Jumma No.5 als Schrupphobel

Juuma No.5 als Schrupphobel - Im Einsatz

Schrupphobel im Einsatz

Ich richte mein Holz seit einiger Zeit von Hand ab, statt mit der Maschine. Als Schrupphobel habe ich meinen Juuma No.5 benutzt. Mit einem „normal“ geschliffenen Hobeleisen. Das ging zwar, war aber recht mühsam. Ich habe schon öfter in Videos und auf Internetseiten gesehen, dass ein Eisenhobel No.5 mit einem gerundeten Eisen als Schrupphobel benutzt wird. Das habe ich nun auch einmal ausprobiert.

Ich bestellte mir bei feine-werkzeuge.de ein Ersatzeisen. Auf Nachfrage bekam ich sogar einen Spanbrecher. Diesen kann man normalerweise nicht nachbestellen. Es war purer Zufall, dass noch ein einziger verfügbar war.  Der Spanbrecher dient in diesem Fall nur dazu, dass sich da Eisen problemlos montieren lässt und die Tiefeneinstellung funktioniert. Auf das Hobelergebnis wirkt er sich natürlich nicht aus.

Juuma No.5 Schrupphobel - Eisen schleifen

Das Eisen schleifen

Das Eisen habe ich recht unkonventionell in Form gebracht. Ich habe einen Winkelschleifer mit einer Fächerscheibe benutzt um die Rundung freihändig anzuschleifen. Das funktionierte recht gut. Die Fächerscheibe schleift sauber, ohne das Eisen zu sehr zu erhitzen. Danach wurde die Form noch auf einem Schruppstein von Hand nachgeschliffen, danach folgte ein Schliff auf einem Wasserstein Körnung 800 und das Anziehen der Mikrofase auf einem Abziehstein Korn 6000.

Die Geometrie eines solchen Eisens muss nicht so perfekt sein, wie beim Hobeleisen, das man in einem Putzhobel nutzt. Es muss nur Scharf sein und gerundet. Je stärker die Rundung ist, umso schmaler wird der Span und umso größer kann die Spandicke sein. Ich habe die Rundung nicht zu stakt gewählt. Somit ist der Abtrag relativ breit, aber nicht so tief. Das erwies sich auch als eine sehr gute Entscheidung. Denn der Juuma ist nicht als Schrupphobel gedacht und das Hobelmaul lässt sich nur bis zu einem gewissen Punkt öffnen. Ein zu stark gerundetes Eisen für dicke Späne könnte nicht voll genutzt werden, das das Hobelmaul die Spandicke begrenzt.

Juuma No.5 als Schrupphobel - Gerundetes Eisen

Das eingebaute Eisen

Dennoch ist der Abtrag mit diesem modifizierten No.5 beachtlich. Der Hobel benötigt wenig Kraftaufwand und liefert ein typisches Schrupp- Hobelbild mit Wellen, aber ohne Ausrisse.

Einziger Nachteil ist, dass sich die Maulöffnung bei den Juuma Hobeln (Bedrock Bauweise) nicht so schnell einstellen lässt. Beim Umbau auf ein gerades Eisen muss der Frosch wieder noch vorne verstellt werden. Sicherlich ist ein zweiter No.5 auf Dauer die bessere Wahl, als der ständige Umbau. Für die weiteren Versuche des Abrichtens von Hand wird es aber erst einmal auch so gehen.

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11 Kommentare zu Jumma No.5 als Schrupphobel

  1. Christian sagt:

    Lieber Heiko,

    besten Dank für den tollen Test! Hast Du inzwischen auch mal den Dictum Schlichthobel 4 1/2 getestet? Den gäbe es wohl auch mit einer japanischen Klinge und vom Preis her sind sie ziemlich ähnlich. Schwanke zwischen den beiden Hobeln als ersten Universalhobel.

    Beste Grüße
    Christian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christian.

      den 4 1/2 habe ich noch nicht in den fingern gehabt. Allerdings habe ich einige meiner hobel auf de japanischen Eisen umgestellt und bin damit sehr zufrieden. Sie werden sehr scharf und haben eine gute Standzeit.

      Gruß

      Heiko

  2. Simon sagt:

    Hallo Heiko,

    auch wenn dieser Eintrag schon älter ist. Ich habe ein einerseits an sich zu feutches Eichenholz (stellenweise noch bei ca. 13%, an anderen Stellen bei 11%) und gerade in der Nähe von größeren Ästen von denen aus auch die Maserung in beide Richtungen abgeht habe ich mit meinem Juuma No. 5 noch Ausrisse und ich schaffe es eigentlich nicht an diesen Stellen die Ausrisse zu verhindern. Nun habe ich (vermutlich fälschlicherweise) die Fase auf 30 Grad (Mikrofase 35 Grad) geändert aber da es ja ein „Fase nach Unten“ Hobel ist, bin ich mir eigentlich nicht sicher ob das den Ausriss veringern sollte. Ich habe die Maulöffnung zusätzlich verkleinert und es scheint mir stellenweise wirklich weniger Ausriss zu geben aber es wird auch recht schnell wieder unscharf.

    Sollte the Juuma nur mit 25 Grad (30 Grad Mikrofase) betrieben werden, oder ist das an sich schon okay um Ausrisse zu verringern oder sollte ich eher einen Flachwinkel (ich habe einen Lie Nielsen No. 62) nehmen und dort einen grossen Winkel (50 Grad + 12 Grad Grundwinkel) anschleifen?

    Vielen Dank für jegliche Anregungen.
    Simon

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Simon,

      der Fasenwinkel hat beim Juuma Nr.5 keinen Einfluss auf das Hobelergebnis. Allerdings bleibt dein Hobel mit einem steileren Fasenwinkel sicherlich länger scharf. Du kannst es mit einer Rückenfase mit 10° versuchen. Damit erhöhst du dann auch beim Nr.5 den Schnittwinkel.

      Wenn du aber einen No.62 hast, nimm den. Mit einem Fasenwinkel von 45° arbeitet der sicherlich besser, als der Juuma. Und wenn es dann immer noch nicht funktioniert, nimmst du einfach Schleifpapier.

      Gruß

      Heiko

      • Simon sagt:

        Super, das werde ich probieren. Sollte ich dann die gesamte Fase auf 40° und die Mikrofase auf 45° umschleifen? Oder nur einen Ansatz auf 40° und die Mikrofase dahinter? Den 25° Winkel komplett auf 40° oder 45° zu schleifen erscheint mir sehr viel Materialverlust.

        Grüße
        Simon

  3. Severin sagt:

    Wäre der Umbau auf einen Schrupphobel auch bei einem flachhobel möglich oder spricht da etwas dagegen?
    Ps tolle Page die mir als Anfänger gute tips gibt

  4. Arnold sagt:

    Hallo Heiko

    Gibt es keine Schrupphobeleisen für Metallhobel?

    Gruß Arnold

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      Es gibt von Veritas und Lie Nielsen einen Schrupphobel und dafür auch passende Eisen. Aber die passen nicht in andere Hobel.

      Heiko

  5. Ralf Cyganek sagt:

    Hallo Heiko!

    Vielen Dank für den Beitrag. Hab mir auf einem polnischen Wochenmarkt einen alten Holzhobel gekauft, der auch ein gerundetes Eisen hatte. Nur rätselte ich die ganze Zeit wie ich das Eisen, das schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde, schleifen kann, damit ich den Hobel als Schrupphobel verwenden kann. Endlich hab ich die Lösung. =) Vielen Dank!

    Gruß Ralf

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