Besser nuten

Scheibennuter

Scheibennuter

Scheibennuter sind eine tolle Sache, wenn es darum geht schmale Nuten zu fräsen. Noch dazu, wenn diese Nut in einer Kante sein soll.

Wollte man mit einem herkömmlichen Nutfräser eine schmale Nut mit z.B. nur einer Breite von 4mm in eine Brettkante Fräsen, wäre das nicht ganz so einfach. Solch dünne Fräser gibt es nur mit kurzer Nutzlänge, da lange und zeitgleich dünne Fräser schnell brechen. Der Schnittdruck ist sehr hoch, man muss also auch bei einem kurzen Fräser in mehreren Schritten fräsen. Selbst mit einem Spiralnutfräser sind solche dünnen Nuten oft problematisch zu fräsen. Abhilfe schaffen hier sogenannte Scheibennutfräser.

Herkömmliche Scheibennutfräser

Herkömmliche Scheibennutfräser

Ein Scheibennutfräser sieht ein wenig wie ein Sägeblatt aus. Der Nutfräser sitzt auf einem Fräsdorn und wird entweder mittels einer Mutter oder einer Senkschraube darauf befestigt. Je nach Ausführung ist unter dem eigentlichen Fräser noch ein Anlaufkugellager angebracht, so dass auch geschweifte Werkstücke bearbeitet werden können. Bisher benutzte ich Scheibennuter wie sie auf dem nebenstehenden Bild zu sehen sind. Für jede Nutstärke hatte ich einen eigenen Fräser. Diese Fräser gibt es in der Regel nicht in ungeraden Maßen. Eine Nut mit einer Breite von beispielsweise 6,4mm habe ich daher in zwei Arbeitsgängen mit einem 4mm Fräser gemacht. Da einige Neuanschaffungen anstanden habe ich mich nach einer Alternative umgesehen, mit der ich flexibler arbeiten kann als bisher.

Scheibennuter Sistemi Klein

Scheibennuter von Sistemi Klein

Ich fand ein System des italienischen Herstellers Sistemi Klein, das über feine-werkzeuge.de vertrieben wird.

Der Unterschied zu den Nutern, die ich bisher verwendet habe ist der, dass man sich den jeweils benötigten Fräser aus mehreren Komponenten zusammenstellen kann. Es gibt einen Schaft, verschiedene Nuter, Anlaufkugellager mit unterschiedlichen Durchmessern, sowie Distanzscheiben in vielen verschiedenen Dicken. Die Distanzscheiben gibt es sogar bis zu 0,1mm dünn. Der Schaft ist lang genug um auch mehrere Fräser aufspannen zu können. So kann man nicht nur Nuten, sondern auch Federn fräsen. Natürlich können Nutfräser verschiedenster Breiten kombiniert werden.

Kombinierter Scheibennuter

Kombinierter Scheibennuter

Dadurch, dass es die Nutfräser auch in Breiten mit z.B 1,6mm oder 3,2mm gibt, können durch übereinandersetzen verschiedener Fräser nahezu beliebige Nutbreiten in einem Arbeitsgang gefräst werden. Das nebenstehende Bild zeigt beispielsweise eine Kombination aus einem 6mm und einem 3,2mm Nuter. Mittels Zwischenringen wurde die Nutbreite auf 8,4mm eingestellt.

Ein weiterer Vorteil dieser Fräser sind die drei Schneiden. Das ergibt ein sehr sauberes Fräsbild.  Meine bisher verwendeten Scheibennuter haben nur zwei Schneiden, was bei den meisten Herstellern scheinbar Standard ist. Auch der Durchmesser ist mit 47,6mm größer, als bei meinen anderen Fräsern, die nur einen Durchmesser von 40mm haben. Somit sind Nuttiefen von 15,8mm möglich.

Scheibennuter im Einsatz beim Nuten

Fräsen einer Nut

Die Nutfräser werde ich in Zukunft im Kurs „Möbelkonstruktion“ einsetzen und damit die Eckverbindung am Rahmen einer Möbeltür fräsen.

Ich habe zwei Schäfte und mehrere Nutfräser gekauft um mir im Kurs den Umbau des Fräsers zu ersparen. Die ersten Probefräsungen waren sehr vielversprechend.  Die Nut habe ich mit einem Fräser der eine Breite von 6,4mm hat gefräst. Dort passt dann genau eine Multiplexplatte mit einer Nennstärke von 6,5mm hinein. Diese Platten haben meist eine Stärke von 6,3 – 6,4mm.

Der Zweite Fräser wurde so zusammengesetzt, dass der eine Feder fräst. Es brauchte drei Versuche bis ich mit der Passung von Nut und Feder zufrieden war. Der Abstand wurde durch Einlegen bzw. Herausnehmen von Zwischenringen eingestellt.

Scheibennuter als Federfräser

Scheibennuter als Federfräser

Damit die Rahmenteile später genau bündig sind, muss die Höhe des Fräsers auch sehr genau eingestellt werden.

Das Nebenstehende Bild zeigt das Fräsen der Rahmenenden mit einer kleinen Fräslade, auf dem das zu fräsende Teil aufliegt.

Beim Einsatz von zwei Fräsern muss die verwendete Fräse über ausreichend Leistung verfügen. Mit den 2000 Watt meiner Trend T11 war das aber kein großes Problem. Nach einigen Probefräsungen passte alles perfekt.

So gut die Fräser auch sind, sie sollten beim Einsatz berücksichtigen, dass sie auch einen nicht unerheblichen Nachteil haben. Sie ziehen beim Fräsen die Holzfasern aus dem Holz heraus. Bei schwierigem Holz und stumpfen Fräser kann das zu sichtbaren Ausrissen führen.

Das Ergebnis der ersten Probefräsungen sah dann im Übrigen so aus:

Scheibennuter - Ergebnis der Probefräsungen

Ergebnis der Probefräsungen

Diese Fräser gibt es auch in einer anderen Variante, zum Erstellen von Nuten in einem Falz. Einen Artikel zu dieser Variante finden sie hier: Besser Nuten – Ein Update

Ein Nuter für Sonderfälle

Ein Nuter für Sonderfälle

 

Dieser Beitrag wurde unter Fräsen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

26 Kommentare zu Besser nuten

  1. Henning Gohlke sagt:

    Hallo Heiko,
    ich versuche herauszufinden bei welcher Drehzahl ich diesen Fräser betreiben sollte. Bei welcher Drehzahl tust Du das?

    Vielen Dank

    Henning

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Henning.

      das ist in der Tat nicht so eindeutig gekennzeichnet. Daher habe ich vor einiger Zeit auch amal bei Dieter Schmid nachgefragt. Die zulässige Drehzahl ist auf dem Schaft angegeben. Das sollten 24.000 U/Min sein. Ich betreibe die Fräser auf den größeren Maschinen immer mit Voller Drehzahl, also 22.000 – 24.000 U/Min.

      Gruß

      Heiko

  2. Henning sagt:

    Hallo Heiko,
    kann man diese Fräser sicher auch ohne Frästisch einsetzen?

    Viele Grüße

    Henning

  3. reinhold rink sagt:

    findet bei ihnen auch ein kurs für light zinkenfräsgeräte statt?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      nein, ich benutze in meinen Kursen ein anderes Gerät, das wesentlich einfacher in der Bedienung ist.

      Gruß

      Heiko Rech

  4. Rupert sagt:

    Hallo Heiko

    Eine Frage wo bekomme ich so einen nut und Feder Fräser ?
    Gibt es auch von Festool ?
    Möchte mir holzpanele selber machen !!!

    Danke Rupert

  5. Christian W. sagt:

    Hallo Heiko,
    verstanden. Hatte auf dem Schlauch gestanden.

    Gruß
    Christian

  6. Christian W. sagt:

    Hallo Heiko,
    super Tipp, die Bohle zu wenden! Leider habe ich keinen Frästisch, aber das Prinzip ließe sich ja auch mit einer Anschlagführung umsetzen.
    Ich habe aber nicht ganz verstanden, was du mit „mehrere Nutfräser übereinander setzen“ meinst. Meinst du mehrer Scheibennutfräser auf einem Dorm montieren?. In diesem Falle müsste ich ja 3 Scheiben kombinieren, z.B. 6 + 6 + 3 mm. Fall ich es richtig interpretiert habe, wo sind solche Systeme erhältlich? Würde mich mal interessieren, auch wenn mir die „Wende-Lösung“ symtaischer ist. Das kann ich auch zur Herstellung der Feder einsetzen.

    Gruß
    Christian

  7. Christian W. sagt:

    Hallo zusammen,
    ich ziehe in Betracht, selbst eine Sauna für den Innenbereich zu bauen. Diese sollte aus 50 mm dicken Fichtenbohlen bestehen.
    In die Tiefen der Saunakonstruktion habe ich mich noch nicht eingelesen (falls es da überhaupt Stoff zum Einlesen gibt). D.h. über konstruktive Details des Balkenquerschnittes, genauer über die Anforderungen an die Nut- und Feder zur Verbindung, weiß ich noch nicht viel. Ich stelle mir aber vor, dass eine Feder von 15 mm dicke bzw. eine Nut von 15 mm Breite gut sein sollte (hier orientiere ich mich an dem, was ich bisher gesehen habe).
    Frage: gibt es für Oberfräsen auch Schaftfräser als Scheibenfräser in dieser Dicke? Mit dem vorgestellten System käme man ja immerhin auf 9,2mm, wenn ich es richtig verstanden habe. Scheint mir bei 50 mm Bohlen und den thermischen Spannungen bei einer Sauna aber etwas wenig.
    Die Feder werde ich dann wahrscheinlich mit einem Stirnfräser als beidseitiges Falz à 17,5 mm Tiefe herstellen. Ich weiß, ist zwar viel Aufwand, aber ich habe als Oberfräse „nur“ eine Makita mit 2.300 W (eine Tischfräse würde sicherlich einfachere Lösungen hergeben).
    Für Tipps hinsichtlich Fräser, aber auch was die Saunakonstruktion angeht, bin ich sehr dankbar.

    Viele Grüße
    Christian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christian,

      Wenn du eine 15mm breite Nut brauchst, kannst du mehrere Nutfräser übereinander setzen. Die Frage ist aber, ob das deine Oberfräse schafft. Eine einfache Lösung wären zwei Fräsungen mit einem 8mm Nuter. Stell den Frästisch so ein, dass unter dem Nuter 17,5mm stehen bleiben, mach eine Fräsung. Dann wendest du das Werkstück und fräst wieder. Dann hast du eine 15mm Nut, die genau in der Mitte ist. vorausgesetzt dein Ausgangsmaterial ist ganz genau 50mm stark.

      Gruß

      Heiko

  8. Patrick sagt:

    Hallo Heiko,
    sehr interessanter Fräser. Wie stark sollte die Oberfräse mindestens sein deiner Meinung nach.

    Danke und Gruß

    Patrick

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      Bei Nutbreiten von 4-8mm wirst du mit einer 1000 Watt Maschine hinkommen. Werden die Nten tiefer, oder sit die Spindel mit 2 Fräsern bestückt, sollten es schon 1400 Watt sein.

      Gruß

      Heiko

  9. Uwe sagt:

    Hallo Heiko,

    das finde ich gut das du diesen Kombinierbaren Fräser im Einsatz hast,
    da kann ich vor dem Erwerb noch einiges in Erfahrung bringen.

    Ist der Fräser auf dem Schaft gegen verdrehen gesichert?
    Wie stark ist das Stammblatt im Vergleich zu den Schneidkörpern?
    Z.B. bei dem 3,2 mm Scheibenfräser. Mich interessiert daran wie weit man 2 Fräserscheiben
    auseinander setzen kann und dann immer noch eine durchgehende Nut fräsen kann.
    Sicherlich wird das Verhältnis nicht über die ganze Angebotspalette von 1,6 bis 6,4 mm Fräserdicke gleich bleiben …
    Mir geht es um erster Linie um das 4 mm und 6,5mm evtl. auch mal 9 mm Multiplex was ich in die Nuten stecken will.
    Ich brauche die Nuten 2-3 Zehntel kleiner weil ich von dem beschichteten Holz noch die Beschichtung abfälzen muss um eine Leimfläche zu gewinnen.
    Durch die Möglichkeit die Fräsung zehntelweise einzustellen bin ich sehr neugierig auf die Verstellmöglichkeiten.
    Auch die Möglichkeit das Anlaufkugellager oben oder unten zu montieren zu montieren finde
    ich sehr interessant. Wahrscheinlich geht es auch zwischen 2 Scheibenfräsern.

    Vielen Dank bei der Gelegenheit für deine so ausführlich gestalteten Vorstellungen!!!

    Gruß und schönes WE, Uwe

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Uwe,

      ich habe gerade gemessen, das Stammblatt des 6mm Fräsers hat eine Stärke von 3,5mm, das des 3,2mm Fräsers 1,5mm. Also genug Raum für eine Überlappung.

      Gegen verdrehen ist der Fräser auf dem Schaft nicht gesichert, das sind meine anderen Scheibennuter auch nicht. Bisher hatte ich dadurch keinerlei Probleme.

      Gruß

      Heiko

      • Uwe sagt:

        Hallo Heiko,

        ich habe mir mittlerweile eine Welle und unterschiedliche Scheiben dazu gekauft.
        Eine Montage von 2 Scheiben zueinander kann nicht direkt erfolgen.
        Es werden immer Distanzscheiben dazwischen benötigt damit die Hartmetallmesser nicht auf dem Stammblatt des anderen Scheibennuters Kontakt bekommen.

        Als Beispiel habe ich eine 2,0 und 2,2 Scheibe mit einer Mindestfräsbreite der Nut auf 4,0 mm einstellen müssen.
        Die reine Stammblattstärke hätte eine kleinere Nutbreite hergegeben.
        Das ist ja auch alles kein Problem!

        Schade das man keine Möglichkeit hat vor dem Kauf von einer Scheibenkombination
        das kleinste Maß zu bestimmen weil die Maße nicht bekannt sind…

        Ich habe z.B. 4mm Birkenmultiplex als Feder für Nuten in Fichtenleisten gehabt und es war klar das
        die MPX Platte eher 4,2 oder mehr in der Dicke haben wird.

        Du hast doch einen besseren Draht zu dem Vertrieb, kannst du die nicht mal Anregen die Stammblatt Maße mit in die
        Artikelbezeichnung aufzunehmen?
        Nut breite minus Stammblatt geteilt durch zwei sollte das Mindestmaß sein welches zwischen zwei Scheiben gerechnet werden muss, eher ein bis zwei Zehntel mehr.

        Gruß, Uwe

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Uwe,

          ich habe keinen besseren Draht zum Vertrieb als du auch. Ich bin dort einfach nur Kunde. Aber wenn du dein Anliegen dort vorbringst wird diese Info vielleicht im Shop eingepflegt.

          Ansonsten kann ich dir nur raten dir einfach ein paar Distanzringe, vor allem die mit 0,1mm zu besorgen.

          Gruß

          Heiko

  10. Thomas sagt:

    Hallo,
    ich mache mich vielleicht jetzt unbeliebt.
    Ich verwende Scheibennutfräser nur im Notfall, für Fräsungen
    die mit der stationären Fräse nicht möglich sind. Z. B. an fertig
    verleimten Rahmen an der Innenkante.
    An der stationären Fräse zu arbeiten erleichtert alles :
    Die Rüstzeit ist wesentlich kürzer,
    die Fräse kann exakter eingestellt werden,
    das Fräsen selbst geht viel schneller,
    durch den größeren Werkzeugdurchmesser ist das Ergebnis besser,
    der Fräser brennt nicht, die Standzeit ist wesentlich höher,
    und ich kann jede beliebige Nuttiefe einstellen.
    Besonders praktisch sind Nutscheiben mit Zwischenringen.
    Mit Verstellnutern habe ich nicht so gute Erfahrungen gemacht.

    Ich habe gerade Ihr Domino- Video angeschaut-
    finde es Klasse für eine Kaufentscheidung .

    Danke
    Thomas

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Thomas,

      ich stimme dir da soweit zu, aber nicht jeder hat eine große Tischräse. Und auf dem Frästisch kommen diese Fräser einem Verstellnuter wohl am nächsten.

      Gruß

      Heiko

  11. Hans-Joachim sagt:

    Hallo Heiko,

    Die Fräser sind mir auch schon aufgefallen.
    Sehr flexibel. Bisher hatte ich noch keine Anwendung dafür, aber das kommt noch.
    Schön das du allgemein darauf hinweist.

    LG H.-J.

  12. Philipp sagt:

    Moin,

    Interessante Fräser auch Preislich. Aber sehe ich das richtig? Du hast einen Kreg Frästisch? Wirst Du noch über die Kombination Trend T11 und Kreg schreiben? Oder ist es wieder so eine Werkzeugkompaß 2015 Ding 😉 Ich bin mit meiner kleinen Makita Oberfräse sehr zufrieden aber für machen Aktionen wäre ein Frästisch schon schön, und dann bitte auch von oben zu verstellen, Nutschienen, Kraftvollere Fräse etc …. Von daher bin ich auf Deine Antwort sehr gespannt.

    Philipp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bild einfügen (Nur JPG Datei möglich)