Geht doch: Trend T11 im Festool CMS

Die Trend T11 im Festool CMS-OF.

Die Trend T11 im Festool CMS-OF.

Ich wurde schon mehrmals gefragt, ob man die Trend T11 nicht in das Festool CMS- System, also das CMS-OF einbauen könnte. Meine Antwort darauf lautete dann immer, dass es ohne größeren Umbau nicht geht. Es geht aber doch und der Umbau ist nicht sehr schwierig. Das Beste daran ist aber, dass der Umbau jederzeit rückgängig gemacht werden kann. Am CMS System wird nichts umgebaut und alle Änderungen an der Fräse sind schnell wieder zurückgebaut. Für den Umbau werden keine speziellen Bauteile benötigt. Lediglich ein paar Muttern und ein Stück M10- Gewindestab.

Und so wird’s gemacht:

Der erste Schritt besteht darin, die Tiefenfeineinstellung der Trend T11 zu entfernen. Dazu muss lediglich eine Schraube (Torx TX15) am unteren Ende herausgeschraubt werden. Die ganze Gewindestange kann nun einfach herausgezogen werden.

Achtung: Diese Stange verhindert auch, dass sich die Grundplatte aus dem Motorgehäuse löst. Die Fräse sollte vor der Demontage in der obersten Position geklemmt werden, ansonsten drücken die Federn im Inneren die Grundplatte aus dem Motorgehäuse.

Als Nächstes wird der sogenannte Revolveranschlag entfernt. Er stört bei der Befestigung der Fräse mit den drei Krallen des CMS. Er wird im Frästisch auch nicht benötigt. Passen sie auf, dass Ihnen die kleine Feder und die Kugel unter dem Anschlag nicht verloren geht.

Der Kopierringhalter, sowie die Befestigungsschrauben für den Parallelanschlag werden ebenfalls demontiert.

Damit die Höhenverstellung des CMS genutzt werden kann, die ja nun wirklich sehr bequem ist, wird an der richtigen Stelle ein Gewindestab eingesetzt. Mit „richtiger Stelle“ ist dabei genau der Platz gemeint, an dem zuvor die Tiefenfeineinstellung montiert war. Dort wird ein Gewindestab mit einer Länge von 110mm Länge mittels zweier Muttern befestigt. Ich habe selbstsichernde Muttern genommen, um zu verhindern, dass sich der Stab oder eine Mutter durch Vibrationen löst.  Das war auch schon alles, was an der Oberfräse geändert werden muss. Wer will, kann noch die Original Laufsohle abschrauben, um noch zwei Millimeter an Höhe zu gewinnen.

Eine Gewindestange mit einer Länge von 110mm  wird statt der Feineinstellung angeschraubt.

Eine Gewindestange mit einer Länge von 110mm wird statt der Feineinstellung angeschraubt.

Damit die Höhenverstellung gut funktioniert, wird noch ein kleines Klötzchen aus Multiplex oder Massivholz benötigt. Versierte Metaller werden hier natürlich zu einem Metallstück greifen. Aber Holz tut es auch. Dieses Klötzchen wird an den Mitnehmer der CMS- Höhenverstellung montiert. Entweder mit einer Rundkopfschraube oder aber auch mittels Einschalgmutter und Gewindeschraube. Beides hatte ich noch in der Restekiste.

Der Umbau ist nun abgeschlossen.

Die Montage der Trend T11 in der Grundplatte des CMS Moduls ist jetzt denkbar einfach. Der Kunststoffring für die OF1400 wird samt kleinem Reduzierring in die Platte eingelegt. Die Fräse wird aufgesetzt. Das Loch im Einlegering dient als Zentrierhilfe. Bringen Sie es in Deckung mit der Spannzange. Hier reicht gutes Augenmaß. Die Zentrierung dient nur dazu, dass Fräser und Einlegeringe in etwa zueinanderpassen.

Mit den drei Krallen wird die Fräse nun befestigt. Das hat bei meiner Festool OF14oo über mehrere Jahre gut gehalten und ich gehe davon aus, dass es bei der T11 auch funktioniert.

Der Mitnehmer sitzt auf der Gewindestange auf. Er bewegt die Oberfräse auf und ab.

Der Mitnehmer sitzt auf der Gewindestange auf. Er bewegt die Oberfräse auf und ab.

Das war’s, die T11 ist im Festool CMS-OF eingebaut und die original Höhenverstellung kann genutzt werden.

Für den ständigen Ein- und Ausbau der Fräse ist die Kombination Trend T11/ Festool CMS nicht unbedingt geeignet. Mir war jedoch die Festool OF 1400 inzwischen doch zu schade für den Verbleib im Frästisch. Die Trend T11 mit 600 Watt mehr Leistung macht sich im Frästisch sehr gut. Erste Tests verliefen sehr positiv.

Noch ein Hinweis zum Schluss:
Ich bin mir nicht sicher, wie weit dieser Umbau der bestimmungsgemäßen Verwendung von Oberfräse und CMS entspricht. Es ist daher nicht auszuschließen, dass hierdurch die Garantie bzw. Gewährleistung eingeschränkt ist. Sicherheitsbedenken habe ich persönlich keine, aber auch hierzu weise ich darauf hin, dass diese Kombination weder  vom Hersteller der Fräse, noch von Festool in dieser Form freigegeben ist.

 

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12 Kommentare zu Geht doch: Trend T11 im Festool CMS

  1. Max sagt:

    Hallo Heiko,

    in Anlehnung an Deinen Blog-Titel „geht doch“ möchte ich Dir (und anderen Spezialisten) folgende Frage stellen:

    Ist eine Perles OF3 durch Änderungen so anzupassen, dass sie in das Festo Modul 5a (aus dem Basis Plus-Tisch) passt ?

    Vorgesehen ist für das Modul 5a u.a. die Festool OF 1010 – wäre ja grundsätzlich vielleicht die bessere Wahl, ist aber für meine Einsteiger/Wenig – Nutzung doch sehr teuer.

    Eine Alternative wäre auch eine gebrauchte OF 1010 – aber natürlich ohne Garantie etc.

    Eine neue OF3 gibts für ca. 180.-€ – wäre deutlich besser in meinem Preisrahmen angesiedelt.

    Von der Leistung her würden mir beide Modell reichen.

    Gruß

    Max

  2. Klaus Krege sagt:

    Hallo Herr Rech,

    als absoluter Neueinsteiger bei Oberfräsen habe ich eine Frage zum Einbau der Oberfräse in einen Tisch. In vielen Beispielen wir die Oberfräse mit einer Einlegeplatte montiert. Warum macht man keinen Ausschnitt in Größe der Grundplatte der OF in den Tisch und fixiert sie dann von unten. Dann hätte man doch keinen Verlust der Hubhöhe durch die Einlegeplatte. Warum wird dies nicht so gemacht?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Klaus,

      macht man einen durchgängigen Ausschnitt hat man mehrere Nachteile:

      • 1. Die Befestigung wird schwieriger
      • 2. Das Ausrichten der Maschine genau zum Rest der Tischfläche ist schwieriger
      • 3. Man muss sich eine Möglichkeit überlegen, die Öffnung in der Grundplatte an den jeweiligen Fräserdurchmesser anzupassen.

      Bei einer Einlegeplatte kann man die Fräse gut befestigen, kann diese gut ausrichten und man nutzt Einlegeringe um die Öffnung um den Fräser so klein wie möglich zu halten. Meiner Meinung nach überwiegen die Vorteile einer Einlegeplatte gegenüber dem geringen Verlust an Fräshöhe.

      Gruß

      Heiko

  3. Sascha sagt:

    Hallo Heiko,
    super, darüber hatte ich schon nachgedacht.
    Weißt Du, ob das auch mit der T10 funktioniert?

    FG

    Sascha

  4. Holger sagt:

    Hallo,
    es gibt noch eine andere Methode die T11 relativ einfach (ich würde den Bauaufwand jetzt nicht als gross bezeichnen) im Basis Plus oder CMS unterzubringen. Denn das CMS OF bzw. Basis 6 und 6a sind selbst gebraucht sehr selten und teuer.
    Dies ist also die Geizhalsvariante.

    Dazu benötigt man den Einleger Basis 1a, Basis 1a/t oder Basis 2a. (Basis 1 und 2 sind eher ungeeignet aufgrund des Rillenprofils, Basis 3; 4; 5 und 5a passen ebenso wie das Bandschleifgerär gar nicht. CMS TS und Basis 6; 6a kenne ich nicht. )
    Basis 1a/t ist aber noch relativ teuer und eigentlich auch zu schade. Für 1a und 2a werden aber so langsam die Sägen knapp, die sind teils schon gut bezahlbar. Zumal man nur die eigentliche Einlegeplatte benötigt, der ganze Firlefanz untendrunter darf fehlen oder defekt sein. Meines in unvollständig hab ich komplett mit Tisch gekauft, nach verkauf des Tisches war es umsonst… Wer mag kann auch die entsprechende Einlegeplatte als Ersatzteil ordern, die liegen preislich um 150€

    Vorgehen: man nimmt die Einbauschablone der T11 und bohrt unter Beachtung der Profilkanten passende Löcher und Senkungen in den Einleger (beim bohren schmiermittel verwenden) Das grosse Loch fertigt man vermutlich am besten mittels Laubsäge und Fächerschleifer. 95er Lochsäge könnte auch gehen. Wer mag kann noch den Sägeschlitz mit Pattex Stabilit, Prestolith oder Flüssigmetall zuspachteln und vorsichtig, ohne die Eloxalschicht gross zu schädigen versäubern.

    Als Reduzier-Einleger nimmt man mittels Fräszirkel hergestellte Holzringe (noch besser ist Plexiglas oder Alu) die sich einfach von oben verschrauben lassen. Als Anschlag muss man Guido Henns Version etwas kleiner Bauen, fixieren lässt der sich prima mittels sechskantschrauben in den im Einlegerprofil vorhandenen Nuten, netterweise sowohl Längs als auch quer. Die eine Nut gibt aber auch eine prima führung für nen Winkelanschlag ab, sofern man nicht ohnehin schon einen besitzt.

    Ich habe zur aussteifung der Platte noch 2 Aluprofile unten angebracht, unbedingt nötig ist das aber wohl nicht.

  5. Peter R. sagt:

    Hallo Heiko,

    finde ich wirklich interessant den Mix aus Festool & Trend. Hätte nicht gedacht, dass sich das so umsetzen lässt! Ich wollte meine OF 2000 in ein CMS Modul verbauen, das geht leider gar nicht!

    Mich freut jetzt, das du die Festool OF1010 für dich entdecken konntest! Habe mich sowieso schon seit längeren gefragt, warum für dich die OF1010 überhaupt kein Thema ist? Nicht einmal erwähnt. Außer im Werkzeug Kompass 2014.
    Der Tischlermeister Guido Henn hat die Oberfräse dauern seinen Händen. Ich denke mir, er ist von der Maschine begeistert!

    Hoffe nur, dass die OF1010 nicht nur eine Erweiterung der Maschinen für deine Kurse wird! Bin schon neugierig, was da so an Info alles kommt!

    Gruß Peter

  6. Patrick K sagt:

    Hallo Heiko,

    schön, das der Umbau funktioniert hat UND das die OF 1400 wieder etwas Sonnenlicht bekommt. Mit den tollen Funktionen, die die 1400er bietet, ist sie wirklich zu schade für ein „Schattendasein“. Ich bin auch immer wieder froh wenn ich sie aus dem Frästisch ausbaue. Die T11 wird sich mit Sicherheit gut machen. Mit ihren 2.000 Watt ist sie auch ein echter Brummer und für den Frästisch mehr als geeignet.

    Viele Grüße,

    Patrick

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      ja, jetzt darf die OF1400 mal wieder zum Spielen raus. Und sie hat auch gleich zwei neue Spielgefährten bekommen 🙂

      Gruß

      Heiko

      • Patrick K sagt:

        Hallo Heiko,

        wer darf denn da mitspielen? Wenn man fragen darf …

        Viele Grüße,

        Patrick

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Patrick,

          eine Dewalt D26204K ist schon seit einigen Wochen da, eine Festool OF1010 kommt morgen.

          Gruß

          Heiko

          • Patrick K sagt:

            Hallo Heiko,

            sehr schön! Dann kann ich ja spätestens bei meinem Kursbesuch im Juli ein ganze Großfamilie auf dem „Spielplatz“ begrüßen. Da gibts ja einiges zu fräsen. Freu‘ mich schon!

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