Update zum Schärfen mit Diamant

Diamant Schärfblock

Diamant Schärfblock

Es ist nun schon eine Weile her, seit ich meinen ersten Diamant- Schärfblock gekauft habe und es wird Zeit für ein Fazit.

Habe ich weitere Diamant- Schärfblöcke gekauft? Nein, das habe ich nicht. Obwohl ich anfangs recht angetan von der Idee war auf Diamant umzusteigen, hat die längere, praktische Erfahrung mir gezeigt, dass es für mich nicht die richtige Art zu schärfen ist.

Der Diamantblock war zu Beginn sehr aggressiv, was mir gut gefallen hat. Er trug schnell Material ab und man bekam eine gute Rückmeldung. Man fühlte also, was der „Stein“ tut. Aber das bei Weitem nicht so direkt wie bei einem Wasserstein.  Sehr schnell verlor der Diamantblock aber diese Aggressivität. Man hat das Gefühl, dass er feiner wurde, was natürlich nicht passiert ist, er stumpfte lediglich ab. Dieser Effekt ist in der ersten Zeit zu beobachten, scheinbar stumpfen die scharfen Kanten der Diamantpartikel sehr schnell ab. Nach mehreren Monaten intensiver Nutzung habe ich nun den Eindruck, dass der Schärfblock doch schon abgestumpft ist. Er schleift nicht mehr so schnell. Ich denke, er wird bei meiner starken Nutzung wohl auch nur ca. ein Jahr halten. Allerdings richte ich damit auch meine Steine ab, was mit Sicherheit eine stärkere Belastung ist, als das Schleifen von Werkzeugen.

Die Beobachtung, die Timo hier schildert, konnte ich ebenfalls machen. Die Beschichtung war am Rand sehr schnell weg. Dass man weniger Wasser benötigt, wenn man mit Diamant schärft stimmt. Allerdings kann man nicht ganz darauf verzichten, denn der Abtrag muss ja abgespült werden.  Der geringere Wasserverbrauch ist für mich persönlich kein so großer Vorteil, da ich einen großen, wasserfesten Schärfplatz habe und auch schon mal direkt am Waschbecken schärfen kann.

Dass die Diamantplatten schneller schleifen, als vergleichbare Wassersteine konnte ich bisher nicht feststellen.

Nach meinen jetzigen Beobachtungen macht für mich der Einsatz von Diamant zum Schruppen und für das Abrichten von Wassersteinen durchaus Sinn. Meine feineren Steine (1000 – 8000) werde ich allerdings nicht gegen Diamantblöcke tauschen. Mir fehlt die Rückmeldung beim Schärfen und das Gefühl. Bei meiner derzeitigen Art zu schärfen (dazu habe ich hier und hier was geschrieben) ist die Abnutzung der Wassersteine auch viel gleichmäßiger und geringer geworden. Ich richte seltener Ab. Wenn ich bedenke, dass mein 1000er King Stein nun schon über sechs Jahre im Einsatz ist, wird die Lebensdauer der Diamantblöcke wohl nicht immer an die der Wassersteine heran kommen.

Cerax 1000 und Cerax 3000 mit Nagurastein

Cerax 1000 und Cerax 3000 mit Nagurastein

Der 1000er King Stein ist schon recht weit herunter geschliffen. Mein 6000er King ist mir leider zerbrochen. Ich wollte auch mal andere Steine ausprobieren und habe mir daher meine ersten beiden Cerax Steine gekauft. Einen Mit Körnung 1000 und einen mit Körnung 3000. Die ersten Versuche waren sehr positiv.  Dass die Steine nicht permanent im Wasser liegen dürfen, ist für mich kein Nachteil, da ich meist etwas stumpfes Werkzeug zusammenkommen lasse und diese dann miteinander schärfe.  Die Cerax sind härter und müssen seltener abgerichtet werden. Davon und durch den Verzicht auf eine Mikrofase und eine Schleifführung verspreche ich mir in Zukunft weniger Zeit mit dem Schärfen verbringen zu müssen. Ich denke, ich werde mein Steinsortiment in absehbarer Zeit noch um einen 6000er und einen 8000er Cerax erweitern.

 

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4 Kommentare zu Update zum Schärfen mit Diamant

  1. Hallo Herr Rech, hallo Steven,

    erstmal Danke für die Antworten!

    Ich habe genau die von Steven angesprochenen King Steine und bei dem Ulmia-Eisen handelt es sich um ein Eisen aus einem alten Hobel, dass ziemlich ramponiert war, als ich ihn bekam. Ich möchte das Eisen zu einem Schrupphobeleisen mit Radius umarbeiten. Ich denke, dazu taugt der Hobel noch.

    Die Cerax und Shapton-Steine kann man sicher wirklich nur auf einer Diamantplatte abrichten. Auch nicht ganz billig.

    Einen Schleifbock mit Edelkorundscheibe trocken habe ich und setze ihn für Bohrer ein. Allerdings bringe ich Ihn zumeist nach draußen, ich habe etwas Angst wegen der Funken, da ich meine Werkstatt in einer Holzgarage habe. Bohrer sind meines Erachtens auch schneller geschliffen als ein Hobeleisen und ich möchte auch etwas witterungsunabhängig werden.

    Ich werde noch einmal über die Varianten nachdenken, ob nun Cerax- oder Shapton Stein oder gar doch eine Tormek. Obwohl ja die Tormek gemäß Ihrer Erfahrungen auch nicht das ideale ist.

    Nochmals Danke für die Infos und ein schönes Wochenende
    Maik Nieswandt

  2. Steven sagt:

    Moin, Moin.

    Ich als Anfänger habe mir einem 220 sowie einen 1000/6000 Stein von King gegönnt. Sicher nicht das Beste der Welt, aber seit über einem Jahr zumindest zufriedenstellend. Bei den Beiteln als auch Hobeleisen, waren neue und alte dabei. Die zwei alten Kirschen Eisen schienen etwas härter, als das eine neue das ich habe.
    Bei allen Eisen (außer dem Stanley 4* Eisen, danke für die Empfehlung Heiko), dauerte das Herstellen der Spielgelseite etwas. Ungefähr 15 min. habe ich gebraucht. Der von Heiko erwähnte höhere Druck war in der Tat hilfreich, sowie bei besonders „krummen“ Eisen nur 1cm zu ebnen.
    Der Fortschritt mit „nur“ dem 1000 war sehr langsam, deshalb kam der sehr weiche aber schnell arbeitende 220 dazu.
    Übrigens habe ich für mich festgestellt, das der schnell enstehende Schlamm auf dem 220 noch lange schneidet. Daher nicht sofort runterspühlen, dann hält sich der Stein verbrauch auch sehr in Grenzen.

    Eine bescheidene Meinung

    Liebe Grüße
    Steven

  3. Hallo Herr Rech,

    ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema „Schärfen“ und bin zwischen den verschiedenen Methoden hin und her gerissen. Nach einem relativ frustrierenden Sonntag Nachmittag mit einem Hobeleisen denke ich nun final über die Anschaffung einer Tormek nach. Am WE wollte ich ein zweilagen Ulmia Hobeleisen auf meinen King Wassersteinen schärfen. Bereits die Spiegelseite stellte sich quasi als mit dem Wasserstein unschleifbar heraus. Das Schneidenlagenmaterial ist sehr hart. Der Stein nutzte sehr stark ab, der Zeiteinsatz war immens und das Eisen ist nach 2,5 Std. immer noch weit entfernt davon fertig zu sein. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch schon mit meinen Kirschen Stemmeisen gemacht. Diese scheinen auch relativ hart zu sein, aber lange nicht so, wie dieses Hobeleisen. Der Zeitaufwand war auch bei den Kirschen Stemmeisen relativ hoch und der Steinverschleiß nicht unwesentlich. Ich frage mich, ob die King Steine für westliche Werkzeugstähle wirklich eine gute Wahl sind.
    Nun stellt sich die Frage nach Alternativen. Steine mit härterer Bindung wie Shapton, Cerax oder gar Diamant. Diamant ist für mich auch nicht die erste Wahl, meine Erfahrungen decken sich mit den ihrigen. Shapton oder Cerax schleifen sich nicht so schnell aus wie die King Steine, aber wie soll man diese Steine wieder abrichten. Dafür bräuchte ich dann schon eine Diamantplatte, die nicht gerade billig ist.
    Zwei bis drei Cerax oder Shapton Steine kosten schnell 200,-€, plus die Diamantplatte zum Abrichten. Ich denke, das Gesamtpaket kommt schnell auf 300,-€, wenn man noch eine gute Schleifführung dazu nimmt.
    Die kleine Tormek ist von den 300,-€ nicht mehr weit entfernt.
    Was denken Sie zu dem Thema. Härtere Steine oder Tormek? Sie konnten doch auch schon Erfahrungen mit der Tormek machen.

    Danke für Ihre Rückantwort.
    Schöne Grüße
    Maik Nieswandt

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Herr Nieswandt,

      das Thema Schärfen ist wohl eines der am meisten diskutierten in Holzwerkerkreisen. Ich habe in den letzten Jahren auch vieles ausprobiert, einiges wieder verworfen und meine Methoden immer wieder den wechselnden Gegebenheiten angepasst. Momentan passe ich wieder etwas an.

      Ein laminiertes Ulmia Eisen hatte ich bisher noch nicht geschärft. Ich kann mir aber vorstellen, dass die schneidende Schicht sehr hart ist. Da wird sich jeder Stein schwer tun. Ein Kursteilnehmer hatte mal versucht ein HSS Eisen auf einem King Stein zu schleifen. Das funktioierte nicht. Auf der Diamantplatte ging es besser, aber auch recht langsam. Generell würde ich aber mal überlegen, warum die Spiegelseite so viel Arbeit braucht. Wenn das Eisen neu ist und die Spiegelseite krumm, dann gehört ein solches Eisen zurück zum Hersteller. Ich habe viele Eisen von Juuma, Dick, einige Stanley, einige Veritas und auch von ECE. Keines der Eisen war wirklich krumm. Alle waren recht schnell einsatzbereit.

      Die King Steine sind schon sehr gut. Sie kommen eigentlich mit allen Stählen zurecht. Dennoch wechsele ich gerade zu CERAX Steinen, da sie härter sind. Das Abrichten ist aber in der Tat schwieriger, als bei den King Steinen. Dazu nutze ich die Diamantplatte. Hier habe ich ja bereits den Kombistein vorgestellt:
      http://holzwerkerblog.de/2015/04/02/die-mittelklasse-existiert/
      Inzwichen habe ich die auch die Körnungen 400/ 1000/ 3000/ und 8000 und bin mit den Steinen sehr zufrieden. Für Leute, die weniger schärfen reicht aber der Kombistein.

      Die Tormek habe ich mir einige Male angesehen, sie konnte mich nicht überzeugen. Im Vergleich zu anderen Methoden war sie mir zu langsam. Daher hat nun wieder eine Trockenschleifmaschine in meiner Werkstatt Einzug gehalten. Das geht schneller und in Kombination mit einem 8000er Stein zum Abziehen sind scharfe Schneiden wirklich schnell hergestellt. Aber egal ob Tormek oder Trockenschleifmaschine, mit beiden können die Spiegelseiten nicht hinreichend gut bearbeitet werden. Die Maschine muss also durch einen oder zwei Steine ergänzt werden.

      Abschließend würde ich dazu raten, den King Steinen noch einmal eine Chance zu geben. Vielleicht nicht gerade mit einem extrem harten Eisen. Übrigens erschienen mir die Kirschen Eisen auch nicht so extrem hart. Vielleicht fehlt auch einfach noch der Druck. Die King Steine vertragen viel Druck, was aber auch etwas Übung braucht. Und das ist das wichtigste: Übung. Sie werden sehen, mit der Zeit geht das Schärfen immer schneller und einfacher von der Hand.

      Gruß

      Heiko Rech

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