Tipp für die Werkstatt – Leimpinsel immer einsatzbereit

Leimpinsel in der Flasche

Leimpinsel in der Flasche

Eingetrocknete Leimpinsel sind ein Ärgernis, das viele Holzwerker kennen. Ich arbeite sehr gerne mit relativ kleinen Leimpinseln um Leim auf kleine Werkstücke aufzutragen. Dazu nehme ich ganz normale Borstenpinsel, deren Borsten ich ein wenig einkürze.

Damit nun der Leimpinsel immer einsatzbereit und sauber ist, habe ich ihn in einer leeren, mit Wasser gefüllten Leimflasche hängen. Das funktioniert ganz einfach:

Man schneidet die Spitze der Leimflasche soweit ab, dass man den Stiel des Pinsel fest hineinstecken kann. Dann füllt man die Flasche so weit mit Wasser, dass der Pinsel im Wasser hängt, nicht aber der Holzstiel.

Der Effekt ist der, dass der Pinsel ohne dass man etwas tun muss gereinigt wird. Der Leim im Pinsel löst sich im Wasser und sinkt nach unten. Man muss nur gelegentlich frisches Wasser in die Flasche einfüllen. Der abgebildete Leimpinsel ist schon 2 Jahre lang in Gebrauch.

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18 Responses to Tipp für die Werkstatt – Leimpinsel immer einsatzbereit

  1. Stefan sagt:

    Hallo Heiko, wohl etwas deplaziert aber zum Thema Leim hätte ich auch eine Frage. Ich habe eine Konstruktion für den Außenbereich versehentlich D3-verleimt. Lässt sich die Verleimung irgendwie lösen, sodass ich sie noch einmal neu mit D4 verleimen kann?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Stefan,
      du kannst versuchen die Verleimung mit einem Heißluftfön vorsichtig zu erwärmen. Ansonsten würde ich an deiner Stelle warten bis sich die D3 Verleimung löst (Vielleicht hält sie ja auch) und dann neu verleimen.
      Gruß
      Heiko

  2. FabianB sagt:

    Hallo Heiko,

    ich wusste meine Frage nicht wo anders sinnvoll unterzubringen, deswegen hier. Ich muss gerade etwas verleimen, was aber sehr aufwändig ist und habe ein Problem mit der offenen Zeit meines Leims. Ich kann dieses Verleimen leider nicht in mehreren Schritten machen, sondern muss aufgrund der Konstruktion alles in einem Rutsch mit Leim versehen.
    Dafür muss ich erst alle Leimflächen einpinseln und anschließend alles zusammensetzen und erst dann kann ich die erste Zwinge ansetzen.

    Ich arbeite mit gewöhnlichem Ponal blau (D3) Leim, wäre aber zur Not auch bereit, ein „Spezialprodukt“ zu kaufen. Meine Frage: Gibt es einen Trick, wie ich die offene Zeit verlängern kann, sodass ich mehr Zeit habe, alles einzupinseln und zusammenzustecken? Ich denke, dass ich vom ersten Pinselstrich Leim bis zum Ansetzen der Zwingen 20-25 Minuten brauche.

    Herzlichen Dank und liebe Grüße,
    FabianB

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Fabian,

      es gibt Leime mit langer offener Zeit, zum Beispiel Keimfix BL oder Bindan 30. Allerdings sind 25 Minuten schon sehr lange. Da gilt es alles gut vorzubereiten und die Werkstatt nicht zu warm zu heizen. Eventuell ginge das mit Epoxy etwas entspannter. Aber da kenne ich mich zu wenig aus.

      Gruß

      Heiko

      G

      • FabianB sagt:

        Hallo Heiko,

        danke für die schnelle Antwort. Ich werde mal einen trockenen Probedurchlauf versuchen und die Zeit messen. Außerdem nehme ich mir eine zweite Person dazu und bereite alles gut vor. Durch die zweite Person kann ich es vermutlich in 15 Minuten schaffen. Meine Werkstatt hat 10 Grad. Das kommt der Sache entgegen. Laut Datenblatt ist die maximale Offenzeit bei 23 Grad 12 Minuten. Dann klappt es in 15 Minuten bei 10 Grad ja vielleicht…

        Danke und liebe Grüße,
        FabianB

        • FabianB sagt:

          Hallo Heiko,

          kleiner Nachtrag für alle, die das später nochmal lesen: Am Ende habe ich es doch alleine verleimt und trotz Vorbereitung etc. hat es vom Öffnen der Flasche Bis zum letzten Anziehen der Zwingen über 20 Minuten gebraucht. Ich habe es mit meinem normalen Ponal Wasserfest Leim verleimt und das bei einer Raumtemperatur von ca. 11 Grad. Es hat problemlos geklappt. Als ich merkte, dass ich zeitlich nicht gut hinkomme, hatte ich schon den Schweiß auf der Stirn und dachte, alles wäre hin. Aber es ging gut. Auch der Leim vom ersten Auftrag war noch flüssig und verlief noch. Ich hatte zusätzlich einen hauchfeinen Leimklecks auf einem Abfall-Holzstück gemacht, damit ich sehe, wie der Leim sich bisher verhält. Wenn ich danach gehe, hätte ich sogar noch 10 Minuten mehr Zeit gehabt.
          Ich vermute, dass das Entscheidende die niedrige Temperatur war.
          Jedenfalls bin ich froh, dass alles geklappt hat. Jedenfalls habe ich dabei einiges übers Verleimen gelernt.

          LG Fabian

  3. Derek sagt:

    Hallo nur eine kurze Frage zur Chemie: Wie oder womit reinige ich meine Pinsel von PU Leim- gibt es da Hoffnung die Dinger sauber zu bekommen?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      da wirst du schlechte Karten haben. Versuch es mal mit Verdünner oder Pinselreiniger.

      Gruß

      Heiko

    • Andreas Weppner sagt:

      Es gibt speziellen PU Reiniger für die Schaumpistolen und so. Der Funktioniert aber nur im frischen Zustand.
      Aufwand und Preis steht aber in keinem Verhältnis. Kauf preiswerte Pinsel oder nimm Holzreste oder Pappe.
      Tip noch. PU Leim und Schaum kann man einfach mit Wasser am weiter quillen hindern. Einfach einsprühen.
      Für das Arbeiten unbedingt Handschuhe tragen oder drei Tage dreckig Finger ertragen.

  4. Thomas sagt:

    Manchmal sind die einfachsten Ideen einfach mal die besten. Vielen Dank!

  5. Ingo H. sagt:

    Hallo Heiko,
    Hast Du Erfahrungen wie gut diese tolle Idee mit so Powerklebern wie Beko Fibcon funktioniert. Ich muss jedesmal einen Billigpinsel wegwerfen, wenn ich diesen mit Fibcon benutzt habe.

    Ingo

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      ich habe mir gerade mal die Herstellerseite angesehen, da mir der Name des Klebers nichts sagte. Leider steht da nichts über verwendbare Lösemittel. Du kannst ja mal versuchen, ob sich die Pinsel mit Lösemittel reinigen lassen, dann sollte die „Pinselflasche“ auch dafür funktionieren. Voraussetzung ist natürlich eine lösemittelfeste Flasche.

      Gruß

      Heiko

  6. Stefan sagt:

    Toller Tipp!!

  7. Andreas sagt:

    Hallo Heiko

    Eine gute und einfache Idee.

    Ich habe aber noch eine andere frage. und zwar wo ist der unterschied zwischen einem PU Leim und einem normalen Holzleim ?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Andreas,

      ein normaler Holzleim ist auf PVAC (Polyvinylacetat) Basis, ein PU Leim ist auf Basis von Polyurethan. Der PU- Leim ist immer ein D4 Leim, also weitestgehend Wasserfest. Er schäumt auf und ist Spaltfüllend. Durch das Aufschäumen muss man jedoch sehr aufpassen, dass man sich das Werkstück nicht zu sehr damit verschmutzt. Bei PU- Leim unbedingt die angegebenen Sicherheitshinweise beachten! Der ist nicht ohne.

      Ich nehme PU Leim, wenn es bei der Leimholzherstellung schnell gehen soll und für Wasserfeste Verbindungen.

      Es gibt auch PU- Kleber, die für Holz geeignet sind und weniger Aufschäumen.

      • Sigi sagt:

        Hallo Heiko,
        in allen Blogs lese ich PU Leim, ohne einer Herstellerangabe 🙁 . Darf ich fragen, welchen du verwendest (Fabrikat und Type)?

        Also ich bevorzuge normalerweise beige PU-Leim (Kleber) in Kartuschen für die Leimholzherstellung.
        Beige, da dies einer Holzfarbe sehr nahe kommt und nicht wirklich auffällt (Im Gegensatz zu weiß). Mit Kartuschen kann ich den PU-Leim immer voll verbrauchen, im Gegensatz zu den größeren Flaschen, da der Stöpsel mir immer wieder zugeklebt wurde, bevor er vollständig aufgebraucht wurde.

        Mein PU-Kleber derzeit ist ein Solido 1K Powerkleber.
        Aber ehrlich gesagt bin ich diesem nicht wirklich voll zufrieden (könnte mehr aufschäumen, bzw. stärker halten) Hatte schon bessere 🙂

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo,

          ich nehme immer den, der gerade bei meinem Händler verfügbar ist. Oft aber auch PU-Leime und Kleber von Würth.

          Gruß

          Heiko

          • Frank Marquardt sagt:

            Ist zwar schon ein alter Beitrag aber der Fibcon von Beko ist klasse. Verschiedene Varianten für längere Offenzeiten

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