Lowboard (Hifimöbel) – Teil 2 (mit Video)

Lowboard (Hifimöbel) aus Eiche - Zuschnitt der Korpusteile

Zuschnitt der Korpusteile

Der Zuschnitt der großen Leimholzplatten ist nicht ganz ohne. Im ersten Schritt wurden die Platten erst einmal in handlichere Stücke zerteilt. Das ist am einfachsten mit einer Handkreissäge und einer Führungsschiene zu bewerkstelligen. Dabei entsteht sozusagen als Abfallprodukt gleich auch eine gerade Kante.

Meine Tischkreissäge (Mafell Erika 85) muss ich für die nun folgenden Längsschnitte um 90° drehen. Der Festool MFT/3 mit angekoppeltem CMS Modul bildet die Tischverlängerung. Vor der Tischkreissäge liegen die langen Plattenstreifen auf einem passend eingestellten Rollenbock auf. So kann ich problemlos auch sehr lange Platten in Längsrichtung schneiden. Alleine, ohne Helfer.

Lowboard (Hifimöbel) aus Eiche - Kanten hobeln

Hobeln der Kanten

Alle Kanten wurden nach dem Zuschnitt mit dem Handhobel geglättet. Das geht schnell und man läuft nicht Gefahr die Kanten ungewollt zu verrunden.

Zum Einsatz kommt hierbei ein Juuma No.5, neben dem Blockhobel mein meistgenutzter Handhobel.

Mit einem scharfen Hobeleisen und geringer Spanabnahme verschwinden die Sägemarken binnen weniger Hobelzüge. Wer da noch zur Schleifmaschine greift ist selbst schuld.

Die Flächen werden jedoch geschliffen. Das geschieht bereits vor dem Ablängen der Einzelteile. Da einige Teile auf Gehrung verbunden werden, macht der frühe Schliff Sinn. Man muss später nicht an den auf 45° geschnittenen Korpusteilen schleifen, wobei man die gute Passung der Eckverbindung verschlechtern könnte.

Das Ablängen der über zwei Meter langen Werkstücke erfordert ein wenig Übung und ein paar Hilfsmittel. Da der Schiebetisch meiner Säge nicht für solche Lasten ausgelegt ist, muss das Gewicht abgefangen werden. Das erledigt ein Klappbock, der die gleiche Höhe hat, wie der Sägetisch.

Lowboard (Hifimöbel) aus Eiche - Ablängen der Korpusteile

Ablängen der Korpusteile

Beim Schneiden muss der ausgeübte Druck direkt auf dem Führungsholm erfolgen. Eine Einhandzwinge sichert das Werkstück. So gelingen auch auf einer Montagesäge solche Schnitte.

Lowboard (Hifimöbel) aus Eiche - Fräsen der Verbindungen

Fräsen der Verbindungen

Bis auf einige Ausnahmen werden die Eckverbidungen mittels Clamex Verbindern realisiert. Das erleichtert das Verleimen der Gehrungen enorm. Mit je drei Verbindern pro Ecke werden die Gehrungen absolut dich, ohne dass auch nur eine Schraubzwinge benötigt. wird. Wer schon einmal mit Schraubzwingen über zwei Metern hantiert hat, weiß, dass dies eine recht heikle Angelegenheit ist. Dann noch Auf Gehrung verleimt, nein danke. Da lobe ich mir die Clamex Verbinder. Die notwendigen 6mm Bohrungen werden später nicht zu sehen sein.

Dieses Video zeigt die Anwendung der Lamello Clamex

Lowboard (Hifimöbel) aus Eiche - Falz fräsen

Falz fräsen

Die Rückwand wird in einen Falz eingelegt. Dieser Falz ist an den Seitenteilen nicht durchgehend, da der untere Teil des Korpus hinten offen bleibt. Das Fräsen dieses Falzes war der erste Einsatz meiner großen Oberfräse, einer Trend T11. Der 14mm Tiefe und 10mm breite Falz stellte für die 2000Watt starke Maschine keine nennenswerte Herausforderung dar.

Allerdings störte mich die nicht gut funktionierende Absaugung noch ein wenig. Das große Späeneaufkommen muss mit einer seitlichen Absaugung am Parallelanschlag abgesaugt werden, welche ich noch nachrüsten muss. Auch die Kopierringaufnahme ist der Absaugung etwas im Weg. Diese werde ich wieder demontieren und nur bei Bedarf einsetzen. Ansonsten macht diese schwere Fräse richtig Laune und ist trotz des hohen Gewichtes sehr gut zu handhaben.

In diesem Video habe ich die interessantesten Szenen dieser Arbeitschritte festgehalten:

Und so sieht der zusammengesteckte, aber noch nicht verleimte Korpus aus:

Dieser Beitrag wurde unter Lowboard aus Eiche abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Kommentare zu Lowboard (Hifimöbel) – Teil 2 (mit Video)

  1. Matthias sagt:

    Hallo Heiko,

    Ich möchte einen Badschrank unter die Waschbecken bauen. Hierbei soll der Korpus ziemlich genau so aussehen, wie Dein Lowboard. Der Badschrank wird nur noch breiter, ca 55 cm und 180 cm lang. Nun zu meiner Frage: meinst Du die Gehrung ist mit der TS55 und dem MFT ebenfalls zu bewerkstelligen? Ich habe die Hoffung dass das genauer wird, als mit der Tischkreissäge. Ich kann leider nicht viel herumexperimentieren, da das Material sehr knapp bemessen ist.
    Welches Sägeblatt würdest Du verwenden? Danke im Voraus schon für Deine Hilfe.

    Gruß Matthias

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Matthias,

      das kann mit der Handkreissäge funktionieren, es muss aber nicht. Um einen Probeschnitt wirst du nicht herum kommen. Also erst man alle Teile größer schneiden, mal zusammenkleben und den Gesamtwinkel kontrollieren. Nachstellen und nachschneiden kannst du dann ja immer noch. Der Holzverlust sollte sich dabei auf wenige Zentimeter in der Länge belaufen, was verkraftbar ist. Wenn deine Säge einen Hintershcnitt erlaubt, schneide die Gehrung ein wenig mehr als 45°. Wenn ich Gehrungen auf der Tischkreissäge schneide, stelle ich diese auf ca. 45,2° ein. Dadurch werden die Gehrungen außen schön dicht. Die minimale Fuge innen ist dann zu vernachlässigen. Sie schadet der Verleimung nicht und ist auch später nicht sichtbar.

      Als Sägeblatt würde ich dir eines mit ca. 28 Zähnen empfehlen, also kein Feinschnittblatt. Die feinen Blätter haben einen zu hochen Schnittdruck und verlaufen in der Gehrung gerne.

      Mit Vorritzen wäre sogar ein neues Panther Blatt einem Feinschnittblatt bei Gehrungen überlegen.

      Gruß

      Heiko

  2. Jens Grimm sagt:

    Hallo Heiko,

    du schreibst oben, dass du den Juuma No.5 für das Bearbeiten der Kanten benutzt.
    Ich überlege mir gerade den Small Bevel-Up Smooth Plane von Veritas zu kaufen. Ich verspreche mir mit diesem auch die Stirnseiten bearbeiteten zu können. Spricht aus deiner Sicht etwas dagegen, diesen Hobel auch für die Längs-Kanten zu verwenden? Oder macht hier der Kauf eines zusätzlichen Hobels Sinn?

    Gruß

    Jens

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Jens,

      du kannst auch mit dem kleinen Veritas Kanten glätten. Oft ist aber ein auf 25° geschliffenes Eisen einfach zu flach vom Schnittwinkel her. Ich würde dir raten noch ein weiteres Eisen mit zu bestellen und das auf 35 oder gar 40° zu schleifen.

      Gruß

      Heiko

  3. Florian sagt:

    Hallo Heiko,
    Ich hab in deine Video zu den Clamex Verbindern gesehen, dass du an die PJ7000 einen Festool Staubsauger angeschlossen hast. Hast du dafür einen speziellen Adapter verwendet? Ich habe ebenfalls eine PJ7000 und einen Festool CTL Midi. Der Schlauch passt aber bei mir nicht auf den Absaugstutzen. Danke für die Info.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Florian,

      mit ein wenig sanfter Gewalt passt der Festool Stutzen. Inzwischen habe ich aber einen Adapter, den mir ein netter Kursteilnehmer mal mitgebracht hat. Er stammt vom Bauhaus, das sit die einzige Info, die ich dazu habe. Es ist ein ganz einfacher, abgestufter Gummiadapter.

      Gruß

      Heiko

      • Florian sagt:

        Für alle die sich die selbe Frage stellen: Ich habe einen passenden Adapter gefunden. Es gibt ihm von Makita mit der Bezeichnung MAKITA ABSAUGADAPTER (192349-3). Habe den Adapter bereits vorliegen. Er passt einwandfrei auf die PJ7000 und den Festool Sauger. Alles sitzt stramm und hält super.
        Gruß
        Florian

  4. Michael sagt:

    Hallo Heiko,

    das Ablängen sieht ja schon sehr abenteuerlich aus.
    Gibt es einen Grund, warum du das auf der Tischkreissäge und nicht mit Handkreissäge und Führungsschiene machst?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Michael,

      das Ablängen auf der Erika wird nach meiner Erfahrung genauer, als das Schneiden mit der Schiene. Abenteuerlich ist das auf der Erika aber nicht, das geht wirklich sehr gut auf diese Art und Weise.

      Gruß

      Heiko

  5. Andi sagt:

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für die Einblicke. Ich fände es schön, wenn Du einmal ein Video machen würdest, über das grundsätzliche Flachdübeln. (normale Eckverbindung, Mittenverbindungen von Platten) Es gibt zwar die Videos von Guido Henn, aber Deine Art wäre sicher auch interessant. Auch dünnere Platten wären interessant. Weil wie ich sehe arbeitest Du mit den Anschlägen der Maschine bei senkrecht stehenden Brettern.

    Die Videos die Du bis jetzt veröffentlicht hast, kenn ich natürlich schon 🙂

    Das die OF Trend bei dem Falz spuckt, beruhigt mich ja. Meine „Neue“ spuckt nämlich auch bei dieser Art von Falz in die Werkstatt ohne Ende und um eine Absaugung von unten am Parallelanschlag komme ich wohl auch nicht rum.

    Bis demnächst,

    Gruß Andi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Andi,

      meine Vorgehensweise entspricht der von Guido, schließlich erfindet ja keiner das Rad neu und die Maschine gibt ja auch die Arbeitsweise vor. Von daher wäre ein Video von mir zu diesem Thema nichts neues gegenüber denen von Guido. Die Zeit nutze ich dann besser um Videos zu anderen Themen zu machen.

      Gruß

      Heiko

  6. Siggi Ch. sagt:

    Hallo Heiko,

    es gibt doch immer wieder wichtige Aha-Erlebnisse beim Schauen Deiner Videos.
    Ich habe gerade in den letzten Tagen sehr viel auf meiner Erika zugeschnitten: für den Unterschrank derselben mit 6 Schubladen und Tür.
    Bei diesem Video ist mir quasi Deine Ruhe bei der Arbeit ins Auges gesprungen – die für die perfekten Ergebnisse verantwortlich ist. Da muss ich noch hart an mir arbeiten (Negativrekord siehe hier: http://www.woodworker.de/forum/eingelassene-griffmulde-fraesen-t86890.html – Beitrag 13).

    Und noch etwas nehme ich aus diesem Video mit: größere bzw. etwas verzwickte Möbel werde ich jetzt doch mal mit Clamex S – Verbindern versuchen (auch wenn die ganz schön teuer sind) ……aber mir ist es beim Verleimen des Unterschrankes wieder passiert, dass ich 2 Fehler gemacht habe, die nicht mehr korrigiert werden können (weil ich zuviel auf einmal verleimt habe).

    Lernen, lernen, lernen …………..

    Gruß,
    Siggi

  7. Sebastian sagt:

    Hallo Heiko,

    muss für das Kantenglätten mit dem Hobel ein gewisser Betrag beim Breitenzuschnitt zugegeben werden, damit du wieder auf das passende geplante Maß kommst ?

    Oder hobelst du nach dem Zuschnitt die Kanten aller Teile gleichmäßig ab, so dass einfach im Endeffekt alle Teile maßhaltig sind ? Ich habe bisher immer geschliffen und nie gehobelt, wahrscheinlich stelle ich mir den Materialabtrag größer vor, als er eigentlich ist.

    Gruß,
    Sebastian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Sebastian,

      ich gebe einige zehntel Millimeter beim Zuschnitt zu, mehr braucht man nicht. Der Abtrag ist in der Tat sehr gering. Vorausgesetzt das Sägeblatt ist scharf.

      Gruß

      Heiko

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bild einfügen (Nur JPG Datei möglich)