Rostschutz mit Kamelienöl

Rostschutz mit Kamelienöl

Kamelienöl

Viele Holzbearbeitungswerkzeuge sind aus nicht rostfreiem Stahl gefertigt. In vielen Werkstätten herrscht eine recht hohe Luftfeuchte und auch der Handschweiß, der beim Arbeiten mit den Werkzeugen an den ungeschützten Stahl gelangt begünstigt die Bildung von Rost. Dieser Rost sieht nicht nur unschön aus, er kann, wenn es über Flugrost hinaus geht auch die Werkzeuge schädigen. In Anbetracht der Anschaffungskosten so manchen Werkzeuges, ist Rostschutz angesagt.

Viele Rostschutzmittel enthalten Stoffe, die Messing angreifen. Messing findet sich allerdings an vielen Holzbearbeitungswerkzeugen. Daher scheiden Mittel, die zwar zur Waffenpflege geeignet sind, aber Messing angreifen zur Rostvorsorge in der Holzwerkstatt aus.  Andere, weit verbreitete Mittel enthalten in erster Linie Petroleum und haben einen starken Eigengeruch. Mich persönlich stört dieser Geruch. Was aber schlimmer ist, Petroleum neigt auch dazu, mit Holzstaub zu verklumpen.

Seit einigen Jahren verwende ich sehr gerne Kamelienöl als Rostschutz. Es ist natürlichen Ursprungs, beugt Rost vor, greift Messing nicht an, riecht kaum und verklumpt nicht mit Holzstaub, wenn man es sparsam verwendet. Und genau hier liegt das Problem. Wie verwendet man es am besten sparsam? Meine Lösung hierzu ist eine kleine Sprühflasche, die ursprünglich dazu gedacht ist Olivenöl auf den Salat zu sprühen.  Mit einer solchen Sprühflasche gebe ich ein wenig Öl auf ein weiches Tuch. Mit diesem ölbenebelten Tuch reibe ich dann die Werkzeuge ein. Das Ergebnis ist ein sehr dünner Schutzfilm aus Kamelienöl.

Ich benutze dieses Öl auch, um die Gleitführungen von Maschinen, z.B: an der Oberfräse leichtgängig zu halten. auch Kunststoffteile reibe ich gelegentlich damit ein. Hier hat das Öl aber nur einen kosmetischen Charakter. Es frischt Kunststoffteile optisch wieder auf. Dieser Effekt hält erstaunlich lange an.

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7 Responses to Rostschutz mit Kamelienöl

  1. Markus K sagt:

    Hallo Heiko,
    durch Zufall bin ich auf deine Seite gestoßen, wirklich sehr interessant gut gestaltet und tolle Beiträge. Dieser Eintrag ist zwar schon etwas älter, aber nun zum Thema:
    Das Kamelienöl trage ich immer mit einem speziellen Ölgefäß auf, das einen Wattetupfer/Baumwollfilz besitzt. Zu kaufen gibts das hier: https://www.dictum.com/de/schaerfen/schaerfzubehoer/rostloeser-und-rostschuetzer/713810/oelgefaess-aburatsubo

    oder hier: http://www.feinewerkzeuge.de/pflege.html (man muss etwas runterscrollen)
    Ich komme damit super zurecht 😉

    Gruß Markus

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Markus,
      in meiner alten WErkstatt hatte ich einen Zerstäuber mit dem Öl stehen. In der jetzigen brauche ich keinen Rostschutz mehr. Ich bin mir aber sicher, dass viele Leser eine Verwendung für ein solches Gefäß haben. Von daher, danke für den Tipp.

      Gruß

      Heiko

  2. Fabian P sagt:

    Hallo Heiko
    Wo kann man dieses Öl erwerben?
    Etwa im Supermarkt oder wo anders?
    Und wo hast es du dir gekauft?

    Gruß Fabian

  3. Alexander Loibl sagt:

    Hallo Heiko,

    deine Ausführungen zum Rostschutz mit Kamelienöl hören sich sehr interessant an. Ich würde aber gern noch wissen ob das Öl z.B. auch „Flecken“ auf gehobelten flächen macht oder ob die Verleimfähigkeit von Kanten sinkt wenn ich diese mit einem geölten Hobel abrichte. Hast du dazu schon Erfahrungen gemacht?

    Gruß
    Alexander

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Alexander

      das Kamelienäöl diest lediglich zum Rostschutz. Es wird nur dünn aufgetragen und ist bei Benutzung des Hobels nach dem ersten Hobelstrich weg. Das Öl auf dem vorderen teil der Hobelsohle gerät ohnehin auf dem abgenommenen Span, wenn der Hobel frisch geölt benutzt wird.

      Diese winzige Menge Kamelienöl stellt in der Praxis also keinerlei Problem dar.

      Gruß

      Heiko

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