Zwei Bücher von David Charlesworth

David Charlesworth ist ein bekannte Tischler aus England. Er schreibt für verschiedene Magazine, gibt Kurse, hat einige DVDs herausgebracht und auch drei Bücher. Zwei dieser Bücher möchte ich an dieser Stelle vorstellen.

A Guide to Hand Tools and Methods

David Charlesworth - A Guide to Hand Tools and Methods

A Guide to Hand Tools and Methods

Den Titel sollte man nicht falsch verstehen. Es geht um Handwerkzeuge und deren Vorbereitung und das „Tuning“. Die im Titel erwähnten Methoden beziehen sich nur  in geringem Umfang auf die Anwendung der Werkzeuge, sondern in erster Linie auf das Schärfen und verbessern.  Furniture- making Techniques, also Möbelbau Techniken werden nur in sehr geringem Umfang erläutert.

Wer also ein Buch zum Möbelbau sucht, wird hier nicht fündig. Wer ein Buch zum Thema Handwerkzeuge, deren Auswahl und Verbesserung sucht, der sollte sich dieses Buch genauer ansehen. Charlesworth beschreibt in diesem Buch sehr detailliert, wie man neu gekaufte Hobel- und Stemmeisen bearbeiten sollte, damit aus einem bereits guten Werkzeug ein nahezu perfektes Werkzeug wird. Das Buch geht sehr umfassend auf das Thema Schärfen ein. Dabei stellt David Charlesworth seine eigenen Methoden des Schärfens von Stemm- und Hobeleisen, aber auch von Schweifhobeln und anderen Werkzeugen vor.

Ein langes Kapitel des Buches beschreibt den Bau eines Infill Hobels aus einem Bausatz. Das ist zwar interessant zu sehen, aber fr die meisten Leser wohl eher Nebensache. Einige Seiten über Oberflächenbehandlung mitten im Buch wirken eher deplatziert. AM Ende gibt es ein paar Seiten Praxis (ein Tischbau), aber auch diese wirken so, als gehörten Sie eigentlich in ein anderes Buch.

Das zweite Buch von David Charlesworth, das ich hier vorstellen möchte heißt

Furniture Making Techniques

David Charlesworth - Furniture Making Techniques

Funriture Making Techniques

Es handelt sich hierbei um eine Sammlung von Artikeln des „Furniture and Cabinetmaking Magazine“. Dieses Buch weist eine wesentlich klarere Struktur auf, als das zuvor vorgestellte Buch. Aber auch hier darf man kein Lehrbuch erwarten. Es ist eben eine Artikelsammlung. Es sind durchweg sehr interessante Artikel zu den Themen Werkzeug und Möbelbau. enthalten. Charlesworth beschreibt darin z.B. wie man Teufels- oder auch Gehrungszinken macht. Sogar einige Artikel zu Maschinenthemen sind enthalten.

In diesem Buch sind am Ende sogar noch einige Bauprojekte detailliert beschrieben, wie zum Beispiel ein Meditationsbänkchen, oder ein Schweifhobel aus Holz.

Alles in Allem ist dieses Buch sehr informativ und voller kleiner Tipps und Tricks. Allerdings wirkt es ebenfalls ein wenig unaufgeräumt und auch hier erscheint der Titel etwas irreführend.

Wenn man sieht, wie David Charlesworth vorgeht, wie penibel und präzise er Arbeitet, ist das schon sehr beeindruckend. Oft scheint seine Herangehensweise zu kompliziert und für den Werkstoff Holz auch zum Teil übertrieben. Wenn man aber mal einige Dinge, die er zeigt selbst ausprobiert hat, ändert man eventuell seine Sichtweise ein wenig. So zumindest ging es mir, nachdem ich einige seiner Videos gesehen habe und die beiden Bücher las. Ich habe einiges davon ausprobiert und werde wohl auch einige Techniken weiterhin anwenden, die ich mir bei ihm abgeschaut habe.

Beide Bücher könnte mehr Struktur vertragen, sind aber ansonsten für Menschen, die sich für die Arbeit mit Handwerkzeugen interessieren sehr zu empfehlen. Die Bücher sind in englisch, aber leicht verständlich geschrieben, so dass Grundkenntnisse in Englisch ausreichend sind.

 

Dieser Beitrag wurde unter Buchtipp abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Zwei Bücher von David Charlesworth

  1. Uwe Adler sagt:

    Hallo Heiko,

    diese Bücher habe ich verschlungen. Meiner Meinung nach gehören sie für jeden Handwerker in den Werksattbereich, da so tolle Beispiele und Erklärungen da enthalten sind. Schön, dass Du darauf hingewiesen hast. Ich hoffe Davids Gesundheit stabilisiert sich weiterhin.
    Herzlichen Gruß
    Uwe

Kommentare sind geschlossen.