Schrägen hobeln statt schneiden

Schrägen hobeln - Schablonenbau

Schablonenbau

Sich verjüngende Tischbeine, oder andere Teile von Möbeln kann man auf verschiedene Weisen Herstellen: Man kann die Form auf einer Tischkreissäge oder auf der Bandsäge schneiden oder mittels Schablone auch mit der Oberfräse herstellen. Eine weitere Möglichkeit ist das Hobeln der Form mit dem Handhobel. Wesentlich sicherer, wiederholgenauer und mit weniger Nacharbeit verbunden, ist es jedoch, diese sehr flachen Keilformen mit der Dickenhobelmaschine herzustellen.

Der Aufwand für den hierzu notwendigen Schablonenbau ist sehr gering. Man benötigen lediglich einige Reststücke eines beliebigen Plattenmaterials oder Massivholzklötzchen und eine stabile Basis für die Schablone, wie beispielsweise ein Kantholz oder eine dicke Platte. Und schon kann es losgehen.

Schrägen hobeln- Schematische Darstellung

Schematische Darstellung

Als erstes wird festgelegt, um welches Maß sich das Werkstück verjüngen soll. Genau um dieses Maß muss es an einem Ende der Schablone höher liegen, als am anderen Ende. Die nebenstehende, schematische Darstellung verdeutlicht das Grundprinzip.

Das Werkstück darf seitlich nicht verrutschen können. Bei dünnen und langen Werkstücken muss man gegebenenfalls noch einige Klötzchen zum Abstützen des Werkstückes anbringen, damit er Druck der Vorschubwanzen das Werkstück nicht nach unten drücken kann, denn dies hätte zur Folge, dass ein leichter Bogen angehobelt würde. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass sich keine Schrauben oder andere Metallteile im Bereich der Hobelmesser befinden.

Schrägen hobeln - Markierungen zur Winkelkontrolle

Markierungen zur Winkelkontrolle

Ist die Schablone hergestellt, kann das Aushobeln der Teile beginnen. Das Werkstück wird, in der Schablone liegend, durch die Dickenhobelmaschine geschoben. Nach jedem Durchgang wird das Durchlassmaß verringert. Die Zustellung darf nicht zu hoch gewählt werden, schnell ist sonst zu viel weggehobelt. Um diesen Vorgang besser kontrollieren zu können, helfen einige Linien, die auf die Oberfläche des Werkstückes gezeichntet werden. Je eine Linie, nahe an der Längskante, einige Linien an jedem Ende des Werkstückes, im rechten Winkel zur Längskante. Die Linien parallel zur Längskante zeigen, bis zu welchem Punkt die Maschine bereits Material abgenommen hat. die Linien im rechten Winkel zur Längskante helfen am Schluss einzuschätzen, ob das Werkstück rechtwinklig gehobelt wird. Sollten sich Ungenauigkeiten eingeschlichen haben, können diese durch gezieltes Unterlegen von Papierstreifen unter das Werkstück ausgeglichen werden.

Schrägen hoben - Hobeln mit Schablone

Hobeln mit Schablone

Beim Hobeln beginnt man zunächst mit dem tieferliegenden Ende nach vorne. Bei den ersten Durchgängen darf die Zustellung nur sehr gering sein, da zu Beginn die Vorschubwalzen nicht richtig greifen. Erst nach einigen Durchgängen greifen die Walzen und die gehobelte Oberfläche ist ohne Hobelschläge. Nachdem zwei Drittel der Länge gehobelt sind, wird die Schablone samt Werkstück um 180 Grad gedreht und man hobelt von der anderen Seite. Diese Vorgehensweise verhindert Ausbrüche am an den Enden des Werkstückes.

Schrägen hobeln- Rechtwinkligkeit prüfen

Rechtwinkligkeit prüfen

Für die Rechtwinkligkeit des gehobelten Werkstückes sind drei Faktoren Ausschlaggebend: Als erstes muss die Hobelmaschine genau justiert sein. Die Messer müssen parallel zum Dickentich sein. Des weiteren muss das Werkstück selbst rechtwinklig sein. Jede Ungenauigkeit wird durch die Hobelmaschine 1:1 übertragen. Nicht zuletzt ist aber auch die Qualität der Schablone beeinflussend für das Endergebnis.

Das nebenstehende Bild zeigt, wie anhand der Linien die Rechtwinkligkeit kontrolliert werden kann. Werden die Linien, die parallel zur Kante gezogen wurden, gleichmäßig weggehobelt, sollte das Werkstück auch nach dem schräg hobeln noch einen rechtwinkligen Querschnitt aufweisen.

Auf diese Weise können nicht nur Verjüngungen, sondern auch große Fasen und sehr flache Schrägen gehobelt werden.

2 Kommentare zu Schrägen hobeln statt schneiden

  1. Mike Hirt sagt:

    Hallo Heiko,

    erst einmal Gratulation zu deinem super Blog.
    Ich steh kurz vor dem kauf einer Hobelmaschine und wollte dich fragen ob du mit der länge deines Abrichttisches gut auskommst, da ich persönlich einen so kurzen Abrichttisch zu kurz fände.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Mike,

      eine ähnliche Frage stelle ich mir derzeit auch:
      http://holzwerkerblog.de/2012/01/16/ein-experiment-beginnt/

      Ich habe lange mit der kleinen Abrichte gearbeitet und bekam auch immer alles ordentlich hin. Aber manchmal ist es nicht einfach. Wenn es geht, kauf dir die Abrichte so groß wie möglich. Es gibt auch Hersteller, die für ihre Abrichthobelmaschinen Tischverlängerungen anbieten.

      Heiko

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