Veritas Zinkensäge

Veritas Zinkensäge - Die Säge

Veritas Zineknsäge

Die Veritas Sägen gibt es als Zinkensägen in drei Varianten. 20TPI und 14TPI Längsschnitt- Bezahnung (Rip) , sowie 16TPI mit Bezahnung für Querschnitte(Crosscut). Die vorgestellte Säge ist die 20TPI Säge für Längssschnitte.

Die Veritas Säge unterscheidet sich optisch sehr stark von einer klassischen Zinkensäge. Klassische Sägen haben oft einen verspielt wirkenden Griff, Einen Messing Rücken und optisch hervorgehobene Beschläge. Sie wirken sehr edel und repräsentieren alte Handwerkskunst. Die Veritas Sägen gehen einen anderen Weg.

Veritas Zinkensäge - Griffbefestigung

Griffbefestigung

Typisch für diesen Hersteller ist die klassische Grundoptik der Werkzeuge, kombiniert mit modernen und sehr funktionalem Design. Der Griff der Veritas Zinkensäge hat in den Grundzügen die klassische Form, jedoch ohne Schnörkel und Verzierungen. Der Rücken ist aus einem Komposit, bestehend aus Kunststoffspritzguss dem rostfreies Stahlpulver beigemischt wird. Der Griff aus Bubinga ist, ähnlich dem hinteren Griff eines Hobels, mit nur einer Schraube durch den Griff hindurch befestigt.

Der erste Eindruck

Veritas Zinkensägen - Beschriftung

Beschriftung der Säge

Geliefert wird die Säge, die mit Luftpolsterfolie umhüllt ist, in einem schlichten Karton. Bemerkenswert, der Säge liegt eine Bedienungsanleitung bei, welche einige Tipps enthält und Details zur Bezahnung. Diese Details sind wichtig, wenn die Säge nachgeschärft werden soll. Vor der ersten Benutzung muss der Griff noch richtig befestigt werden. Die Befestigungsschraube ist nicht ganz fest angezogen. Ein fest angezogener Griff, der bei einem langen Übersee Transport stark arbeitet, kann sich verziehen oder gar reißen. Dies geschieht nicht, wenn der Griff nur recht locker befestigt ist.

Die Verarbeitung ist tadellos. Der Griff ist sauber gearbeitet, der Rücken ohne Gussgrate oder sonstige Fehler. Das Sägeblatt ist absolut gerade, gleichmäßig in der Oberfläche und sitzt fest und sauber im Rücken. Auf dem Sägeblatt ist gut Lesbar die Bezahnung der Säge eingeätzt. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn man mehrere solcher Sägen hat, die gleich aussehen, aber unterschiedlich bezahnt sind.

Vorbereitung der Säge

Veritas Zinkensäge - Grad entfernen

Grat entfernen

Die Veritas Zinkensäge ist gebrauchsfertig. Sie ist  geschärft und man kann direkt mit ihr arbeiten. An den einzelnen Zähnen ist jedoch ein feiner Grad, der das Starten, also die ersten Züge in einem Schnitt, erschwert. Dieser Effekt sollte sich mit der Zeit abmildern, wenn die Säge benutzt wird. Man kann jedoch auch ein wenig nachhelfen. Hierzu legt man die Säge auf eine Unterlage, so dass das Sägeblatt gut aufliegt. Nun streicht man einmal mit einem feinen Abziehstein über die Bezahnung.  diesen Vorgang führt man auf beiden Seiten durch. Aber Vorsicht, nur einmal mit dem Stein über die Zähne streichen, da man nur den Grad entfernen soll. Danach ist die Säge leichter zu starten.

Die ersten Schnitte

Ich war Japansägen gewohnt, deren Griffform die Hand in eine eher unnatürliche Position zwingen. Dies hat meiner Meinung nach damit zu tun, dass japanische Sägen nicht für europäische Werk- und Hobelbänke gemacht sind. Die Veritas Zinkensäge ist für die Arbeit an einer Hobelbank gestaltet. Die Hand ist ein einer natürlichen Position, was schon einmal sehr angenehm ist. Das Starten der Säge, also die ersten Züge im Holz, ist eher ungewohnt. Im Vergleich zu den Japansägen läuft die Veritas ein wenig rauer. Wenn man sich jedoch regelrecht dazu zwingt, bei den ersten Zügen keinerlei Druck von oben auf die Säge auszuüben,  startet diese sehr leicht. Man kann das Starten der Säge etwas verbessern, indem man den beim Schärfen entstandenen Grad mit einem feinen Abzeihstein beseitigt. Hierzu legt man das Sägeblatt flach auf und streicht einmal mit dem Stein, ohne Druck über die Zähne der Säge. Ganz vorsichtig.

Veritas Zinkensäge - Schnitt Rückseite

Schnitt von der Rückseite

Im Gegensatz zu den dünnen Japansägen, neigt das dickere Blatt der Veritas Säge nicht zum Verlaufen. Einmal richtig angesetzt, hält es die Spur.  Wenn die Säge einige Millimeter im Holz ist, kann man auch etwas beherzter sägen. Dann gibt man leichten Druck von oben auf die Säge. Die Veritas frisst sich dann regelrecht ins Holz, ohne von der einmal eingeschlagenen Richtung abzuweichen. Der Sägefortschritt ist dann wesentlich schneller, als der einer vergleichbaren Douzuki.

Meine ersten Schnitte habe ich in Buche, Eiche und Kirschbaum gemacht. Es kam zu keinen nennenswerten Ausrissen. Zwar ist die Schnittfläche nicht ganz so glatt wie beim Schnitt mit einer fein bezahnten Douzuki. Jedoch ist die Qualität der Schnittfläche für Holzverbindungen mehr als ausreichend. Zum Ausgleich arbeitet die Veritas Zinkensäge schneller. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, worauf man mehr Wert legt.

Video:

Dieses Video zeigt die ersten Schnitte, die ich mit der Veritas Zinkensäge gemacht habe. Zwar fehlt mir noch ein wenig Übung, aber das wird noch.

Werkzeugpflege

Veritas Zinkeknsäge - Schutzschiene

Schutzschiene

Das Blatt der Säge ist nicht Rostfrei. Nach Gebrauch der Säge gebe ich einige Tropfen Kamelienöl auf ein Tuch und Reibe das Blatt damit ein, Das Öl bewahrt die Säge vor Rost. Empfehlenswert ist auch die Benutzung der Schutzschiene. Dabei handelt es sich um die Kunststoffschiene, die im Lieferumfang enthalten ist. Sie wird aufgeschoben und schützt die empfindlichen Sägezähne vor Beschädigungen. Weitere Pflegemaßnahmen sind (vom Schärfen abgesehen) nicht notwendig.

Das Schärfen

Natürlich wird auch diese Säge einmal stumpf werden. Dann kann sie nachgeschärft werden. Ob man dies tut muss jeder selbst entscheiden. Bei Preisen, die auf dem gleichem Niveau liegen wie die von einfachen Japansägen , die nicht geschärft werden können, wäre sogar ein Neukauf noch zu verschmerzen.  Andererseits bietet eine stumpfe Veritas Säge auch eine gute Gelegenheit sich mit dem Thema Sägen schärfen zu beschäftigen

Erstes Fazit:

Meine japanischen Sägen werde ich in Zukunft wohl weniger oft einsetzen und bei Neuanschaffungen nicht mehr groß berücksichtigen. Die Griffe der westlichen Sägen sind für mein persönliches Empfinden besser auf die Arbeit an unseren Werk- und Hobelbänken abgestimmt und auf Dauer angenehmer für das Handgelenk und den Rücken. Die Veritas Zinkensäge verläuft im Schnitt nicht und arbeitet schnell. Sie ist aus der Verpackung heraus direkt einsatzfähig und gut verarbeitet. Im Bezug auf Handsägen westlicher Form ist die Veritas genau die richtige Säge für Anwender, die mit Japansägen nie richtig zurecht kamen, oder einfach mal eine westliche Säge ausprobieren wollen, ohne sich sofort auch dem Schärfen widmen zu müssen.

7 Kommentare zu Veritas Zinkensäge

  1. Marc sagt:

    Hallo Heiko,

    derzeit überlege ich mir die Anschaffung von zwei (vielleicht auch alle drei) Veritas-Zinkensägen. Taugen die Feinsäge aus den Veritassortiment ebenfalls zum Zinken sägen. Wo liegt der Unterschied in der Praxis, abgesehen von der Griffform?

    Danke
    Marc

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Marc,

      ich habe eine Zinkensäge und beide Feinsägen. Mit persönlich liegen die Feinsägen besser in der Hand als die Zinkensägen. Zum Zinken eignet sich die Feinsäge für Längsschnitt (RIP) sehr gut. Der Unterschied zwischen den Zinkensägen und den Feinsägen ist neben der Form des Griffes auch die Stärke des Sägeblattes, welches bei den Feinsägen dünner ist, aber noch nicht so dünn wie bei einer Japansäge.

      Wie gesagt, ich mag die Feinsägen lieber und zinke auch sehr gerne mit ihnen.

      Gruß

      Heiko

      • Georg Pfab sagt:

        Hallo,
        wäre zum Zinken nicht die Veritas car cass Säge mit Längsschnittverzahnung zum Zinken ideal?
        Diese hätte meiner Ansicht nach folgende Vorteile:
        – schnellerer Sägefortschitt vor allem bei größeren Materialstärken durch die größer Schnittlänge
        – Kombination mit einer Sägeblattführung möglich da die größere Schnitttiefe
        – Vielseitiger verwendbar z.B. für Schlitz und Zapfen
        Gruß Georg Pfab

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Georg,

          ich habe mit diesen Modellen noch nicht gearbeitet. Was ich mir aber vorstellen könnte ist, dass die Handhabung einer kleinen Zinkensäge einfacher ist, als bei den großen Modellen. Mir geht es auch bei Japansägen so, dass ich die kleinen Modelle für feinere Arbeiten lieber mag, als die großen.

          Was den Sägefortschritt angeht, so ist der beim Zinken ja eher zweitrangig. Da kommt es eher auf das genaue Sägen an. Die 14Tpi Variante der Veritas Zinkensägen geht in 18mm Holz aber auch schon sehr schnell. Eine Sägeblattführung habe ich bisher noch nicht vermisst. Einem großen Teil meiner Kursteilnehmer geht es ebenso. Die Skepsis verschwindet sehr schnell, wenn die ersten Zinken passen, ohne Führung.

          Gruß

          Heiko

  2. Pedder sagt:

    Hallo Heiko, Hallo Daniel,

    ich empfehle nicht grundsätzlich die feinere Säge. Für Schnitte in Material über 20mm ist die Gröber viel besser. Aber die Feinere geht auch für schnitte quer zur Faser.

    Liebe Grüße
    Pedder

  3. Daniel Baum sagt:

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für den Test.
    Ich habe die 14 TPI Rip und die 16 TPI Crosscut und bin mit beiden äußerst zufrieden.
    Ich habe mich seiner Zeit nicht für die 20 TPI entschieden weil sie wohl schwieriger zu schärfen / schränken ist … ist zum Glück noch nicht nötig gewesen, aber auch weil sie für viel dünnere Werkstücke gedacht ist. Was waren denn Deine Beweggründe für diese Wahl? Ich habe übrigens alle Bubinga-Griffe (auch die an meinen Hobeln) entlackt und geölt – Es sind Welten! Sehr zu empfehlen.

    Viele Grüße und keep on going
    Daniel

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Daniel,
      ich habe mich für die 20tpi enschieden, weil mir von Pedder (http://pedder-altedamenauskiel.blogspot.com/) eher zu dieser geraten wurde. Bei meinem derzeitigen Projekt Zinke ich teilweise 18mm Kirsche und auch 10mm Kirsche. Da sollte das passen Es ist aber nicht auszuschließen, dass ich mir auch noch eine 14tpi Veritas zulege. Eine 22tpi Rip habe ich als Feinsäge von Veritas.

      Was den Griff angeht, gebe ich dir Recht, da ist auch für meinen Geschmack zu viel Lack drauf. Die neuen Feinsägen und auch der neue Flachwinkelhobel sind aber viel besser lackiert. Nicht so dick und weniger glänzend.

      Heiko

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