Die Mittelklasse existiert!

Ich stelle gerade für ein langfristiges Projekt eine Werkzeugausstattung für Einsteiger zusammen. Da nicht jeder ein unbegrenztes Budget und unbegrenzten Platz hat, lege ich bei dieser Ausstattung Wert auf möglichst vielseitigen Einsatz, gutes Preis- Leistungsverhältnis und wenn möglich auch geringen Platzverbrauch. Wenn man ein wenig sucht findet man sehr interessante Werkzeuge in der mittleren Preisklasse, die durchaus gute Qualität aufweisen. Sozusagen die Mittelklasse bei den Werkzeugen.

Einige dieser Werkzeuge möchte ich Ihnen hier einfach einmal kurz vorstellen, ohne gleich einen ausführlichen Test daraus zu machen.

Wolfcraft Universalwinkel 500mm

Bei Winkeln scheiden sich die Geister. Es gibt Anwender, die wollen absolute Präzision bis auf den letzten hundertstel Millimeter. Mir persönlich reicht die Präzision bei MEsswerkzeugen aus, die ich auch mit meinen anderen Werkzeugen erreichen kann und die der Werkstoff Holz auch hergibt. Von diesem Standpunkt aus ist der Wolfcraft Winkel absolut ausreichend. Der Umschlagtest auf einer Sperrholzplatte mit einem gut gespitzten Bleistift ergab, dass ich mit bloßem Auge keine Abweichung erkennen kann. Für mich vollkommen ausreichend. Den vorgänger dieses Winkels habe ich schon zehn Jahre und habe ihn von meinem Vater übernommen. Also gut 15 Jahre ist der schon alt. die neue Version hat statt einer Abkantung eine Kunststoffschiene. So kann der Winkel beidseitig genutzt werden und die Schiene kann entfernt werden. Dadurch vergrößert sich der Einsatzbereich noch einmal.

Auf der Herstellerseite gibt es auch einen guten Überblick darüber, was man mit dem Winkel so alles machen kann:
http://www.wolfcraft.de/de/produkte/p/messwerkzeuge/messwerkzeuge/s/p/index.html

Kress 108 ALS 2,0 Set L

Akkuschrauber – geben Sie diesen Suchbegriff niemals in die Suchfunktion eines Werkzeugforums ein! Nach Lesen der dort verfassten Beiträge werden Sie den Akkuschrauber für den absoluten Mittelpunkt Ihrer Werkstatt halten. Dabei soll er doch lediglich Schrauben eindrehen und vielleicht auch mal Löcher bohren. Dabei noch handlich sein und nicht gleich im ersten Jahr kaputt gehen. Für den Möbelbau braucht man auch kein absolutes Kraftpaket. Wann haben Sie zum Beispiel zuletzt eine 10 x 300er Schraube an Ihren Möbeln eingesetzt? Eben!

Alles was man braucht, Winkelaufsatz, Ladegerät, Bohrfutter und Lampe

Alles was man braucht, Winkelaufsatz, Ladegerät, Bohrfutter und Lampe

Aus diesem Grund wurde mein neuer Akkuschrauber auch kein absolutes Hightech Gerät, sondern eben solide Mittelklasse. Der kleine und handliche Kress 108 ALS 2,0 macht genau das was er soll, Schrauben eindrehen und Löcher bohren. Die 2,0 Ah Akkus halten länger durch, als man braucht um sie leer zu bekommen, der Winkelkopf und das abnehmbare Bohrfutter sind sehr praktisch. Bei aufgestecktem Bohrfutter kann das Schrauberbit in der Spindel verbleiben. Bohrstellenbeleuchtung und eine Anzeige der verbleibenden Restladung des Akkus sind auch mit dabei. Der Koffer ist mit einem praktischen Deckelfach ausgestattet. Ideal für Schrauben und Kleinteile. Im Koffer ist noch Platz für Bits und weiteren Kleinkram.

Achja, eine Lampe ist im Set auch noch mit dabei.

Alles sauber verstaut und sogar noch Platz ffpr Bits und Bohrer

Alles sauber verstaut und sogar noch Platz ffpr Bits und Bohrer

Und warum wurde es bei mir genau dieser Schrauber? Das ist jetzt der vierte Akkuschrauber in der Werkstatt. Bei Kursen benötige ich schon mal mehrere Geräte gleichzeitig. Da ich selbst eine Kress 500BS Bohrmaschine habe und für den Werkzeugkompass der Zeitschrift HolzWerken bereits das Vorgängermodell des Schraubers und auch die neue Bohrmaschine 600 BS QuiXS testen durfte, ist mir die Wahl recht leicht gefallen. Meiner Meinung nach bieten die Werkzeuge dieses Herstellers ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis.

Hier geht es zur Herstellerseite:
Kress 108 ALS 2.0 Set L

Cerax Kombistein 1000 / 6000

Eigentlich bin ich kein Freund von Kombisteinen. die meisten haben zwei Nachteile: Erstens sie sind zu klein. Es gibt auch große Kombisteine, aber da wird dann die Auswahl schon geringer. Der zweite Nachteil ist der, dass die meist schon recht dünnen Steine irgendwann noch dünner werden und brechen können. Dann kann man den Stein auf einen wasserfesten Träger kleben und nur noch eine Seite nutzen. Meist ist auf Dauer ein solcher Stein teurer, als Einzelsteine.

Den Cerax Kombistein gibt es in mehreren Varianten. Die hier gezeigte Variante ist 63mm breit und somit auch für breite Hobeleisen geeignet. So gesehen also auch für Einsteiger sehr zukunftssicher. Der zweite Vorteil ist der, dass die beiden Steine nicht direkt miteinander verklebt wurden. Zwischen den Steinen befindet sich ein Kunststoffteil. Das stabilisiert den Stein auch, wenn er durch häufige, oder lange Nutzung dünner wird. die beiden Steinhälften sind mit 15mm (1000er Seite) und 11mm (6000er Seite) auch dicker, als bei so  manch anderm Kombistein.

Eine stabile Verklebung der beiden Steine auf einem Kunststoffträger

Eine stabile Verklebung der beiden Steine auf einem Kunststoffträger

Der Cerax Kombistein kommt in dieser etwas teureren Variante auch gleich mit einem rutschsicheren Steinhalter mit integriertem Wasserbehälter und Abdeckung. In der Kunststoffplatte zwischen den beiden Steinhälften sind Löcher, durch die überschüssiges Wasser in den Wasserbehälter fließen kann. Also schon sehr durchdacht. Der Aufpreis zur einfachen Steinvariante ohne Zwischenplatte, Steinhalter und Abdeckung lohnt sich daher schon.

Mit den beiden Körnungen 1000 und 6000 lassen sich auch bereits alle üblichen Schärfaufgaben erledigen. Ich bin zwar der Meinung, dass das Abziehen auf einem 8000er nochmal ein wenig mehr Schärfe bringt, aber den meisten Holzwerkern dürfte der 6000er Schliff vollkommen ausreichen. Von daher finde ich diesen Stein, zusammen mit einer Zweibackenführung als ideale Lösung für Einsteiger und Gelegenheitsschärfer.

Die Mittelklasse existiert- Man muss nur suchen

Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass es sowohl im Bereich Handwerkzeuge, als auch bei den handgeführten Elektrowerkzeugen eine sehr gute Mittelklasse gibt. Es muss also nicht immer die teuerste Handwerkerqualität sein, aber eben auch nicht immer der billigste Ramsch.

Haben Sie noch gute Tipss für Werkzeuge und Maschinen der mittleren Preisklasse? Stimmt die Qualität dabei? Was fällt bei Ihnen unter „Mittelklasse“? Ich würde mich über Tipss und Meinungen sehr freuen. Und ich bin sicher, andere Leser interessieren Ihre Erfahrungen ebenso wie meine. die Kommentarfunktion bietet Ihnen eine gute Gelegenheit sich an diesem Thema aktiv zu beteiligen.

 Bezugsquelle

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Und hier finden Sie die einzelnen Artikel:

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58 Kommentare zu Die Mittelklasse existiert!

  1. Johannes sagt:

    Hallo Bernd,
    danke für deine umfangreiche Darstellung. Die Dinger sehen echt klasse aus.
    Wenn ich groß bin will ich auch mal solche haben…
    Wie/Womit hast Du die Reiter aufgebaut?

    Danke und Gruß
    Johannes

    • Bernd sagt:

      Hallo Johannes,
      die Reiter bestehen aus 2 verleimten Lagen MPX, die Nuten zur Aufnahme der T-Nutschienen habe ich am Frästisch gefräst. Ober- und Unterseite bestehen aus 6 mm HPL-Platte.
      HPL habe ich gewählt, weil es sich aufgrund seiner Härte kaum abnutzt.
      Eine Holznut würde auf der Schiene schneller Spiel entwickeln. Außerdem bleiben die Skalen durch die dauerhaft scharfen Unterkanten der Deckel lange sehr gut ablesbar.
      Als ich die Anschläge baute, hatte ich die Tauchsäge, Oberfräse, Schiene, einen großen Schlosserwinkel, Schieblehre, Stahllineal, einen kleinen Frästtisch von Trend, Nut-, Bündig- und Abrundfräser, kleine Handbohrmaschine, Zwingen, Klebeband.
      Der Zeitaufwand war durch das ständige Umrüsten von Fräse, Frästisch und der improvisierten Anschläge für die Führungsschiene erheblich.
      Ich hatte auch mehrfach Probleme mit der Wiederholgenauigkeit.
      Mit einer gut eingestellten kleinen Tischkreissäge wäre mir das Projekt damals leichter von der Hand gegangen.

      Ich stand dann noch vor der Frage, ob MFT oder Tischkreissäge und bin im Nachhinein froh, mich für Letztere entschieden zu haben.

      Gruß Bernd

  2. Peter sagt:

    Hallo,
    als gelernter Tischler kenne ich sowohl „Profi“-Handmaschinen, -werkzeuge, als auch stationäre Maschinen.
    Als ich noch in der Lehre angefangen habe, mir mein privates Handwerkzeug zusammen zu kaufen, habe ich teilweise monatelang gespart, um mir die Marken zu kaufen, wlche ich vom Betrieb her kannte.
    Heute, 25 Jahren später, fange ich wieder an, mir eine kleine private Werkstatt ein zurichten. Im Gegensatz zu damals, achte ich weniger auf Namen oder Meinungen anderer, als auch mein“Bauchgefühl“. Sprich, es muss nicht immer alles von den „grossen“ Marken sein. Ich habe mir zB. letztens die Stecheisen von Dyck gekauft. Ich habe sie mittlerweile mehr als einmal in Gebrauch gehabt und ich finde sie besser, als die der „alten Traditionsmarken“.
    Ebenso verhält es sich mit meinem „Maschinenpark“. Sicherlich ist es eine Frage der persönlichen Ansprüche. Letztendlich ist es aber die Erfahrung, wie ich eine Maschine oder ein Werkzeug führen muss, um dies oder das damit zu erreichen. Ich will nicht sagen, dass man zB. mit einer HKS, deren Blatt 2 mm oder mehr Spiel hat, genauso präziese schneiden kann, wie mit einer sauber laufenden Maschine. Da hilft dann auch keine Erfahrung mehr.
    Ebenso kenne ich viele „Holz (Heim)werker, die fast das komplette Angebot von Festool horten, aber nicht in der Lage sind, einen Nagel gerade in ein Brett zu schlagen.
    Letztendlich muss und soll jeder für sich entscheiden, ob das Werkzeug oder die Maschine ihm liegt. Es ist wie mit einer Hose oder einem Hemd. Wenn mir das nicht passt, und ich mich damit nicht wohlfühle, bringt mir es auch nichts, wenn ich sagen kann, „Da habe ich mal eben 500 für hingelegt“.
    Und die Erfahrung, wie Heiko habe ich auch gemacht. Wenn etwas gut funktioniert, ich gut damit gut umgehen und arbeiten kann und das Ergebnis bringt, welches ich haben möchte, darf ich auch ruhig ein, zwei Preisklassen unter der „öffentlichen Meinung“ bleiben.
    Sicherlich streben viel ein perfektes Ergebnis an. Das ist für sich gesehen auch lobenswert. Was viele aber dabei übersehen, dass der Weg dahin das eigentliche Ziel sein muss. Nur wenn ich den Weg geniessen kann, kann ich mich auf das Endergebnis als Höhepunkt freuen.
    In diesem Sinne

    Peter

    • Dieter sagt:

      Hallo Peter,

      das sehe ich genauso.
      Insbesondere, was diese “Festooljünger“ betrifft !
      Festool ist heute, genau wie Bosch grün eine Marke, die vor allen bei Hobbyanwendern zu finden ist. Insbesondere bei denen, die sich für wer weiß wie professionell halten. Einzelne, bestimmte Festool Produkte sind auch bei uns Schreinern/Tischlern beliebt. Insgesammt geniest die Marke hier aber bei weiten nicht den Ruf den sie bei den Holz/Heimwerkern zu haben scheint.
      Wenn man sich im Netz Bilder von Werkstätten anschaut und dort überwiegend oder sogar ausschließlich Festool Elektrowerkzeuge sieht, dann sind das in 9 von 10 Fällen Hobbywerkstätten.
      Was diese “Profi“ Holzheimwerker mit ihrem Keller voll Profiwerkzeugen alles so fabrizieren, das kann man meist auf den selben Seiten gleich mit bestaunen. Mir zieht es da oft regelrecht die Schuhe aus!
      Das was man da teilweise zu sehen bekommt, das hätte man mit dem billigsten Baumarkt Werkzeug besser hinbekommen.
      Aber diese Spezialisten haben den Murks mit unzähligen, teueren Festool Produkten gebaut. Und sind auch noch stolz darauf! Ich finde das oft mehr als lächerlich.

      Ich kenne viele Berufskollegen. Keiner käme auf die Idee, sich Elektrowerkzeuge nur von einem Hersteller zu kaufen. Schon gar nicht von Festool!
      Wer glaubt, sich mit Festool automatisch immer das beste Produkt zu kaufen, der irrt ! Wer gar denkt, durch den Besitz vieler Festool Werkzeuge so etwas wie “professionalität“ auszustrahlen, der ist auf der falschen Spur. Er zeigt damit eher, daß er nicht sonderlich viel Ahnung hat.

      Festool baut gute Tauchsägen.
      Aber ich würde aus eigener Erfahrung heraus niemanden raten, bei Oberfräsen, Akkuschraubern, Exzenterschleifern oder Sichsägen zu Festool zu greifen. Andere Hersteller bieten da praxistauglichere, besser durchdachte und vor allen langlebigere Produkte. Oft sind diese auch noch deutlich preisgünstiger.

      Kein anderer mir bekannter Hersteller verbaut z.B. so eine unsinnige Sollbruchstelle für Sägeblätter bei seinen Stichsägen. Diesen Mist gibt es nur bei Festool. Wer eine solche Stichsäge nicht nur hobbymäßig einsetzt, weiß genau was ich meine. Um nur mal ein Beispiel zu nennen.

      Gruß
      Dieter, Möbelschreiner

      • Bernd sagt:

        Hallo Dieter,
        das Festool-Sortiment lockt halt über das meiner Meinung nach beste Schienensystem. Letzteres bietet einerseits die benutzerfreundlichste Basis für eigene Ideen, gleichzeitig ist die Auswahl an (teurem) Zubehör nahezu grenzenlos.
        Das Bosch/Mafell-System entwickelt sich zwar in eine ähnliche Richtung mit teilweise interessanten Details, weist aber Schwächen auf. Die Schienen sind zu schmal, die Motorgehäuse der Tauchsägen stehen über. Da wird schon der Bau eines Zuschnittbretts zur ingeniösen Herausforderung.
        Greife ich also zu Festool und finde Gefallen am angebotenen Zubehör, vielleicht noch an einer Tischzugsäge, und dem Frästischmodul, lande ich ruckzuck im Preisbereich einer Kombimaschine von Weibert bzw. Holzprofi. Oder meinetwegen auch eines gut abgehangenen Aushängeschilds deutscher Maschinenbaukunst.

        @ Heiko:
        Ich finde es interessant, dass du dich bei deinem ADH ebenfalls für die vernünftige Mittelklasse in der Liga der Stationärmaschinen entschieden hast.
        Ich habe mir das baugleiche Modell bei Weibert vor Ort angeschaut, bzw. im Paket mit der 4-fach Kombi.
        Diese ist gesetzt, sobald ich mit der Sanierung des dafür vorgesehenen Raumes fertig bin. Ich plane sie für die Sanierung und den Ausbau unseres alten Bauernhauses ein, auch diverse Türfutter, Zäune und ein Tor müssen nach altem Vorbild erneuert bzw. repariert werden.

        Gruß
        Bernd

      • Florian sagt:

        Hallo Dieter,
        auch wenn ich einige Blogs im Internet und die dort vorgestellten Projekte, ebenso wie du, in Bezug auf Ergebnis-zu-Werkzeug-Verhältnis eher belächle möchte das gesagte nicht unkommentiert lassen.
        Es gibt für Hobbyheimwerker wie mich nämlich noch einen Grund der mich das ein oder andere Mal zu Festool statt zur Konkurrenz greifen lässt:
        Mir ist es nämlich den ein oder anderen Euro wert, dass ein Produkt in Deutschland entwickelt und produziert wurde. Nicht weil dadurch das Produkt zwangsläufig besser wäre, sondern weil ich ebenfalls in Deutschland als Entwickler tätig bin und von Kunden profitiere, die hier einkaufen.

        Als professioneller Schreiner muss hier natürlich anders kalkuliert werden, aber mir ist es das wert.

        Und zumindest für meine Ansprüche arbeitet mein Rotex-Schleifer, der mir durch den schnellen Arbeitsfortschritt Spaß macht, und der CXS-Schrauber sehr gut.

        Viele Grüße
        Florian

        • Peter sagt:

          Ich denke, letztendlich könnte das ganze in einen „Glaubenskrieg“ enden. Es ging oder besser geht mir nicht darum zu sagen, dass es Blödsinn ist, wenn sich jemand mit Festool „eindeckt“. Wer meint, er bräuchte das ok. Ich habe halt, genauso wie Dieter, die Erfahrung gemacht, dass es eben auch günstigere Marken als Festool gibt. Und die erledigen Ihren Job mindestens genauso gut, wenn nicht sogar zumindest teilweise besser.
          Sicherlich „wertet“ Festool sein Programm mit einem umfangreichen Zubehörkatalog auf. Aber, wenn man sich umsieht, so findet man doch Lösungen, die evtl. nicht unbedingt untereinander kompatibel sind, aber zumindest Ihrer Aufgabe gerecht werden. Mir fällt da zB. die Dübelschiene von Wolfcraft ein, mit der man (wesentlich günstiger) genauso gut auch Lochreihen (System 32) bohren kann. Ebenso verhält es sich mit „Made in Germany“. Ein Bekannter von mir ist überzeugter Fahrer einer in Bayern ansässigen Fahrzeugmarke. Das gute Stück ist so hochwertig, weil eben Made in Germany. Tja, bis auf den Tankdeckel, den Motor für den Heckwischer, etc. Made in Spain, Italy und andere Landschaften in der EU. Da fragt man sich, wie groß „good old Germany“ nun wirklich ist…. Sicher mag das bei Festool anders sein. Aber es ist und bleibt für mich persönlich letztendlich leider kein Kaufkriterium. Liegt mir die Maschine oder das Werkzeug nicht, kaufe und nutze ich es nicht. Da mag der mad(e)-ige Aufkleber noch so groß sein.
          Dein Argument, dass professionelle Tischler natürlich anders kalkulieren, ist natürlich (un)richtig. Einem professinellen Tischler geht es selten um einen Markennamen. Eine Werkzeug (eine Maschine ist auch nur ein Werkzeug!!) muss gut und sicher „in der Hand“ liegen. Ebenso muss ich damit so genau, wie möglich arbeiten können. Da kann das Werkzeug noch so von Herrn XY verehrt werden, wenn mir das Einstellen nicht liegt, kann ich damit besser Suppe rühren, als bohren. Und es muss MEINEM Qualitäts und Quantitätsstandard gerecht werden. Um die schwarz/grüne oft zitierte Marke zu nehmen: Ich habe div. Maschinen dieser Marke ausprobiert. Sie liegen mir nicht. Ich habe einfach kein vernünftiges Handling- Gefühl dabei. Wie ein falsch sitzendes Hemd. Es kneift. Und da hilft mir auch kein noch so tolles (und obendrein in meinen Augen, überteuertes) Zubehörprogramm. Fein, dass man das mit dem und dies kombinieren kann. Aber wer sagt, dass ich das möchte? Sicherlich hat diese Marke, genauso wie andere auch die eine oder andere pfiffige Idee. Aber diese Marke ist nunmal nicht die Oberklasse oder der Maßstab aller Dinge, nur weil der Preis „profesionell“ ist. Ausserdem ist es so, wie Dieter sagt, die Mischung machts letztendlich. Ich habe zB auch Geräte von „Bosh grün“ im Einsatz. Die Funktionieren. Ebenso habe ich aber auch meinen Maschinenpark mit Hausmarken aus Baumärkten und sogar von Aldi aufgebaut. Oh Schreck. Und nun? Stilbruch? Nein. Sie funktionieren und haben- zumindest- mich überzeugt. Das will nicht heissen, dass ich am Ramschtisch stehe und wühle. Ich habe auch „Marken“ Werkzeuge und Maschinen, wie Ulmia, ECE, Makita,Fein, etc…. Aber es muss nicht IMMER teuer sein.
          Ich will dich auch nicht angreifen oder unterbuttern. Im Gegenteil. Wenn diese Marke für Dich ok ist und Deine Ergebnisse dich zufrieden stellen, warum nicht. Glückwunsch.

          Gruß

          Peter

  3. Bernd sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe mir ein weiteres Werkzeug vom Hersteller Perles zugelegt, nachdem ich aufgrund deiner Videos seit einem Jahr zufriedener Anwender einer OF3 bin.

    Auf der Suche nach einer bohrständertauglichen Zweigang-Bohrmaschine ohne Schlag entschied ich mich, der PB 9-713 (auf der Perles-Seite gelistet) eine Chance zu geben und wurde ebenfalls nicht enttäuscht:

    Sie wirkt robust, ist präzise verarbeitet, hat ein Zahnkranzbohrfutter, 750 Watt, Drehzahlregelung und einen vorbildlichen Rundlauf. Das Anschlußkabel ist aus Gummi gefertigt. Das Laufgeräusch macht einen sehr satten Eindruck, es klingt nach wenig Reibung.

    Einziger Schwachpunkt in meinen Augen ist der mitgelieferte, schief stehende Koffer, der dem Niveau der Maschine nicht gerecht wird.

    Ich habe online rund 130 Euro als Sonderpreis für die Maschine bezahlt, regulär lag sie bei ca. 170 Euro. Auch zu diesem Preis würde ich sie wieder kaufen. Leider scheint im Moment ein Großteil der Gerätschaften von Perles nicht mehr lieferbar zu sein.

  4. sven sagt:

    Nachdem ich mir die zahlreichen Kommentare durchgelesen habe möchte ich auch gerne mal was dazu sagen. Ich selbst habe jahrelang nur mit einer billigen abrichte von Westfalia mein Holz abgerichtet und mit Handhobeĺn nachbearbeitet.Und es ging. Mittlerweile habe ich mir noch einen Dickenhobel von Jet zugelegt der preislich die Hälfte eines Metabo kostet. Baue damit aus Schnittholz welches ich direkt vom Förster beziehe Möbel.Es geht auch mit Werkzeug welches nicht gleich tausende von Euros kostet wenn man sich die Zeit nimmt und es nach Bedarf mit Handwerkzeugen nacharbeitet. Man kann auch mit kleinen Budget viel erreichen .

  5. Max sagt:

    Hallo Heiko,

    hast Du Deine Liste „Werkzeugausstattung für Einsteiger“ schon fertig ?

    Wäre interessant, was Du alles aufgelistet hast !

    Viele Grüße
    Max

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Max,

      das hast du falsch verstanden. Es wirk keine Liste geben. Es geht um ein Buchprojekt, an dem ich arbeite.

      Gruß

      Heiko

  6. Steffen sagt:

    Hallo zusammen,
    ich habe mein Anliegen bereits in einem anderen Artikel in den Kommentaren vorgetragen. Jetzt habe ich aber diesen Artikel gefunden und finde, das s meine Frage hier auch sehr gut passt.

    Deshalb ein Link auf das andere Thema.

    http://holzwerkerblog.de/2013/06/01/bandschleifer-bosch-pbs-75ae/

    Vielen Dank für alle Empfehlungen.

    Gruß
    Steffen

  7. Rüdiger sagt:

    Andreas schrieb am 04. April 2015:

    Zitat:
    Komfortabler ist das Arbeiten mit High-End meist, auch rationeller. Aber es ersetzt weder Übung noch Erfahrung. Im grünen Bosch-Forum hat kürzlich jemand Stichsägeblätter verglichen mit einer Festool. Da konnte man das gut beobachten.

    Hallo und guten Tag,

    da ich derjenige bin, der in diesem Absatz genannt wurde, würde ich gerne eine Rückmeldung geben, die auch hervorragend zu diesem Thema passt.

    Es handelt sich um einen Test, den ich zwar in erster Linie für mich selber durchführe, der im 1-2-do-Forum aber öffentlich stattfindet. Der Grund, der mich dazu bewogen hat, waren diverse Aussagen, dass Discounter-Stichsäge-Blätter per se „Schrott“ sind, nicht scharf genug, für viele Zwecke nicht verwendbar usw. usf.. Auch das „Argument“ „wer billig kauft, kauft zweimal“ bis hin zu betriebswirtschaftlichen Leitsätzen wurde angeführt. Dank eines anderen Forumsmitgliedes habe ich eine Vorlage zur Schnittergebnisprüfung übernehmen können. Nichts wissenschaftliches, aber durchaus effektiv genug, um die vier Blätter verschiedener Hersteller bei der Verwendung an verschiedenen Materialien darstellen zu können. Und das werde ich solange machen, bis die vier Blätter ihren Lebensgeist aufgegeben haben.

    Da ich wie die Masse eher an vielen Stellen der Holzbearbeitung ein Laie, denn ein Möbeltischler mit langjähriger Berufserfahrung bin, und diese beim Discounter angebotenen Blätter vorher noch nie genutzt habe, wollte ich mich davon gerne selber überzeugen. Auch, um bei mir dem Vorurteil von vornherein keinen Nährboden zu geben. Dass dazu eine gebrauchte Festool Carvex zum Einsatz kommt, ist eher Zufall gewesen (ein Schnäppchen-Kauf bei Ebay).

    Diesen Satz „das ist günstig, kann also nicht taugen“ lese ich an allen Ecken und Enden. Wenn ich mal den Blick durch meinen Hobbykeller schweifen lasse, müsste ich aufgrund dieser Theorie viele Sachen wieder in den Müll schicken, um die doch sehr teure Oberklasse anzuschaffen. Und den selbst gebauten Tellerschleifer hätte es gar nicht erst gegeben, sondern die 200 Euro-Version aus dem Baumarkt stände jetzt bei mir rum. Da frage ich mich nur: warum?

    Wie Heiko Rech oben exzellent ausgeführt hat, lässt sich auch mit nicht exorbitant teurem Werkzeug vernünftig arbeiten. Gemessen an meinem „Können“ tendiere ich sogar eher dazu, auf dem VW-Käfer den Hobby-Führerschein anzupeilen, um mich nach Lust und Können dann in die nächst bessere Klasse vorzuarbeiten. Es wäre schön, einen hochwertigen Maschinenfundus sein eigen zu nennen. Überhaupt keinen Widerspruch von mir. Allerdings gemessen an der Nutzungsweise (wie und vor allen Dingen wie oft?) muss ich zusätzlich, wie viele andere auch, aufgrund der Familie ein Budget einhalten.

    Von daher sehe ich gelassen an vielen Tagen von außen mit einem Schmunzeln im Gesicht dem „Glaubenskrieg“ in den Foren zu, nur mit Hightech kann man vernünftig seinem Hobby frönen. Ich gehe dann nach einem langen Bürotag in meinen kleinen Keller und beschäftige mich mit diversen kleinen Basteleien, die mir einzig und allein folgendes bieten sollen: Entspannung.

    In diesem Sinne: weiterhin gutes Gelingen!

    Rüdiger

  8. Christoph sagt:

    Hallo liebe Leute, hallo Heiko.
    Vorweg riesen Dankeschön für deinen Tollen Blog und deine weiteren Beiträge im www!

    Ich hab hier ab Post #213 mal was zu Tauchsägen geschrieben, das könnte für den ein oder anderen interessant sein im Einsteigerbereich. Auch ein Blick auf die dort erwähnten Führungsschienen (Festool-kompatibel) kann sich lohnen.
    In dem Thread findet sich auch einiges zu Oberfräsen, Schleifern und und und. Ein Vorteil gegenüber z.B. dem Woodworkerforum ist, dass sich dort nicht nur Holzwerker tummeln – ist ein Lautsprecher-Selbstbau-Forum.

  9. Holger sagt:

    Hallo,
    Bezüglich der Stanley-Hobel: ich habe mir nach dem Werkzeugkompass und Deiner Empfehlung den No.4 Sweetheart zugelegt und bin damit absolut zufrieden. Den No. 62 wollte ich eigentlich von Juuma haben, bin aber auch da wegen nicht Lieferbar auf den 62er Stanley umgeschwenkt. Und ich muss sagen, dass ich mit dem gar nicht klarkomme, Das Bett scheint nicht 100% gerade gefräst zu sein, die Lateralverstellung ist sehr gering und das Maul imo recht gross. Bisher bekomme ich ihn jedenfalls nicht so eingestellt wie das soll. und bin noch am Rätseln, ob ich den nicht reklamieren sollte, Bin aber noch unschlüssig, ob das an mir liegt oder am Hobel.
    Ich kann Dir den gerne mal zur Verfügung stellen, dann hab ich eine kompetente zweite Meinung und Du den mal in Augenschein nehmen können.
    Grüsse Holger

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Holger,

      Das Hobelmaul ist doch beim 62er verstellbar, das kann doch dann eigentlich kaum zu groß sein. Gegen eine geringe Lateralverstellung ist auch erst einmal nichts einzuwenden, da benötigt man ja nicht viel Verstellweg. Ob das Bett richtig gefräst ist, zeigt sich anhand der Lage des Eisens viel besser, als am Bett selbst. Stell doch mal ein Bild ein.

      Ich werde den Hobel vermutlich noch im April bestellen, dann kann ich auch mehr dazu sagen.

      Gruß

      Heiko

  10. Iggy sagt:

    Hallo allerseits,

    Oft muss ich mich schon wundern. Was macht es denn für einen Sinn stundenlang über die beste Stichsäge, Bohrmaschine oder sonst was an Handwerkzeug zu diskutieren und zu suchen. Da sieht man doch das für viele Holzwerker der Maschinenpark das eigentliche Hobby ist. Wenn die Zeit zur Recherche nach dem „besten Werkzeug“ in die Investition eingerechnet wird, dann ist es doch meist eh schon egal welche Bohrmaschine, Stichsäge oder was auch immer es wird. Da schau ich nach was es auf dem Markt gibt und kaufe das was mir am besten geeignet scheint. Da spar ich doch am meisten wenn ich die Zeit der Recherche minimiere. Aber ich glaube das genau dass für viele der Spaß ist. Da wird wohl mehr Zeit mit der Pflege des Maschinenparks als bei der eigentlichen Holzarbeit investiert. Das ist aber wahrscheinlich nicht das Klientel welches sich bei Deinen Kursen eintrifft. Die wissen doch eh schon alles.

    Gruss

    • Hallo Iggy,
      ich Stimme dir zum größten Teil zu aber bei so was wie eine TKS geht es ja schon mal so um 700 bis 1200 €. Viel Geld um dann zu merken, das man sich lieber vorher informiert hätte. Fakt ist aber auch das ich viele Schreiner kenne, die sich immer wieder wundern was der Privatmann sich so kauft. Das hat mansche Schreinerei nicht. Glaube das so ein Beitrag wie der von Heiko uns allen zeigen kann, das wir mit gutem und mittelpreislichem Werkzeug zufriedenstellende Ergebnisse erzielen können. Der Austausch über Werkzeug, hat mir immer geholfen. Die Makita Kantenfräse und Flachdübelfräse habe ich mir nach vielen Erfahrungen hier auf Heikos Blog gekauft. Meiner Meinung, Mittelpreisliche Maschine mit Klasse Arbeitsspaß Faktor.

      Ach und ich brauche meine Maschinen auch zum arbeiten und bauen von Projekten. Nicht um es zu streicheln und es auszustellen. Gepflegt wird es trotzdem;-).

      Gruß
      Patrick.

  11. Werner sagt:

    Hallo Heiko, hallo zusammen,

    das Thema TKS hat sich bei mir ebenfalls sehr in die Länge gezogen. Da es auch bei mir ein gewisses Platzproblem gibt, schieden die „Riesenmaschinen“ schon mal aus. Nach langem hin und her und Berichten im Internet lesen kamen dann ein paar Maschinen in die engere Auswahl. Makita, Bosch GTS, Festool, Metabo. Ich freute mich dann auch schon auf den Werkzeugkompass, der heuer auch einen TKS-Test hatte, doch leider ohne der Bosch.
    Aus welchem Grund auch immer hatte mich aber die Bosch am meisten angesprochen, ich wollte sie aber unbedingt mal live sehen, was sich bei uns in Wien gar nicht als so einfach herausstellte.
    Lange Rede kurzer Sinn, ich hatte dann die Gelegenheit die Festool, Erika und Bosch nebeneinander zu betrachten. Die Erika hätte mir schon gut gefallen, ist dann aber doch fast doppelt so teuer, wie die Bosch und die Festool hat mich irgendwie nicht so begeistert, war so wie sie dort stand, recht wackelig und ebenfalls teuer.
    Ich habe mich dann für die Bosch entschieden. Sie machte schon beim Händler einen stabilen Eindruck, die Bedienung geht leichtgängig, sie war auch schon sehr genau und winkelig eingestellt und von Motorleistung und Schnitttiefe für meine Befriffe absolut oberklasse. Einzig die Lupe bei der Skala für den seitlichen Anschlag ist nicht gut gelöst und schlecht abzulesen. Mittlerweile habe ich mir einen rollbaren Unterschrank gebaut, sodass ich sie mobil in meiner kleinen Werkstatt herumschieben kann und in Verbindung mit einer Tauchsäge und Führungsschiene ist sie für meine Verhältnisse ideal. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich auch noch nicht allzuviel damit gemacht habe, aber die Freude daran ist noch sehr groß.

    Wie Stephan schon geschrieben hat, finde auch ich die Oberfräse Bosch POF 1400 ACE sehr gut mit all den Schwächen, die er aufgezählt hat. Ich habe sie schon einige Zeit in meinem Frästisch montiert in das funktioniert prima. Die Handlichkeit der Festool OF 1010 möchte ich aber nicht missen.

    Frohe Ostern noch allen und schöne Grüße aus der Nähe von Wien

    Werner

    • Hallo Werner, Hallo zusammen,

      ich kämpfe auch mit der Schwierigkeit mich nicht für eine TKS entscheiden zu können. Habe dies auch erst mal wieder auf das nächste Jahr verschoben. Mich würde dein selbst gebauter Unterschrank interessieren. Vielleicht kannst du ja ein Bild rein stellen, natürlich nur wenn Heiko nix dagegen hat oder evtl. mir es mal per Mail zusenden.

      @Heiko. Glaube du hast hier ein gutes Thema angesprochen. Reger „Erfahrungsaustausch“, finde ich Klasse.

      Gruß
      Patrick

    • Philipp sagt:

      Auch ich war doch etwas enttäuscht, dass die Bosch TKS im Werkzeugkompass nicht erwähnt wurde.

  12. Christian Jan sagt:

    Hallo miteinander.

    Bislang war ich immer der Ansicht, dass Akkus alle die gleiche Eigenart haben: wenn man sie braucht, sind sie leer.

    Inzwischen habe ich mir doch wieder ein Akkugerät gekauft: „Bosch grün 14,4 V“. Ich benutze das Gerät immer wieder gern. Die Bohr/Schraub-Leistung ist für mich ausreichend, bis jetzt ist mir noch nichts begegnet, wo die Maschine schlapp gemacht hat; und die Akkulaufzeit ist für mich ebenfalls mehr als ausreichend.

    Weiter kann ich die Geräte von Kress ebenfalls nur allerwärmstens empfehlen, ich arbeite schon viele Jahre mit Geräten dieser Marke, und hatte noch keinen einzigen Ausfall. Das kann ich von professionellen Geräten etablierter „Qualitätsmarken“ nicht behaupten.

    Ich kann (durch eigene Erfahrung) auch nur beipflichten, dass für einen „Freizeit-Arbeiter“, wie mich, oft ein gutes gebrauchtes Gerät (z.B. TKS) mehr Freude bringt, als ein billiges Baumarkt-Teil. Und nicht jedes ach so „tolle Maschinchen“ wirklich benötigt wird. Ich frage mich immer: „Wie oft kommt das denn vor, was dieses Ding bietet?“ Und dann heißt es abwägen, ob es das Ergebnis erfordert, mir eine „Profimaschine“ dafür anzuschaffen.

    Wenn ich meinem Hobby fröhne, dann will ich doch nicht „Produktion“, sondern ich suche Entspannung und Ausgleich, die größte Freude ist doch, zu sehen und fühlen, wie meine Idee Gestalt annimmt, wenn ich hinterher sagen kann, dass das Besondere, Einmalige, was meine Handarbeit geschaffen hat, ein Einzelstück ist; es gibt nur dieses Eine, da ist doch die „kleine Ungenauigkeit“ die hier entstehen kann, wenn es denn überhaupt jemand merkt, das, was dem Projekt den Charakter gibt.

    Viele Grüße

    Christian

  13. Stephan sagt:

    Ich nutze auch seit vielen Jahren den Wolfcraftwinkel: er ist immer noch rechtwinklig. Mein schöner Tischlerwinkel von ECE hat sich leider verzogen. Allerdings sind es in meiner Kellerwerkstatt auch schon mal 70-80% Luftfeuchte.

    Die beste Oberfräse der Mittelklasse ist für mich die Bosch POF 1400 ACE! Nachteile: hakelt ein wenig beim Tauchen. Spannzange hat zu viel „Luft“ zur Oberfläche. Spannzange schwergängiger als z.B. Festo. Vorteile: Schraubenlose Kopierringe. Starke 1400 Watt (macht mehr Spaß als meine OF1010). Beleuchtung. 10-stufiger Anschlag. Gute Feineinstellung. Und sie liegt gut in der Hand…
    Schöne Ostern
    Stephan

  14. Jochen sagt:

    Das Hauptproblem für den ambitionierten Hobby-Holzwerker (Abgesehen von: Geld-, Platz- und Zeitmangel 😉 beim Werkzeugkauf ist eben die Unsicherheit. Und natürlich der schon angesprochene „Haben-wollen“-Faktor. 😉 Man weiß zwar, dass man in der Regel nicht unbedingt Profi-Gerätschaften braucht, hat aber doch schon einen gewissen Qualitätsanspruch und will keinen Mist kaufen. Wenn man jetzt ein sinnvolles Mittelklassegerät sucht, ist guter Rat oft teuer. Optimal ist es natürlich, wenn man einen Fachmann wie Heiko fragen und das Gerät auch mal ausprobieren kann. So bin ich z.B. zu meiner Perles Oberfräse und der Makita Flachdübelfräse gekommen. Bei der Handkreissäge habe ich mich dagegen z.B. für Mafell, beim Schwingschleifer für Festool entschieden. Als nächstes steht bei mir wohl der Erwerb eines Exzenterschleifers an. Hier schwanke ich im Moment zwischen der Mafell Eva, die ich aus Heikos Werkstatt kenne und die mir sehr gut gefällt (aber leider ziemlich teuer ist) und einer preiswerteren Lösung, z.B. der Metabo SXE 450. Letztere dürfte für meine bescheidenen Zwecke vermutlich auch reichen, aber hier ist eben wieder die Unsicherheit, weil ich diese Maschine eben nicht kenne. Der alte Spruch „Wer billig kauft, kauft zweimal“ ist hier ja schon zitiert worden, wobei die Metabo natürlich auch nicht „billig“ ist. Sicher gibt es auch noch Werkzeugtests. Die helfen einem aber auch nicht immer weiter.

    Beim Thema Tischkreissäge ist es für mich am schlimmsten …. Eine große Erika mit allem Drum und Dran kostet eben eine Stange Geld und braucht vor allen Dingen auch eine Menge Platz, daher kommt sie für mich eigentlich nicht in Frage …. Eine kleinere Maschine von Bosch, Makita, Metabo oder Dewalt ist aber immer noch eine erhebliche Anschaffung. Hier kommt man natürlich etwas billiger weg … aber muss natürlich gewisse Abstriche machen. Hier stellt sich dann aber wieder die Frage, ob man nicht auch mit einer guten Tauchsäge mit Führungsschienen zurecht kommt und sich notfalls mal etwas zuschneiden lässt. Fragen über Fragen … 🙂

    Schöne Grüße und frohe Ostern
    Jochen

    • FabianB sagt:

      Hallo Jochen,

      in Sachen Tischkreissäge: GENAU! mein Gedanke und auch der von 1000 anderen…
      Aber eigentlich wollte ich dir bzgl. der Metabo SXE 450 schreiben:
      Ich habe die Maschine gekauft und bin sehr zufrieden. Würde jederzeit wieder zugreifen. Benutze sie mit Indasa Schleifpapier. Sie ist sowohl bei großem Abtrag als auch für den Feinschliff sehr gut und ich vermisse nichts. Die angeblich nervige Eigenschaft mit dem Umschalter für die Schwingkreise kann ich nicht nachvollziehen.
      Ich schätze du hast alle möglichen Tests und Berichte gelesen. Deswegen werde ich dir eh kaum was neues erzählen können. Aber falls du konkrete Fragen hast: gerne hier.

      LG Fabian

  15. Reinhard sagt:

    Das spricht mir aus der Seele, ist aber wohl nicht so einfach. Die Einschätzung bzgl. Mittelklasse variiert wohl sehr mit der persönlichen Einstellung. Die ewige Fokussierung auf die „must have“ Marken geht mir aber auch gegen den Strich.

    Es gibt aber auch das Sprichwort: Wer billig kauft, kauft 2 Mal. Da ist wohl auch etwas dran. Manches nicht-Billiges, was ich inzwischen in der Hand hatte macht den Unterschied deutlich. Ich hab‘ einfach keinen Spaß mehr daran, mich über billiges Werkzeug zu ärgern. Wo ist nun die Grenze?

    Mein persönliches Resumee derzeit: Lieber mehr Geld in Holz investieren. Auch ruhig mal bewußt ein Werkstück anfangen mit dem Ziel zu lernen und das Ergebnis zu verfeuern. Ds zweite wird dann bestimmt toll! Als Heimwerker habe ich die Zeit dafür.
    Viele Grüße
    Reinhard

  16. Peter sagt:

    Hallo Heiko, hallo zusammen,
    ich habe mal gehört, daß in einem normalen Heimwerkerhaushalt z.B. eine Schlagbohrmaschine etwa 20 Jahre alt wird, in diesen 20 Jahren aber nur etwa 20 Minuten läuft – so ist es sicher auch oft beim versierten Hobbywerker.
    Die meisten Geräte aus dem Baumarkt erfüllen ihren Zweck. Z.B. benutze ich seit Jahren einen grünen Bandschleifer von Bosch, den ich meist umgekehrt in die Hobelbank spanne und damit gesägte Leisten glätte, geht perfekt. Der grüne Exzenterschleifer von Bosch hat einen Adapter für den Festoolsauger und ich bin mit Handhabung und Ergebnissen ebenfalls absolut zufrieden.
    Nicht vergessen sollte man auch die Folgekosten – gerade bei Festool gibt es ja diesen Apple-Effekt, daß meist nur noch Festoolzubehör paßt, was dann auch entsprechend kostet.
    Bosch Akku-Kreissäge: war einfach zu schwachbrüstig. Akku-Schrauber von Bosch: erlitt einen Achsenbruch bei Spax-Inforce Schrauben in 12er Balken, Makita hat da gar kein Problem.
    Als stolzer Besitzer einer k l e i n e n Kellerwerkstatt muß ich für die Endmontage oft in die Garage oder auf die Terrasse umziehen – da ist der Festool-MFT mit CMS-Modul natürlich Klasse.

    Herzliche Grüße,
    Peter

  17. Matthias sagt:

    Viele Jahre habe ich mich über Akkuschrauber geärgert, da diese vor Gebrauch erst geladen werden mussten, mitten im Gebrauch plötzlich leer waren und irgendwann der Akku komplett hinüber war. Seit gut einem Jahr habe ich eine Alternative mit Kabel, die immer funktioniert, der Skil 6221/6224. Seitdem schraube und bohre ich damit alles, solange kein Bohrständer nötig ist. Er hat zwei Gänge (400 und 1600U/min), Rechts-links-Lauf, ein langes Kabel (6m/10m) und ein ausreichendes Drehmoment bei moderatem Preis.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Matthias,

      über den Skill Schrauber bin ich schon einige Male gestolpert. Ich habe ja auch drei kabelgebundene Bohrmaschinen und will es mit Akku- Geräten nicht übertreiben. Der Beste Akku wird irgendwann kaputt sein, während eine Netzmaschine vielleicht noch funktioniert. von daher kann ich deine Entscheidung gegen Akku sehr gut verstehen.

      Gruß

      Heiko

      • Thomas sagt:

        Eine Skil-Bohrmaschine (kabelgebunden) ist das einzige Elektrogerät, dass bei mit jemals den Geist aufgegeben hat. So verschieden können Erfahrungen sein.

  18. Hallo Andi,Heiko

    An dieser Stelle kann ich dem Andi nur zustimmen.
    Bitte mehr solcher tollen Beiträge hier.

    Gruß Patrick

  19. Andi sagt:

    Hallo Heiko,

    wobei wir wieder beim Thema Online Foren wären. Dort wird sich sehr viel in Theoremen und Annahmen verstrickt. Oder auf Ansichten eines Einzelnen sehr viel Wert gelegt. Auch wenn diese oftmals nicht mehr zeitgemäß sind.

    Beispiel: Es werden jungen Beginnern Vorschläge gemacht, eher zur 35 Jahre alten, gußeiserene Ulmia TKS für 800,- zu greifen. Das ist wenigsten noch Wertarbeit, etc. pp. und die kann man aufarbeiten ……..

    Oft wird aber auch im anderen Extrem, Holzwerkern vermittelt, das das beginnen mit dem Hobbie ohne die Premium Ausstattung meist keinen Sinn macht.

    Daher würde ein Blogbeitrag über „kleine TKS“, sicher 100 erten Holzwerkern die sich monatelang das Hirn zermartern, ob BOSCH GTS10 oder doch lieber die Preciso70 oder gar HAMMER Winner und wieder zurück, wieder ruhig schlafen lassen. 🙂

    Du bist natürlich in der komfortablen Lage, durch Deine Kurse, „echte Leute“ zu treffen im Gegensatz zu den „Forianern“.
    Ich mag mal behaupten, nachdem ich ja auch bei Dir war, Deine Kursteilnehmer kann man schon als „repräsentative Schnittmenge“ durch die „Normal Hobby Holzwerker“ bis „Semi Holzwerker“ einteilen. Einstweilen wird auch neben Dir ein Profi dabei sein. Daher sind meines Erachtens diese Beiträge hier für Viele sehr wertvoll. Weil das ist aus dem echten Leben. Und es funktioniert auch.
    Weil bewiesen.

    Ich finde diesen Beitrag sehr gut und würde mich über weitere Beiträge in dieser Kategorie freuen.

    Gruß Andi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Andi,

      Es stimmt, ich habe in den letzten zwei Jahren einen ganz anderen Blick auf die „echten Holzwerker“ bekommen und sehe das treiben in Onlineforen inzwischen sehr kritisch. Das Thema Tischkreissäge bewegt viele und es gibt eigentlich keinen Kurs, in dem wir nicht darüber reden und in dem mir die Teilnehmer von ihrer Unsicherheit beim Maschinenkauf berichten.

      Ich bin in der glücklichen Lage, mir mehr Werkzeug kaufen zu können, als manch anderer, da in numal viele Werkzeuge benötige. Die Möglichkeit zum Beispiel im Rahmen von Publikationen des HolzWerken Verlages Werkzeuge zu testen (die dann wieder zurück gehen!) gibt mir auch einen guten Überblick darüber, was so neben den bekannten Premium Marken an Werkzeugen zu bekommen ist.

      In Foren und auf Blogs liest man eigentlich viel zu wenig von Marken wie Stanley, Kress, Wolfcraft, Dewalt, Perles etc. Das finde ich schade. Klar ist nicht alles von diesen Marken zu empfehlen, aber doch so manches. Ich glaube, es liegt daran, dass in der Onlinewelt vieles einfach unreflektiert immer weiter gegeben wird, ohne dass die Leute eigene Erfahrungen zu einem Thema beizutragen haben.

      Am Thema Tischkreissäge bleibe ich so oder so dran, aber bis ich mir da eine abschließende Meinung gebildet habe, wird es wohl noch Monate dauern. Es nutzt ja keinem was, wenn ich eine neue Maschine mit allen Schaltern, Schildchen und Funktionen einfach nur im Neuzustand zeige.

      Was mich derzeit noch interessiert ist der Exzenterschleifer AEG EX150. Den habe ich auf der Messe ausprobiert und seither überlege ich, ob er nicht eine gute Ergänzung zu meinen derzeitigen Schleifern ist. Wenn also jemand der Leser mit dieser Maschine Erfahrungen hat, immer her damit.

      Ich bin auch dabei mein Sortiment an Handhobeln noch mit einem No. 62 abzurunden. Eigentlich wollte ich einen Lie- Nielsen No.62 kaufen. Da spielt aber irgendwie das „haben wollen“ eine große Rolle und die Vernunft tritt in den Hintergrund. Nach meinen Erfahrungen mit den Stanley No.4 wird es vermutlich ein Vernunftkauf und kein Lustkauf. Also der Stanley No, 62, statt dem Lie Nielsen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der genau so gut arbeitet wie der teure Hobel, wenn das Eisen richtig scharf ist.

      Du siehst, auch meine Wunschliste ist noch lang 🙂

      Gruß

      Heiko

      • Michael sagt:

        Hallo Heiko,

        falls es der Stanley #62 werden sollte, dann „mußt“ Du aber unbedingt ein wenig dazu berichten. Ich denke, daß er für eine Vielzahl an Hobby-Holzwürmern eine interessante Ergänzung zu erster #4/#5 und einem Einhandhobel ist.

        Ansonsten Danke für diesen Überlick zur Mittelklasse.

        Gruß,
        Micha

    • Alexander sagt:

      Ich stimme vollumfänglich zu. Mich ödet die Materialschlacht in den Foren auch an. Und letztlich bringen einen diese Diskussionen auch nicht weiter, denn a) kann ich nicht wirklich abschätzen, was der Antwortende tatsächlich damit macht und kann, b) ist da viel Theorie dabei und c) ist das keine vernünftige, neutrale Beratung sondern oft genug Glaubensbekenntnis.

      Bei vielem reicht für den Hobby-Woodworker die Mittelklasse locker aus, die Ergebnisse werden durch High-End-Geräte auch nicht besser (aber das ist ja ein bischen wie mit Autos, Computer, Grills etc. – jeder so wie er will).

      Komfortabler ist das Arbeiten mit High-End meist, auch rationeller. Aber es ersetzt weder Übung noch Erfahrung. Im grünen Bosch-Forum hat kürzlich jemand Stichsägeblätter verglichen mit einer Festool. Da konnte man das gut beobachten.

      Als TKS nutze ich eine grüne Bosch PPS 7S, eine Unterflur-Zugsäge. Vom Ablängen von Leisten über den rechtwinkligen Zuschnitt bis hin zum Anpassen von Türzargen (in der Breite) schafft diese Maschine alles. Klar kann sie nicht mit einer Erika konkurrieren. Das ist ein bischen wie mit dem Wolfcraft-Winkel mit einem Starret.

  20. Hallo Heiko,
    klasse Blog Beitrag. Da du ja noch nach Ideen für gutes Werkzeug gefragt hast, möchte ich auch meinen Senf dazu geben. Für mich persönlich ist die 10,8 V Serie von Bosch Blau auch eine gute Einstiegs Möglichkeit. Es gibt in dieser Serie viele unterschiedliche Geräte für die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten. Und das zu einem noch guten Preis. Für meinen Teil, kann ich die nur empfehlen. Der kleine GSR 10,8-LI EC Schrauber von Bosch ist leistungsstark und der Akku 2Ah hält wirklich lange.

    Den Winkel von Wolfcraft hole ich mir auch. Danke für den Tipp.

    Gruß
    Patrick

    • Kleiner Zusatz.

      Heiko, wo hast du die Stahllineale gekauft.
      Danke und Gruß
      Patrick

      • Heiko Rech sagt:

        Hallo Patrick,

        die habe ich bei verschiedenen Händlern gekauft, eines war auch ein Werbegeschenk. Die üblichen Onlineshops führen diese einfachen Lineale alle. Es sind keine besonderen, weder rot eloxiert, noch handgeschmiedet 🙂

        Gruß

        Heiko

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      zu Bosch Werkzeugen habe ich irgendwie keinen rechten Draht. Ich habe keine Ahnung warum. Außer Akkuschraubern habe ich keine Akku- betriebenen Werkzeuge und ich denke das bleibt erst mal auch so. Mir erschließt sich der Sinn der vielen Akkugeräte in der Werkstatt nicht. Auf der Baustelle sieht das natürlich anders aus. Spätestens wenn eine Maschine abgesaugt wird, ist doch der Vorteil der kabellosen Maschinen wieder nahezu dahin. Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Jeder arbeitet anders und jeder hat andere Vorlieben. Vielleicht schreibst du ja mal was aus deiner Sicht, zu den Vorteilen der Akku- Maschinen.

      Gruß

      Heiko

      • Björn Schreiber sagt:

        Hallo Heiko,

        die blaue Bosch Serie mit den schnuckeligen 10.8 Akkus ist wirklich klasse. Ich habe mal die Gelegenheit genutzt und eine grosse Kiste im Angebot gekauft, die „den“ Schrauber, plus Multitool, Winkel- und Schlagschrauber beinahltet. Was muss ich sagen – wirklich gut.

        Dieser Tage war ich im „besseren“ örtlichen Baumarkt und habe dort über die neuen Maschinen in diesem System gestaunt – sogar eine Stichsäge gibt es, ohne Akku sogar für kleines Geld! Und den Schrauber gibt es wahlweise auch schon mit Schlag – also der beste Ersatz für die heimische Bohrmaschine, der mit bisher unterkam.

        Was mich dieser Tage schwer geschockt hat, ist die teilweise unterirdische Qualität der „normalen“ Baumärkte. Da ich die tolle Gemeindewerkstatt in Zürich bei meinem Zurückwandern ins Rheinland verlassen musste, habe ich nun keinen Zugriff auf Formatkreissäge, Lamello, Domino und Co mehr. Der Versuch, eine brauchbare Flachdübelfräse zu bekommen war ein schwerer Fehlschlag – und auch die alternativ nach einer Empfehlung von Dir(?) bestellte Dübelleiste von Wolfcraft hat in ihrem Rastbolzen kein funktionierendes Gewinde gehabt…. Das restliche gekaufte Werkzeug der – nunja, gezwungenen Unterklasse „Lux“ kann cih eigentlich fast schon sofort wegwerfen.

        Zum Glück gibt es immerhin eine andere, kleinere Baumarktkette hier, deren Programm u.a. Festool beinhaltet. Die bekannten „klassiker“ werde ich in Zukunft meiden müssen…

      • Hallo Heiko,
        erst mal Sorry für die späte Antwort. Bei Maschinen die Abgesaugt werden hebt sich der Vorteil von Akkugeräten auf, da gebe ich dir absolut Recht. Eigentlich verwende ich auch nur Akkuschrauber und Kabelgebundene Maschinen. Wenn ich mal auf einer „Baustelle“ bin, brauche ich als Akkubetriebene Geräte auch nur den Schrauber. Schlagbohrmaschine, Stichsäge und Tauchsäge sind bei mir alles Kabelgebundene Geräte. Um aber auf deine Frage zu den Vorteilen zurückzukommen. Da ich eine kleine Werkstatt habe(gerade mal 7m²), wollte ich kleine handliche Maschinen haben aber alle passend zu einer Akku Serie. Da habe ich mich für die Blaue 10,8 V Serie von Bosch entschieden. Schnell war mir aber klar, das ich nur mit Vernunft die Maschinen kaufen werde. Es haben bis jetzt nur Maschinen den Platz in meine Werkstatt gefunden, die ich auch wirklich brauche. Zur Zeit verwende ich die kleine Stichsäge, Säbelsäge, Akkuschrauber, Winkelschrauber und eine Bosch Dremel Version. Meist verwende ich diese Maschinen für kleine und schnelle Arbeiten und durch meinen Platzmangel in der Werkstatt kann man die kleinen Kraftpakete mal schnell in die Ecke legen. Der Vorteil ist das man „für kleines Geld“ gute Maschinen für kleinere Arbeiten bekommt und man braucht nicht so viele Akkus, die natürlich auch teuer ersetzt werden müssen. Vieleicht kaufe ich mir noch die kleine Handkreissäge von Bosch aber danach ist mein bedarf an Akku Geräten wohl gedeckt. Das ich aber eine gewisse „Leidenschaft“ zu Akku Geräten habe, kann ich nicht leugnen. Jeder Mann braucht auch sein Spielzeug. Vieleicht verstehst wie ich das meine;-).

        Handwerklichen Gruß

        Patrick.

  21. Sven sagt:

    Hallo Heiko,

    ich besitze die 300mm und 500mm Wolfcraft Universalwinkel. Sie sind wirklich sehr praktisch und genau. Keine Frage. Aber der große Nachteil bei den Dingern ist die aufgedruckte Skala. Hier kann es schon passieren, das sich die Striche zur Kante hin mit der Zeit abnutzen und nicht erkennbar sind. Mit einer geätzten/gelaserten Skala würde ich sie 100% weiterempfehlen. So eher nur eingeschränkt.

    Wünsche schöne Ostern, Sven

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Sven,

      kommt drauf an, was man von dem Werkzeug erwartet. Ich nutze ihn in erster Linie zum Messen und prüfen des rechten Winkels. Das macht er wirklich gut. Zum genauen messen nehme ich lieber Stahllineale. Die habe ich in 10, 30, 50 und 100 Zentimetern Länge.

      Ich habe mal ein Bild der Skala meines alten Wolfcraft Winkels gemacht, der ja nun schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Dafür ist die Skala eigentlich noch gut zu erkennen.

      Gruß

      Heiko

  22. Michael sagt:

    Hallo Heiko,

    im Bereich der Handwerkzeuge und handgeführte Elektromaschinen bin ich der gleichen Meinung. Da habe ich z.B. den Metabo Powermaxx Akkuschrauber, auch bei den Ober- und Flachdübelfräsen gibt es mit Makita, Dewalt, Perles usw. ein ordentliches Mittelfeld.

    Bei Handwerkzeugen muss es sicher auch nicht zwingend Veritas oder LN sein. Da kommt man mit Juuma und Dick auch ans Ziel.

    Bei den stationären Maschinen, die auch für den Hobby-Holzwerker sinnvoll sein können, tue ich mir schwer mit einer Einschätzung. Hier wird als Alternative zum günstigeren Neugerät eher immer wieder eine Gebrauchtmaschine empfohlen und sei sie noch so alt.

    Eine brauchbare TKS oder ein ADH jeweils so um die 1T€ das wärs. Mark Koch ist ja mit seinen Holzkraft Maschinen sehr zufrieden. Welche aber mit je rund 3T€+ dann doch wieder über dem Limit sind.

    Wie ist deine Meinung zum Mittelfeld bei den Stationärgeräten?

    Gruß
    Michael

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Michael,

      meiner Meinung nach sind die Maschinen von Minimax oder Hammer die Mittelklasse. So enttäuschend das sich erst einmal anhört, nüchtern betrachtet ist es aber so. Schau dir die Preise der professionellen Maschinen einfach mal an.

      Ich bin aber ganz klar der Meinung, dass man mit einer kleinen Maschinenausstattung auch gut arbeiten kann. Ich glaube zum Beispiel nicht, dass alle günstigen Tischkreissägen der Klasse Bosch GST, Dewalt DW745 etc. nichts taugen. Ich glaube man kann damit sehr gut arbeiten, wenn man sie mit einer Handkreissäge und Schiene kombiniert. Gleiches gilt für Hobelmaschinen. für die meisten Anwender reicht eine einfache Maschine mit 260mm Hobelbreite, oder ein reiner Dickenhobel aus.

      Das Problem ist in der heutigen Zeit das Internet und die darin verfügbaren Informationen. Schaut man in Onlineforen, so wird der Eindruck vermittelt, dass man nur mit einem großen Maschinenpark, natürlich alles vom Feinsten, Spaß am Holzwerken haben kann. Das ist Unsinn. Das interessante daran ist, dass das, was man insbesondere in Foren liest und sieht, mit der breiten Masse an Holzwerkern wie ich sie kennengelernt habe, nichts zu tun hat. Jetzt schweife ich aber ab … Das wäre ein tolles Thema für einen Blogbeitrag 🙂

      Wenn das Budget nicht für die großen Stationärmaschinen reicht, kann man das durch Einfallsreichtum und Kreativität wieder ausgleichen.

      Gruß

      Heiko

      • Bernd sagt:

        Hallo Heiko,
        auch wenn das Thema schon etwas älter ist, möchte ich deine Aussage nochmal unterstreichen. Man kann auch mit einem kleineren Budget gut zurechtkommen.

        Freilich hängt immer viel von den räumichen Gegebenheiten ab. Wer auf viel Platz, Starkstrom und einen Kumpel, der sich mit Gebrauchtmaschinen auskennt, zurückgreifen kann und schon über eine Grundausstattung verfügr hat sicher die Möglichkeit, auch größere Ambitionen preiswert zu realisieren.

        Ich selbst verfüge über keine der o.g. Möglichkeiten, daher habe ich mich im Bereich der handgeführten Elektrowerkzeuge und halbstationären Maschinen auf die preisliche Mittelklasse festgelegt und das bislang nicht bereut.

        Mit folgender maschineller Grundausstattung habe ich gute Erfahrungen gemacht und würde sie weiterempfehlen:

        1. Tischkreissäge Dewalt DW745
        2. Perles Oberfräse OF3e
        3. Dewalt Tauchsäge DWS520
        4. Makita Exzenterschleifer BO6040
        5. Bosch GAS25 Werkstattsauger

        Ich hatte mir als zuerst die Tauchsäge zugelegt, würde heute aber in den sauren Apfel beißen und gleich die Kreissäge dazu kaufen. Das Zuschneiden von Kleinteilen mit Tauchsäge und Schiene macht keinen Spaß.

        Außerdem lassen sich mit der Tischkreissäge tolle Hilfen für die Tauchsäge anfertigen, die man mit der Tauchsäge alleine nicht hinbekommt. Letzteres ist ein wichtiger Aspekt, da Dewalt für sein Schienensystem kaum Zubehör anbietet.

        Das gegenüber der Bosch GTS10XC, die noch zur Auswahl stand, gesparte Geld investierte ich in den Winkelanschlag Incra Miter 1000 SE.

        Erwähnenswert finde ich noch, dass die Dewalt Tauchsäge sehr gut mit der Festool Führungsschiene funktioniert, für die sie durch eine zweite Nut in der Grundplatte vorbereitet ist. Die Festool Schiene bietet im Auslieferungszustand auch ohne Zubehör weitaus mehr Funktionalität. Durch die nicht gummierte Rückseite kann sie z.B. präzise an ein Zuschnittbrett angelegt werden. Das ist mit der Dewalt-Schiene ohne Modifikation oder Hilfsmittel unmöglich.

        Dennoch komme ich gut mit Letzterer zurecht, nachdem ich mir einige Hilfsmittel wie Parallelenschläge und in der Nut montierbare Abstandshalter angefertigt habe. Falls Interesse besteht, zeige ich diese gern.

        Gruß
        Bernd

        • Johannes sagt:

          Hallo Bernd,
          ich gehe auch mit dem Thema Tischkreissäge seid einiger Zeit schwanger. Mit HKS und Schiene sind kleine Teile ein Graus. Große Teile gehen recht gut mit Ausnahme von langen schmalen Teilen.
          Die DW745 wäre von der Investitionssumme halt eine ganz andere Klasse als Erika oder eine Formatkreissäge. Bei meinem aktuellen Platzangebot würde sie auch deutlich besser passen als was großes.
          Bei Amazon wird neben dem Winkelanschlag (netter weise 19mm Nut) die Stabilität der Sägeblattaufnahme (Verbiegen unter Last) moniert.
          Bist Du immer noch zufrieden mit deiner Anschaffung und der Genauigkeit (insbesondere Sägeblatt/Parallelanschlag), die du erzielen kannst?
          Wie gehst Du mit verdeckten Schnitten um, da die DW ja keinen originär versenkbaren Spaltkeil hat?

          Danke für die Antwort
          @Heiko,
          danke für die Plattform

          Gruß
          Johannes

          • Bernd sagt:

            Hallo Johannes,
            die Dewalt ist bezüglich Größe, Kraft und Ausstattung ein Kompromiss.
            Ich habe sie mir bewusst als Ergänzung zur Tauchsäge angeschafft, für Gehrungen, zum Anfertigen und Nuten von Kleinteilen, sowie zur Hilfsmittelanfertigung für Oberfräse, Tauchsäge und Dewalt-Schiene. Sie soll auch fürs Fingerzinken zum Einsatz kommen.
            Die nutzbare Tischfläche vor dem Sägeblatt, insbesondere mit Gehrungsanschlag, ist deutlich geringer als bei den Erikas oder den Festool CS, mir reicht das aber für die meisten Anwendungen aus.

            Die von dir erwähnte Rezension kenne ich und kann das monierte seitliche Spiel des Sägeblattes, dessen Aufnahme oder der Motoraufhängung nicht bestätigen. Ich verwende ein 60 Z 3,2 mm von Stehle, allerdings achte ich schon darauf, keinen seitlichen Druck auf das Blatt auszuüben. Meterlange Holzbohlen würde ich einer derart leichten Maschine aber nicht zumuten.

            Der Parallelanschlag ist ein Highlight, er lässt sich auf unter 1/10 mm über die Tischlänge justieren, die doppelte Zahnstangenverstellung funktioniert absolut exakt.

            Den Gehrungsanschlag hätten sie gleich weglassen können, ihn habe ich direkt zurück in den Karton gelegt und durch den Incra ersetzt.

            Störend fand ich den unsauber entgrateten Sägeblattausschnitt des Gusstisches. Dort habe ich mit Feile und Schleifpapier nachgearbeitet.
            Die gelbe Metallabdeckung des Sägeblattausschnitts habe ich durch eine auf das Sägeblatt angepasste Eigenanferigung aus 12mm Multiplex ersetzt, die wie das Originalteil gegen Abflug gesichert ist.

            Für verdeckte Schnitte bzw. zum Nuten entferne ich den Spaltkeil auf eigenes Risiko.
            In diversen US oder UK Videos meine ich Spaltkeile an der Dewalt entdeckt zu haben, die bündig auf Sägeblatthöhe abschließen. Ob Dewalt solche Spaltkeile anbietet, ist mir derzeit nicht bekannt, jedoch werde ich diesbezüglich recherchieren oder mir ein Ersatzteil bestellen und umarbeiten.

            Ich verwende überwiegend Plattenmaterial oder Leimholz. Zum Nuten oder fälzen taugt mir ein gummiertes dickes Reibebrett aus dem Malerbedarf, mit dem ich die Werkstücke am Parallelanschlag entlang führe. Beim Fälzschnitt mit stehendem Brett ist mir aber mulmig, daher erledige ich das Fälzen lieber am Frästisch, solange ich noch keinen kürzeren Spaltkeil besitze.

            Ich persönlich würde die Maschine jederzeit wieder kaufen. Viele sind auch mit der blauen Bosch zufrieden, sie ist etwas besser ausgestattet und hat geringfügig mehr Motorleistung. Dafür ist sie rund 150 € teurer und die 19 mm Nuten für fehlen. Letztere waren mir wichtiger als der versenkbare Spaltkeil der Bosch.

            Bezüglich des Zuschitts langer schmaler und schmalster Leisten:
            Das klappt mit der Tauchsäge sogar besser und viel sicherer. Du benötigst dazu lediglich zwei Parallelanschläge, die du an der rechten Seite der Führungsschiene ansetzen kannst.

            Gruß
            Bernd

            • Johannes sagt:

              Hallo Bernd,
              danke für deinen Einblick und die umfassende Antwort.
              Ich verarbeite aktuell ausschließlich Plattenmaterial.

              Was mich noch interessieren würde, wie du die schmalen Teile mit der Führungsschiene schneidest. Bei Teilen breiter als die Schiene sind für mich zwei Abstandshalter/Parallelanschläge die Wahl.
              Bei Teilen schmaler als die Schiene könnte ich die Anschläge auf die Abfallseite legen. Dann wäre immer noch eine gewisse Reproduzierbarkeit gegeben, allerdings muss ich die Sägeblattbreite mit berücksichtigen.
              Oder hast Du Dir Anschläge gebaut, die unter die Schiene greifen?
              Der klassische Parallelanschlag hört halt bei 100mm auf und benötigt eine entsprechend saubere Referenzkante.
              Vielleicht übersehe ich auch was…

              Um es klar zu machen, bei mir haben aktuelle lange schmale Teile eine Breite von wenigen Zentimetern, eine Länge von maximal einem Meter und bestehen aus 18mm MPX.

              Danke für die Info
              Johannes

              • Bernd sagt:

                Hallo Johannes,
                schau dir einfach meine Parallelenschläge an. Sie werden von oben aufgesetzt, die Reiter greifen den Führungssteg der Schiene spielfrei. Die Kanten der Reiter entsprechen exakt der Schnittlinie des Sägeblatts. Die Inraschiene mit dem hellen Stoppklotz ist für die schmalen Schnitte auf der eigentlichen Resteseite. Der Stoppklotz weist zur Korrektur der Nulllinie Unterseite einen Falz in Sägeblattstärke auf.
                Eine T-Nutschiene für die „normale“ Anschlagseite ist ebenso vorhanden.
                Beide Skalen werden an der schnittbündigen Gehäuseseiteseite abgelesen.
                Auf dem ersten Foto siehst du die Einstellung für eine 5 mm schmale Leiste.

                Da die Dewaltschiene nicht über eine Zubehörnut verfügt, müssen die Anschläge nach dem Fixieren der Schiene auf dem Werkstück entfernt werden.

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