Holzauswahl für Einsteiger – Amerikanische Laubhölzer

Es gibt drei amerikanische Laubhölzer, die ich selbst gerne verarbeite und die ich auch für Einsteiger sehr empfehlen kann.

Yellow Poplar

Holzauswahl für Einsteiger - Yellow Poplar

Yellow Poplar

Die erste Holzart ist Yellow Poplar. Der Name lässt Pappel vermuten, dem ist aber nicht so. Es handelt sich um das Holz des Tulpenbaumes. Dieser Baum wird in den USA stark forstwirtschaftlich genutzt. Das Holz ist günstig. Es liegt preislich derzeit etwa auf gleichem Niveau wie Tanne / Fichte. Yellow Poplar hat einige Eigenschaften, die es zum Idealen Holz für Einsteiger machen. Zum einen ist da natürlich der günstige Preis. Aber auch die Holzeigenschaften sind sehr einsteigerfreundlich. Das Splintholz ist sehr weich und hell. Das Kernholz grünlich und härter. Die grüne Farbe des Kernholzes verändert sich durch Lichtkontakt zu einem angenehmen Braunton. Yellow Poplar lässt sich gut hobeln. Es kann vorkommen, dass es an einigen Stellen leicht perlzig wird. Das passiert aber meist nur im Splintholz. Das Holz stumpft die Werkzeuge nur langsam ab. Es lässt sich gut Stemmen und Sägen. Empfehlenswert ist Yellow Poplar daher für Holzwerker, die beginnen mit Handwerkzeugen zu arbeiten.

Yellow Popla lässt sich aber auch sehr gut mit Maschinen bearbeiten. Es neigt nur wenig zum Ausreißen und es kann sehr glatt geschliffen werden. Auch die Oberflächenbehandlung ist unproblematisch. Beizen werden gut angenommen und auch ölen lässt es sich sehr gut.

Im Handel ist das Holz meist in Form von besäumten Brettern zu finden.  Wer seine ersten Gehversuche in der Massivholzbearbeitung macht sollte sich mal ein Stück von diesem Holz kaufen und es mal ausprobieren. Ich setze es inzwischen sehr gerne in meinen Kursen ein. in Kombination mit amerikanischem Nussbaum sieht es zum Beispiel bei Zinkenverbindungen sehr interessant aus.

im Möbelbau kann man Yellow Poplar sehr gut für Schubläden nehmen, oder auch für komplette Werkstattmöbel.

Amerikanischer Nussbaum

Amerikanischer Nussbaum - unbehandelt

Amerikanischer Nussbaum - unbehandelt

Hierbei handelt es sich nicht um Walnuss, sondern um das Holz des Schwarznuss- Baumes. Im Handel ist amerikanischer Nussbaum daher auch als Schwarznuss zu finden. Dieses Holz dürfte das preisgünstigste Nussbaumholz sein. Guter europäischer Nussbaum ist meist doppelt so teuer wie der amerikanische Nussbaum.

Das nebenstehende Bild zeigt ein Stück amerikanischen Nussbaum ohne Oberflächenbehandlung. Das Holz wirkt sehr unscheinbar, etwas grau und mit wenig Farbenspiel. Dieser Eindruck täuscht allerdings. Erst bei der Oberflächenbehandlung zeigt sich die Schönheit dieses Holzes. Ein Beispiel dafür finden sie im Baubericht zu diesem Esstisch aus Nussbaum: Esstisch aus Nussbaum

Der amerikanische Nussbaum, der bei uns im Handel zu finden ist wurde in der Regel gedämpft. Ich habe unterschiedliche Angaben darüber gefunden, in wie fern sich das Dämpfen auf die Bearbeitungseigenschaften des Holzes auswirkt. Meist wird davon geschrieben, dass die Dampfbehandlung sich positiv auf die Bearbeitungseigenschaften auswirkt. Da es kaum möglich ist ungedämpftes Schwarznuss- Holz zu bekommen fehlt mir hier der Vergleich. Ich kann aus meiner Erfahrung heraus nur sagen, dass sich dieses Holz sehr gut mit Handwerkzeugen bearbeiten lässt. Auch die maschinelle Bearbeitung ist unproblematisch. Daher setze ich das Holz des amerikanischen Nussbaumes ebenfalls sehr gerne in meinen Kursen ein.

Durch das Dämpfen verändert sich die Färbung des Holzes. Das Splintholz wird dunkler. Daraus resultiert ein geringerer Farbunterschied zwischen Kern und Splint. Das ist angeblich dem Markt geschuldet. Die Mehrzahl der Verarbeiter und Kunden will eben diese homogenere Holzbild haben.

Im Vergleich zu anderen dunklen Hölzern ist der amerikanische Nussbaum vergleichsweise preisgünstig. Darüber hinaus ist er auch ökologisch unbedenklicher als so manches Tropenholz in dunkler Farbe. Und auch wenn amerikanischer Nussbaum zu den eher teuren Holzarten gehört, sehe ich es als gutes Einsteigerholz an. Besonders wenn Sie in die Arbeit mit Handwerkzeugen einsteigen bietet es sich aufgrund seiner guten Eigenschaften für erste kleine Werkstücke an.

Amerikanischer Kirschbaum

Amerikanischer Kirschbaum - unbehandelt

Amerikanischer Kirschbaum - unbehandelt

Das Holz der Schwarzkirsche (Black Cherry) ist dunkler als das einheimische Kirschholz. Der Wuchs ist in der Regel gleichmäßiger und weniger wechselwüchsig. Der Splint ist sehr schmal und kann problemlos verwendet werden. Zum Teil finden sich grünlich gefärbte „Adern“, die sehr gut mit der restlichen Färbung des Holzes harmonieren. Die grüne Färbung verschwindet aber leider beim Nachdunkeln des Holzes.

Mit Hand- und Maschinenwerkzeugen kann amerikanischer Kirschbaum sehr gut bearbeitet werden. Allerdings bilden sich schnell Brandspuren beim Sägen und Fräsen mit der Maschine. Zum Glück sind diese Brandstellen meist nicht sehr tief. Beim Sägen und Fräsen sollte die Vorschubgeschwindigkeit also nicht zu niedrig sein.

Amerikanischer Kirschbaum eignet sich sehr gut als Anfängerholz, da es ein sehr edles Aussehen hat und ein Möbelstück daraus auf jeden Fall ein Hingucker wird. Es wirkt auch nicht so altmodisch und eignet sich daher sehr gut für schlichte, zeitlose Möbelstücke die in einem modernen Umfeld einen Platz finden sollen.

Diese drei amerikanischen Holzarten sollten Sie sich einmal bei Ihrem Holzhändler anschauen. Es lohnt sich auf jeden Fall mal einen Blick über den großen Teich zu werfen.

Hinweis zu Holzpreisen:

An dieser Stelle noch einen kleinen Hinweis zu den Preisen für diese Hölzer. Ich werde oft gefragt, was denn dieses oder jenes Holz kostet. Eine genaue Aussage darüber zu treffen ist schwierig. Denn die Preise für Schnittholz sind nicht stabil. Sie sind regional sehr unterschiedlich und je nach aktueller Nachfrage steigen natürlich die Preise für die gefragten Hölzer. Daher kann ich hier keine Preisangaben machen. Und wenn ich sie machen würde, wären Sie eventuell in einigen Monaten schon wieder falsch. Es bleibt Ihnen also nichts weiter übrig, als die Preise selbst bei Ihrem Händler zu erfragen.

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10 Kommentare zu Holzauswahl für Einsteiger – Amerikanische Laubhölzer

  1. Stephan sagt:

    Hi, immer wieder toll, welche Holzarten es alles so gibt! Leider ist der Bezug hier im Rhein-Main-Gebiet faktisch unmöglich oder abartigst teuer. Habe alle Holzhändler hier in der Umgbung durch, die meisten liefern, wenn überhaupt, an Privatpersonen nur Zeugs von Osmo usw. Frage: Wo beziehst Du Dein Holz her, für mich würde sich eher mal eine regelmäßige Tour mit dem Anhänger in Deine Gegend lohnen, als hier im lokalen „Holzhandel“ zu versauern?

  2. Paul sagt:

    Hallo Heiko,
    ich sehe immer wieder sehr dunkles Holz (weder lackiert noch gebeizt), um welches Holz kann es sich da handeln?
    Lg,
    Paul

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Paul,

      es gibt so einige dunkle Hölzer. Die meiste Verwendung dürfte derzeit aber amerikanischer Kirschbaum und Wenge Finden.

      Gruß

      Heiko

  3. Biver Serge sagt:

    Hallo Heiko,
    Ich suche Robinie Stämme 8-16cm Durchmesser bis 1,5 Meter länge .
    Region Luxemburg , Trier.
    Danke für Antwort.
    Viele Grüße Serge.

  4. Matthias Kleinschmidt sagt:

    Hallo Heiko,

    ein sehr schöner Artikel. Und gleich zwei meiner Lieblingshölzer dabei. Amerikanische Kirsche und amerikanischer Nussbaum. Jetzt fehlt nur noch Hard Maple 🙂

    Viele Grüße
    Matthias

  5. Chris sagt:

    Hallo Heiko,

    dieses Yellow Poplar ist wirklich ein sehr schönes Holz. Konnte ich ja vor kurzem bei dem Einsteiger Kurs erleben.
    Fragt sich nur wo man diese ganzen exotischen Hölzer kaufen kann.
    Bei uns in Berlin habe ich bei „richtigen“ Holzhändlern mal nachgefragt… Sieht irgendwie schlecht aus… Ist schon ein Problem an Eiche ranzukommen….

    Gruss aus Berlin

    (Die neue Werkbank ist sehr cool. Kommt die bei Holzwerken raus?)

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      die drei genannten Hölzer sollte eigentlich jeder Holzhändler der auch Schreiner beliefert da haben. Vielleicht findet sich ja ein Leser, der einen Tipp für dich hat, wo du in Berlin Holz kaufen kannst.

      Die neue Werkbnk wird nicht in der HolzWerken erscheinen.

      Gruß

      Heiko

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