Eckregal aus Buche

Eckregal aus Buche - Fertiges Regal Komplettansicht

Das fertige Regal

Dieses Regal  war eine Auftragsarbeit für einen Kunden. Es ist komplett aus Buche Leimholz mit durchgehenden Lamellen gefertigt.  Besonderheiten an diesem Möbel sind die 45° einschlagenden Türen und die Eckverbindungen, die teilweise mit Pocket-Holes realisiert wurden.

Die Planung erfolgte am Computer mittels 3D Zeichenprogramm und 2D CAD Software. Dies ist im ersten Video zu sehen. Die Baudokumentation umfasst neben den sieben einzelnen Seiten der Dokumentation noch vier Videos und zeigt die komplette Fertigung dieses Möbelstückes.

 

Inhalt

Teil 1 – Zuschnitt und Vorschliff

Eckregal - Auftrennen der Leimholzplatten

Auftrennen der Platten

Der Bau des Eckregales beginnt mit dem Zuschnitt der Leimholzplatten. Die Platten haben eine Länge von 2500mm und eine Breite von 1210mm. Ein Zuschnitt in der Werkstatt wäre sehr problematisch, daher trenne ich die Streifen erst einmal vor der Werkstatt, auf Böcken liegend auf. Die Platten liegen dabei alle drei auf zwei stabilen Klappböcken, so dass ich recht bequem einen Streifen nach dem anderen schneiden kann. Diese werden dann in der Werkstatt weiter bearbeitet.

Zum Auftrennen habe ich zwei Führungsschienen mit einer Länge von jeweils 1400mm miteinander verbunden. Da das Ansetzen von Zwingen an den Schienen durch die übereinander liegenden Platten nicht gut möglich ist, habe ich einen sogenannten Rapidspanner benutzt um die Schiene zu befestigen.

Eckregal - Geschnittene Streifen

Auf Breite geschnitten

So werden aus großen Platten erst einmal handlichere Streifen, die nun weiter verarbeitet werden können.

Um Verwechslungen auszuschließen wird jeder Streifen beschriftet. Dazu nehme ich Malerkrepp. Ich klebe ein Stück Kreppband auf und schreibe die Bezeichnung auf das Kreppband. Das erspart mir das spätere abschleifen der Beschriftung.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich alle drei Leimholzplatten, die ich zum Bau benötige aufgeschnitten. Ein Teil der Streifen wird jedoch noch außerhalb der Werkstatt zwischengelagert. Nur die Korpusteile werden im ersten Schritt weiter bearbeitet. Einlegeböden, Sockel und Türen werden erst zugeschnitten, wenn der Korpus gebaut wurde. So kann ich diese Teile genau an den Korpus anpassen und ich habe auch mehr Platz in der Werkstatt.

Eckregal - Seiten auf Breite schneiden

Seiten auf Breite schneiden

Die Streifen müssen nun noch auf die genauen Maße geschnitten werden. Die vier langen Seitenteile stellten sich hierbei als recht schwierig zu bearbeiten heraus. Ich habe sie auf der Tischkreissäge auf die richtige Breite geschnitten. Das war nicht ganz problemlos und ich würde es beim nächsten Mal nicht mehr so machen, sondern versuchen die langen Teile direkt mit der Handkreissäge auf das Fertigmaß zu bringen. Der Festool MFT/3 dient bei diesem Arbeitsgang als Tischverlängerung hinter der Säge. Vor der Säge habe ich einen Rollenbock aufgestellt, auf dem die Seitenteile aufliegen. Das Problem bei diesem Schnitt war, dass ich die Säge während des Schneidens ein wenig drehen musste, da ansonsten das zu schneidende Brett anecken würde. Dabei habe ich erhebliche Brandspuren an den Schnittkanten erzeugt und einen kleinen Absatz gab es auch.

Eckregal - Hobeln der Kanten

Hobeln der Kanten

Nach der Erfahrung auf der Tischkreissäge habe ich dann beschlossen die restlichen Zuschnitte auf dem MFT/3 mit der Handkreissge zu machen. Vorher sollte aber an jedem Brett noch jeweils eine der Längskanten richtig sauber gehobelt werden. Dabei werden die Sägespuren entfernt, kleine Unebenheiten beseitigt und dank des Fügeanschlages wird die so gehobelte Kante auch exakt rechtwinklig zur Fläche. Das Hobeln geschieht zunächst mit der Rauhbank. Danach wird noch kurz mit dem kleinen Putzhobel nachgearbeitet und die Kante ist fertig. Gerade, glatt und exakt rechtwinklig. Im Prinzip fertig zur Oberflächenbehandlung. Ein solches Ergebnis ist mit einer Hand- Schleifmaschine kaum in dieser Zeit und in dieser Qualität zu erzielen.

Eckregal - Zuschnitt auf dem MFT/3

Zuschnitt auf dem MFT/3

Nun hat jedes Brett eine genaue Referenzkante und der Zuschnitt auf dem MFT/3 kann beginnen. Im Gegensatz zum Zuschnitt auf der Tischkreissäge ist diese Vorgehensweise für mich viel entspannter. Die Tischkreissäge ist nicht für Werkstücke dieser Längen ausgelegt. Der Schiebetisch wäre hiermit vollkommen überfordert. Es käme mit Sicherheit zu größeren Ungenauigkeiten. Daher wähle ich diese Methode. Das Werkstück liegt still und das Werkzeug wird bewegt.

Die Präzision, welche meine Tischkreissäge liefert, schafft der MFT/3 ebenfalls. Auch die Wiederholgenauigkeit ist mit dem Anschlagreiter am Längenanschlag gegeben. Die langen Seitenteile zeichne ich einzeln an und länge sie nach Anriss ab. Das hätte ich auf der Tischkreissäge ebenfalls so machen müssen, da auch bei dieser das Anschlaglineal nur 1000mm lang ist.

Eckregal - Vorschliff aller Teile

Vorschliff aller Teile

Nach dem Zuschnitt aller Teile auf das benötigte Fertigmaß geht es an den Vorschliff. Die Platten sind zwar ab Werk schon geschliffen, aber dennoch schleife ich noch bis Korn 180 vor. Das erhöht die Genauigkeit der Eckverbindungen, man erkennt Holzfehler in einem sehr frühen Stadium und kann entsprechend reagieren.

An dieser Stelle möchte ich noch etwas zum verwendeten Leimholz schreiben: Es handelt sich um Buche Leimholz mit einer Stärke von 19mm. Die einzelnen Lamellen sind auf 2500mm durchgehend, also nicht gestoßen. Die Lamellen haben eine Breite von bis zu 10cm und wurden farblich sortiert. Dies ist die beste Leimholzqualität, die der Handel vorhält. Das Arbeiten mit diesem Material macht natürlich viel mehr Spaß, als mit Leimholz von schlechterer Qualität. Das Ergebnis sieht dann auch entsprechend besser aus.

Im nächsten Teil wird es um die Eckverbindungen gehen. Teil 2 wird dann auch ein Video beinhalten, das die entsprechenden Arbeitsschritte zeigt.

Nächste Seite: Teil 2 – Erste Eckverbindungen (mit Video)

Hier gehts zum Anfang der Baudokumentation

12 Kommentare zu Eckregal aus Buche

  1. Lars sagt:

    Der Schrank gefällt mir. Darf man Fragen, was solch ein Schrank letztendlich kostet? Es steckt ja extrem viel Arbeit darin!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Lars,

      fragen darfst du. Aber die NAtwort bleibe ich schuldig. Die Preise von Kundenaufträgen werde ich nicht verraten.

      Gruß

      Heiko

  2. Chris sagt:

    Hallo Heiko,
    Vorab möchte ich sagen super Video und absolut lehrreich. Mich würde einmal interresieren was du für einen Leim verwendest ? Im Video Sieht man den Ponal auf dem einmer aber ürgendwie sieht der nicht so dickflüssig aus ?

    Wie machst du es eig. das du die Leim Pinsel wiederverwenden kannst ?
    Danke schonmal im Vorraus.
    LG Chris

  3. Sebastian sagt:

    Also es handelt sich um Buche Leimholz. Da tendiere ich jetzt zu Lamellos

    • Sebastian sagt:

      Die ideale Möglichkeit Pocket Holes und Dominos zu verwenden habe ich auch schon bei einem Möbel probiert

  4. Sebastian sagt:

    Hallo,

    wie ich sehe machst du die Korpusvrrbindungen bei Massivholz wie ich mit Dominos. Nun bin ich aufgrund der Arbeitsgeschwindigkeit und Kosten am überlegen mir zusätzlich die Dewalt Flachdūbelfräse zu kaufen.
    Wie siehst du die Kombination Lamello und Massivholz. Manch einer sieht es ja als problematisch an wenn der Lamello quer zum Massivholz ist.

    Danke und Gruß
    Sebastian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Sebastian,

      ich sehe im Einsatz von Lamellos bei Massivholzverbindungen kein wirkliches Problem. Ich habe mir auch eine Flachdübelfräse als Ergänzung zur Domino gekauft, weil ich der Meinung bin, dass beide Systeme sich durchaus ergänzen.

      Gruß

      Heiko

      • Sebastian sagt:

        Danke für die Antwort,

        Ich bin zwar begeistert von meiner Domino, sehe aber die Vorteile bei schmalen Werkstücken, wo Lamellos zu breit sind. Würdest du bei diesem Projekt jetzt auch Lamellos verwenden? Ich sehe den Vorteil darin, dass die Korpen mit Lamellos beim verleimen schneller zusammengesteckt werden können, die Dominos sitzen ja doch schon straffer.
        Ich bin jetzt am überlegen wie ich meine Küchenkorpen und Massivholzschubladen verbinde, ich denke die Lamello wird günstiger und schneller sein. Die Dominos weisen vlt eine etwas bessere Festigkeit auf, allerdings werden die Lasten ja über die Unterflurauszugführungen auf die Seiten abgeleitet und der Boden muss keine große Last aufnehmen.

        Danke und Gruß
        Sebastian

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Sebastian,

          bei den Schubladen kannst du beruhigt Flachdübel nehmen. Bei den Korpussen würde ich, sofern es sich um Plattenmaterial handelt auch Flachdübel nehmen. Ich nehme die Dominos bei Korpusverbindungen sehr gerne, weil ich im Wechsel immer einen Domino und eine Schraube (Pocket Hole) setze. Da kann ich vor allem Randnah beides unterbringen.

          Inzwischen sehe ich es aber wie du, für schmale Werkstücke Dominos, für breitere und Plattenbau Flachdübel.

          Gruß

          Heiko

  5. Hallo Heiko!

    Ich habe keinen Kommentar, sondern eine Frage!
    Du schleifst Deine Werkstücke mit einem festool Rotationsschleifer. Mich würde interessieren, wie gut die Absaugung funktioniert! Bisher schleife ich immer draußen, da sonst meine ganze Werkstatt eingestaubt wird. Meine Werkstatt ist noch viel kleiner als Deine und da ist der Staub ein „starker“ Feind :-))

    VG
    Gregor

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      wie gut die Absaugung ist, hängt auch mit dem verwendeten Sauger zusammen, daher kann ich nur die Kombination Rotex im Zusammenspiel mit dem CTM36 beurteilen. Da ist die Absaugung sehr gut. Lediglich beim Schleifen im Grobschliffmodus, mit grobem Schleifpapier geht ein bisschen was daneben.

      Gruß

      Heiko

  6. Michael Hild sagt:

    Hallo Heiko,

    das Regal ist gut geworden. Vorallem die Konstruktion der Türen. Irgendwann muß ich auch mal was mit Hirnleisten bauen.

    Grüße

    Michael

Kommentare sind geschlossen.