Rahmen (Tischfüße) verleimen
Vor dem Verleimen der Rahmen, welche die Tischfüße bilden, müssen die aufrechten Rahmenteile noch schräg geschnitten werden. Dies geschieht nach Anriss auf dem Festool MFT/3 mit der Handkreissäge. Da die Werkstücke schmäler sind, als die Führungsschiene, lege ich jeweils ein weiteres Werkstück gleicher Materialstärke unter, um das Abkippen der Schiene zu verhindern.
Für diese Schnitte habe ich ein Sägeblatt mit 48 Zähnen montiert. Üblicherweise nimmt man für Schnitte in Längsholz keine so feinen Sägeblätter, jedoch wollte ich einen möglichst feinen Schnitt und eine saubere Kante haben.
Das Schneiden nach Anriss mit der Handkreissäge bringt nicht ganz die Genauigkeit, wie das Arbeiten mit der Tischkreissäge und einer Schablone. Die Tolleranzen zwischen den einzelnen Rahmenteilen sind jedoch so gering, dass einige Stöße mit dem Putzhobel ausreichend sind, jeweils zwei Rahmenteile passend zueinander zu hobeln. Meranti hobelt sich nicht besonders gut. Ausrissfreies Hobeln ist nur mit einem sehr gut geschärften Hobeleisen und einem fein eingestellten Hobel möglich.
Bevor die Tischfüße verleimt werden, ist es notwendig, die einzelnen Rahmenteile auf der Innenseite zu schleifen. Diese sind nach dem Verleimen nicht mehr so einfach zu bearbeiten. Besonders die Innenecken würden sich nur schwer schleifen lassen. Auch mit einem Schwingschleifer, oder Deltaschleifer, der bis in die Ecken gelangt, erreicht man nicht die Oberflächengüte, wie bei einem Schliff vor dem Verleimen.
Ich schleife hierbei bis Körnung 320. Dieser sehr feine Schliff erleichtert die spätere Oberflächenbehandlung sehr.
Nachdem alle Innenseiten geschliffen sind, werden die Rahmen verleimt. Das Verleimen geht am besten mit Klebeband. Die Einzelteile werden hierzu, an einer geraden Kante entlang, mit Klebeband verbunden. Dichte Gehrungen und ein wenig Spannung auf dem Klebeband bekommt man, wenn man die Enden der auf Gehrung geschnittenen Werkstücke minimal (ca. 0,5-1mm) überlappen lässt. Faltet man dann die Ecke zusammen, zieht die entstandene Spannung die Gehrung dicht. Bei Hirnholzverleimungen gebe ich an beide Werkstücke Leim an, da das Hirnholz sehr viel Leim aufsaugt.
Wenn die Rahmen verleimt sind, werden sie sofort auf die Tischplatte aufgesteckt. Der zusammengesteckte Tisch wird nun auf einen ebenen Untergrund gestellt, bis der Leim vollständig abgebunden hat. Auf diese Weise vermeidet man, dass die Rahmen windschief verleimt werden und der Tisch später wackelt. Die Abbindezeit sollte bei dieser Art der Verleimung, also stumpf verleimtes Hirnholz, nicht zu kurz sein. Ich habe den Leim daher über Nacht abbinden lassen.
Video:
In diesem Video wird das Schrägschneiden und Verleimen der Tischfüße gezeigt.





Servus Heiko,
wollt nur nen Gruß absetzen und Dich für die schöne Doku “loben”.
Nur mal eine Frage noch zu Deinen Videos, speziell Verwendung von Musik. Wie geht man hier mit dem Thema Urheberrecht/Gema um? Musiker um Nutzung fragen oder wie geht man/Du hier vor?
Schönen Gruß und ein schönes langes Wochenende
Ciao
Martin
)
Hallo Martin,
ich habe mich auch lange mit dem thema Beschäftigt. Es ist nicht ganz einfach. Am besten du suchst im Internet nach Musik, die Gema-frei ist. Am besten ist es, wenn du Musik findest, die vollkommen Lizenzfrei, oder unter der CC (Creative Commonse Lizenz) steht. Aber auch hier muss man genau nachsehen, den es gibt derzeit 6 verschiedene Lizenzverträge, mit unterschiedlichen Bedingungen für die Nutzung. Man muss also sehr genau lesen, da es auch vorkommen kann, dass Musiker für ihre unterschiedlichen Titel unterschiedliche Lizenzen zugrunde legen.
Der von mir genutzte Titel ist von einer spanischen Independent Band, die einen Teil ihrer Musik zur freien Nutzung für nicht kommerzielle Zwecke zur Verfügung stellt.
Eine Alternative hierzu ist die von Youtube angebotene Funktion namens “Audiswap”. Dabei ist es die Aufgabe von Youtube sich um die Lizenzen zu kümmern.
Gruß
Heiko
Hallo Heiko,
Ich wollte mich nur mal für diese tolle Seite, sowie die erste Seite, bedanken.
Ich finde sie sind toll aufgebaut und enthalten ne ganze Menge Informationen.
Es ist wirklich klasse, dass die Dokumentationen hier so detailliert beschrieben sind
und mit Bildern noch verdeutlicht werden. Ich selbst bin momentan in der Ausbildung zum Tischler in Lübeck und kann daher die einzelnen Arbeitsschritte sehr gut nachvollziehen. Und Ideen kann man sich dadurch auch gut holen.
Der Youtube Kanal ist fantastisch, man kann die Arbeitsschritte dadurch natürlich sehr schön sehen. Ich bin immer gespannt auf Updates aus der Werkstatt und auch so.
Also vielen Dank für diese schöne Arbeit und weiter so!
LG Kevin
Hallo Heiko,
ich kann mich da nur anschließen. Eine sehr ansprechende und ausführliche Dokumentation! Gerade bei der Nutzung der Erika konnte ich mir von dir ein paar Tricks und Vorgehensweisen abschauen.
Außerdem zeigt mir dein Bericht und vor allem das Ergebnis, dass ich mich endlich mal richtig an das Thema Massivholz heranwagen sollte.
Solch detailierte Berichte sind eine Goldgrube für Neulinge wie mich, die doch meistens per Try and Error lernen müssen. Deswegen hoffe ich, dass du auch in Zukunft dein Wissen und deine Arbeit so ausführlich hier präsentierst!
Danke für deine Mühe und deine Zeit und bis zum nächsten Projekt.
Viele Grüße
Tobi
Hallo Heiko,
einen schönen Couchtisch hast Du da gebaut, schlicht aber trotzdem mit dem gewissen Extra.
Auch die Dokumentation ist Dir wie immer sehr gut gelungen. An dieser Stelle auch ein Dank dafür.
Grüße
Micha
Hallo Heiko,
Du benutzt zum Auftragen des Öls einen Schwamm (ähnlich der Surfix- Technik – aber viel billiger…). Hast Du hier einen besonderen genommen – oder funktioniert auch der 08/15 Schwamm aus dem Haushaltswarenladen?
2. Benutzt Du künftig auch die Verbreiterung des MFT/3 (u.a. zur Aufnahme der OF 1400) oder tendierst Du eher zur CMS- Lösung?
Liebe Grüße
Thomas
Hallo Thomas,
das ist ein ganz normaler Schwamm vom Discounter. nichts besonderes. Mit dem Surfix arbeite ich auch. Je nach dem welches Öl ich verwende eignet sich ein einfacher Schwamm aber besser. Den Surfix nehme ich eigentlich mehr für größere Flächen. Was die Erweiterung des MFT/3 angeht, habe ich derzeit keine konkreten Pläne.
Gruß
Heiko
Hallo Heiko,
Glückwunsch zu deinem neuen Webauftritt. Ich bin sicher, dass du damit noch mehr Leute erreichen wirst, schon allein wegen der Möglichkeit der Interaktion mittels Kommentaren. Deine Berichte sind jedenfalls immer eine Freude zu lesen und inhaltlich wie von der Aufmachung her auf hohem Fachzeitschriften-Niveau. Auch das Tempo und die schnelle Folge der Beiträge zeugt von deinem Engagement.
Weiterhin viel Erfolg und schöne Grüße
Hallo Heiko,
Der Couchtisch ist sehr schön geworden. Der warme Farbton gefällt mir ausgesprochen gut. Mit den krummen Winkeln hast Du es Dir ja nicht unbedingt leicht gemacht.
Wie immer zeigst Du uns in Deiner ausführlichen, absolut professionellen Dokumentation viele Deiner Tricks. Und schöne Bilder und Videos zum Thema Holzwerken anschauen bereitet mir sowieso immer Freude. Danke dafür.
Ich bin schon gespannt, wie es weiter geht.
Mit besten Grüßen
Olli
Hallo, ich bin mal so frei und schreibe was auf dneeir Seite. Sieht toll aus! Ich beschaeftige mich auch seit kurzem mit WordPress diverse Sachen verstehe ich aber noch nicht. Dein Blog ist mir da immer eine grosse Anregung. Weiter so!
Servus Heiko,
vielen Dank für die vielen Bilder und die Videos. Das Ergebnis ist toll.
Freu mich schon Dein nächstes Projekt verfolgen zu können.
Schönen Gruß
Martin
)
Hallo, ein sehr gelungenes Projekt – vom Design bis zum Finish finde ich es sehr gelungen! Wenn’s erlaubt ist, setzte ich gerne einen Link in unsere Partnerseiten rein.
Ich kann nur sagen: Mehr davon!
Hallo Heiko,
vielen Dank für deine sehr hilfreichen Dokumentationen. Ich habe viel Freude daran und lerne einiges. Da ich demnächst auch eine Ecke freiräumen und mit dem Werkeln richtig beginnen möchte habe ich eine Bitte an dich und alle Besucher deiner Seite. Da ich vorhabe einen Werktisch mit Leinölfirnis zu bearbeiten aber keine Erfahrung mit Mengenverhältnissen habe, wäre ich dankbar für etwas Hilfe ( so es deine Zeit zuläßt).
schöne Grüße
Günther Beckmann
Hallo,
ich weiß nicht, was du mit “Mengenverhältnis” meinst.
vielleicht hilft dir dieser Artikel aber schion weiter.
http://heiko-rech.de/grundlagen/leinoel.php
Gruß
Heiko
Hallo Heiko,
Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Tolle Seite. Ich bin immer wieder
Gespannt, was & wie Du etwas machst.
Zu meiner Frage:
Die Tischplatte wird nur mit der Feder & dem Dübel gehalten, oder?
Ich frage mich, ob das ausreichend fest ist – z.B. Wenn man den Tisch
Von der Seite her zieht? Leimen geht da ja nicht wegen “längs- auf quer”.
Herzlichen Dank!
Viele Grüße
Tom
Hallo Tom,
der Tisch ist nicht sehr groß und wiegt keine 10 Kg. Daher treten beim Ziehen des Tisches keine hohen Kräfte auf. Die Verbindung wird ja kaum belastet. Der Tisch hat nun schon einige Monate seinen Dienst getan und es ist keine der Verbindungen aufgegangen (trotz Kleinkind im Haus). Den eigentlichen Halt bekommt die Verbindung durch die Nut- und Feder. Der Dübel sichert die Tischplatte nur gegen das Herausrutschen. Ich kann diese Verbindung daher für solch kleine Tische nur empfehlen.
Gruß
Heiko
Hallo Heiko,
Ich bin durch Zufall auf einen alten Thread im woodworking.de Forum gestoßen, in dem du eher abschätzig von Meranti sprichst (fühlt sich nicht gut an, staubt, …) Jetzt scheinst du ja Meranti recht gerne zu verarbeiten. Was hat deine Meinung geändert?
Liebe Grüße und danke für deine tolle Seite!
Veronika
Hallo Veronika,
die Verarbeitung von Meranit mag ich immer noch nicht. Ich habe bei meinem Bücherregal einige Reste verarbeitet, die mir einfach zu schade waren um sie zu entsorgen. Ich habe festgestellt, dass das Holz in verarbeitetem Zustand doch seinen Reiz hat. Man muss allerdings die richtigen Stücke finden. 90% des angebotenen Meranti Holzes würde ich für ungeeignet halten um daraus Möbel zu fertigen. Ich habe einen Hänler gefunden, der schönes Meranti im Lager hatte und kaufte weiteres Holz für weitere Möbel. Die Wohnzimmermöbel sind nun fertig und ich hoffe, dass ich mit Meranti nun soweit durch bin. Es staubt wirklich sehr und ich werde es in Zukunft wieder meiden. Momentan verarbeite ich Ahorn und Thermoesche. Das macht mehr Spaß.
Gruß
Heiko
Hallo Heiko,
super interessante Beiträge schreibst du hier, ich bin gerade dabei bzw. plane ich mir einen Couchtisch zu bauen. Ich möchte jedoch einen sogenannten Ethanol Brenner dort verbauen, jedoch bin ich mir nicht Sicher was für Materialien ich dort verwenden kann. Da der Brenner ja nach unten hin Hitze abstrahlt. Hast du mit sowas schon Erfahrung? Folgenden habe ich mir ausgesucht: http://www.labamo.de/bioethanol-brennkammer.html. Wäre über jeden Tipp dankbar da meine Planun schon etwas länger läuft.
Vielen lieben Dank
Hallo,
diesbezüglich fehlt mir leider jegliche Erfahrung. Aber vielleicht wieß ja jemand, der deinen Kommentar hier leist was dazu. Hast du schon mal beim Hersteller der Brennkammer nachgefragt, ob sie für den Einbau in Holz geeignet ist?
Gruß
Heiko
Hallo Heiko,
Vielen Dank für die gute Doku. Ich habe eine Frage zu Deiner letzten Oberflächenbehandlung.
Du hast Hartwachsöl als letzte Behandlung genommen.
Ich habe mir neulich eine neu Arbeittsplatte für meinen mobielen Sekretär gebaut und ebenfalls Hartwachsöl für die letzte Behandlung genommen. Da nach der Behandlung aber wieder kleinste Holzteilchen, die aus dem Holz nach der Behandlung hoch kamen, habe ich auch noch ein letztes mal mit Schleiffließ eine glatte Oberfläche herstellen wollen. Jetzt sieht die Platte aber “verkratzt” aus, was ich so von normaler Ölbehandlung nicht kenne.
Nun meine Frage:
Was hast Du nach dem letzten Ölauftrag gemacht? So gelassen und hat das auch zu einer Rauhigkeit der Fläche geführt?
Oder auch noch mal “abgezogen” um wieder eine möglichst eine glatte Fläche zu erhalten?
Könnte es bei mir am Wachs liegen, dass dieser sich nach dem bearbeiten mit Fließ weiß verkratzt?
Viele Grüße Klaus
Hallo Klaus,
wenn sich nach dem Ölauftrag die Fasern aufstellen, war die Vorbehandlung nicht gut genug, oder es war der erste Ölauftrag. Ich möchte dir daher zwei Methoden aufzeigen, die ich so auch in meiner Werkstatt durchführe:
1. Nur ein Ölauftrag:
Ich schleife bis Korn 400. Dann trage ich das Öl auf, lasse es einwirken und schleife das Öl mit einem grünen Pad und dem Exzenterschleifer ein. Eventueller Überstand wird abgenommen. Danach poliere ich mit einem weißen Pad. Das funktioniert bei feinporigen Hölzern sehr gut.
Diese Methode wende ich bei nicht stark belasteten Oberflächen an.
2. Mehrere Schichten:
Ich schleife bis Korn 240. Dann trage ich das Öl auf, lasse es einwirken, Überstand abnehmen und gut durchhärten lassen. Dann erfolgt ein Zwischenschliff mit einem feinen Schleifvlies. Ein zweiter Ölauftrag erfolgt in gleicher Weise, wie der erste. Das wiederhole ich bis zu maximal drei Ölaufträgen. In der Regel reichen aber zwei Ölungen aus.
Ich verwende Öle von OSMO, ASUSO und Natural. Letzteres (Möbelhartöl) finde ich derzeit sowohl von der Verarbeitung, als auch von der fertigen Oberfläche her am besten.
An deiner Stelle würde ich die Oberfläche noch einmal gleichmäßig mit einem Schleifvlies (möglichst fein) gleichmäßig anschleifen und einen weiteren Ölauftrag durchführen.
Gruß
Heiko