Stanley Sweet Heart No. 4

Putzhobel Stanley No. 4

Putzhobel Stanley No. 4

Stanley ist wohl einer der bekanntesten Hersteller von Metallhobeln. Aber lange Zeit war es sehr still geworden im Bezug auf hochwertige Holzbearbeitungswerkzeuge dieses Herstellers. Seit einiger Zeit gibt es aber wieder ein paar hochwertige Werkzeuge, die unter der Serie „Sweet Heart“ vertrieben werden. Unter anderem auch diesen Putzhobel No.4.

Zugegeben, ich war sehr skeptisch im Bezug auf diesen Hobel. Aber ein Gespräch mit Andreas Duhme, der diesen Hobel für den Werkzeugkompass 2015 getestet hat und das gute Abschneiden des Hobels in diesem Test machten mich neugierig. Ausschlaggebend dafür, dass ich diesen Hobel gekauft habe, war aber der extrem günstige Preis, zu dem der Hobel derzeit bei Amazon.de zu bekommen ist. Da wurde ich einfach schwach und habe bestellt.

Putzhobel Stanley No. 4 - Einzelteile

Der Hobel in Einzelteilen

Dieser Hobel bietet drei Besonderheiten, die ich in dieser Form an noch keinem Hobel dieses Typs gesehen habe. Besonderheit Nummer eins ist, dass der sogenannte Frosch, also der Teil, auf dem das Hobeleisen, samt Spanbrecher und Klappe aufliegt, kein gesondertes Bauteil ist, sondern als ein Gussteil mit der Sohle ausgeführt ist. Dadurch kann der Frosch nicht verschoben werden. Aber eigentlich sollte ich  sagen, dadurch muss der Frosch nicht verschoben werden, denn die Verstellung des Hobelmauls geschieht wie bei einem Block. oder Flachwinkelhobel – Ganz einfach über eine verstellbare Platte in der Hobelsohle.

Das lästige verschieben des Frosches gehört dann der Vergangenheit an. Die dritte Besonderheit ist die Lateralverstellung. Der Stanley hat eine sogenannte Norris- Verstellung. Bei dieser Mechanik ist die Einstellung für die Schnitttiefe und die Lateralverstellung, also die Schrägstellung des Hobeleisens, in einem Bedienelement untergebracht. Diese Art der Verstellung ist nicht Jedermanns Sache. Ich mag sie eigentlich auch nicht besonders. Beim Stanley No.4 hat man versucht einen Nachteil dieser Mechanik zu umgehen, nämlich den, dass sich die Einstellung unbeabsichtigt beim Hobeln verstellt. Die Stanley- Lösung für dieses Problem ist eine Feststellschraube unterhalb des Norris- Verstell- Hebels.

Putzhobel Stanley No. 4 - Einstellmechanik

Einstellmechanik

Leider hat die Mechanik bei meinem Hobel einen sehr großen Leergang. Das bedeutet, dass man bei der Richtungsänderung zwei Umdrehungen machen muss, bis die Verstellung wieder greift. Auch die Lateralverstellung hat recht viel Spiel, was aber durch die Feststellschraube ausgeglichen wird.  Diese Schraube sollte also immer benutzt werden. Die Zustellung des Hobeleisens kann dann immer noch verändert werden.

Das Hobeleisen aus hochwertigem A2 Stahl ist vom Hersteller bereits sehr gut vorbereitet. Die Spiegelseite war bei meinem Hobeleisen absolut plan und fein geschliffen. Auch die Fase war sauber geschliffen und bereits abgezogen. Der Spanbrecher lag sauber auf und machte wie das Hobeleisen einen sehr hochwertigen Eindruck. Der Hobel arbeitet ohne Nacharbeit schon recht ordentlich. Aber noch nicht richtig gut.

Das Hobeleisen sollte auf jeden Fall nachgeschärft werden. Ich habe es zusätzlich noch ein wenig verrundet, wie es sich für einen Putzhobel gehört.(mehr zu diesem Thema finden Sie hier: Hobeleisen verrunden). Viel Arbeit war nicht notwendig. Das Schärfen dauerte ca. 10 Minuten. Beim Schärfen merkt man aber auch, dass das Hobeleisen sehr hart ist. Das lässt auf eine gute Standzeit schließen.

Putzhobel Stanley No. 4 - Das Hobeleisen nach dem Schärfen

Hobeleisen und Spanbrecher nach dem Schärfen

Den Spanbrecher habe ich auch leicht nachbearbeitet, was aber mit meinen persönlichen Vorlieben zu tun hat. Ich schleife immer eine kleine, fast gerade Kante ans Ende des Spanbrechers, damit der Span dort anstößt und besser gebrochen wird. Außerdem poliere ich den unteren Teil, damit der Span besser daran entlang gleiten kann. Im Bezug auf beides habe ich allerdings keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass es das Hobelergebnis verbessert. Es schadet aber auch nicht.

Putzhobel Stanley No. 4 - Hobelversuch mit geschärftem Hobeleisen

Hobelversuch mit geschärftem Hobeleisen

Mit einem so geschärften Eisen sind hauchdünne Späne kein Problem. Das Hobelmaul kann sehr gut eingestellt werden und auch die Eiseneinstellung funktionierte beim Probehobeln sehr gut. Das hohe Gewicht des Hobels (ca. 2600g) hat sich nicht negativ bemerkbar gemacht. Mal sehen was meine Kursteilnehmer von dem Hobel halten.

Was beim Stanley No.4 SW direkt positiv auffällt ist die Ergonomie. Die sehr sauber verarbeiteten Griffe sind gut positioniert und angenehm geformt. Vor allem beim hinteren Griff ist die Größe sehr angenehm. Das folgende Bild zeigt einen direkten Vergleich zwischen dem Stanley No. 4 (vorne) und dem Juuma No.4 (hinten)

Putzhobel Stanley no.4 - Griffposition Vergleich

Vergleich der Griffe Juuma- Stanley

Die auf dem Holz aufliegende Hobelsohle ist übrigens bei beiden Hobeln gleich lang. Der Platzgewinn beim Stanley kommt durch zwei Dinge zustande: zum Einen durch den nach hinten positionierten Griff auf  der Verlängerung der Hobelsohle (welche aber nicht auf dem Holz aufliegt) und zum Anderen durch das kurze Hobeleisen und die kompaktere Mechanik.

Die Befestigung des hinteren Griffes ist übrigens auch ganz pfiffig gelöst. Das im Griff eingelegte Messingteil mit der „4“ ist ein Quermutterbolzen. die Befestigungsschraube ist von unten in den Griff eingeführt und greift in ein Gewinde in diesem Quermutterbolzen ein. Das ist sehr stabil und auf der Oberseite des Griffes ist kein Schraubenloch.

Und hier noch einmal der direkte Vergleich des hinteren Griffes zwischen einem Juuma No.4 und dem Stanley No.4:

Was gibt es noch zu diesem Hobel zu sagen? Ach ja, die Verpackung und der Rostschutz. Der Hobel kommt ordentlich in einem Karton verpackt, der fast schon zu schade zum Wegwerfen ist. Er ist in Rostschutzpapier und einen dicken Folienbeutel eingepackt. Dadurch kann auf das Einschmieren mit Öl fast ganz verzichtet werden. Man muss den Hobel also nicht aufwendig vom Rostschutz befreien. Eine ausführliche, mehrsprachige Bedienungsanleitung liegt auch im Karton.

Stanley zeigt mit diesem Hobel, dass sie es noch können. Wünschenswert wären weitere Werkzeuge aus dieser Serie. Derzeit sind Stemmeisen von Typ 750, der hier gezeigte Hobel No.4, zwei verschiedene Einhandhobel und ein Flachwinkelhobel No. 62 zu haben.

Erstes Fazit:

Der Stanley No.4 hat seinen ersten Einsatz im Kurs „Grundlagen Handwerkzeuge“ sehr gut gemeistert. Alle Kursteilnehmer kamen mit den Hobel gut zurecht und fanden die Ergonomie sehr gut. Worauf man allerdings achten muss ist die Einstellung der Spandicke. Nimmt man die Einstellung zurück, muss der Leergang wieder zurückgedreht werden, man dreht also die Verstellung wieder hinein, bis man den Widerstand merkt. Tut man das nicht, schiebt sich das Eisen gerne beim ersten Hobelstoß wieder ein Stück zurück. Das kommt durch die nicht genaue Passung der Aufnahme des Hobeleisens / Spanbrechers in der Mechanik für die Tiefen- und Lateralverstellung. Das war aber auch schon der einzige negative Punkt, der uns an diesem Wochenende aufgefallen ist.

Ähnliche Artikel:

 Update vom 27.04.2015

Inzwischen habe ich auch einen Stanley No. 62 aus der gleichen Serie. Dazu finden Sie hier einen Artikel:
Stanley No. 62, ein Start mit Hindernissen

Sie können diesen Hobel und den No. 62) über meinen aStore (Shop bei Amazon) beziehen und damit diesen Blog unterstützen. Weitere Infos zum Shop finden Sie hier: Wissenswertes zum Holzwerkershop von Heiko Rech. Klicken Sie einfach auf das Banner und Sie gelangen direkt zum Produkt im Shop.

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28 Kommentare zu Stanley Sweet Heart No. 4

  1. Markus sagt:

    Hallo Heiko,

    erst einmal vielen Dank für den tollen Artikel. Ich bin auch auf der Suche nach einem zusätzlichen Putzhobel. Hauptsächlich benötige ich den Hobel für das Abrichten von sägerauhen Zuschnittskanten. Da ich bis jetzt noch keinen Metallhobel besitze könnte ich mit dem Standley erste Erfahrung sammeln.
    Ich denke, Preis (Amazon Link ) und Qualität gehen in Ordnung.
    Oder würdest Du mir die Flachwinkel-Rauhbank mit Fase nach oben mit Fügeanschlage von Veritas empfehlen.
    vorab vielen Dank

    Grüße Markus

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Markus,

      der No.4 ist zum Kanten fügen zu kurz. Ob man nun eine Flachwinkel- oder eine herkömmliche Rauhbank benutzt ist fst schon Geschmackssache (siehe auch hier: http://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Fase-unten-oder-Fase-oben). Was die Länge angeht, würde ich das mit einem No.7 machen.

      Gruß

      Heiko

      • Markus sagt:

        Hallo Heiko,

        vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
        Da ich aktuell nur einige ältere Holzhobel besitze reizt mich der Standley Aufgrund des günstigen Preises.
        Könnte der Standley Nr. 4 auch die Bereiche des Juuma 5 abdecken und damit als All-roundhobel dienen?

        Grüße Markus

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Markus,

          ein No.4 ist ein Putzhobel, ein No.5 ist wesentlich länger. Es sind also grundlegend verschiedene Hobel. Somit ist der No.4 meiner Meinung nach nicht ganz so universell, wie ein No.5.

          Gruß

          Heiko

          • Anonymous sagt:

            Hallo Heiko,
            Ich habe mir jetzt nochmal Dein Video zur Hobelberatung angesehen. Auch deine Blogeinträge waren sehr informativ. Ich denke, ich werde mir eine No.62 kaufen. Von den Maßen ist er ähnlich wie der Juma Nr. 5. Durch die obenliegende Fase ist er bestimmt gut zu Händeln.
            Da ich von Amazon noch einen Gutschein habe werde ich über Deinen Shop einkaufen. Der Nr. 62 von Li Nielsen würde mich reizen. 
            Viele Grüße und herzliche Dank
            Markus

  2. Michael L sagt:

    Hallo Heiko,

    eben erst sehe ich Deinen Artikel und bin ganz hin und weg vom immer noch sehr guten Preis bei Amazon. Eigentlich hatte ich mich auf die Juuma No 4 festgelegt — aber jetzt wird es doch der Stanley 4er. Der Artikel von Dir, der WK’15-Beitrag und letztlich der aktuell nur unwesentlich höhere Preis hat es ausgemacht (für den man einiges mehr bekommt).

    Ich werde ihn dann zum Nachschärfen ^_< im Februar mitbringen.

    Auf diesem Weg sei Dir auch ein gutes neues Jahr 2015 gewünscht!!!

    Grüße,
    Michael

  3. Martin sagt:

    Hallo Heiko,
    jetzt habe ich mir den Stanley (in Deinem Shop) gekauft und ihn begutachten, einrichten und testen können:
    Der erste optische Eindruck ist erst einmal garnicht so schlecht. Beim ersten Zerlegen fällt aber schon auf, dass der schwarze Lack nicht richtig haftet und schnell abblättert – wurde ja schon festgestellt. Eigentlich nur ein optischer Mangel, aber nicht ganz nachvollziehbar.
    Störender ist mit die mittelmäßige Qualität der Gewinde aufgefallen. Diese sind nicht sehr sauber geschnitten und die Gewindebohrungen sind zudem nicht angesenkt. Das wirkt sich m. E. auch auf die Präzision der Verstellmechanismen aus – hier vermittelt der Hobel leider kein ganz so direktes Gefühl. Auch habe ich im Gegensatz zu anderen Hobeln mehr Probleme bei der Einstellung des Eisens. Auch bei mir scheinen sich Lateralverstellung und Spandickeneinstellung gegenseitig zu beeinflussen – hier muss ich wohl noch etwas üben.
    Das Eisen selbst und der Spanbrecher waren auch bei mir bereits in einem ordentlichen Zustand und erforderten nicht mehr viel Arbeit. Das Eisen wurde etwas verrundet und eine 30° Mikrofase angeschliffen.
    Die Gewindebohrungen habe ich alle etwas angesenkt und an die Vorderkante der Hobelsohle bzw. der verstellbaren Platte habe ich eine kleine Fase angefeilt, da diese eine sehr scharfe Kante aufwiesen. Und auch die vordere Unterseite der Klappe bekam (aus optischen Gründen) ein paar Feilstriche ab, um den bröseligen Lack zu entfernen und damit Metall auf Metall aufliegt.
    Testen konnte ich den Hobel heute an einem selbst erstellten Buche-Leimholzbrett und da schlug er sich recht gut. Mit der Oberfläche bin ich sehr zufrieden! Die Ergonomie ist passend für mich und wenn ich noch etwas vertrauter mit ihm geworden bin, dann lässt er sich hoffentlich auch bald zuverlässig und schnell einstellen.
    Unterm Strich kann ich den Stanley also beim derzeitigen Preis auch empfehlen, obwohl mir der direkte Vergleich zu den 4ern von Juuma, Lie Nielsen und Veritas fehlt.

    Gruß
    Martin

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Martin,

      das Einstellen ist bei jedem Hobel, den man neu hat erst einmal ungewohnt. Probier mal folgende Vorgehensweise:
      – Beim Lateralen Verstellen die Feststellschraube Lösen, verstellen und wieder festziehen.
      – Beim Verstellen der Spandicke die Feststellschraube der Lateralverstellung nicht lösen.
      – Mit der Klemmschraube der Klappe so viel Druck ausüben, dass sich das Eisen noch verstellen lässt, ohne dass die Schraube gelöst wird.
      – Wenn das Eisen zurückgenommen wurde, immer den Mechanismus zurück (nach unten) schrauben, so dass sich das Hobeleisen nicht mehr nach oben verschieben kann.

      Gruß

      Heiko

  4. Mathias sagt:

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für den wieder einmal sehr hilfreichen Artikel. Ich habe mir heute den No.4 in deinem shop bestellt. Bin sehr gespannt.
    Ausschlaggebend war der Punkt Ergonomie. Ich habe sehr große Hände und bei de m Juma No.5 habe ich schon Probleme den Hobel vernünftig anzufassen.
    Schade, dass die Hersteller da keine größeren Handgriffe anbieten.
    Ich denke da werde ich wohl selbst mal „Hand anlegen“ müssen.

    Gruß

    Mathias

  5. Ulf sagt:

    Hallo Heiko,

    ich bin gerade auf der suche nach meinem ersten Handhobel. In Deinem Video „Den ersten Handhobel auswählen“ empfiehlst Du die Nr. 5 als Einstiegsgröße. Würdest Du den Stanley Sweet Heart No. 4 ebenso zum Einstieg empfehlen? Oder ist er doch eine Nummer zu klein?

    Mit besten Grüßen

    Ulf

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ulf,

      der No.4 ist ein Putzhobel und als solcher eher für geringe Spanabnahme gedacht. Und eben das kann er auch recht gut. Der No.5 gefällt mir besser, wenn mehr Material runter soll. Außerdem ist er länger und man kann auch mal kürzere Werkstücke damit abrichten. Von daher ist der No.5 für mich immer noch der universellere Hobel. Dürfte ich von all meinen Hobeln nur einen behalten, es wäre der No.5.

      Gruß

      Heiko

  6. Michael sagt:

    Hallo Heiko,

    habe heute den Stanley No 62 bekommen. Ich habe ihn noch nicht ordentlich in Betrieb genommen (entfetten und schärfen). Mir ist aber aufgefallen, dass die Klappe aus Aluminiumdruckguss (könnte auch Alu-Magnesium sein) ist und schwarz lackiert ist. Der Lack plättert auf der Unterseite bereits ab, was blöd ist, da ja die Klappe nicht plan aufliegt. Ich werde das noch abschleifen und dann mal schauen. Ist das bei Deinem No4 auch der Fall. Warum verwendet Stanely nicht auch Messing? Gibt es einen Grund warum man hier Leichtmetall verwendet?
    Vielen Dank!
    Liebe Grüße aus Österreich,
    Michael

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      der Spanbrecher muss plan aufliegen, bei der Klappe musst du es nicht so genau nehmen. Ein wenig abgesprungener Lack beeinträchtigt die Funktion dieses Bauteils in keiner Weise. Du kannst dir die Arbeit also sparen.

      Bei meinem No.4 war das auch so, aber es sit die Unterseite der Klappe. Da stört mich das nun überhaupt nicht. Dass die Klappe aus Alu ist, scheint ungewöhnlich, aber es funktioniert ja. Ich weiß auch nicht, welche Alu- Legierung verwendet wurde, da gibt es ja durchaus große Unterschiede. Warum Stanley auf Leichtmetall setzt wird dir wohl nur Stanley selbst beantworten können.

      Gruß

      Heiko

      • Michael sagt:

        Hallo Heiko,

        vielen Dank für Deine Antwort – bin erst jetzt dazu gekommen zu lesen.
        Nachtrag:
        Ich habe auch etwas Recherche im englischsprachigem Raum betrieben und bin auf diesen sehr interessanten Review gestoßen:
        http://lumberjocks.com/reviews/2669#comments
        Dass die Klappe aus Alu ist, stört offenbar nicht nur mich. Einer schreibt auch“…man wird sehen wie lange es hält, es gibt ja lebenslange Garantie.“ Interessant ist, dass dieser Review 2012 geschrieben wurde und auf dem Bild was in dieser Review abgebildet ist und „Lifetime Warranty“ auf dem Karton gedruckt ist. Das konnte ich bei meinem Hobel nirgendwo finden…vielleicht ist das der Grund, dass der Hobel um fast € 100,- im Preis gefallen ist.
        Als Holzhandwerker kann ich dazu wenig Urteil geben, weil ich noch recht neu auf dem Gebiet bin – aber da ich aus dem KFZ Gewerbe komme traue ich mir gerade bei Werkzeug aus Metall ein Urteil zu – und ich lehne Alu für die Klappe im Vergleich zu Messing ab.
        Der Hobel war bei mir auch nicht ganz plan – ich konnte keinen Span hobeln, bei dem die Stärke von rechts nach links gleich war. Entweder kann ich das wirklich nicht einstellen (ist mein erster Flachwinkel Bankhobel, ein Blockhobel Flachwinkel hab ich auch, da ist es kein Problem) oder der Grund ist eben, dass die Hobelsohle nicht plan ist.
        Kurz und gut – der Hobel ging zurück und es wird ein Hobel von Juuma werden (leider muss ich bis Jahresende warten, da dieser gerade nicht lieferbar ist).

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Michael,

          bisher sehe ich in der Alu Klappe keinen Nachteil. Natürlich habe ich keine Langzeiterfahrungen damit. Frag also in 10 Jahren nochmal, ob die Alu-Klappe von Nachteil ist 🙂 Bisher konnte ich in der Anwendung keine Nachteile entdecken. Ich habe auber auch keine Erfahrungen mit dem zitierten No.62, da ich ja nur den No. 4 habe. Nach meiner Erfahrung ziehen die meisten Anwender, die wenig Erfahrungen mit Metallhobeln haben die Klappe zu fest an. Dann wird sie auf Dauer natürlich schaden nehmen.

          Was die Planheit angeht, so wäre es interessant zu wissen, wieviel und wo die Sohle nicht plan war und vor allem, wie gemessen wurde. Denn ein Span, der von links nach rechts nicht gleich dick ist, spricht eher für ein nicht richtig eingestelltes Hobeleisen, als für eine nicht plane Sohle.

          Wenn du aber beim Stanley einfach ein schlechtes Gefühl hast, dann wirst du mit ihm nicht glücklich werden. Wenn allerdings der Stanley schon deinen Ansprüchen nicht gerecht wird, dann kann es sein, dass es der Juuma auch nicht wird und du dich einfach im Premium Bereich umsehen musst.

          Gruß

          Heiko

          • Michael sagt:

            Du hast eh recht. Ich denk mal mir war der Hobel ab dem Zeitpunkt wo der Lack abblättert nicht mehr sympathisch. Das Alu mag ich auch nicht – Messing ist mir einfach lieber.
            Wegen Planheit – die Sohle war von vorne beginnend bei dem verstellbaren Teil zum Maul eher „hohl“. Das kann man sicher mit Schleifpapier und Granitplatte abziehen.

            Mit meinem Können brauch ich sicher noch keine Premiumhobel (owohl so ein LieNielsen #4 aus Bronze schaut schon saugeil aus 😉
            Also, rutsch gut rüber ins Jahr 2015!
            Lg,
            Michael

  7. Komihaxu sagt:

    Hallo Heiko!
    Ich habe noch größere Hände als du und stoße am Juuma No5 schon fast an der Lateralverstellung an. Insgesamt ist das greifen des Hobels unangenehm.
    Ist dir zufällig bekannt, ob es größere Griffe für die Juumas gibt?

    Falls nicht, wäre dieser Stanley wegen des größeren Griffes wohl durchaus eine schöne Alternative.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      es gibt meines Wissens keine größeren Griffe für Juuma und Dick Hobel. Aber frag doch einfach mal bei den Händlern nach. Vielleicht passiert ja dahingehend mal was, wenn genug Leute nachfragen.

      Gruß

      Heiko

  8. Martin sagt:

    Hallo Heiko,
    danke für die wieder einmal sehr ausführliche Darstellung, die den Test im Werkzeugkompass sehr gut ergänzt.
    Ich bin derzeit auch auf der Suche nach einem ordentlichen Putzhobel. Es stehen demnächst ein paar mittelgroße Flächen zum Verputzen an (schmale Tür, Korpus für Badezimmermöbel, etc.) und für diese und ähnliche Aufgaben soll der Hobel verwendet werden.
    Favorisiert hatte ich bisher den Juuma Nr. 4, der im Werkzeukompass auch sehr gut abgeschnitten hat oder einen Flachwinkler von Veritas.
    Du hast mal den Small Bevel Up Smoother SBUS vorgestellt und warst offenbar sehr zufrieden mit diesem Hobel. Wahrscheinlich wäre mir dieser aber etwas zu klein und ich würde daher zum „normalen“ Flachwinkel-Putzhobel tendieren, der von der Ausstattung und Qualität dem SBUS sicherlich weitgehend entspricht.
    An den Veritas-Modellen gefällt mir, dass ich diese mit einem geeigneten Eisen auch mal in der Stoßlade einsetzen könnte und auch das schnelle Öffnen und Schließen des Hobelmauls, ohne das Eisen beschädigen zu können.
    Kannst Du mir einen Tipp geben, bzw. würdest Du, wenn man den Preisunterschied mal vernachlässigt, eher zum Stanley oder zum Veritas tendieren?
    Danke und Gruß
    Martin

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Martin,

      ich habe nur den kleinen SBUS, den großen Veritas habe ich nicht. Daher fehlt mir natürlich der Vergleich zum SBUS und zum Stanley. Mutmaßungen bezüglich ähnlich aussehender Werkzeuge, deren Einsatzmöglichkeiten oder Qualität habe ich mir schon lange abgewöhnt. Was ähnlich aussieht muss nicht ähnlich gut sein.
      Eine konkrete Kaufempfehlung spreche ich daher an dieser Stelle nicht aus. Gerade bei Handwerkzeugen spielen auch die persönlichen Vorlieben eine große Rolle. Ich zum Beispiel mag die Flachwinkler nicht, wenn viel Material abgetragen werden soll.
      Überleg dir, was du mit dem Hobel machen möchtest. Wenn du viel Hirnholz hobeln möchtest hat der Flachwinkler Vorteile, ansonsten wäre mein Favorit eher der Hobel mit Fase unten.

      Gruß

      Heiko

      • Martin sagt:

        Danke für die schnelle Antwort. Da werde ich jetzt mal in mich gehen und vielleicht morgen noch mal die Veritas-Hobel beim Händler anfassen. Den Stanley müsste ich leider ungesehen (dann aber natürlich über Deinen Shop!) kaufen – könnte ihn dann aber wohl auch wieder zurückgeben.
        Gruß
        Martin

  9. Franz Gschnitzer sagt:

    Hallo Heiko,

    mir ist aufgefallen, dass englische Hobel immer nummeriert sind. Zum Beispiel Stanley Putzhobel Nr. 4…

    Was hat es mit dieser Nummerierung auf sich?

    Danke für die Info!

    SG

    Franz

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Frank,

      Viele Hersteller übernehmen das Nummerierungssystem von Stanley, dass es meines Wissens schon seit ca. 100 Jahren gibt. Vereinfacht kann man sagen, dass der No. 3 der kleinste, gängige Bankhobel ist, die No.8 der größte. Es gibt auch einen No.2 und einen No.1, aber die sind schon sehr speziell.

      Gruß

      Heiko

  10. Sonja Senge sagt:

    Hallo zusammen,
    ich hatte den „Sweetheart“ auch in Gebrauch, auch wenn Andreas Duhme den Test im „Kompass“ durchgeführt hat. Ich bin mit diesem Hobel sehr gut klargekommen. An etwas „bockigem“ (= sehr unregelmäßig gewachsenem) Kirschholz hat er mit mehr geholfen als der Hobel von Veritas. Ich konnte nicht beobachten, dass sich das Messer verstellt hätte – auch auf meinem schwierigen Material nicht.

    Viele Grüße
    Sonja

  11. Michael Hild sagt:

    Hallo Heiko,

    um ehrlich zu sein, hat mich das gute Abschneiden im „Kompass“ auch etwas gewundert.
    Ich hatte den Stanley No.4 ja selbst.
    Zu dem großen Leerweg der Verstellung kam erschwerend hinzu, dass sich eigentlich bei jeder Schnitttiefe auch das Messer leicht verdrehte und somit die Lateraleinstellung nicht mehr stimmte. Recherche im Inet ergabt, das war kein Einzelfall.
    Wie ist denn das bei Deinem? Auch so oder hat Stanley mittlerweile nachgebessert?

    Grüße
    Michael

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Michael,

      ich habe das auf deinem Blog mal irgendwann gelesen. Bei meinem Hobel kann ich das aber nicht feststellen. Ob Stanley da nchgebessert hat oder nicht, kann ich natürlich nich beurteilen. Meiner Erfahrung nach hat ein solches Verhalten oft mit einer zu lockeren Einstellung der Klappe zu tun, Da den richtigen Druck zwischen zu fest und zu locker zu finden ist nicht immer ganz einfach.

      Gruß

      Heiko

  12. Hallo Heiko,

    ich habe mir auf deine Empfehlung hin den Juuma No. 5 zu Weihnachten gegönnt, mein Erster Hobel war ein ECE mit dem war ich naja mehr oder weniger auch zufrieden aber das Einstellen des Hobelmessers ist schon immer ein Akt. Ich muss sagen zwischen dem Juuma und dem ECE liegen Welten, nach der Optimierung des Hobelmessers bin ich nur noch am Hobeln…;-)

    Ich möchte mir noch den JUUMA Flachwinkel-Bankhobel und die JUUMA Rauhbank No. 6 zulegen, würdest du jetzt eher den Stanly oder den Juuma vorziehen?

    Gruß Bastian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Bastian,

      beim No.4 ginge meine derzeitige Empfehlung, also so lange der preis so günsitg ist, ganz klar zum Stanley. Beim No. 62 kann ich dir nicht weiter helfen. Der Stanley No. 62 scheint von den Bildern her sehr viel mit dem No.4 gemeinsam zu haben. Da ich diesen hobel aber nicht habe, werde ich mir über ihn kein Urteil erlauben.

      Gruß

      Heiko

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