Heute auf dem 8000er

Abziehen mit dem 8000er - Abziehen mit der MK2

Abziehen eines Stemmeisens

Mit dem Schärfen von Handwerkzeugen muss sich jeder, der sich eingehender mit der Holzbearbeitung beschäftigt irgendwann einmal auseinandersetzen. Aber auch wenn man schon lange mit Holz arbeitet und sich ebenso lange mit dem Thema Schärfen beschäftigt, lernt man immer noch dazu und verändert seine Schärfmethode ein wenig. (mehr zum Thema Schärfen habe ich hier geschrieben)

Bisher habe ich zum Abziehen immer einen Wasserstein der Körnung 6000 benutzt. Ein Test mit dem Diamond Lapping Film zeigte mir jedoch, dass eine noch feiner geschliffene, ja sogar polierte  Schneide doch noch mehr Schärfe bringt. Bis dahin hielt ich das Polieren des Schneide für Übertrieben. Aber dem ist nicht so. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem feinsten Diamond Lapping Film, habe ich mir einen 8000er Wasserstein angeschafft und heute einen neuen Satz Stemmeisen auf diesem Stein abgezogen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Abziehen mit 8000er - Die Spiegelseite

Detailaufnahme der Spiegelseite

Auf der Spiegelseite der Stemmeisen sind noch leichte Kratzer und Bearbeitungsspuren zu sehen. Das sollte aber nicht ins Gewicht fallen. Diese Fläche wird ab nun mit jedem Abziehen mehr poliert werden. Die Microfase hingegen ist nach dem Abziehen auf diesem Stein fein poliert. Die Makroaufnahme weiter unten zeigt jedoch, dass auch hier noch feinste Schleifspuren zu sehen sind.

Der Umweg über einen 6000er Stein ist nicht notwendig. Ich habe direkt nach dem Schleifstein, der eine Körnung von 1000 hat mit dem 8000er die Microfase angezogen. Gegenüber dem Diamond Lapping Film hat der Stein den Vorteil, dass er ohne Kratzer arbeitet. Die Kratzer bei der Diamantfolie kamen sicherlich auch von der Granitfliese,d ie ich als Untergrund benutzt habe. Die Folie ist si dünn, dass alle Ungleichmäßigkeiten des Untergrundes übertragen werden. das ist bei einem sauber abgerichteten Stein nicht der Fall.

Abzeihstein 8000 - Die Schneide

Abgezogene Schneide eines Stemmeisens

Ich habe mich für einen weichen (und relativ preisgünstigen) Stein von King entschieden, da sich dieser sehr gut mit Schleifpapier auf einer Granitplatte abrichten lässt.  Mein 6000er und der 1000er Stein sind ebenfalls von diesem Hersteller und ich bin sehr zufrieden mit diesen Steinen.

Ich hätte nicht gedacht, dass der Unterschied zu einer fein geschliffenen Schneide (6000er Körnung) zu einer polierten Schneide (8000er Körnung) so groß ist. Ich kann daher jedem, der viel mit Handwerkzeugen arbeitet einen solchen Stein nur wärmstens empfehlen.

Abziehstein 8000er - Die Schneide

Nahaufnahme der Schneide

Abschließend noch der Hinweis, dass es sich bei den Detailaufnahmen um ein Stemmeisen mit einer Breite von 12,7mm handelt.

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6 Antworten zu Heute auf dem 8000er

  1. Frank sagt:

    Hi Heiko,

    ich schärfe selbst seit einigen Wochen auf einem 8000-er, der Sprung an Qualität ist schon sehr erstaunlich von 6000 hinauf.

    Ich dachte bisher auch 6000 würde reichen, aber was ich in den letzten Jahren verschenkt habe ist schon spannend.

    Nur habe ich mir sagen lassen, dass 10.000 dann doch nicht mehr so viel mehr bringen. Kannst Du das bestätigen?

    Gruß

    Frank

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Frank,
      einen 10.000er stein habe ich nicht. aber auch ich habe mir sagen lassen, dass der Schritt von einem 8.000er zu einem 10.000er zwar noch einen Tick mehr Schärfe bringt. Diese Schärfe wäre dann aber so schnell wieder weg, da das Abziehen auf einem 10.000er wohl in der Praxis keine Vorteile mehr hat.

      Gruß

      Heiko

  2. Marc Koch sagt:

    Hallo Heiko,

    Je mehr ich darüber lese, desto neugieriger werde ich. Mal schauen ob ich mich beim Treffen in Darmstadt weiter inspirieren lasse. Ich denke ich kann dich als effizienten Holzwerker einschätzen der alles überflüssige weg lässt und wenn du dich so weit ins Schärfen wagst, dann ist wohl etwas mehr dran als nur Selbstzweck!

    Danke für diesen Bericht und die vorigen die auch zeigen, dass die hybride Arbeitsweise sehr wohl gut funktioniert. Auf jeden Fall verfolge ich deine Arbeitsberichte mit deinem „Experiment zum Verzicht auf eine Abrichte“ im Hintergedanke und aus der Idee scheint sich ein sehr interessantes Konzept zu entwickeln.

    Beste Grüße,
    Marc Koch

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      der Schritt vom 6000er Stein zum 8000er macht keine zusätzliche Arbeit. Man kann direkt vom 1000er auf den 8000er wechseln. Der Effekt ist aber schon spürbar. Daher spricht eigentlich nichts gegen den 8000er.

      Die Hybride Arbeitsweise (ein sehr schöner Begriff) wird denke ich oft unterschätzt. das kannst du in Darmstadt mal ausprobieren, ich bringe einen Federhobel mit, dann kannst du mal probieren, wie schnell man mit einem entsprechenden Hobel eine Feder an ein Brett machen kann.

      Gruß

      Heiko

  3. Uwe Adler sagt:

    Hallo Heiko,

    es ist eine Wonne mit den abgezogenen Stemmeisen zu arbeiten. Ich habe auch den 8000ender seit einem Jahr im Einsatz und bin immer wieder begeistert, welche scharfen Schneiden damit produziert werden.
    Aber noch eine Frage zu dem Eisen. Von Heft könnten es das neuen Veritas sein. Wenn dem so ist, was sind Deine ersten Erfahrungen. Sie gefallen mir sehr gut. Die Hefte haben eine eigene Form, die interessant ist. Ist angedacht, diese auch in metrischen Maßen herzustellen?
    Mit herzlichen Grüßen
    Uwe

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Uwe,

      die Eisen hast du richtig erkannt. Ob metrische Eisen kommen werden, weiß ich nicht. Geplant sind welche in A2. Meine ersten Erfahrungen mit den Stemmeisen sind durchweg positiv. Ich habe heute die ersten Zinken damit ausgestemmt. Über die Standzeit kann ich aber nich nichts sagen.

      Gruß

      Heiko

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