Stemmeisen von Kirschen

Kirschen - eine Traditionsmarke

Kirschen – eine Traditionsmarke

Ich wurde schon oft nach Stemmeisen des deutschen traditionsherstellers „Kirschen“ gefragt. Seit Jahren habe ich keine Stemmeisen dieses Herstellers mehr im Gebrauch, daher konnte ich keine verlässliche Aussage zu diesen Eisen treffen. Zwar liest man hier und da schon einmal, dass die Qualität nicht mehr so gut sei, aber stimmt das?

Ich habe mir also ein neues Kirschen Stemmeisen bestellt. In der nicht polierten Variante. Der Verzicht auf die Politur hat nämlich den Vorteil, dass die Kanten der Spiegelseite nicht verrundet werden und beim Stemmen ein wenig mitschneiden.

Eines vorweg, ich kann die Qualität zu den Stemmeisen „von früher“ nicht vergleichen, dazu würde ich ein solches Eisen im Originalzustand benötigen. Alles Andere wäre ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen, nicht von Kirschen.

Das neu gekaufte Kirschen Stemmeisen hat mich nicht überzeugen können. Die Verarbeitungsqualität ist mir persönlich für den geforderten Preis einfach nicht gut genug. Vor allem der exzessive Einsatz von Klarlack stört mich sehr. Nicht nur der schlecht geschliffene Griff ist viel zu dick lackiert, nein, auch die Zwingen wurden mit lackiert. Teilweise hängen noch dicke Lackreste in den Fugen. Auf den schief aufgeklebten Kirschen- Aufkleber hätte ich auch gerne verzichtet.

Die Zwingen wurden auch überlackiert

Die Zwingen wurden auch überlackiert

Die Seitenfasen sind mir persönlich viel zu schwach. Es erschwert das Ausstemmen von Zinken und was noch wichtiger ist, das Einspannen in eine Zweibacken- Führung zum Schärfen wird dadurch erschwert. Das Eisen sitzt einfach nicht gut und gerade darin.

Schärfen des Eisens

Schärfen des Eisens

Was die Schneide angeht, da hätte ich mir einen feineren Schliff gewünscht. Zur Standzeit kann ich natürlich noch nichts sagen, aber beim Schärfen hatte ich das Gefühl einen recht weichen Stahl zu bearbeiten.

Nach dem Schärfen

Nach dem Schärfen

Mein persönliches Fazit:

Auch wenn sich herausstellen sollte, dass die Standzeit der Kirschen Stemmeisen gut ist, so werde ich mir keine weiteren Eisen dieser Marke mehr anschaffen. Die Verarbeitung entspricht nicht dem, was ich von anderen (teilweise auch günstigeren Herstellern) gewohnt bin und die nur wenig herunter gezogenen Seitenfasen mag ich nicht besonders.

Alternativen gibt es inzwischen genügend. So habe ich Stemmeisen von DICK, Stanley, MHG, einen Satz Japaneisen und einen Satz Stemmeisen von Veritas im Einsatz. Einige dieser Werkzeuge habe ich auch bereits vorgestellt:

Links:

 

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9 Kommentare zu Stemmeisen von Kirschen

  1. Rolf Brands sagt:

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für Deinen hoch interessanten Beitrag. Wie so oft, sprichst Du mir aus der Seele. Aber 1 Frage habe ich denoch, wenn auch etwas OT: beim Bild „Schärfen des Eisens“ sehe ich, dass Du eine 2-Backen Führung benutzt. Ich hatte bisher immer vermutet, dass Du ein Fan des Veritas MK2 bist. Benutzt Du unterschiedliche Führungen je nach Anwendung?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rolf,

      ich benutze beide Führungen, wobei ich inzwischen immer öfter auch die Zweibacken- Führung benutze. Vor allem schmale Eisen verrutschen darin nicht so leicht, wie in der Veritas Führung.

      Gruß

      Heiko

      • Anonymous sagt:

        Hallo,
        ich habe gerade gesehen, daß es für das Veritas Schärfsystem sowohl eine Zweibacken-Führung als auch eine Schärfvorichtung für gerundete Eisen ab Anfang Juni gibt.

        Henning

  2. Dirk sagt:

    Da auch die Etiketten anders aussehen, drängt sich mir die Frage auf, ob es sich um Plagiate handelt oder aber es gibt vielleicht zwei Ausführungen. Preisgünstige Stemmeisen für Baumarktketten und bessere Qualität für Handwerker. Vielleicht sollte man mal beim Hersteller nachfragen, denn warum sollte ein so altes Traditionsunternehmen plötzlich unter die Billigheimer gehen? Die überlakierten Zwingen haben irgendwie einen chinesischen Hauch.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Dirk,

      da ich das Stemmeisen in einem sehr bekannten und vertrauenswürdigen Onlineshop bestellt habe, halte ich ein Plagiat für nahezu ausgeschlossen.
      Verschiedene Serien gibt es jedoch. Wie im Artikel erwähnt, handelt es sich bei meinem Exemplar um ein unpoliertes Eisen. Es gibt auch die Ausführung mit Politur. Ob es innerhalb dieser Serien nochmals Qualitätsabstufungen gibt, entzieht sich meiner Kenntnis.

      Gruß

      Heiko

    • Hallo,

      auf der Startseite von Kirschen Werkzeuge wird das Etikett „Mysterium“geklärt.
      http://www.kirschen.de/de/Startseite.html

      Bezüglich der lackierten Griffe habe ich Kirschen Werkzeuge befragt und habe erfahren, das es wohl in der Zukunft diese nicht mehr geben wird. Das ganze ist schon länger geplant, lässt sich jedoch natürlich nicht Logistisch an einem Tag umsetzen.

      Das sind doch gute Ansätze für ein „Haus mit 155 Jahre Erfahrung“.
      Das Etikett wurde nicht aus Spaß geändert sondern hatte einen rechtlichen Hintergrund.

      Gruß
      Waldemar Dorn

  3. fee sagt:

    … mir aus der Seele gesprochen!
    Selbst die No-Name-Beitel aus Holland sind besser. Keine Lackierung, kein polierte Ausführung.
    Ich ärgere mich nur darüber, dass die Werbung deutsche Spitzen-Qualität verspricht aus einem Hause mit 155 Jahre Erfahrung! Offenbar wird jetzt auch das Etikett gewechselt…
    Ehrlich, rausgeschmissen Geld…

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