Leimholz gerade halten ohne Gratleisten

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 1

Krummes Leimholz ist keine Seltenheit

Leimholz ist eine praktische Sache und daher sehr beliebt. Man kann damit sehr einfach und schnell Massivholzmöbel anfertigen. Die Platten haben jedoch einen großen Nachteil: Die können sich leicht verziehen. Baut man einen Korpus aus diesen Platten, so hält sich die Konstruktion in der Regel selbst gerade, da Seiten, Boden, Deckel und Zwischenböden miteinander verbunden sind. Bei richtiger Konstruktion ist das auch in keinster Weise problematisch. Sogar unabhängig davon, ob man keilgezinktes Leimholz oder welches mit durchgehenden Lamellen benutzt. (hier finden sie einen Artikel über die Unterschiede bei Leimholz)

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 2

Längs- auf Querholz, nicht ganz einfach

Schwierig sind jedoch Türen und andere frei tragende Brettflächen. Wenn man zum Beispiel eine Tür einfach aus einer Leimholzplatte herausschneidet und am Korpus befestigt, wird diese meist nicht auf Dauer gerade bleiben.  Im klassischen Möbelbau setzt man daher auf Rahmen- Füllungs- Konstruktionen oder aufgesetzte Gratleisten. Beides passt jedoch nicht zu einem modern gestalteten Möbel. Ein möglicher Lösungsansatz sind sogenannte Hirnleisten. Dabei wird eine Leiste oben und unten quer an die Türfläche angesetzt. Daraus ergibt sich allerdings das nächste Problem: Lang- und Querholz dürfen nicht miteinander verleimt werden, da sie zu unterschiedlich arbeiten und entweder die Leimfuge, oder das Holz reißen kann.

Im klassischen Möbelbau gibt eine Konstruktion, die das Arbeiten der Fläche und der Hirnleiste unabhängig voneinander ermöglicht, die Fläche aber dennoch gerade hält. Der Trick hierbei ist eine Nut in der Kante der Brettfläche und eine Feder in der Hirnleiste (oder anders herum). Dazu noch einige tiefere Zapfen und ein paar Holzdübel. Richtig ausgeführt ergibt sich daraus eine recht clevere Lösung. Normalerweise werden die Zapfen an die Hirnleiste gefräst oder geschnitten.  Ich suchte für ein kommendes Projekt nach einer Lösung, die ein wenig einfacher und schneller ist.  Diese Lösung besteht aus eingesetzten Festool Dominos.

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 3

Nuten auf der Kreissäge

 

Die folgenden Fotos zeigen den Bau einer Mustertür aus Tanne/ Fichte Leimholz. Es ging lediglich darum zu testen, ob eine solche Verbindung auch mit Dominos realisierbar ist. Die Tür musste nicht wirklich schön aussehen.

Die Nuten habe ich mit der Tischkreissäge erstellt. Die Aufgespannte Leiste hält das Leimholz beim Nuten gerade. Auch die Federn habe ich auf der Tischkreissäge geschnitten. Die Feder sollte straff in die Nut passen. die Nut sollte minimal tiefer sein, als die Breite der Feder, damit später die Fuge zwischen Brettfläche und Hirnleiste dicht wird.

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 4

Die eingesetzten Dominos

Nachdem Nuten und federn geschnitten sind werden die Dominos eingefräst. Ein Domino wird mittig gefräst, zwei an die Enden von Hirnleiste und Brettfläche. In der Hirnleiste werden alle drei Dominos ohne seitliches Spiel gefräst. In der Kante der Brettfläche wird die mittlere Fräsung ohne Spiel, die beiden Fräsungen am Ende jedoch mit 6mm seitlicher Luft gefräst. Wichtig ist, dass die Einzelteile beim Fräsen auf einem planen Untergrund aufgespannt werden. Wenn man dies nicht tun würde, wäre das Ergebnis vermutlich  eine krumme Tür, trotz Hirnleisten

Nachdem alle Teile gefräst wurden kann man die Dominos in die Hirnleiste einleimen. Ich habe Dominos der Größe 6×40 verwendet.

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 5

Dübellöcher bohren

Die Position der Dominos (Mitte der Dominos) wird angezeichnet. Nun habe ich 6mm Bohrungen von außen, genau durch die Dominos gemacht. Die Bohrungen sind jedoch nicht ganz durchgängig und werden von der Rückseite her gemacht. Der dort eingesetzte Dübel ist dann nur auf der Tür- Innenseite sichtbar. Die richtige Tiefe kann man entweder durch einen Tiefenstopp erreichen, den man auf den Bohrer aufsetzt, oder man hört einfach auf, sobald man merkt, dass der Bohrer im Domino ist.  Bei Fichte bemerkt man das ganz einfach dadurch, dass die Bohrspäne eine andere Farbe haben. Dann ist die Bohrung bereits tief genug.

Aus den Bohrungen müssen nun Langlöcher gemacht werden. Das kann man entweder mit einer Rundfeile machen, oder ganz pragmatisch mit dem Bohrer, indem man diesen schräg nach rechts und links bewegt, während er sich dreht.

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 6

Langlöcher erstellen

Dabei muss man jedoch darauf achten, dass das Loch nur zu den Seiten vergrößert wird, nicht aber nach oben oder nach unten. Diese Verbindung funktioniert nur, wenn an dieser Stelle Langlöcher sind. Werden die Bohrungen nicht seitlich erweitert, kann das Holz nicht arbeiten. Wird die Bohrung versehentlich nach oben oder unten erweitert, hat das zur Folge, dass die Hirnleiste nicht dicht an der Kante der Brettfläche anliegt. Das Holz soll nur seitlich arbeiten können.

Im nächsten Schritt wird die Hirnleiste an der Brettfläche angebracht. Der mittlere Domino wird fest verleimt. Ansonsten darf kein Leim angegeben werden. In die beiden Bohrungen werden Runddübel eingeschlagen. Ein Tropfen Leim, der aber nicht in den Domino gelangen sollte ist ausreichend. Er dient nur dazu, den Dübel zu sichern.

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 7

Hirnleiste einleimen

Diese Art der Verzugssicherung erscheint mir als eine der dezentesten überhaupt. Natürlich wird sich mit der Zeit ein kleiner Absatz zwischen der Kante der Brettfläche und den Enden der Hirnleiste ergeben, das ist aber zu verschmerzen.

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 8

Dübel bleibt sichtbar

Die Frage ist jedoch, ob das alles so funktioniert. Kann diese Leiste die Brettfläche daran hindern sich zu verwerfen? So ganz habe ich den Hirnleisten bisher nie vertraut und daher habe ich sie auch kaum angewendet. Da es sich hierbei um eine Testverbindung handelt, wollte ich auch das Verhalten der Tür mit Hirnleiste ausprobieren. Ich habe also die Brettfläche, welche mit zwei Hirnleisten gesichert ist und ein Stück Leimholz aus der gleichen Platte einseitig mit Wasser besprüht.

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 9

Der Härtetest

Hier das Ergebnis:

Hirnleiste mit Festool Domino - Schritt 10

Das Ergebnis

 

Das Brett ohne Hirnleiste wurde nach ca. einer Stunde schon rund. Das Brett mit Hirnleisten nicht. Nach dem Trocknen über Nacht hat sich das Brett ohne Hirnleisten wieder leicht zurückgestellt. Am Brett mit Hirnleisten war keine Veränderung sichtbar. Die Hirnleisten funktionieren also.

Mein Fazit:

Mein Versuch an einem Musterstück hat mir zwei Dinge gezeigt: Zum einen, dass die Hirnleiste ihre Funktion erfüllt und dabei noch die dezenteste Art ist, eine Brettfläche zu sichern. Zum anderen habe ich eine schnelle und einfache Möglichkeit gefunden diese Verbindung herzustellen. Die Festool Dominos sind natürlich in der Größe begrenzt und daher nur bei kleinen Bauteilen ausreichend. Bei größeren Türen müssen die Zapfen auch größer sein und können nicht mehr mit der DF500 erstellt werden. Bei einem kommenden Projekt werde ich die Türen (320mm breit) auf diese Art und Weise herstellen.

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44 Kommentare zu Leimholz gerade halten ohne Gratleisten

  1. Christian sagt:

    Hallo Heiko,

    vielen Dank für deinen tollen Blog und die sehr ausführlichen und gut gemachten Berichte! Ich freue mich schon auf neue Projekte von dir.
    Eine Frage zu Türen mit Hirnleisten:
    Wenn ich keine Dominos verwenden möchte, was würdest du als Alternative nehmen? Die selbe Frage stellt sich für mich auch bei großen Rahmentüren, wo man mit Stemmzapfen oder ähnlichem arbeiten müsste.

    Gruß

    Christian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christian,

      so ganz verstehe ich deine Frage nicht. Bei Hirnleisten hat man keine Eckverbindung wie z.B. Stemmzapfen. Die Hirnleiste selbst kann man auch ganz klassisch machen, oder aber mit Lamello-Metall-Verbindern. dazu habe ich gerade ein Video in Arbeit.

      Gruß

      HEiko

      • Christian sagt:

        Hallo Heiko,

        die Variante mit den Lamello-Metallverbindern hört sich auf jeden Fall interessant an, ich bin schon gespannt auf das Video.

        Viele Grüße

        Christian

  2. alex sagt:

    Hallo Heiko,

    wieso macht man die Hirnholzleiste eigentlich mit einer geraden Feder und muss das ganze dann kompliziert befestigen. Wieso nicht mit einer durchgehenden Schwalbenzinkung und die Hirnleiste aufschieben?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Alex,

      eine Gratleiste an der Stirnseite einer Massivholzplatte würde nicht halten. Das wenige, noch stehende Holz würde wegbrechen.

      Gruß

      Heiko

      • alex sagt:

        Also, wenn ich mir das aufzeichne (10° Schräge auf der Gratleiste gewählt) komm ich auf ca. 1,2 mm die jeweils das Brett und die Hinrholzleiste geschwächt werden. Das sollte doch z.B. bei einem 30mm starken Brett und 1/3 Teilung nicht den wahnsinns Unterschied machen (10mm -> ~8,8mm)

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Alex,

          für ein dickes Werkstück mag das so halbwegs funktionieren, obwohl ich es immer noch als grenzwertig ansehe. Es ist besser, wenn die Hirnleiste stärker ist, als das Brett. Würde man das auf eine Brettfläche mit einer Stärke von 19mm (Wie bei einer Schranktür) übertragen, würde die Gratleiste nicht halten, da die Querschnitte zu dünn würden. Außerdem wird es bei dieser Konstruktion nicht gelingen nur punktuell in der Mitte der Gratleiste zu verleimen, damit die Brettfläche gleichmäßig nach Außen arbeiten kann.

          Gruß

          Heiko

          • Alex sagt:

            Hallo Heiko,

            du hast natürlich recht, bei 19mm Ausgangsmaterial bleibt da nicht mehr viel übrig. Auch die Verleimung in der Mitte gestaltet sich schwierig.

            Ich denke ich werde das trotzdem bei einem Schreibtisch ausprobieren. Die Dicke der Arbeitsplatte habe ich mit 30mm geplant und die Verleimung werde ich nur frontseitig (nicht mittig) vornehmen, da das hintere Ende immer an der Wand steht und der sich durch die unterschiedliche Ausdehnung ergebende Spalt durch eine senkrechte Abschlussleiste verdeckt wird.
            Im Bild hab ich das mal (nicht maßstabsgetreu) skizziert. Die Zinkung würde ich vorne verdeckt ausführen und an den gelb markierten Stellen verleimen.

            Wenn das nicht hält, muss ich halt die weiter unten erwähnten Gratleisten verwenden.

  3. Gabriel sagt:

    Hallo Heiko,

    bin gerade an der Planung meines Gesellenstückes. Es soll stumpf aufschlagende Brettertüren bekommen, die vollflächig reliefartig beschnitzt werden. Ich suche also nach einer Lösung zur Sicherung der Brettfläche, bei der auch keine Hirnleisten zu sehen sein sollen. Habe schon an eine Variante mit Stahlprofil gedacht, ähnlich dieser Art:

    http://snickeriet.com/snickeriet/wp-content/uploads/SNICKERIET_HAVET_Cabinet9_Lowres.jpg

    Hast du einen Tipp, wie ich eine Brettfläche optisch noch unauffälliger als mit Hirn- oder Gratleisten sichern kann?

    MfG Gabriel.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Gabriel,

      schau dir doch mal die Gratleisten der Firma Meyer an:
      http://www.meyer-systeme.ch/index.php/tischbeschlaege/gratleisten

      Zwar nicht ganz preiswert und auch nicht einfach zu verarbeiten, aber es ist ja auch ein Gesellenstück.

      Gruß

      Heiko

      • Gabriel sagt:

        Danke für den Link.

        Habe vorhin nochmal einen Blick ins Fachbuch Holztechnik gewagt, da steht als Alternative auch eingebohrte Aluminiumstäbe. Müsste doch auch mit Stahlrohren gehen, oder? Stahl hat an und für sich schon eine höhere Biegesteifigkeit gegenüber Alu, und als Rohr würde es auch nicht so ins Gewicht fallen. Hast du oder irgendjemand, der hier mitliest, Erfahrungen damit gemacht?

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Gabriel,

          mit Stahlrohren habe ich das noch nicht gemacht. Da kann ich also nicht mit Erfahrungswerten dienen.

          Gruß

          Heiko

  4. Simon sagt:

    Hallo Heiko,
    ich baue mir zur Zeit ein Sideboard a la Zeitraum Möbel “Low”. Für den Korpus verwende ich 3cm starkes Eichenleimholz. Im Prinzip werden die Seitenteile oben von unten in das “Längsholz” der Deckplatte gedominot, unten jedoch seitlich in das Hirnholz des Bodens gedominot. Sorry, kann mit meinem Handy keinen Link zum Produkt einfügen. Jedenfalls Ist ein Seitenteil unten mittig minimal gewölbt. Man sieht eben im Korpusinnern einen Millimeterspalt, was mit gwissem Druck aber auszugleichen ist. Meine Frage jetzt, wenn ich das Seitenteil mit Korpuszwingen und entsprechendem Druck sowie mit Dominos an Boden und Deckel leimen würde und somit auch den Millimeterspalt schließen würde, …würde das auf Dauer heben? Oder wird da selbst bei so geringer Wölbung zwangsläufig was reißen?
    Besten Dank und Gruß,
    Simon

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Simon,

      die Garantie, dass es nicht reißen wird, gibt es nicht. In deinem konkreten Fall käme es auch darauf an, auf welcher Länge der Millimeter Spalt entsteht, also wieviel Spannung auf die Leimfuge kommt. Du wirst es einfach ausprobieren- oder das krumme Teil neu machen müssen.

      Gruß

      Heiko

      • Simon sagt:

        Hallo Heiko,
        okay, Danke auf jeden Fall!
        Vielleicht riskiere ich es einfach, oder verzichte an besagter Stelle evtl komplett auf Leim. Den Spalt verdeckt dann ohnehin eine Unterflurführung, und die Dominoverbindungen alleine sind ja schon bombensicher.
        Gruß,
        Simon

  5. Hendra Gozal sagt:

    Hallo und guten Tag fuer Euch alle,
    ist diese Leimholz Tuer dasselbe wie in englische Sprache als Engineered Door bezeichnet?

    Danke schoen.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      nein, das entspricht einem Rahmen mit Füllung. Im englischen Sprachraum wird die Hirnleiste in der Regel mit “Breadboard”bezeichnet.

      Gruß

      Heiko

  6. kniebi sagt:

    Ok super, danke Dir, das werde ich probieren (fände Gratleisten an Böden auch ziemlich hässlich)

  7. kniebi sagt:

    Hallo Heiko,

    ich bräuchte mal einen Tipp:
    wie hinderst Du Einlegeböden aus Leimholz in einem Schrank (System32) am Werfen? Ebenfalls mit Gratleisten?

    Viele Grüße
    kniebi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      da mache ich überhaupt nichts. die liegen einfach nur auf. Wenn das Holz in Ordnung ist verzieht sich da nichts. Und selbst wenn es sich verziehen sollte, ist das bei einem Einlegeboden kaum sichtbar und ist dann immer noch schöner als Einlegeböden mit Gratleisten.

      Gruß

      Heiko

  8. Stein sagt:

    Ich habs befürchtet.
    Interessanterweise sind die Probleme erst seit kurzem aufgetreten.
    Ich dachte ich hätte das Feuchtigkeitsproblem, was ja für einen Verzug verantwortlich ist, durch Lackieren in den Griff bekommen.
    Wohl aber doch nicht.

    Danke für die Antwort.

    Gruß Stein

  9. Stein sagt:

    Hallo,
    Ich hab vor kurzem deine Seite entdeckt und auch die vielen youtube Videos. Tolle Arbeit. Auch aufgrund der Videos habe ich mir einige Festool Werkzeuge zugelegt. Profi bin ich weiß Gott keiner. Ich benutze das eher als Ausgleich und bin daher völlig ungelernt. (Hätte ich deine Seite nur früher entdeckt…) Trotzdem gelingt mir das meiste ganz gut. Nur gibts halt immer “Kleinigkeiten” die mich aufhalten oder die ich durch Unwissen falsch mache – wie folgendes.

    Ich habe mir ein Schränkchen gebaut. Leider aus Buche Leimholz. Leider darum, weil sich die Türe nun verzogen hat und ich herausgefunden habe, dass sich das bei Buche Leimholz wohl immer so ergibt.
    Die Türe ist 1150x490mm (Stäbe längs) groß.
    Auf der Querseite (490mm) ist sie um ca. 3mm nach Innen (Kasteninnenseite) gewölbt.
    Da ich auf der einen Seite ein Schloss eingebaut habe, schließt die Türe nur mehr nach starkem Druck und das Schloss lässt sich auch nur schwer verschliessen.

    Ich hab eine Festool Oberfräse, eine Tauchsäge, eine Stichsäge, eine Schifferlfräse zur Verfügung und erwäge mir nun auch eine Domino zuzulegen.
    Kannst du mir einen möglichst einfachen, schnellen Tipp geben, wie ich meine Türe retten kann?
    Fotos vom Kasten bei der dropbox:
    https://www.dropbox.com/sh/mkh5jk3bgqro1dr/AABuHxRq4yWXZWFyj91ObE3Da?dl=0

    Gruß,
    Stein

  10. Christian sagt:

    Hallo Heiko,

    habe mir ein Bett aus Leimholz (27mm) gebaut. Fuß- und Kopfteil 40cm hoch. Seitenteile 20cm. Die Seitenteile sind mit Holzdübeln in die Kopf- bzw, Fußteile gesteckt und zusätzlich mit Bettverbindern gesichert. Die Seiten sind bündig zur Oberkante der Kopf- und Fußteile verbunden. Damit genügend Platz ist, noch etwas unter dem Bett zu verstauen.
    Leider verziehen sich nun Kopf- und Fußteil, da wo kein Seitenteil verbunden ist und das Bett “schwimmt”. Nachdem ich Deinen Beitrag hier gesehen habe, überlege ich, ob ich die Lösung mit der Hirnleiste auch am Bett funktionieren würde. Die 40cm hohen Teile um die Breite der Hirnleiste einkürzen und diese aufsetzen?

    Gruss
    Christian

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christian,

      das wird gehen, aber die Lösung mit den Dominos ist dann zu schwach. Du müsstest also mit größeren Zapfen arbeiten, oder einen Rahmen mit Füllung bauen. Der Rahmen muss dann aber schon 40mm stark sein, damit er der 27mm Buche auch was entgegen setzen kann.

      Gruß

      Heiko

  11. Ulrich sagt:

    Hallo Heiko,

    mein nächstes Projekt soll ein Einbauschrank mit Massivholztüren werden. Für die Türen möchte ich Kiefer-Leimholzplatte verwenden und diese von der Konstruktion
    so ausführen, wie Du sie hergestellt hast . ( Brett mit Hirnleiste ) Die Türmaße: H x B x S 745 x 596 x 18 mm. Ich denke bei der Größe und Holzauswahl sollte die Brettfläche noch ” gebendigt” werden können. Die Hirnleiste soll ca. 60 mm breit sein + 10 mm für die Feder. Dominodübel 8 x 50 mm. Reichen 3 Dominos pro
    Hirnleiste? Wieviel cm der Hirnleiste sollte man leimen?
    Zur Oberfläche:
    In den Projekten verwendes Du häufig Öl oder Wachs. Ich möchte die Türen ölen. Kannst Du mir ein Öl empfehlen, welches eine “matte” Oberfläche , möglichst hell bleibt (nicht ins ” gelbliche”) und nach Möglichkeit ” geruchsneutral”.
    Alternativ vielleicht ein Wachs ?

    Vielen Dank .

    MfG
    Ulrich

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ulrich,

      bei den Hirnleisten werden die mittleren ca. 5cm verleimt. Auch bei der Breite von fat 600mm reichen zwei Zapfen aus. Alternativ kannst du auch zwei Knapp Verbinder Typ “Metall” mit einer Flachdübelfräse einsetzen. In der Mitte dann ein normaler Flachdübel, der verleimt wird. Das funktioniert auch prima.

      Wenn du eine matte, nicht zu gelbe Oberfläche willst, würde ich dir zum Möbelhartöl von Natural raten, mit UV Schutz.

      Gruß

      Heiko

  12. Henning sagt:

    DANKE!

  13. Henning sagt:

    Hallo Heiko,
    Ich möchte mir gerne einen Korpus aus Leimholz bauen (zwei Außenplatten + 4 Böden verleimt + Flachdübel, 1200 mm hoch 400mm tief und 350 mm breit). Bin gerade über Deinen Artikel gestolpert im dem Du schreibst “Baut man einen Korpus aus diesen Platten, so hält sich die Konstruktion in der Regel selbst gerade, da Seiten, Boden, Deckel und Zwischenböden miteinander verbunden sind.” Stimmt das auch für meine Konstruktion?

    Vielen Dank

    Henning

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Henning,

      bei gleich laufender Maserrichtung kannst du das so machen. Wenn die vier Böden fest mit den seiten verleimt sind, beleiben die Seiten und die Böden gerade.

      Gruß

      Heiko

      • Henning sagt:

        Hallo Heiko,
        dass muss ich beim Zuschnitt meinem Tischler sagen?
        Danke für Deine Hilfe!

        Henning

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo,

          wenn du deinem Tischler sagst, was du machen möchtest, sollte dieser in der Lage sein, den Zuschnitt richtig zu machen.

          Die Maserung der Böden muss einfach in die gleiche Richtung laufen, wie die der Seiten.

          Gruß

          Heiko

  14. André sagt:

    Moin Heiko,

    wenn man so eine Verbindung mit normalen Holzdübeln machen möchte, müsste man die Dübel komplett verleimen, oder die Dübel nur etwas anbohren, dass sie nicht mehr raus können?

    Gruß
    André

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Andre,

      mit Runddübeln funktioniert das so nicht. Was gut funktioniert sind Knapp Verbinder vom Typ “Metall”, diese werden mit der Flachdübelfräse eingefräst.

      Gruß

      Heiko

      • André sagt:

        Danke für die Antwort.
        Ich hab am Wochenende mal etwas umgespielt und drei Türen gebaut. Die vierte kommt dann wenn die Knappverbinder da sind.

        2 Türen mit Dominos die ich mit einer selbstgebauten Fräsevorichtung eingesetzt hab. Ging sehr gut, leider muss ich den Motor wieder zurück geben, den hab ich aus der CNC-Fräse eines bekannten geklaut.
        Was mir auch sehr gut gefiel, keine Normale Nut und Feder sondern eine leicht Konische mit einem Gratfräser. Ich hoffe nur das 5mm Holz reichen und nicht irgendwann einreißen.

        Jetzt können die Türen erst mal 6 Monate im Badezimmer rumhängen während ich die neun unterschränke bau. Dann mal sehen welche sich am besten gehalten hat und ins neue Badezimmer kommt.

        Vielleicht ist bei dem Umbau vom Haus ja auch noch eine Domino mit drin.

      • Martin Keßler sagt:

        Hallo Heiko,

        Fräst du dann auch drei Knapp-Verbinder ein ?
        Dann alles ohne Leim ?

        Gruß

        Martin

  15. Alexander sagt:

    Hallo Heiko,

    schöne Erklärung, danke. Funktioniert das Prinzip auch, wenn die Leisten unten angebracht und verschraubt werden?

    Konkret: Ich habe eine 140cm lange, 4 cm dicke Buchenleimholz-Platte, die liegt links auf einer Rahmenkonstruktion auf und könnte dort verschraubt werden. Rechts würde sowieso eine 20 cm breite, 2 cm dicke Verstärkung angebracht werden müssen. Sie liegt außerdem teilweise auf einen Unterschrank auf.

    Danke!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Alexander,

      die gezeigte Methode ist speziell für Flächen gedacht, die nicht auf einer Unterlage verschraubt werden können. Wenn eine Unterlage zum Verschrauben da ist, kann man natürlich auch Schrauben verwenden. Wenn du die Platte aufschraubst, achte darauf, dass du die Schrauben nicht wie üblich vorbohrst, sondern in den Rahmen/ Korpus Langlöcher machst, die quer zur Faserrichtung der aufliegenden Platte verlaufen. Zum Befestigen nimmst du dann Flachkopfschrauben. So wird die Platte gehalten, kann aber durch die Langlöcher noch arbeiten.

  16. Ingo Meyer sagt:

    Hallo Heiko,

    danke für die Antwort. Bei der nächsten Planung werde ich das einmal anders anwenden.

    Gruß Ingo

  17. Ingo Meyer sagt:

    Hallo Heiko,

    gibst Du kein Leim zwischen dem Brett und der Hirnleiste an? Ich habe schon oft mit einer Gratnut gearbeitet, aber auch immer Leim angegeben. Bis jetzt habe ich damit auch keine Probleme gehabt. Es stellt sich mir jetzt aber die Frage, ob ich nur Glück hatte?
    Eine gut gearbeitetes Leimholz/ gut gearbeitete Tischplatten mit Beiträgen findest Du auch unter http://www.feilkloben.de. Der gute Mann hat Ideen und Möglichkeiten, die ich auch schon für meine Arbeiten übernommen habe. Einfach mal schauen.

    Bis dahin, schöne Grüße

    Ingo

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ingo,

      Grat und Hirnleisten sollten immer nur an einer Stelle verleimt werden, nie auf ganzer Länge. Das Holz soll ja noch arbeiten können. Bei einer auf ganzer Länge verleimten Grat- oder Hirnleiste hat man Quer- und Längsholz miteinander verleimt, das sollte vermieden werden, da das Holz, oder die Leimfuge aufreißen kann.

      Gruß

      Heiko

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