hallo Heiko,

    ich würde gern für ein Kleinmöbel die Hettich Multiblue zur Markierung und zum Bohren der Löcher für die Montageplatte und der Topfscharniere verwenden.
    Die Anwendung für einen vorliegenden Anschlag ist mit verständlich. Mein Möbelstück soll aber eine Tür mit innnenliegendem Anschlag erhalten. Wie gehe ich dabei vor bzw. wo lege ich die Tür an ?

    Viele Grüße
    Ralf

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ralf,

      bei Scharnieren für einschlagende Türen werden die Bohrungen im Abstand von 37mm + Materialstärke der Tür gemacht. Da funktioniert die Hettich Schablone nicht. Zumindest ist mir keine Methode bekannt die Bohrpunkte damit anzuzeichnen. Wenn du es einfach haben möchtest, kannst du erst die Scharniere in die Türen setzen und die Montageplatten an die Scharniere stecken/ schrauben. Dann positionierst du dir Tür im Korpus, wie sie später im geschlossen Zustand sein soll. Nun brauchst du nur noch mit einem Zentrierbohrer in die Befestigungslöcher der Montageplatte zu bohren.

      Gruß

      Heiko

      • Ralf sagt:

        Hallo Heike,

        da der Korpus bereits geschlossen ist, habe ich keine Möglichkeit andersherum vorzugehen und zuerst die Topflöcher und dann die Löcher für die Montageplatte
        zu bohren.
        Aber ich kann die Topflöcher ja auch so bohren wenn ich korpus- und türseitig die Höhen festgelegt habe.

        Die 37mm + Materialstärke (18mm) stellen die Entfernung von der Außenkante Tür bis Lochmitte dar ?

        Vielen Danke für Deine Hilfe.

        Gruß
        Ralf

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Ralf,

          ja, üblicherweise sind die 37mm + Materialstärke die Mitte der Bohrungen. Prüf das aber sicherheitshalber noch einmal nach. Nicht dass du zufällig Scharniere hast, bei denen das ncht der Fall ist.

          Gruß

          Heiko

  3. Oliver sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe mir auch die Dübelleiste von Wolfcraft zugelegt.
    Nach dem Zusammenbau bin ich aber doch ein wenig enttäuscht, bzw. frage mich, ob dass denn so richtig ist. Der Bohrschlitten läuft etwas schwer in der Schiene und auch der Rastbolzen springt nicht richtig in die Rastung, sondern muss vielmehr in das Loch gedrückt werden. Sieht so aus, als wenn das Loch im Bohrschlitten nicht mit den Löchern in der Schiene fluchtet.
    Ist das bei Dir auch so?

    Viele Grüße
    Oliver

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Oliver,
      bei meiner ist das nicht so. Ich habe noch eine nagelneue Dübelleicte, die ist noch nicht einmal ausgepackt. Ich kann es gerne mal an dieser testen. Meine Vermutung ist aber, dass du die Mutter auf der Bohrhülse zu fest angezogen hast.

      Gruß

      Heiko

      • Oliver sagt:

        Hallo Heiko,

        ich hatte jetzt Kontakt zum Wolfcraft Service. Die haben mir einen neuen Bohrschlitten und neue Bohrhülsen zugechickt. Jetzt geht es viel besser!
        Erste Flächenverbindungen habe ich bereits gemacht. Der Grund für die dabei aufgetretenen Ungenauigkeiten stand wohl eher vor der Schiene….

        VG
        Oliver

  4. Rupert sagt:

    Hallo Heiko

    Ich Habe die Dübelleiste von Wolfcraft und ich wollte dich fragen wie sie verlängere wenn meine Haupt länger ist 2,80 lang !!! Für die oberfräse habe ich nichts !!! Deswegen wollte ich dich fragen ob du eine rat hast wie man das genau hinbekommt ???

    Danke gruß Rupert

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rupert,

      leider kann ich deine Frage nicht wirklich verstehen. Kannst du sie bitte ein wenig deutlicher formulieren?

      Gruß

      Heiko

  5. Günter sagt:

    Hallo Heiko,
    ich möchte in nur 16mm dickem Sperrholz Topfbänder einbauen, mit meinem
    35mm Topfbohrer stoße ich bei Bohrversuchen bei einer Bohrtiefe von 12mm mit der Zentrierspitze durch das Furnier.
    Mit welchem Bohrer hätte ich bessere Ergebnisse zu erwarten ???

    Günter

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Günter,

      dafür würde ich einen Fräser nehmen und keinen Bohrer, Dazu benötigt man dann allerdings eine Frässchablone, die man sich aber leicht selbst herstellen kann.

      Gruß

      Heiko

      • Günter sagt:

        Hallo Heiko,
        danke für Deine Rückmeldung.
        Leider ist die Holzmaterialstärke in meinem Reisemobil
        nur 16mm und ich möchte die nicht einstellbaren Scharniere gegen Topfscharniere auswechseln.
        Eine Frässchablone anzufertigen währe nicht das Problem
        aber wie sieht ein passender Fräser aus, und kann ich den
        mit einer Ständerbohrmaschiene betreiben ?

        Gruß
        Günter

        • Günter sagt:

          Hallo Heiko,
          auf der Suche nach einem Fräser bin ich auf einen
          ,,Kunstbohrer 35mm “ gestoßen. Ist bei diesen
          Bohrern die Zentrierspitze nicht so stark vorstehend wie bei einem Forstnerbohrer ?
          Mittels einer Bohr-Schablone den Kunstbohrer
          an zu setzten um ein ausbrechen zu vermeiden,
          währe das denkbar ?

          Gruß
          Günter

          • Heiko Rech sagt:

            Hallo Günter,

            Ob Kunstborer oder Forstnerbohrer ist bei deinem Problem erst einmal egal. Es kommt auf die Länge der Zentrierspitze an. Die sind bei den mir bekannten Kunstbohrern in der Tat meist kürzer, als bei Forstnerbohrern. Verlassen würde ich mich darauf aber nicht. Eventuell gibt dir ja der Hersteller oder Verkäufer der Bohrer vor dem Kauf die Info, wie weit die Spitze über die Schneide übersteht. Notfalls könnte man natürlich die Spitze auch ein wenig kürzer schleifen. Kunstbohrer sollten nur in Ständerbohrmaschinen betrieben werden und nicht frei Hand. Dann benötigst du auch keine Schablone.

            Gruß

            Heiko

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Günter,

          zum Fräsen brauchst du einen Nutfräser mit Grundschneide. Entweder einen mit obenliegendem Anlaufring, oder du nimmst einen Fräser ohne Anlaufring in Kombination mit einem Kopierring. Beides wird nicht in einem Bohrständer betrieben, sondern in einer Oberfräse.

          Gruß

          Heiko

  6. Lukas sagt:

    Hallo Heiko,

    ich hätte da eine Frage zur Montage von Schranktüren generell.

    Im vorliegenden Fall geht es um den Zuschnitt und die Montage der Türe von einem Korpus.

    Von welchen Faktoren hängt es ab wie viele Millimeter die Türe in Höhe und Breite kleiner sein muss als der Korpus? Muss diese überhaupt kleiner sein?

    Was ist diesbezüglich bei der Auswahl der Topfbändern zu beachten bzw. auch bei der Arbeit mit der Multiblue-Schablone?

    Danke an dieser Stelle für diesen hochwertigen Blog!

    Lukas

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Lukas,

      die Spaltmaße richten sich nach dem verwendeten Scharnier und den Materialstärken von Seitenwand und Tür. Weicht man von den üblichen 18 – 20mm MAterialstärken ab, muss man schon ein wenig aufpassen. Die Beschlaghersteller haben aber auf ihren Internetseiten und Katalogen in der Regel sehr gute Informationen und Zeichnungen. Da kannst du alle Maße ablesen und auch das Borbild der Scharniere mit der Multiblue vergleichen.

      Gruß

      Heiko

  7. Stefan sagt:

    Zentrierbohrer kannte ich bisher noch gar nicht -guter Tipp, danke!
    Aber ich bin absoluter Fan der Dübelleiste! So universell verwendbar sind die teuren Profi-Tools nicht. Und genauer wird es mit den Varianten, die ebenfalls mit einer Bohrmaschine zu verwenden sind, auch nicht. Dieses preiswerte Wolfcraft-Teil ist erstaunlich präzise und ermöglicht auch sehr zügiges Arbeiten.
    An dieser Stelle will ich nur dringend einen Tipp loswerden:
    Zumindest bei dem Schlitten meiner Dübelleiste ist der Abstand zwischen Rastdorn und Bohrbuchse nicht exakt 32mm. Wenn ich also in Loch 4 bohren will, macht es einen Unterschied, ob der Rastdorn in Loch 3 oder in Loch 5 steckt.
    Man muss den Schlitten deshalb immer von der selben Seite des späteren Objekts her einführen, also z.B. für Lochreihen immer von oben oder für Dübellöcher immer von hinten.
    Insb. beim Dübeln bedeutet das, dass der Schlitten nach dem Bohren der einen Seite andersrum in die Leiste eingeführt werden muss, um die Löcher im Gegenstück zu setzen, da die Anschlagwinkel ja immer an der Kante anliegen müssen, die nachher mit dem Gegenstück bündig abschließen soll (will sagen: wenn Loch 1 bei der Seitenwand vorne ist, ist es beim Boden zwangsläufig hinten).

    Das muss natürlich nicht bei allen Exemplaren so sein, der Schlitten ist schließlich ein Kunststoffspritzguss-Teil -aber man sollte das testen, bevor man einen ärgerlichen Versatz zwischen z.B. Seitenteilen und Boden hat.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Stefan,

      ich habe bisher noch nicht bewußt darauf geachtet. Bisher hat bei mir aber auch alles gepasst. Vermutlich, weil ich die Leiste in der Regel für Lochreihen einsetze, wo eine kleine Differenz nicht so sehr ins Gewicht fällt. Wieviel beträgt denn bei dir der Versatz?

      Gruß

      Heiko

  8. Dodger sagt:

    Hallo Heiko,

    was du im Zusammenhang mit dem Ausreißen der Bohrlöcher besc hreibst, kennen wir nur allzu gut. Mein Chef (Meister) ist noch einer von der alten Garde und kennt so ziemlich alle Tricks aber selbst er verzweifelt an den Ausrissen beim Bohren des 32 Systems. Ich habe daher deinen Tipp mit großem Interesse gelesen aber ein Gedanke kommt mir dabei doch, nämlich das Eintauchen bei voller Drehzahl in die Bohrschablone auch zuverlässig zu treffen. Die Bohrschablonen die wir benutzen sind aus Kunststoff und müssen auf einer Führungsschiene aneinander gereiht mit Flügelschrauben fixiert werden. Die Ausführliche Beschreibung nur desshalb, damit du dir vorstellen kannst mit welchem Modell wir arbeiten. Wir bohren die Löcher also per Hand ein und man hält die Bohrmaschine nie 100% senkrecht ohne dabei zu wackeln, zudem noch wenn sie auf vollen Touren läuft. Die Gefahrzu verrutschen und mehr auf das Kunstoff abzudriften und die Schablone zeitnah zu zerhechseln ist doch recht hoch oder was meinst du? Ich werde es aber gerne mal ausprobieren.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      ich würde deinem Chef dazu raten, mal in eine neue Schablone zu investieren. SOgar die günstige Wolfcraft Schablone hat Bohrbuchsen aus Stahl. Im gewerblichen BEreich hat sich eine schablone für die Oberfräse aber auch schnell gelohnt. Sowas kann man auch selbst machen.

      Gruß

      Heiko

      • Stefan sagt:

        Ich glaube der Dodger hat das mit dem Eintauchen unter Drehzahl falsch verstanden.
        Der Beschreibung nach verwendet er die Hettich Exakta, die in ihren Kunststoff-Bohrkörpern durchaus Bohrbuchsen aus Metall hat, aber er hat Dich wohl so verstanden, dass man den Bohrer mit voller Drehzahl in die Bohrschablone einführen soll, wobei man eben auch komplett daneben trefen kann.
        Natürlich sollte der Bohrer schon in der Buchse stecken, bevor man ihn auf Drehzahl bringt, aber eben noch nicht am Holz anliegen. Vorteil Wolfcraft: hier kann man die Bohrerspitze (fast) komplett durch die (lange) Buchse führen, weil diese einen kleinen Abstand zum Werkstück hat. Die Exakta habe ich bisher nur auf Bildern gesehen, aber deren Bohrbuchsen scheinen recht kurz zu sein und liegen auf dem Werkstück auf -da könnte die Verwendung von Metallbohrer zu einem erhöhten Verschließ der Buchsen führen.

  9. Joachim Lützenkirchen sagt:

    Hallo Heiko,

    gibt es Topfbänder für aufliegende Türen, bei denen eine geöffnete Tür nicht in den Korpus hineinreicht, sondern sich die Tür im geöffneten Zustand in Flucht mit der Korpusinnenseite befindet ?

    Danke und Gruß

    Joachim

  10. Rupert sagt:

    Hallo Heiko

    Du ich habe da mal eine fragen kann man sich so eine leiste auch selberbauen ????
    Wie weit muss der abstand von der kante bis zum ersten loch mitte sein ???

    Danke Rupert

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rupert,

      Das Internet ist voll von bauanleitungen für Lochreihenschablonen. Aber die sind meist für die Oberfräse. Die Wolfcraft Schablone ist aber wirklich nicht teuer, so dass ein Selbstbau eigentlich nicht lohnt. einen Festen Abstand brauchst du nur für die Befestigung von Topfbändern. Dann sind es in der regel 37mm. Aber Achtung: Keine Regel ohne Ausnahme. Es gibt einige wenige Bänder beziehungsweise Anschlagsituationen mit anderem Bohrabstand. Also im Zweifel und bei Bändern die man das erste Mal verarbeitet vorher prüfen!

      Gruß

      Heiko

  11. Sebastian sagt:

    Hi Heiko,

    vielen Dank für deinen sehr informativen Bericht.

    Möchte bald ein paar Schränke und Regale bauen und da sind deine Tipps gold wert.

    Viele Grüße
    Sebastian

  12. Björn sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe mir bei Ebay in einem Shop von einem deutschen Tischler eine Bohrschablone für Lochreihen gekauft. Es sind sogar zwei, eine kurze und eine lange. Ich habe jetzt mit der gearbeitet und Lochreihen in meine neuen Werkstattschränke gebohrt und muss sagen dass es wirklich super mit dem Teil funktioniert. Ich bin mit der Schablone sehr zufrieden und ca. 45€ inkl Versand finde ich auch preislich sehr gut.

    Gruß

    Björn

  13. Hallo Heiko,
    vielen Dank für den interessanten Artikel und wieder was gelernt. WAs mich wirklich erstaunt ist der Metallbohrer anstelle eines Holzbohrers. Ich selbst bin immer noch auf der Suche nach der idealen ausrissfreien Lochreihe, habe sie aber noch nicht gefunden. Die Wolfcraft Dübelleiste hab ich schon, die verrichtet wirklich gute Arbeit. Dann hab ich mir extra gute Holzbohrer mit Zentrierspitze und Vorritzer gekauft. Das ging dann shcon ganz gut, aber immer noch mit Ausrissen. Da ich immer mit einem Akkuschrauber bohre, hat mich jetzz Michael (Hild) eines besseren belehrt, das Ganz doch mit Bohrmaschine zu versuchen, Das ging dann jetzt auch schon besser. Und jetzt dein Tipp mit den Metallbohrern. Den werde ich gleich mal ausprobieren, logisch ist es ja irgendwie schon.
    Danke und Gruß
    Martin

  14. Dominik sagt:

    Hallo Heiko,

    mal wieder ein sehr interessanter Artikel! Einiges war mir bisher noch nicht so klar, auch wenn ich die Dübelleiste und Multiblue schon selber verwendet habe. Was man v.a. mit der Multiblue machen kann überrascht mich positiv.

    Vielen Dank für all deine Arbeit an deinem Blog und deine qualitativ hochwertigen und sehr informativen Berichte.

    Schönen Gruß und schöne Weihnachten!
    Dominik

  15. Tim sagt:

    Hallo Heiko,

    Sehr interessanter Beitrag zum Thema Lochreihen und Beschläge, mich würde nur noch interessieren, wo man die Schablone Multiblue und Hettich-Scharniere bestellen kann.

  16. Klaus sagt:

    Die Lochreihen Schablone von Wolfcraft steht schon lange bei mir auf der Liste und wird wohl auch die nächste Anschaffung werden. Danke für deinen sehr schönen Test

  17. Gustav sagt:

    Hallo Heiko
    Habe für Lochreihen die Aluleiste von Hettich. Geht sehr gut damit. Danke für die Vorstellung. Hätte eine Frage zum Ölen:
    Baue gerade ein Bett aus Weymouth-Kiefer. Richt wunderbar aber wie Ölen.
    Da das Holz sehr weich ist.
    Gruß
    Gustav aus Ansfelden

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Gustav,

      diese Kiefernart habe ich noch nicht verarbeitet, aber schon einiges an einheimischer und skandinavischer Kiefer. Diese leißen sich völlig Problemlos mit allen möglichen Ölen behandeln. Wenn du ein Öl auf Leinölbasis nimmst, bekommst du eine sehr schöne Farbe.

      Ich würde an deiner Stelle einfach mal ein Reststück mit einem Öl behandeln, dass du sonst auch für andere Hölzer verwendest.

      Gruß

      Heiko

  18. Waldemar Dorn sagt:

    Hallo,

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Wirklich gut gelungen.

    Mich hätte noch interessiert wie die relativ simple Lochreihen Schablone von KREG abschneidet. Ist, wie ich finde, für den Gelegenheitsnutzer ebenfalls Nennenswert.

    Vielleicht folgen ja noch weitere solcher Tests.

    Gruß

  19. Harald sagt:

    Hallo Heiko,

    Ganz kurz. Sehr interessanter Artikel! Danke.

    Mit den besten Grüßen
    Harald

  20. Dirk_W sagt:

    Hallo Heiko,

    kannst Du bitte ein Wort dazu sagen welche(n) Zentrierbohrer (Durchmesser von 2 mm bis 5 mm) man üblicherweise benötigt.

    Gruß

    Dirk

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Dirk,

      ich habe einen mit 2,75mm Durchmesser und einen mit 5mm. Den 5mm braucht man eigentlich nur, wenn man mit Euroschrauben arbeitet. der 2,75er passt, wenn man nicht zu tief vorbohrt zu Schrauben von 3,5 – 4mm Durchmesser. Wenn du eher viele dünne Schrauben für kleine Beschläge verwendest, kannst du auch einen 2mm Bohrer nehmen.

      Ich würde dir für den Anfang zu einem 2,75mm Bohrer raten.

      Gruß

      Heiko

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