Juuma Flachwinkel- Bankhobel

Juuma Flachwinkel Bankhobel

Juuma Flachwinkel Bankhobel

Der Flachwinkel- – Bankhobel von Juuma ist mit dem Stanley No.62 zu vergleichen. Er ist länger, als ein üblicher Putzhobel, aber nicht so breit wie eine Rauhbank. Die Abmessungen kommen dem No.5 sehr nahe. Da der No.5 der von mir meist genutzte Handhobel ist, gehe ich davon aus, dass der Flachwinkel- Bankhobel mir ebenso liegt. Ich habe nun auch noch einen weiteren Hobel, den ich in meinen Kursen nutzen werde. Somit haben die Kursteilnehmer noch mehr Auswahl.

Ich habe bereits einige Juuma Hobel. Ich ging also von einer soliden Qualität aus, die man zu einem günstigen Preis bekommt. Da mich immer wieder Fragen erreichen, in denen es darum geht wie präzise ein Hobel verarbeitet sein soll, gehe ich in diesem Artikel auch einmal verstärkt auf diese Aspekte ein. Eines vorweg, meine „alten“ Juuma Hobel sind aus den ersten Serien und etwas besser verarbeitet. Der Flachwinkel- Bankhobel hat einige optische Mängel, die ich so nicht erwartet hätte.

Juuma Flachwinkel Bankhobel - Messingteile

Messingteile mit Belag

Zunächst einmal sind die Messingteile bereits mit einem unschönen Belag überzogen. Dieser Belag kann mit einer Polierpaste leicht entfernt werden. Die blanken Metallteile sind mit einem recht klebrigen Rostschutz überzogen, der sich am leichtesten mit einem Lösemittel entfernen lässt. An einer Stelle hat der Guss des Hobelkörpers ein paar Unebenheiten und die Griffe haben an zwei stellen leichte Ausrisse.

Juuma Flachwinkel Bankhobel -Griff befestigen

Griff befestigen

Das sind alles rein optische Mängel, die zwar das Gesamtbild ein wenig stören, aber auf die Funktion keinen Einfluss haben. Dass der hintere Griff im Lieferzustand locker sitzt und die Schrauben angezogen werden müssen ist normal und auch bei viel teureren Hobeln der Fall. Wäre der Griff ab Werk schon richtig fest könnte er während des langen Übersee Transportes reißen. Im Gegensatz zu meinen älteren Juuma Hobeln sind die Griffe dieses Hobels weniger stark lackiert, was ich als eine Verbesserung ansehe. Die Griffe liegen dadurch angenehmer in der Hand.

Detail Hobelmaul

Detail Hobelmaul

Auffallend ist bei diesem Hobel noch, dass das verstellbare Hobelmaul nicht genau schließt. Es liegt nicht dicht an der Kante des Hobelbettes an, sondern ist leicht schräg. Eine Prüfung ergibt, dass die Kante des Hobelmauls genau im rechten Winkel zur Seite des Hobels liegt und die Kante der Eisenbettung leicht schräg ist. Für viele Anwender, die wenig Erfahrung mit Handhobeln haben, ist das sicherlich ein Punkt, an dem die ersten Unsicherheiten hochkommen. Es wird sich aber Zeigen, dass hier kein Grund zur Besorgnis vorliegt.

Nach dem Zerlegen des Hobels habe ich alle Teile gereinigt und das Hobeleisen geschärft. Die Spiegelseite des Eisens war leicht bauchig. Aber wirklich nur leicht. Nach fünf Minuten Schleifarbeit auf einem Stein der Körnung 1000 war der vordere Bereich der Spiegelseite plan und wurde dann auf einem 8000er Stein noch poliert. Nach dem Anziehen einer Mikrofase war das Eisen Scharf.

Nun konnte ich den Hobel das erste mal ausprobieren. Fein eingestellt macht er feinste Späne, sogar wie hier gezeigt auf Birke, was sich nicht gut hobeln lässt. Die kleine Tolleranz am Hobelmaul wirkt sich also nicht negativ auf das Arbeitsergebnis aus. Die Planheit der Sohle habe ich bisher nicht geprüft. Wenn man feinste Späne erzeugen kann, ist die Sohle in aller Regel auch Plan. Was zählt ist das Endergebnis und mit dem bin ich durchaus zufrieden.

Juuma Flachwinkel - Bankhobel - Erste Späne

Erste Späne

Dieses Video zeigt das Hobeln eine Stückes Birke mit dem Juuma Flachwinkel- Bankhobel. Fasenwinkel 25°, Bettungswinkel 12°, 3-4° Microfase. Also ein Schnittwinkel von ca. 40°.

 

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19 Kommentare zu Juuma Flachwinkel- Bankhobel

  1. woody a. sagt:

    Gibt es Sachen die Dir am Juuma missfallen oder warum wird der nächste Hobel ein Lie Nielsen?

    Gruß,
    Normen

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Normen,

      bisher ist mir am juuma nichts gravierend negatives aufgefallen. Der LN wird es deshalb werden, damit ich bei meinen Kursen ein möglichst breites Spektrum an Werkzeugen unterschiedlicher Hersteller anbieten kann.

      Gruß

      Heiko

  2. woody a. sagt:

    Hallo Heiko,

    ich wünsche Dir erstmal ein frohes und gesundes neues Jahr!

    Nun zu meiner Frage…
    Gab es einen Grund warum Du dich für den Juuma Flachwinkel-Hobel und nicht für den Stanley No 62 entschieden hast? Preislich trennt die beiden Hobel ja nicht viel.

    Viele Grüße,
    Normen

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Norman,

      als ich den Juuma gekauft hatte, hatte ich den Stanley nicht auf dem Schirm.Da ich noch einen zweiten No.62 anschaffe, wird es aber dann vermutlich der Lie Nielsen No.62.

      Gruß

      Heiko

  3. Michael sagt:

    Hallo Heiko,

    du hattest angekündigt im Herbst / Winter in der HolzWerken deine selbst gebaute Hobelbank vorzustellen. Wie ist da der aktuelle Stand? Bin kein Abonnent – daher die Frage. Bald erscheint ja wohl auch ein Artikel zur MoxonVise?!

    Gruß
    Michael

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Michael,

      die genaue Heftplanung kenne ich nicht. Der Artikel und das Video zur Hobelbank sind fertig, wann der Artikel ins Heft kommt weiß ich jedoch nicht. Jetzt im Dezember ist die Aufsatzzange (Moxon Vise) im Heft.

      Gruß

      Heiko

  4. Severin sagt:

    Hallo heiko der juuma flachwinkel Hobel ist bei mir jetzt seit fast einem halben Jahr im Einsatz und bin sehr zufrieden. Jetzt sollen noch 2 weitere her ein Nummer 4 oder 4,5 also etwas kürzerer und eine raubank jetzt stellt sich die Frage nach dem Modell entweder wieder juumas die gibts leider nur als fase unten oder flachwinkler von veritas ich bin mir allerdings unsicher ob sich der Preisunterschied wirklich lohnt . Ps ich benutze die Vorteile von verschiedenen Schliffen am eisen

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Severin,

      das sit ein Thema zu dem mich viele Fragen erreichen. Ich habe bezüglich Fase unten oder Fase oben einen Artikel in Arbeit. Es wird kommende Woche auch noch eine Rauhbank bei mir einziehen. Auch die werde ich natürlich genauer unter die Lupe nehmen. Ich denke in diesen beiden Artikeln kann ich dann deine Fragen beantworten oder zumindest weitere Entscheidungshilfen geben. Ich bitte dich daher noch um ein wenig Geduld.

      Gruß

      Heiko

  5. Michael Kämper sagt:

    Hallo Heiko,

    ich überlege schon ein Weile, mir den Juuma Hobel Nr. 5 aufgrund deiner Emfpehlungen im Video „Welcher Hobel für Einsteiger“ zu kaufen. Wenn du den Flachwinkelhobel mit dem Nr. 5 vergleichst, welcher ist für Einsteiger besser geignet? Soweit ich das verstanden habe, ist ein Flachwinkelhobel letztendlich etwas universeller einsetzbar, wenn Eisen mit unterschiedlichen Schneidwinkeln eingesetzt werden. Würde also der Flachwinkel auch deine Empfehlung für Einsteiger bekommen?
    Wie immer ist dein Erfahrungsbericht sehr gut und informativ.

    Viele Grüße
    Michael

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Michael,
      um eine ganz klare Empfehlung zu geben ist es für mich noch zu früh. Den No.5 habe ich ja schon recht lange und ich arbeite sehr gerne mit ihm. Der Flachwinkler ist sehr gut und auf jeden Fall eine Empfehlung. Die Möglichkeit verschiedene Schnittwinkel zu nutzen hast du nur beim Flachwinkler. Wenn beide hobel wirklich scharf sind, wird sich im Ergebnis kaum ein Unterschied zeigen. Die Handhabung des Flachwinklers finde ich sehr angenehm. Aber wie gesagt, für mich selbst kann ich noch kein abschließendes Urteil abgeben, dafür muss ich erst noch mehr mit dem Flachwinkler arbeiten. Ich denke der No.5 wird sich bei groberen Arbeiten besser schlagen als der Flachwinkler. Das ist zumindest meine bisherige Erfahrung. Flachwinkler sind für feine Arbeiten toll, aber wenn viel Material weg muss sind die herkömmlichen Fase unten Hobel mir lieber.

      Rein vom Bauchgefühl her würde ich den Flachwikler für den Einstieg empfehlen, da man mit ihm einige Erfahrungen im Bezug auf die Auswirkung des Schnittwinkels auf das Hobelbild machen kann. Man kann also mit ihm mehr lernen als mit dem No.5.

      Falsch machen wirst du mit keinem der beiden etwas.

      Gruß

      Heiko

      • Michael Kämper sagt:

        Hallo Heiko,

        vielen Dank für deine Antwort. Dann werde ich wahrscheinlich mit dem Flachwinkelhobel von Juuma starten.

        Viele Grüße und schönes Wochenende
        Michael

  6. Andi sagt:

    Hallo Heiko,

    sehr schöner Bericht. Macht Lust aufs „Hobeln“ 🙂 Da ich ja jetzt Abonent bin 🙂 bin ich schon gespannt. Ich habe natürlich alle vergangenen Exemplare mit Deinen Beiträgen.

    Aber die Hobelbank wird in der Woodworker Gilde sicher Aufruhr erzeugen. Ich freu mich schon auf die Vorstellung. (Erwähne aber nicht, das Du weniger als 300 Stunden gebraucht hast, um die Bank zu bauen. Und 400 KG sollte sie bitte auch wiegen 🙂 )

    Gruß Andi

  7. Hans-Joachim sagt:

    Hallo Heiko,
    Das gibt ja einen richtigen Aufruhr wg. der Bank.
    Die ist mir auch sofort aufgefallen 🙂
    Ich bin auf weitere Bilder gespannt.
    Aber zum eigentlichen Topic, dem Hobel.
    Seit er auf Dieter´s Seite verfügbar ist warte ich auf einen solchen Bericht.
    Herzlichen Dank.
    LG H.-J.

  8. Norbert Prey sagt:

    Hallo Heiko,

    Mir ist ebenfalls die Hobelbank aufgefallen, mit den Bohrungen in der Platte sieht sie einer Sjöberg recht ähnlich! Bist du mit deiner Werkbank unzufrieden oder möchtest du deinen Kursteilnehmern einfach beide Varianten anbieten können?

    Gruß
    Norbert

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Norbert,

      das Bessere ist der Feind des Guten. Die Werkbank ist soweit in Ordnung, aber da wird es auch bald was neues geben. In meiner alten Werkstatt hatte ich keinen Platz für eine Hobelbank. Nun habe ich mehr Platz und ich brauche auch noch gute Hand- Arbeitsplätze für die Kurse und für mich selbst. Was liegt also näher als eine Hobelbank zu bauen. Da ich auch immer schon eine Hobelbank entwerfen und bauen wollte, die einfach und mit wenigen Werkzeugen zu realisieren ist, habe ich vor einigen Wochen diese Bank gebaut.

      Gruß

      Heiko

  9. Stephan sagt:

    Hallo Heiko,

    toller neuer Hobel von Juuma. Ich habe mir vor ca. einem halben Jahr den No. 5 von Juuma zugelegt. Mit dem Hobel bin ich sehr zufrieden, funktioniert super. Allerdings bekommt er hier und da Stellen von Flugrost bzw. Fettflecken von Handabdrücken, obwohl ich ihn immer gut mit Öl bearbeite.

    Hast Du hierfür eine Erklärung? Mache ich was falsch?

    Gruß

    Stephan

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Stefan,

      der Juuma no. 5 ist mein meist eingesetzter Hobel. Daher setzt er bei mir keinen Rost an 🙂
      Aber Spaß beiseite. Es scheint so zu sein, dass es am menschlichen Schweiß und seiner Zusammensetzung liegt. Bei dem einen Anwender rosten die Hobel an den Griffstellen schneller, als bei anderen Anwendern. Da hilft nur Pflege und trockene Lagerung. Bei mir hat sich damals in der Kellerwerkstatt das Rostproblem drastisch verbessert, nachdem die Werkzeuge in der Werkzeugtruhe, also in einem Holzschrank waren. Das scheint zu helfen. Besorg dir noch Sikagel- Kissen die du dazulegst, das sollte nochmal helfen.

      Das Polieren der Messingteile habe ich allerdings irgendwann aufgegeben, das war bei mir ein Kampf gegen Windmühlen.

      Gruß

      Heiko

  10. Fabian Glänzer sagt:

    Hallo Heiko,

    Schöner Bericht. Was mir aber aufgefallen ist, was ist das für eine Hobelbank? Hab ich was verpasst oder hast du die schon länger.

    Gruß Fabian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Fabian,

      die Hobelbank ist selbst gebaut und steht nun seit einigen Wochen in der Werkstatt. Die komplette Bauanleitung wird im Herbst/ Winter in der Zeitschrift Holzwerken erscheinen.

      Gruß

      Heiko

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