Ein Update zum „Tischbau in zwei Tagen“

Esstisch aus Kernbuche - Der fertige Tisch

Der fertige Tisch

Vor einigen Tagen erreichte mich eine E-Mail von Thomas B., mit dem ich vor über zwei Jahren einen Esstisch gebaut habe. Den Artikel darüber finden Sie hier:
Tischbau in zwei Tagen

In seiner E-Mail gibt er mir ein kurzes Update, wie sich der Esstisch bisher so geschlagen hat. Da dieses Projekt auf sehr großes Interesse gestoßen ist (62 Kommentare) ist dieses Update sicherlich auch für Sie als Leser sehr interessant. Mich hat es auf jeden Fall sehr interessiert und gefreut mal zu hören, wie sich dieser Tisch im Laufe der Zeit verhalten hat.

Hier nun ein Auszug aus der E-Mail:

Ich möchte Dir nach nun fast 2,5 Jahren Einsatz ein Update zum Esstisch geben.
Der Tisch ist weiterhin klasse, hat die ein oder andere Auffrischung der Oberfläche bekommen und er steht perfekt da wie am ersten Tag.
Ein absolutes Qualitätsprodukt aus Meisterhand!
Und das zeigt sich in zwei Dingen, auf die Du in Deinem Blog immer wieder hinweist:
Die Längszarge muss bei der Länge wirklich stabil sein. Unsere ist ja 80x40mm bei einer Länge von rund 1,80m‎, die Platte hängt etwa 4mm durch – ein absolut guter Wert finde ich, der optisch keineswegs stört. 
Besonders erwähnenswert finde ich die Konstruktion der geschraubten Gratleisten und die Wichtigkeit, darauf bei der Konstruktion zu achten:
‎Die Platte steht derzeit etwa 3mm seitlich über (siehe Bilder). Das hängt natürlich von der Luftfeuchte/Jahreszzeit ab.
Auf dem einen Bild sieht man bei starker Vergrößerung, wie sich die Schraube bzw. die Unterlegscheibe in dem Langloch bewegt hat. 
Quer zur Maserung ist die Platte perfekt gerade und offensichtlich tut die geschraubte Leiste genau das was sie soll: Sie ermöglicht der Platte, sich im erforderlichen Maße auszudehnen und zu schrumpfen, dabei aber die Schüsselung zu verhindern.
Ich kann nirgendwo Risse o.ä. entdecken. 
Du kannst diese Bilder gerne zur Verdeutlichung von geschraubten Gratleisten auf deinem Blog verwenden. ‎Und damit sollte auch der letzte seine zweifel an dieser Art Gratleisten verlieren!

Und dies sind die Bilder, die mir Thomas dazu geschickt hat:

 

 

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9 Kommentare zu Ein Update zum „Tischbau in zwei Tagen“

  1. Alexander sagt:

    Hallo Heiko,

    Gratulation zu deinem Block und den Videos.
    Momentan schaue ich mir die Videos zu deinem Lowboard-Bau an… aber auch der Nussbaumtisch interessiert mich, da ich selber einen bauen möchte.

    Deswegen hier ein paar Fragen 🙂

    Das Lowboard soll ebenfalls aus amerikanischen Nussbaum werden.
    Entsprechende Möbelbauplatten mit 19mm Stärke habe ich bereits gefunden und befinden sich im preislich erschwinglichen Rahmen 🙂

    Da ja jedes Massivholz arbeitet, frage ich mich, auf was man denn bei dem Lowboard Bau explizit achten muss, damit später nichts reißt etc.

    Maße: 1600x400x550mm

    In der Front soll eine durchgängige Klappe kommen, sprich ~1600x400x19mm mit durchgängigen Lamellen (entlang den 1600mm). Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich so ein Lowboard-Korpus durch die Verbindung von Ober/Unterteil und den Seiten selber vor dem Verziehen schützt… stimmt das?

    In die Klappe muss ich sicherlich auf der Innenseite aufgeschraubte Gratleisten anbringen oder? Da sonst die Gefahr vor einem Verziehen besteht…
    Kann sich denn so eine Klappe in Länge und Breite so ausdehnen, dass sie sich theoretisch an den Korpus presst? 😀

    Du hast in deinem Lowboard-Video auf der Unterseite eine Schattenleiste angeschraubt. Was passiert, wenn ich diese aus einem anderen Echtholz nehme und es sich womöglich anders verzieht als der Nussbaum? Kann es hier Probleme geben? Sollte man für diese Schattenleiste dann eher MDF oder Ähnliches nehmen?

    Sorry für diese Fülle von Fragen 😀
    Wenn das hier zu sehr Off-Topic wird, würde ich mich über ein persönliche Mail freuen (sacx@gmx.de).

    Dieses Thema mit dem Arbeiten des Holzes macht mir mehr Kopfzerbrechen als das Arbeiten MIT Holz!!!

    Danke schonmal!

    Grüße, Alex

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Alexander,

      wenn die Maserrichtung bei allen Teilen gleich läuft, arbeitet das Holz auch gleichmäßig. Das bedeutet, dass die Leimfugen halten und in der Regel nichts reißt. Dennoch arbeitet das Holz. Bei einem Korpus ist das in der Regel kein Thema. Bei deiner Klappe musst du halt entsprechend viel Luft lassen. Unproblematisch ist in der Regel ein Mix von mehreren Hölzern, solange die in etwa gleiche Schwundeigenschaften haben. Dazu gibt es entsprechende Tabellen im Internet oder in Tabellenbüchern.

      Gruß

      Heiko

  2. Christian sagt:

    Hallo Heiko,

    ich verfolge Deinen Blog schon seit längerer Zeit und bin für die vielen Tipps und professionellen Beiträge wirklich dankbar. Ich bin aus Wien, habe seit einiger Zeit meine eigene kleine Werkstatt und baue nebenbei kleine Projekte wie Regale, kleine Tische, usw.
    Ein Risikofaktor für mich ist der Holzschwund. Ich arbeite im Moment noch mit Weichholz wie Fichte. Mein letztes Regal, Seitenteile aus Fichtenstaffeln verleimt mit Querbrettern ebenfalls aus Fichtenleimholz hat sich nach wenigen Monaten um fast 15mm verzogen.

    Welche grundsätzlichen Faktoren sind hier zu berücksichtigen, um ein Massivholzmöbel nachhaltig in Form zu halten? Wenn die Antwort den Rahmen sprengen sollte, hast Du einen Literaturtipp für mich?

    Jedenfalls Danke für Deine Antwort und Deinen Blog.

    Liebe Grüße aus Wien
    Christian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christian,

      das Thema würde ein Buch füllen und somit den Rahmen hier sprengen. Die konstruktiven Nöglichkeiten MAssivholz in Form zu halten und zu verbinden sind sehr vielfältig. Einen konkreten Buchtipp kann ich dir nicht geben. Zumindest keinen Tipp für ein Buch, das genau dieses Thema beleuchtet. Die meisten Bücher schneiden einzelne Themen an, beleuchten aber nicht das ganze Spektrum.

      Das Internet bietet aber so einigesa an Informationen an. Versuch mal folgende Suchbegriffe:

      – Holzschwund (da gibt es Tabellen)
      – Hirnleiste
      – Gratleiste
      – Rahmen/ Füllung

      Das sollte dir bereits genug Lesestoff bescheren.

      Gruß

      Heiko

  3. Thomas sagt:

    Hallo Hans-Joachim,
    danke für die Korrektur – tatsächlich steht die Platte zurück und nicht über, wie ich geschrieben hatte.
    Es ist leider immer noch Heizperiode, die Luftfeuchte in unserem Wohnzimmer liegt bei etwa 40%. Dazu muss ich sagen, dass nur knapp einen Meter entfernt von der auf den Bildern gezeigten Ecke ein Kaminofen steht. Ich könnte mir vorstellen, dass die Strahlungswärme zu einer zusätzlichen Trocknung und damit einem verstärkten Schwund geführt hat.
    Ich werde im Sommer darauf achten, wie sich die Platte entwickelt. Außerdem werde ich mal die restfeuchte messen und berichten.

    Viele Grüße,
    Thomas

  4. Hans-Joachim sagt:

    Hallo Heiko,
    herzlichen Dank für den Input 🙂
    LG H.-J.

  5. Hans-Joachim sagt:

    Hallo Heiko,
    das ist wirklich sehr interessant. Meist hört man nach einem Projekt nichts mehr vom weiteren werdegang.
    Deine geschraubten Gratleisten habe ich bereits angewandt, es ist jedoch nicht lange genug her um eine Erfahrung daraus zu ziehen.
    Kömmt aber irgendwann 😉

    Die Bilder geben mir aber wieder Anlass zum Nachdenken.
    Ein Gedanke der mich schon seit längerem Beschäftigt.
    Es macht einen Unterschied zu welcher Jahreszeit ich etwas baue.
    In diesem Fall ist die Platte wohl geschwunden.
    Die Beine stehen über, nicht die Platte.

    Wenn ich das jetzt lieber anders herum hätte…
    Bei hoher Luftfeuchtigkeit ragt die Platte über die Beine,
    bei geringer ist sie bündig mit dem Gestell.
    Wie kann ich das einkalkulieren?

    LG H.-J.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      die Jahreszeit spielt weniger eine Rolle. die Luftfeuchte ist wichtiger. Dennoch wird Holz immer arbeiten, vor allem Buche. Für eine buche Platte in den gezeigten Dimensionen sind die Schwundwerte sehr gut.

      Wenn Beine bei einem solchen Tisch nicht überstehen sollen, muss die Platte größer werden. Wieviel ist kaum heraus zu finden. Du kannst die Platte auf Verdacht 15-20mm größer machen und hoffen dass es passt, oder bei Bedarf die Platte nochmals schmaler machen. Eine genaue vorhersage ist nicht möglich.

      Gruß

      Heiko

  6. Werner aus Österreich sagt:

    Hallo Heiko und Thomas,

    es ist gewaltig wie die Tischplatte arbeitet. Wenn man die aktuellen Fotos mit denen des vollendeten Tisches nach dem Bau vergleicht, erkennt man genau dass die Platte ursprünglich präzise oberhalb der Beine endete. Ich finde das ist ein sehr anschauliches Beispiel dafür, wie man es richtig macht.

    Gruß

    Werner

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