Vorderzange für den Festool MFT/3

Der Festool MFT/3 ist ein mobiler Arbeitstisch, der auf die Nutzung mit Elektrowerkzeugen ausgelegt ist. Wenn man ihn zum Arbeiten mit Handwerkzeugen nutzen will, muss man einige Umbauten oder Erweiterungen vornehmen. Der erste Erweiterung meines MFT/3 bezog sich auf dessen Standfestigkeit. die zweite Erweiterung ist eine Art Vorderzange, mit der viele Arbeiten mit Handwerkzeugen leichter und angenehmer durchgeführt werden können. Speziell was das Arbeiten mit Handsägen angeht, erleichtert diese Vorrichtung das Arbeiten enorm.

Vorderzange für den Festool MFT/3 - Zerlegter Parallelspanner

Zerlegter Parallelspanner

Die Funktionsweise entspricht der einer Vorderzange mit zwei Spindeln. Als Spindeln habe ich zwei vorhandene Parallelspanner zerlegt und an die beiden Spannbacken aus Holz montiert.  die Spannbacken sind 25mm dick, 140mm hoch und 560mm lang. sie erlauben das Einspannen von Werkstücken mit einer Breite von 450mm. Die maximal spannbare Materialstärke in der fertigen Zange beträgt ca. 100mm. Für die angedachten Anwendungen, beispielsweise das Zinken von Hand ist dieser Spannbereich für mich ausreichend.

Vorderzange für Festool MFT/3- Erster Test

Erster Test

Zur ersten Probe werden die Spindeln montiert und die Holzteile miteinander verschraubt, aber noch nicht verleimt. Die Befestigung der Vorderzange am MFT/3 erfolgt mit Schraubzwingen durch die 20mm Bohrungen im Tisch hindurch. Die Innenfläche der Vorderzange fluchtet mit der Vorderkante des MFT/3. Somit können schwerere Werkstücke auch noch einmal am Aluminiumprofil des MFT befestigt werden. Damit sich die Vorrichtung einfach positionieren läßt, wird an der Unterkante eine Leiste befestigt. Diese liegt an der Tischplatte des MFT an und gibt somit die genaue Position der Spannzange vor.

Vorderzange für Festool MFT/3 - 20mm Bohrungen

20mm Bohrungen einbringen

Der erste Test war sehr vielversprechend. Nun geht es an die Feinheiten. die Vorrichtung wird noch einmal teilweise zerlegt um anschließend mit Leim und Schrauben komplett zusammengebaut zu werden. Vorher bekommt der Deckel des Kastens aber noch einige Bohrungen mit 20mm Durchmesser. Diese können benutzt werden, um die Spannelemente des MFT/3 und die Schraubzwingen auch an der Spannzange zu nutzen.

Nachdem der Leim abgebunden hat, wird alles verschliffen und geölt. Die Vorderzange ist nun fertig für die ersten Einsätze.

Vorderzange für den Festool MFT/3 - Fertige Vorderzange

Die fertige Vorderzange

Solche Werkstattprojekte eignen sich hervorragend dazu, neue Oberflächenbehandlungen zu testen. Ich habe bei der Vorderzange die Fläche bis Körnung 400 geschliffen. Dann das Möbelhartöl von Naturalfarben (http://naturalfarben.de) aufgetragen, einwirken lassen, nochmals aufgetragen und nach ca. 30 Minuten den Überstand abgenommen. Das Ergebnis ist eine sehr glatte und seidig glänzende Oberfläche nach nur einem Ölauftrag. Nach zwei Tagen Trockenzeit habe ich noch mit dem Pflegewachsöl des gleichen Herstellers leicht nachpoliert. Sicherlich für eine Werkstattvorrichtung ein wenig übertrieben, aber als Probestück für ein neues Öl sehr gut geeignet.

Hier einige Einsatzmöglichkeiten der Vorderzange.

Vorderzange für den Festool MFT/3 - Sägen

Sägen an der Vorderzange

Vorderzange für den Festool MFT/3 - Hobeln

Hobeln kleiner Werkstücke

Vorderzange für den Festool MFT/3 - Stemmen

Stemmen in angenehmer Arbeitshöhe

 

27 Kommentare zu Vorderzange für den Festool MFT/3

  1. Roland sagt:

    Hallo Heiko, vielen Dank für die schnelle Info.
    Gruss Roland

  2. Roland sagt:

    Hallo Heiko,

    habe diese Vorderzange nachgebaut, leider bin ich mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden.
    Frage: „welchen Durchmesser hat die Bohrung für die Spindel?“
    „welche Länge/Breite hat das Objekt im Ganzen?
    Besten Dank im Voraus.
    Gruss Roland

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Roland,

      die Bohrungen haben einen Durchmesser von 15mm. Der Katen hat die Maße 550mm x 150mm.

      Gruß

      Heiko

  3. Robin sagt:

    Hallo,
    Danke für die prompte Antwort. Hab gestern gleich die Parallelspanner gekauft und werde es am Wochenende mal angehen. Erstmal auch nur mit Birke-Multiplex 2-lagig. Da habe ich noch Reste…

  4. Robin sagt:

    Hallo Heiko,

    kurz bevor ich die oben beschriebene Vorderzange nachbauen wollte bin ich nun noch auf diverse „moxon vises“ gestoßen.
    Du hast auch eine in der Holzwerken 50 vorgestellt. Würdest Du sagen, daß das große Vorteile bringt im Vergleich zu der „Bessey-Variante“?

    Der Kostenfaktor ist ja doch deutlich. Mir geht es hauptsächlich darum am MFT eine Erhöhte Spannmöglichkeit zu haben fürs Feinsägen und solche Kleinarbeiten.

    Danke für Deine stetige Hilfe!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      die Moxon Vise aus der HolzWerken No.50 kann man in keinster Weise mit der Vorderzange für den MFT vergleichen. die hier gezeigte Lösung funktioniert und ist immer noch bei Kursen im Einsatz. Sie ist aber nicht so komfortabel und robust wie die große. Für kleine Werkstücke reicht das aber vollkommen aus. Für größere Werkstücke und den öfteren Einsatz ist die „richtige“ Moxon aber besser geeignet. Bau doch einfach mal aus Resten die einfache Bessey- Variante und schau, wie weit du damit kommst. Die Parallelspanner werden ja nicht beschädigt. Du kannst die Zange also auch wieder zerlegen, die Spanner anderweitig verwenden und hast nur ein wenig Holz als echten Verlust.

      Gruß

      Heiko

  5. Christoph sagt:

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für diese großartige Idee (und die vielen vielen anderen auf deinem Blog).

    Ähnlich wie Hans kam mir der Gedanke, die Löcher im MFT für die Fixierung zu nutzen. Da ich eh einige Parf Dogs habe, nutze ich einfach diese und stecke die Vorderzange dann in die passenden Bohrungen am Boden der Vorderzange (25 mm Bohrung, 11 mm tief und innen dann 20 mm durch gebohrt). Die Parf Dogs kann man ganz einfach wieder abnehmen und bei Bedarf kann man die Vorderzange auch ohne diese befestigen. So schaut die Vorderzange dann fertig aus.

    Grüße
    Christoph

  6. Weinzierl Hans sagt:

    Habe das Teil folgendermassen erweitert:
    Am Boden eine 20er Bohrung + Holzstab der genau in ein Loch der MFT3 Platte passt, damit kann man sich de facto die zweite Klammer zum Festspannen des ganzen Apparilos sparen ..

    VG
    Hans

  7. Dennis sagt:

    Hallo Heiko,

    ich steige gerade in das Thema Holzwerken ein und finde deinen Blog echt klasse.

    Als erstes kleines Projekt möchte ich versuchen, die von dir vorgestellte Vorderzange nachzubauen.
    Welches Holz hast du dafür genommen oder besser gefragt, welches Holz soll ich deiner Meinung nach am Besten nehmen?

    Gruß

    Dennis

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Dennis,

      bei mir war es eine Resteverwertung., ich habe Meranti und Sipo genommen. Ich würde auf jeden Fall zu einem stabilen holz raten, z.B. Buche, das sit auch gut zu beschaffen. Für die Spannbacke aber kein keilgezinktes Holz nehmen.

      Gruß

      Heiko

      • Dennis sagt:

        Danke für die schnelle Antwort.

        Meinst du Multiplex Buche? Und was meinst du mit „kein keilgezinktes Holz“?

        Gruß
        Dennis

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Dennis,

          ich meinte damit Massivholz oder Leimholz mit durchgehenden Lamellen. Nicht das gestückelte Baumarkt- Leimholz. Wenn du aber darauf keinen Zugriff hast, kannst du auch Multiplex nehmen.

          Gruß

          Heiko

  8. Arnold sagt:

    Hallo Heiko,

    Hast du die Führungsstangen auch eingebaut, auf den Bildern sieht es nicht so aus?

  9. Martin sagt:

    Hallo das spannelement ist gut blos könntest du Pläne veröffentlichen, oder gibt es da welche. Danke im vorraus

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      Pläne gibt es dazu nicht. Ich denke aber dass man die Vorrichtung gut anhand der gezeigten Bilder nachbauen kann.

      Gruß

      Heiko

  10. Appreciating the time and energy you put into your website and detailed information you offer. It’s great to come across a blog every once in a while that isn’t the same old rehashed material. Great read! I’ve bookmarked your site and I’m adding your RSS feeds to my Google account.

  11. Philipp Schade sagt:

    Meine ‚Vorderzange‘ mit diesem Spannern:

    http://imageshack.us/photo/my-images/855/2012040720184823jpg.jpg/

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Philipp,

      dies ist eine sehr interessante Konstruktion. Auch deine selbst gebaute Werkbank macht einen sehr guten Eindruck.

      Gruß

      Heiko

      • Philipp Schade sagt:

        Die Profile sind Alfer Coaxis. Ich habe jetzt ein wenig was damit gemacht und bin äußerst zufrieden. Die Grundidee, einen Tisch mit solchen Profilen aufzubauen (was ja beim MFT genauso zu sein scheint) ist sehr gut, finde ich. Die Erweiterungsmöglichkeiten sind endlos. HEute würde ich evtl. Bosch-Profile nehmen, da die Nuten hier nur für die Köpfe von M6-Schrauben reichen, was ein wenig ipsig ist und die STabilität vermutlich wesentlich besser sein dürfte. Ich bin grad dabei, ihn zu einem Frästisch auszubauen, indem ich unten eine zweite Ebene für einen Lift (oder alternativ schlicht als Ablagefläche einziehe und die Lochplatte gegen eine Platte mit Fräsereinsatz austausche. Auch habe ich den Plan, ihn a la neuteuchnik für einen Stichsäge aufzurüsten. Modularität! Die STabilität ist für Bohren, Sägen, Fräsen völlig ausreichend. Eine Hobelbank ist es natürlich auch nicht

    • neulinghelmut sagt:

      Der Werktisch gefällt mir gut-möchte ich auch bauen!!
      Welche Profile von Alfer wurden verwendet ???
      Kann ich auf dem bild nicht genau erkennen.

      • Heiko Rech sagt:

        Hallo,

        wie zu Beginn des Artikels erwähnt handelt es sich um einen Festool MFT, also keinen Eigenbau und daher auch keine Alfer- Profile.

        Gruß

        Heiko

    • Mattias sagt:

      Leider ist der Link nicht mehr gültig. Hätte mich auch interresiert.

    • Roland sagt:

      Hallo Philipp,

      leider kann Dein Link nicht geöffnet werden, kannst Du mir die Bilder zukommen lassen?
      Im Voraus schon mal besten Dank.
      Gruss Roland

  12. Philipp Schade sagt:

    Wo kann man diesen Parallelspanner beziehen?

Kommentare sind geschlossen.