Endlich geht es weiter – Das Sideboard soll fertig werden

Meranti Sideboard -  Zuschnitt der Fronten

Grober Zuschnitt der Bohlen

Ich habe es es beim Schreiben dieses Artikels bereits geahnt, das Sideboard aus Meranti scheint eine der berüchtigten, ewigen Baustellen zu werden. Ich denke es wird nun fast ein dreiviertel Jahr sein, in dem ich an diesem Möbelstück mit vielen Unterbrechungen arbeite. Aber nun soll es weiter gehen. Ich war bei meinem Holzhändler, habe Holz ausgesucht und liefern lassen. Der grobe Zuschnitt der 6 Meter langen Bohlen ist auch schon erfolgt, nun wird wieder gehobelt.

Leider ist es im Moment sehr schwierig, gutes, dunkelrotes Meranti zu bekommen. Ich musste im Holzstapel einiges umsetzen um eine sehr dunkle und eine nicht ganz so dunkle Bohle zu finden, die noch dazu eine schöne Maserung aufwiesen. Meranti ist eben kein typisches Möbelholz und man muss sich sein Holz genau aussuchen. Dazu nehme ich dann auch schon mal 70km Fahrt zum Händler meines Vertrauens in Kauf.

Leimholzherstellung mal anders

Meranti Bohlen hobeln

Hobeln ohne Abrichten

Beim Herstellen der Leimholzplatten für die Einlegeböden, habe ich diesmal eine sehr einfache Variante ausprobiert. Ich habe Bohlenabschnite ohne abzurichten auf Dicke gehobelt. Hierbei konnte ich dann auch die neue Flexibilität in der Werkstatt ausnutzen und die Hobelmaschine so aufstellen, dass ich die fast zwei Meter langen Teile hobeln konnte, ohne die Werkstattür zu öffnen. Das Hobeln auf Dicke, ohne vorheriges Abrichten ging sehr gut, da das Holz schon recht gerade war. Man muss hierbei lediglich darauf achten, dass die hohle Seite auf dem Tisch aufliegt, damit das zu hobelnde Brett auch plan wird.

BEsäumen auf dem Festool MFT

Besäumen auf dem MFT

Nach dem Hobeln habe ich aus den 1,9m langen Bohlenabschnitten Einzelteile mit 60cm, Länge geschnitten. Hierzu habe ich den Festool MFT und die Festool TS55 EBQ benutzt. Das ging schneller, als der Aufbau der Tischkreissäge. Die 60cm langen Teile habe ich im Anschluss ebenfalls mit dem MFT und der TS55 besäumt. Ich habe das viel gelobte Panther- Blatt von Festool benutzt. Bisher hielt ich es immer für ein Gerücht, dass man mit diesem Sägeblatt Schnitte in Verleimqualität erzeugen kann. Aber es funktioniert in der Tat. Ich habe lediglich zwei Kanten je Brett auf dem MFT besäumt und ohne Nachbearbeitung verleimt.

Leimholz herstellen auf dem Festool MFT

Verleimen auf dem MFT

Beim Verleimen habe ich ebenfalls den MFT benutzt. Dadurch, dass die Kanten der einzelnen Bretter absolut gerade und rechtwinklig sind, benötigt man beim Verleimen keinen großen Pressdruck. Es reichen zwei MFT Spannelemente aus. Verleimt habe ich mit PU-Leim. Um die Oberfläche des Tisches nicht zu verunreinigen habe ich ein Stück Folie untergelegt. Damit das Leimholz gerade wird, spannte ich eine Leiste über das eingespannte Leimholz. Nach nur 30 Minuten Presszeit hat der Leim abgebunden und das Leimholz kann weiter verarbeitet werden.

Ich war selbst überrascht, dass man auf diese einfache und schnelle Art und Weise Leimholz in perfekter Qualität herstellen kann Nach dem Formatschneiden der Platten habe ich einen Bruchtest an den Abfallstücken gemacht. Die Verleimung hielt wie es sein sollte und das Holz ist neben der Leimfuge gebrochen.

Video:

In diesem Video sehen Sie den kompletten Vorgang

 

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4 Kommentare zu Endlich geht es weiter – Das Sideboard soll fertig werden

  1. Rüdiger sagt:

    Hallo, das sieht toll aus, vielen Dank für die Anleitung!

    Meine Mutter hat früher (d.h. vor 50 Jahren oder so) in einem Holzhandel gearbeitet und wir haben auf dem Dachboden noch eine große Menge massive Regalbretter aus Mahagoni (sie hat da mal einen Stamm geschenkt bekommen). Da wir jetzt ein 60er Jahre Haus renovieren, kam mir gerade die Idee, daraus Platten zu leimen und diese dann für die Bäder mit aufgesetzten Waschbecken zu nutzen, ggf. auch für die Küche. Würdest Du die Bretter auch direkt auf Stoß verleimen (vorher in der Tat noch einmal mit der Kreissäge besäumen, damit die Kanten auch wirklich 100% gerade sind) oder bräuchte ich Lamellos? Bin gerade nicht bei meinem Elternhaus, ich schätze die Dicke auf ca. 30mm.

    Herzlichen Dank und Grüße,
    Rüdiger

    PS: Die einzelnen Bretter haben etwa das gleiche Format wie im Video, aber ich bräuchte für das fertige Leimholz insgesamt mehr Breite, d.h. Zielformat etwa 160 x 45 cm. Dafür müsste ich wahrscheinlich in mehreren Schritten leimen und sinnvollerweise auch mit Versatz. Besser wäre wahrscheinlich alles in einem Rutsch, aber dafür bräuchte man eine sehr große Werkbank.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rüdiger,

      für solch große Platten sind die MFT-Spanner nicht stark genug. Da muss man dann mit Schraubzwingen verleimen. Lamellos würden das Ausrichten der einzelnen Lamellen beim Verleimen erleichtern, für die Stabilität braucht man sie bei einer gut gefügten Stoßfuge nicht.

      Gruß

      Heiko

      • Rüdiger sagt:

        Herzlichen Dank für die Erläuterung! Jetzt besorge ich mir erstmal den MFT und die Tauchsäge (endlich Platz für sowas im neuen Haus), werde berichten, ob es klappt. Gerade fiel mir auf, dass die Treppengeländer auch aus Mahagoni/Meranti o.ä.Platten sind. vielleicht kann man die auch dafür nutzen, das wäre ein gutes Recycling.

        Grüße, Rüdiger

  2. Holzpaul sagt:

    Hallo Heiko,
    das werde ich auch einmal probieren.
    Gruß Holzpaul

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