Werkstatterweiterung – Teil 3: Der Unterbau für den Schreibtisch

Mein neuer Schreibtisch

Mein neuer Schreibtisch

Im Teil 2 habe ich Ihnen gezeigt, wie ich der Monitoraufbau des Schreibtisches gebaut wurde. In diesem Teil geht es nun um den Unterbau des Schreibtisches. Üblicherweise sind Unterschränke von Schreibtischen eher schmal. Ich wollte mehr Stauraum und habe mich daher dazu entschlossen die Unterschränke 60cm breit zu machen. Material ist wieder Tischlerplatte, mit Esche furniert. Diese Platten sind nicht ganz billig und ich wollte möglichst wenig davon verbrauchen, damit eine Platte für alle sichtbaren Teile ausreicht. Daher bekommen die Unterschränke keinen durchgehenden Boden und Deckel, sondern lediglich 70mm breite Traversen. Später werden Schubladen eingebaut, der fehlende Boden wird nicht stören. Darüber hinaus erleichtern die Traversen auch den Einbau der versenkbaren Steckdosen.

Der Nachteil an Tischlerplatten ist, dass man die Kanten belegen muss. Ich habe Anleimer mit 8mm Stärke aufgeleimt. Auf meinem Blog bei Holzwerken habe ich dazu einen Artikel geschrieben:

Ran an die Kante: Anleimer aufleimen und bündig fräsen.

Alle Teile wurden mit dem Duodübler von Mafell verbunden. Mit je zwei Dübeln der Größe 8×50 ist das eine sehr stabile Verbindung. Die Rückwand aus 6,5mm starkem Multiplex steckt seitlich und oben in einer Nut und kann nach dem Zusammenbau der Korpusse von unten eingeschoben werden. Das Nuten erfolgt auf dem Frästisch. Ich erstelle solche Nuten auf dem Frästisch in der Regel mit einem Scheibennuter. Wer das mal ausprobiert hat, wird dazu wohl nie mehr einen anderen Fräser verwenden.

Die Eckverbindungen wurden alle mit dem Duodübler von Mafell gemacht.

Die Eckverbindungen wurden alle mit dem Duodübler von Mafell gemacht.

Das Verleimen auf höhenverstellbaren Böcken mit Gummiauflagen, in Verbindung mit Korpuszwingen ist wirklich sehr angenehm und Stressfrei. Alles passt perfekt und sitzt sehr straff.

Verleimen auf höhenverstellbaren Böcken und mit Korpuszwingen- Was soll da noch schiefgehen?

Verleimen auf höhenverstellbaren Böcken und mit Korpuszwingen- Was soll da noch schiefgehen?

Für die Schreibtischplatte kommt ein sogenanntes Verbundelement zum Einsatz. Das ist eine Multiplexplatte, die beidseitig mit einem robusten HPL- Schichtstoff belegt ist. Solche Platten beziehe ich fix und fertig von meinem Holzhändler. Beim Zuschnitt habe ich wieder die Vorritzfunktion der Mafell MT55 benutzt, was zu einem perfekten und ausrissfreien Schnitt, auch bei diesem spröden Material, geführt hat. Die Sockel wurden ebenfalls aus diesem Material angefertigt. Bei den Sockeln habe ich es mir recht einfach gemacht. Diese wurden an allen vier Ecken auf Gehrung geschnitten und mit Lamello-Fixo-Verbindern verbunden.  Die fertigen Sockel wurden von innen mit den Korpussen verschraubt.

Die beiden Unterschränke habe ich mit einer 100mm hohen Strebe verbunden. Diese sorgt für Stabilität und verhindert, dass sich die Schreibtischplatte durchbiegt. Die Tischplatte ist dann einfach von unten mit Halteleisten angeschraubt. Man sieht es ja später nicht mehr. In die Platte kamen noch zwei Ausschnitte. Einer für eine versenkbare Steckdosenleiste und einer für eine Anschlussdose mit USB-Anschlüssen und Kartenleser. Mit der Stichsäge sind diese schnell gemacht. Kleine Ausrisse werden von den Einbaudosen verdeckt.

Die Gesamtkonstruktion ist einfach nur verschraubt. Die Platte ist von unten mit den Traversen der Unterschränke verschraubt und auch der Monitoraufsatz ist von unten an die Platte geschraubt. Um an die Verkabelung zu gelangen, kann der ganze Schreibtisch inklusive Aufbau vorgezogen werden. Es gibt keine Wandbefestigung.

Aus den letzten Resten der weiß beschichteten Platte habe ich noch eine Halterung für den PC angefertigt. So steht dieser weder auf dem Schreibtisch, noch auf dem Boden. Auch das minimiert die umherliegenden Kabel drastisch.

Eine einfache Halterung für den Computer.

Eine einfache Halterung für den Computer.

Die Oberflächenbehandlung habe ich mit einem Rest Arbeitsplattenöl gemacht. Die Innenseiten wurden nicht geölt. Jetzt fehlen noch die Schubladen, aber die müssen momentan noch warten.

Weiterführende Links:

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21 Kommentare zu Werkstatterweiterung – Teil 3: Der Unterbau für den Schreibtisch

  1. Philipp sagt:

    Hallo Heiko,

    eine kleine Frage: Gibt es eigentlich auch „Scharniere/Lift“ zu kaufen die wie die versenkbare Steckdosenleiste funktionieren? Ich hab mal versucht so etwas zu finden bin aber gescheitert. Mir schwebt da ein Projekt mit versenken vor 😉

    MfG
    Philipp

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Philipp,

      schreib doch bitte mal was du genau vorhast, dann kann man dir auch besser helfen. So ist das alles recht undurchsichtig.

      Gruß
      Heiko

      • Philipp sagt:

        Hallo Heiko,

        verdammt 😉 Ich meine so etwas mal bei einem alten Nähmaschinentisch gesehen zu haben. Dort konnte man die Nähmschine „versenken“ und die Tischplatte mit einer Holzplatte „verschliessen“ so das man einen Beistelltisch hat (wie das ging keine Ahnung). Ich möchte gerne einen Drucker (3 kg) versenken und einen großen Tisch haben, aber bei bedarf eine Platte aus dem Tisch nehmen und den Drucker wie die Steckdosenleiste „hochfahren“ können. So ok? Sonst müsste ich mal zeichnen 😉

        MfG
        Philipp

        • Philipp sagt:

          Genau so!
          https://www.youtube.com/watch?v=k4zK7FWR-R0

          Ich hoffe ich darf das Video hier verlinken …

          MfG
          Philipp

          • Heiko Rech sagt:

            Hallo Philipp,

            das sollte mit einem TV-Lift funktionieren.

            Gruß

            Heiko

            • Philipp sagt:

              Hallo Heiko,

              TV-Lifte hatte ich in der Tat auch schon angeschaut, z.b. hat Blum einen „nicht“ elektrischen. Allerdings sind diese eigentlich immer (ich habe keine anderen gefunden) für längere Fahrten ausgelegt und dem entsprechend lang. Ich bräuchte ja „nur“ 40 cm „Länge“. Aber vielleicht gibts da einfach nichts von der Stange. Danke für deine Hilfe! Ich brüte dann mal weiter 😉

              MfG
              Philipp

  2. Peter Schröder sagt:

    Hallo Heiko,
    Nachdem ich mich über Sitz und Monitorpositionen ausgelassen habe möchte ich
    zum eigentlichen Thema , Bau eines neuen Schreibtisches kommen.
    Ich habe wie schon erwähnt ein spezielles Konzept und möchte natürlich alles in Naturholz Herstellen .
    Vor Kurzem bin ich auf ein Holz Namens PAULOWNIA aus China gestossen,
    es hat ein geringeres Gewicht als Fichte oder Kiefer , die oberfläche ist relativ weich
    aber es wird als Hartholz deklariert.
    Mit der dementsprechenden Oberflächenbehandlung kann man es unempfindlicher machen ( so im I-Net gelesen).

    Hast Du mit dieser Sorte Holz schon Erfahrung ?

    Gruß

    Peter

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Peter,

      ich hatte dieses Holz einmal verarbeitet, kann mich aber einfach nicht dafür begeistern. Auch wenn es als Hartholz deklariert ist (was nicht unbedingt etwas mit der tatsächlichen Härte zu tun hat) ist es einfach zu weich. Für einen Schreibtisch total ungeeignet. Man kann es mit entsprechender Beahndlung vielleicht ein wenig unempfindlicher gegen Schmutz machen, nicht aber gegen mechanische BEschädigungen. Es sei denn, die Behandlung bsteht darin, eine Glasplatte darüber zu legen 🙂

      Ich würde dir zu einem robusten Holz raten. Buche, Eiche, Ahornn, Birke etc. Gibt es auch als Leimholzplatten.

      Gruß

      Heiko

      • Peter Schröder sagt:

        Danke ich werde es überdenken !
        Die Farbe und die Struktur hat mir halt zugesagt aber Glasplatte geht für mein Konzept leider nicht.

  3. Marcus sagt:

    Hallo Heiko
    wieder mal ne super Sache mit dem Schreibtisch
    gibt es da für uns auch Maße zum Nachbauen oder kommt das Projekt in
    Holzwerken wäre nämlich super, genau richtig für mich und mein Werkstatt Büro…
    Wo hast du USB Hub und Steckdosen Hub her?
    Vielen Dank für die Tollen Beiträge und weiter so
    Gruß
    Marcus

  4. Steven sagt:

    Moin.
    Vieleicht überlese ich ja nur das offensichtliche. Ich verstehe nicht die Vorteile von Tischlerplatte gegenüber (normalem) Sperrholz bzw. Multiplex. Ist es Gewicht, Preis, Verfügbarkeit oder…?

    Und danke für die simplen Materialspartipps.

    Gruß
    Steven

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Steven,

      Tischlerplatten verziehen sich kaum, anders als Sperrholz oder Multiplex. Sie sind angenehm leicht und dennoch stabilund man bekommt sie in vielen verschiedenen Varianten, was das Deckfurnier angeht.

      Gruß

      Heiko

  5. Andi sagt:

    Hallo Heiko,

    Dein Schreibtisch gefällt mir sehr gut. Als ich die MPX Platten in meinem letzten Projekt verarbeitet habe, habe ich mich unzählige Male an den scharfen Kanten geschnitten. Aber der Werkstoff, trotz des relativ hohen Preises ist genial.

    Die minimalen Ausrisse habe ich mit einem Abrundfräser kaschiert und die Kanten geölt. Fertig. Dieses Material spart Zeit und die Umleimer können nicht abgehen, da keine dran 🙂

    Bis demnächst,

    Gruß Andi

  6. Hallo Heiko,

    wieder ein sehr ausführlicher Bericht in dieser Bau Doku Reihe. Danke dafür. Bist du mit den Böcken von Stanley zufrieden. Sehen doch Interessant aus.

    Gruß
    Patrick

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Patrick,

      bisher binb ich damit sehr zufrieden. Vor allem die Möglichkeit der Höhenverstellung gefällt mir.

      Gruß

      Heiko

  7. Christoph Meyer sagt:

    Hallo Heiko,

    zu der Multiplexplatte mit HPL Beschichtung schreibst du, dass es die fix & fertig beim Holzhändler gibt.
    Vor einiger Zeit hatte ich mal nach so einen Material gefragt, da sagte man mir beim Händler, dass würde es so nicht geben. MPX und HPL würden separat verkauft und dann vom Tischler in der Furnierpresse nach Bedarf selbst hergestellt werden.

    Nun meine Frage, stellt dein Händler diese Platten selbst her oder muss ich nach einem anderen Händler suchen der die Platte besorgen kann?

    Grüße
    Christoph

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christoph,

      diese Platten lässt mein Händler in größeren Stückzahlen anfertigen. Ich kann dort auch Verbundelemente mit MDF-Träger und anderen HPL-Beschichtungen beziehen. Mit Sicherheit gibt es aber nur wenige Händler, die solche Produkte anfertigen lassen.

      Gruß

      Heiko

  8. Jochen sagt:

    Hallo Heiko,

    sieht klasse aus. Ich hätte vielleicht noch eine Schreibtischlampe eingebaut, aber das muss ja jeder selber wissen. Kann man ja auch nachträglich noch machen, wenn man denn will.

    Eine Frage …. warum hast Du für die Tischplatte Multiplex genommen? Ist das stabiler als eine Tischlerplatte?

    Schöne Grüße
    Jochen

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Jochen,

      eine Lampe brauche ich nicht. Die Deckenbeleuchtung ist sehr gut. Am Tage ist es schon zu hell, so dass ich demnächst noch einen Sonnenschutz für die Fenster installieren muss.

      Multiplex habe ich in der Tat wegen der Stabilität genommen. Außerdem reicht es, wenn die Schnittkanten geschliffen und geölt werden, man braucht keine Anleimer.

      Gruß

      Heiko

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