Oberflächenbehandlung mit Öl – Update und Fragen

Schleif- und Polierpads

Oberflächenbehandlung mit Öl - Update - Pads und Zubehör

Pads und Zubehör

Im  Video zur Oberflächenbehandlung mit Öl habe ich erwähnt, dass ich derzeit die Schleif- und Polierpads von Festool nutze. Diese sind nicht gerade günstig und wenn man große Flächen poliert, wird das schnell teuer. Zu dieser Zeit hatte ich aber kein alternatives Produkt in passendem Durchmesser finden können.

Daraufhin bekam ich einige Muster verschiedener Pads und Klettscheiben von Natural-farben.de zugeschickt um diese zu testen. Das habe ich ausgiebig getan und kann nun in einem kleinen Update die Ergebnisse der Tests vorweisen.

Es gibt verschiedene Schleif- und Polierpads. Die Schleifpads gibt es in rot (Fein) und in braun (sehr fein). Eine Angabe der Körnung ist bei Schleifvlies meist nicht möglich, daher diese Bezeichnungen. Die Polierscheiben gibt es als Vlies und aus Filz.

Oberflächenbehandlung mit Öl - Update - Makroaufnahme der Pads

Makroaufnahme der Pads

Das nebenstehende Bild zeigt Makroaufnahmen der der einzelnen Pads.  Die beiden Schleifvliese eignen sich zum Feinschliff von Holzoberflächen oder, wenn man es möchte zum Einschleifen von Öl. Auch zum Zwischenschliff von Ölen, Lacken und Farben sind die Vliese geeignet.

Das weiße Poliervlies habe ich benutzt um nach dem Ölen zu polieren. Hierbei habe ich wieder ein Polieröl mit Wachsanteil benutzt. Das Polierpad aus Filz ist für den Einsatz auf der Maschine nicht gut geeignet, da es sehr viele Rückstände auf dem Klettbelag hinterässt. Für das Polieren von Hand eignet es sich jedoch sehr gut. Die Oberfläche wird ein wenig besser poliert, als mit dem Poliervlies. Groß ist der Unterschied jedoch nicht. Ich würde daher das weiße Poliervlies als das bessere der beiden bezeichnen. Auch deswegen, weil sich beim Filz sehr viele Fasern beim Arbeiten lösen, was störend ist.

Eine Besonderheit der Scheiben ist die, dass sie keinen Klettrücken haben, was die Produktion natürlich vereinfacht und das Produkt preisgünstig macht. Die Scheiben werden von einem speziellen Klettbelag auf dem Teller des Exzenterschleifers gehalten.

Oberflächenbehandlung mit Öl - Update - Detail Klettbelag

Detail Klettbelag

Dieser Klettbelag unterscheidet sich von üblichen Belägen dahingehend, dass die Kletthaken viel länger sind. Sie greifen direkt in das Vlies und halten es auf der Maschine.

Die Befürchtung, dass die Kletthaken in Kontakt mit der zu bearbeitenden Oberfläche kommen ist aber unbegründet. Das Vlies ist dick genug um das zu verhindern.

Ein großer Vorteil dieser Klettscheibe ist, dass sie keine Löcher für die Absaugung hat. Daher können Ölrückstände nicht in das Innere der Maschine gelangen. Ein spezieller Polierteller muss daher auch nicht angeschafft werden. Und sollte sich der Klettbelag irgendwann nicht mehr richtig reinigen lassen, kann man ihn preisgünstig ersetzen.

Alles in Allem ist dies ein sehr durchdachtes System für die Arbeit mit Schleif- und Poliervlies. Für das Schleifen mit Absaugung, wenn man beispielsweise einen Feinschliff mit Vlies macht, gibt es auch einen gelochten Klettbelag.  Und sollte die Lochung nicht auf die eigenen Schleifmaschine passen, nimmt man einen ungelochten Belag und bohrt die Löcher selbst hinein.

Oberflächenbehandlung mit Öl - Update -Pipette

Ölfeste Pipette

Ebenfalls neu im Lieferprogramm von Naturalfarben.de sind Pipetten, die resistent gegen Öle sind. Das bedeutet, dass der kleine Gummibalg am Ende der Pipette die entsprechende Resistenz besitzt.  Dadurch, dass der Klettbelag das Eindringen des Polieröles in die Maschine verhindert, konnte ich das Öl auch direkt auf das Vlies geben. Die Verarbeitung ist so noch ein wenig einfacher. Denn wenn man direkt auf das Holz tropft und zu lange wartet, können die Tropfen als dunkle Stellen zurück bleiben. Besonders bei Buche und großen Werkstücken ist das schnell passiert.

Fragen und Antworten

Nach der Veröffentlichung des Videos und des Artikels zum Ölen kamen viele Fragen in Form von Kommentaren und E-Mails. Einige dieser Fragen habe ich nun auch im Nachfolge- Video nochmals beantwortet.

Video:

Probleme mit der Anzeige des Videos? Dann schauen Sie sich das Video direkt bei Youtube an: http://www.youtube.com/watch?v=Bv-6o3OjggQ

Links:

Die vorgestellten Vliese, die Klettbeläge und die Pipetten können Sie über den Onlineshop von Naturalfarben.de beziehen:

Die Artikel sind in der Rubrik „Reinigungsbedarf“ zu finden:

Reinigungsbedarf im Onlineshop von Natural-farben.de

 

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35 Kommentare zu Oberflächenbehandlung mit Öl – Update und Fragen

  1. Kerstin Hillebrand sagt:

    Hallo,
    wir haben einen Esstisch in Wildbuche gekauft. Weil man vorher nie weiß, wie die Maserung aussieht und weil Buche auch oft ins Rötliche geht, haben wir ihn unbehandelt gekauft. Wenn uns Maserung und Farbton nicht so gefallen hätten, hätten wir dunkel gebeizt. Der Tisch ist aber perfekt, schön hell und hat auch eine schöne Maserung. Jetzt wollen wir nur Ölen. Der Farbton sollte möglichst wenig verändert werden und deshalb sagt uns das Natural Möbel-Öl mit UV-Blocker zu, welches Sie auch in Ihrem Video verwenden. Ist das dann aber auch den Beanspruchungen eines Esstischs gewachsen? Muss das Polieröl am Ende aufgetragen werden oder kann man das auch später noch entscheiden, wenn der Tisch schon einige Zeit in Benutzung war. Verändert das Polieröl den Farbton oder nur den Glanz? Wie muss der Tisch gepflegt werden? In ein paar Jahren wieder ölen oder ist das nicht notwendig? Ist das wegen des Wachsanteils im Polieröl überhaupt noch möglich?
    Wir freuen uns über eine Antwort auf die vielen Fragen.
    Viele Grüße
    Kerstin

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      immer dann, wenn Pigmente zum Einsatz kommen, kann es passieren, dass eine stark beanspruchte Oberfläche die unregelmäßig starke Abnutzung un Form einer unregelmäßigen Oberfläche zeigt. Daher wäre ein pigmentiertes Produkt wie ein Öl mit UV-Blocker nicht meine erste Wahl für einen Esstisch. Generell ist für einen Esstisch eine Oberfläche mit einem Parkettöl und einem Überzug mit Finishöl oder Techoil (um bei Natural-Produkten zu bleiben) die bessere Wahl. Die im Video gezeigte Vorgehensweise eignet sich nicht für stark beanspruchte Oberflächen.

      Soll der Tisch möglichst hell bleiben stellt eine pigmentierte Behandlung mit Öl immer einen erhöhten Pflegeaufwand dar.

      In einem solchen Fall würde ich eher ein Öl nehmen, das eine robuste Schutzschicht bildet. Das wären dann beispielsweise die Hartwachsöle von Osmo, Diese sind aber in ihrer Anwendung schwieriger. Die Pflege der Oberfläche ist immer abhängig vom jeweils zuletzt verwendeten Produkt.

      Gruß

      Heiko

  2. ben sagt:

    hallo heiko!

    danke für deine vielen sinnvollen beiträge!!

    meine frage: welches öl (auch von natural?) verwendest du für küchenarbeitsplatten? ich hatte mal eine platte mit leinöl grundiert und mit natur-hartöl von hesse lignal behandelt. dann stand für eine gewisse zeit ein blumentopf ohne untersetzer drauf. die folge war ein wasserfleck, die oberfläche gequollen und rauh. das möchte ich nicht und da auf arbeitsplatten ja öfter wasser steht: kannst du ein öl empfehlen für solche beanspruchungen?

    mfg
    ben

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      aus genau diesem Grund bin ich der Meinung, dass geölte Arbeitsplatten nur dann eine Option sind, wenn man sie immer schön nachpflegt und auf sie acht gibt. WEnn man das nicht möchte, ist Öl, oder gar Holz nicht das richtige. Das am stärksten beanspruchbare Öl, das ich kenne ist das Hartwachsöl von OSMO. Das kommt einem Lack schon sehr nahe und wird auch so verarbeitet.

      Gruß

      Heiko

  3. Alexander Lindt sagt:

    Hallo Heiko.

    Du hast das Thema beizen erwähnt. Kann man denn Öl auf Beize auftragen? Wird die Schicht abriebfest? Ich würde es mit Leinölfirnis versuchen, wie hier von dir beschrieben:
    http://heiko-rech.de/download/pdf/verarbeitung_von_leinoelfirnis.pdf

    Da wird auch zwischengeschliffen. So sollten sich die aufgestellten Fasern abschleifen lassen? Welche „Körnung“ beim Schleifflies hattest du verwendet und wann darf man das zweite mal Leinöl auftragen? Direkt nach dem abwischen des Überstandes?

    Es gibt auch Spiritusbeize, welche die fasern nicht aufstellt. Soll aber schwierig sein diese gleichmäßig draufzupinseln.

    Danke vorab 🙂

    Alexander

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Alexander,

      das funktioniert nur mit schichtbildenden Ölen. Eindringende Öle und Beizen harmonieren nicht gut miteinander. Ich habe gute Erfahrungen mit OSMO Hartwachsöl auf Wasserbeizen gemacht. Alternativ kannst du auch mal eine öl- oder wachsbasierende Lasur in der entsprechenden Farbe ausprobieren. Einfach zu verarbeiten ist beispielsweise Dekorwachs von OSMO.

      Gruß

      Heiko

      • Alexander Lindt sagt:

        Hallo Heiko
        Danke für die Antwort. Es wurde nun ein Furnier 🙂 Also keine beize mehr. Das Furnier soll nun geölt werden. Noch immer mit Leinölfirnis.
        http://heiko-rech.de/grundlagen/leinoel.php

        Kann man nur das Öl polieren? Also ohne Wachse. Ich weiß nicht, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ich würde es mit einem Exzenterschleifer und Polierpad versuchen.

        Schönes Wochenende

        Alex

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Alex,

          ein reines Öl kann nicht poliert werden, das geht nur mit Wachs. Aber auch damit ist kein Hochglanz zu erreichen.

          Gruß

          Heiko

  4. Andreas sagt:

    Moin Heiko,
    danke für Deine schnelle Antwort.
    Du machst mir Mut, ich versuche zu Räuchern.
    Ist die Nachbehandlung wie in deinem Video oder muss ich bei geräucherten Holz was beachten ?
    Da ich gerne das Holz „anfeuern“ würde, kannst Du das Hartöl und Finish von Natural empfehlen oder lieber Leinöl und Finish ?
    Nochmals Danke für Deine tolle hilfe hier im Blog !
    Gruß
    Andreas

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Andreas,

      bei geräucherter Eiche finde ich den Farbton der Natural-Öle sehr schön. Ich würde das Parkettöl mit einem anschließendem dünnen Auftrag von Finishöl oder Tecoil empfehlen. Und ganz wichtig: Vorher Musterbrettchen machen!

      Gruß

      HEiko

      • Andreas sagt:

        Moin Heiko,
        danke für die Unterstützung.
        Ich habe 3 Musterstücke geräuchert, 12, 18 und 24 Stunden.
        Der Farbton hat sich nicht viel verändert, ich denke die „Gerbsäure“ war schon nach 12 Stunden „gesättigt“.
        Ich habe das gefühl das ich mit meinem RS300 nicht „schnell genug“ ein feines Schleifbild erhalte.
        Findest Du das ich mir für grosse Flächen mir lieber einen Exenter zulegen sollte ?
        Wenn ja, welchen ? Du hast in deinem Schop 3 Stück zur Auswahl „der Festoll liegt über meiner Preisgrenze“
        Den Metabo, AEG oder Dewalt.
        Danke im voraus für Deine Unterstützung.
        Gruß Andreas

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Andreas,

          Der RS 300 ist ein Gerät für den Feinschliff. Fein und schnell zusammen geht aber nun einmal nicht. Ein Exzenterschleifer mit 5mm Hub ist deutlich schneller und hat immer noch ein vernünftiges Schleifbild. Von den drei genannten würde ich dir zum Metabo raten. Da hast du was für den Feinschliff und fürs Grobe. Der AEG ist auch nicht übel, hat aber einen sehr exotischen Anschluss für die Absaugung. Der Dewalt ist für große Flächen nicht geeignet. Meine Empfehlung geht daher ganz klar zum Metabo.

          Gruß

          Heiko

      • Constanze Ziegler sagt:

        Hallo Herr Rech, ich bin etwas verwirrt von allen Angaben unserer Handwerker und hoffe, Sie können mir helfen. Wir haben Scheinbalken aus Fichte-Dreischichtplatten im Kinderzimmer, noch roh. Wie behandelt man das Holz sinnvoll so, dass es nicht zu stark nachdunkelt bzw. vergilbt, aber eben seine natürliche Holzfarbe nicht verliert (der Schreiner wollte kieferfarben ölen, aber das sieht echt besch… gelb nach Schalungsplatten aus, der nächste richtig weiß lasieren… Und der letzte farblos ölen, aber da bin ich mir nicht sicher, ob das UV-Licht das Holz vergilben lässt, da die Balken in einem sehr hellen Zimmer hängen, aber jeweils über den Fenstern, also keine direkte Sonneneinstrahlung). Und es sollte eben ein Produkt sein, das möglichst schadstoffarm ist, weil unser Sohn in dem Zimmer schlafen soll. Könnten Sie mir einen Rat geben? HERZLICHEN DANK!

        Viele Grüße

        Constanze

  5. Andreas sagt:

    Moin Heiko,
    du bist „schuld“ das mich das Holzwerken gepackt hat 🙂
    Ich bin echt froh das Du dir sooooo viel Mühe mit deinem Blog und Youtube gibst, hut ab.
    Ein paar Fragen habe ich an dich:
    Meine Frau möchte gerne einen Couch Tisch, am liebsten Eiche gereuchert, da ich keine Möglichkeit zu Räuchern habe, habe ich mir folgendes vorgestellt.
    Die Öle von Natura (die Du vorgestellt hast) gibt es ja auch in Pigmentiert (Pigmentöl in der Farbe Räuchereiche).
    Das wird doch kein Hartöl sein, oder ?
    Ist die vorgehensweise für das Pigment-Öl die gleiche wie in deinem Video ?
    Oder wird es nur 1-mal aufgetragen ?
    Reicht es dann wirklich zum schluss mit Finish-Öl rüber zu gehen ?

    Da ich kein Exenterschleifer habe, sondern „nur“ ein RS300 Rutscher, kann ich die weissen Polierscheiben einfach eckig zurechtschneiden, sodass sie auf den rutscher passen ? Oder ist hier die Funktion der Polierscheibe nicht mehr gegeben da keine kreisende Bewegungen vorhanden sind ?

    Bitte mach weiter so.
    Du hast mir (und bestimmt auch andere) Tips und Ratschläge gegeben um das Ziel eines eigenen Möbelstückes (was man auch zeigen kann) näher zu kommen.

    Gruß
    Andreas

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      statt zu räuchern kannst du auch eine Reaktionsbeize benutzen. Darüber dann ein Schichtbildendes Öl wie zum Beispiel OSMO Hartwachsöl. ‚Dann hast du eine stark beanspruchbare Oberfläche. Die Verarbeitung von schichtbildenden Ölen ist allerdings ganz anders, als im Video. Das kommt eher einer Lackierung nahe. Die pigmentierten Öle von Natural habe ich noch nicht benutzt, dazu kann ich nichts sagen. Was das polieren angeht, das wird mit dem Rutscher nicht viel werden. Dann mach es lieber in Handarbeit.

      Aber warum fehlt dir denn die Möglichkeit zu räuchern? Ein Verschlag aus ein paar Dachlatten, eine Plane darüber und es kann losgehen. Es wird ja noch eine Zeitlang keinen Frost geben, so dass man das auch draußen machen kann. Meiner Erfahrung nach schafft es keine Beize und kein Pigmentiertes Mittel den gleichen schönen Effekt hervorzurufen wie das Räuchern. Überleg dir das noch einmal.

      Gruß

      Heiik

  6. Martin Schulze sagt:

    Hallo Heiko, vielen Dank für deine Videos und Tipps. Ich habe gerade angefangen, eine alte Weichholztreppe von 1938 aufzuarbeiten.
    Die Setzstufen und das Geländer möchte meine Frau weiß lackiert haben, hast du da eine Lackempfehlung für mich? Nach eigenen Recherchen würde ich wohl von Wilckens je 1-2x mit Vorlack, Fensterlack und Parkettversiegelung streichen, also Alkydharz-basiert.
    Die Trittstufen sollen geölt oder gewachst werden, wobei wir keine starke Anfeuerung möchten. Hatte dafür bei dir den Hinweis auf das Natural Öl gefunden und würde mich nach Querlesen auf der Herstellerseite nun für das Parkettöl mit Pigmentierung entscheiden, oder hast du einen besseren Vorschlag?
    Die Frage wäre noch, ob bei Verwendung dieses Öls wie in deinem Video beschrieben anschließend noch ein Extragang mit Hartwachsöl erforderlich ist?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Martin,

      was den Lack angeht, da habe ich zu wenig Erfahrung um dir einen kompetenten Rat zu geben. Da solltest du dich im Fachhandel beraten lassen. Die Treppenstufen würde ich nicht mit einem pigmentierten Öl behandeln, da sich mit der Zeit der Bereich der am stärksten genutzt wird deutlich hervorheben wird. Auf jeden Fall sollte ein Parkettöl genommen werden. Ob da nunn noch ein weiteres Öl drüber muss, ist Herstellerabhängig. Wie so oft, gilt daher: Beachte die Angeben des Herstellers!

      Gruß

      Heiko

      • Martin Schulze sagt:

        Vielen Dank. Wollte nur kurz meine Erfahrung zurück melden: Hab das Holz vor dem Ölen noch mit pigmentierter Holzlauge aufgehellt, dann entgegen deiner Empfehlung doch das pigmentierte Natural Parkettöl verwendet, einen Tag später poliert und mit Finishöl die Oberfläche versiegelt. Ich hoffe, dass sich bei entsprechender Pflege so die Pigmentierung nicht abnutzt.

        Durch das Ölen ist das Holz recht stark gedunkelt, was ich nicht so schön finde. Wenn ich das nochmal machen sollte, würde ich wohl eher Wachsen statt Ölen, oder nach dem Laugen sofort das Finishöl aufbringen.

  7. Thomas Krämer sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe einen Wohnzimmerschrank aus Eichenleimholz gebaut.
    Jetzt geht es ans ölen und da wir uns bei dem Farbton noch nicht
    sicher sind, würde ich den Schrank erstmal mit farblosem Öl behandeln,
    um dann vielleicht später (Wochen) ihn noch mit dunklerem Öl zu bearbeiten.
    Ein erstes Probestück mit farblosem und nach 2 Tagen dunklerem Akazienöl
    brachte kein besonders schönes Ergebnis.
    Kann man nicht mit dunkleren Ölen nacharbeiten oder muss ich da anders vorgehen?
    Welche Öle verwendest / empfiehlst Du?

    Viele Grüße, Thomas

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Thomas,

      wenn Holz einmal geölt wurde, die Holzfaser also gesättigt ist, kann kein weiteres Öl mehr eindringen. Dann kann nur noch eine Schicht aufgetragen werden. Wenn Farbe ins Spiel kommen soll, wird es schwierig. Du kannst einen Versuch mit Dekorwachs von Osmo machen. Erst transparent, dann den gewünschten Farbton darüber. Das ist dann aber schon ein wenig experimentell. Deine Anforderung entspricht nun auch nicht der üblichen Vorgehensweise und ich glaube kaum, dass es Hersteller gibt, die Ihre Produkte explizit für deine Anwendung anbieten. Es bleibt dir also nur das Ausprobieren. Mach Musterbrettchen mit unterschiedlichen Produkten. Oder lass das schöne Eichenholz wirken, ohne es farblich zu verändern. Das ist meiner Meinung nach die beste Lösung.

      Gruß

      Heiko

      • Thomas Krämer sagt:

        Hallo Heiko,

        vielen Dank für die Infos.

        Kennst Du einen Lieferant für ein dunkles Öl, mit dem man Eiche ungefähr in den im Foto gezeigten Farbton bekommt? Meine Internetrecherche war diesbezüglich bisher nicht sehr erfolgreich.

        Viele Grüße, Thomas

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Thomas,

          eine solche Oberfläche würde ich mittels Beize machen und dann einen schichtbildenden Oberflächenschutz wie Lack oder ein Hartwachsöl darüber machen. Beizen von Clou funktionieren zum Beispiel recht gut mit deren Wasserlack oder mit dem Hartwachsöl von Osmo. Bei Eiche kann man aber auch mit sogenannten Reaktionsbeizen arbeiten, die mit der Gerbsäure reagieren.

          Oder versuch mal das hier:

          https://www.youtube.com/watch?v=6O1TRfoTbmc

          Gruß

          Heiko

          • Thomas Krämer sagt:

            Hallo Heiko,

            vielen Dank für die Infos. Vor allem, dass man nach dem Beizen die Oberfläche auch mit einem Hartwachsöl behandeln kann und nicht nur mit Lack, war mir nicht bekannt.

            Viele Grüße, Thomas

  8. Christian Wolff sagt:

    Hinweis zu Buchenplatten: Ich hatte vor 30 Jahren mal einen Tresen einer Arztpraxis mit Tausenden Leuten an „Durchsatz“ geölt: Leinöl , trocknen lassen, leicht anschleifen, dann erneut Leinöl mit weicher Bürste einarbeiten. Kein hochglanz, der war auch nicht erwünscht. Das Ergebnis war hervorragend, auch nach 20 Jahren sah der Tresen noch wie neu aus, trotz Schweißhänden etc.

  9. Tommy sagt:

    Hallo Heiko,

    als Erstes möchte ich mich bei Dir für das gut gemachte Video „Holzoberfläche mit Öl behandeln – ganz einfach“ bedanken, welches mir als Anfänger verständlich und einfach zeigt, worauf ich bei der Oberflächenbehandlung von Holz zu achten habe.

    Ich habe mir die Kommentare zu Deinen Videos, wie auch in Deinem Blog zur Oberflächenbehandlung durchgelesen, dennoch sind mir ein paar Fragen für meine Aufgabe offengeblieben, über deren Beantwortung ich mich von Dir sehr freuen würde.

    Von Ikea habe ich mir die „GERTON“-Tischplatte (massive Buche, Maße: 155×75 cm, stabverleimt, vorgeölt) gekauft, von der es in der Pflegeanleitung heißt: „Einen dünnen Film BEHANDLA Holzöl auftragen. Das Öl etwa 2 Stunden einziehen lassen. Danach überschüssiges Öl mit einem Lappen oder Küchentüchern abwischen. Während der ersten Woche sollte der Tisch jeden zweiten Tag mit Öl behandelt werden. Ab der zweiten Woche dann jeden dritten Tag Öl auftragen, bis die Oberfläche gesättigt ist (was ungefähr nach zwei Monaten der Fall ist). Danach Oberfläche wie empfohlen pflegen.“

    Das Öl, von dessen Benutzung hier in dieser Beschreibung ausgegangen wird und das ich mir gekauft habe, ist, das „BEHANDLA Holzöl (Innengebrauch), Inhalt: Wasser, Leinöl, chin. Holznussöl, bleifreie Trockenmittel, Emulgator auf pflanzlicher Basis.“ Wiederum in dieser Beschreibung heißt es: „Holzoberfläche mit feinem Sandpapier oder Scotchbrite® Schwamm abschleifen, dann den Schleifstaub abwischen. BEHANDLA gleichmäßig mit Pinsel oder Lappen als dünnen Film auftragen. Das Mittel ca. 15 Minuten einziehen lassen. Danach überschüssiges Öl mit einem weichen Tuch abwischen. Die Oberfläche trocknen lassen und den Vorgang 1-3-mal wiederholen – je nachdem, wie gut das Öl aufgenommen wird.“ Der Auszug von der Beschreibung über die Trocknungszeit lautet: „Trockenzeit: Kann nach 2-4 Stunden erneut gestrichen werden. Die Oberfläche trocknet in 12-24 Stunden bei einer Temperatur von 20 °C ±5° und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 45-70 %.“

    Das sind für mich zwei verschiedene Vorgehensweisen in der Zeitabstimmung für das Einziehen und Trocknen von Öl sowie für das Wiederholen des Ölens und ich weiß nicht, welche ich befolgen soll. Mir ist bekannt, dass Öl, wenn es nicht (recht)-zeitig abgenommen wird, zu kleben anfängt. Aufgrund dieser Tatsache kommt doch die erste Pflegeanleitung nicht infrage oder irre ich mich da? Was ist Deine Meinung zu diesen beiden Vorgehensweisen? Welche Methode würdest Du wählen? Oder gehst Du etwas anders vor, mit vorherigem Abschliff, wie in Deinem Video gezeigt? In der Anleitung für das Öl steht auch geschrieben: „Kratzer oder kleinere Beschädigungen lassen sich mit Schleifpapier der Stärke K180 und einem Schleifblock entfernen.“ Aufgrund dieser Information hege ich die Annahme, dass die Platte bis K180 komplett einmal abgeschliffen und danach geölt wurde. Beim Fühlungstest d. h. mit dem Entlangfahren der Hand auf der Oberfläche fühlt sie sich einigermaßen glatt an. Deshalb möchte ich die von Dir in Deinem Video „Holzoberfläche mit Öl behandeln – ganz einfach“ gezeigten beiden letzten Stufen des Abschleifens, also 220/240 und 320 ausführen und danach mit der Ölbehandlung so vorgehen, wie von Dir gezeigt. Was hältst Du von meiner Idee?

    Apropos Schleifmittel: Ich besitze bis dato, weder Erfahrungen in der Holzbearbeitung und -behandlung und verfüge auch noch nicht über irgendwelche Werkzeuge und Schleifmittel derer. Ich habe bis jetzt viele Empfehlungen gesehen und gehört und will mich nicht recht entscheiden. Welches der unten aufgeführten Handschleifwerkzeuge hältst Du aus Deiner Sicht für das passende als Anfänger für mich und warum?

    # einfacher Schleifkork mit Schleifmittel in den entsprechenden Körnungen.
    # MIRKA 8390330111 Handblock für Grip, 150 mm mit ABRANET KLETT
    Schutzauflage 150 mm + wahlweise MIRKA Schleifpapier Q.Silver ACE oder
    MIRKA ABRANET Schleifgitter in den entsprechenden Körnungen.
    # FESTOOL 496962 Schleifklotz HSK-A 80×130, Festool 495967 Schleifklotz
    HSK 80×133 H oder Festool 495966 Schleifklotz HSK-D 150 H mit FESTOOL
    Schleifstreifen STF 80×133 Pxxx RU2/50 in den entsprechenden Körnungen.

    Und kannst Du mir bitte ein Öl nennen, was der Tischplatte den Anforderungen der Benutzung als Arbeits-, Schreib-, und Computertisch Schutz bietet? Es sollte nicht zu stark anfeuern, für Buche geeignet sein und der Tischplatte keinen zu gelben oder roten Stich geben.

    Beste Grüße

    Tommy

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Tommy,

      das Öl von Ikea heb ich bisher nicht verarbeitet. Ich hbae bisher aber auch noch wenig positives darüber gelesen. Ich möchte auch keine Öle auf Wasserbasis verwenden, da sie die Vorteile eines Öles zum Teil wieder ad absurdum führen. Das Wasser führt zu sich aufstellenden Fasern, das erfordert einen Zwischenschliff. Die Empfehlung des immer wieder Ölens erscheint mir erst einmal nur dazu zu dienen möglichst viel Öl zu verkaufen. Einen anderen Sinn kann ich darin erst einmal nicht erkennen. Ich würde dieses Mittel nicht verwenden.

      FÜr stark beanspruchte Flächen nehme ich entweder Natural Parekttöl in Kombination mit Finishöl, oder Hartwachsöl von Osmo. Wenn es wenig anfeuern soll, eher das Osmo Produkt. Das Natural Prkettöl wird wie im Video gezeigt aufgetragen, das Finishöl kommt einige Tage später in einer sehr dünnen Schicht darüber. Das Osmo Hartwachsöl wird wie ein Lack aufgetragen, also in mehreren Schichten mit Zwischenschliff.

      Was den Handschleifklotz angeht, so habe ich inzwischen ein paar günstige Schleifklötze die dem von Mirka ähneln, aber viel weniger kosten im Einsatz. Man findet sie z.B. bei Amazon. Darauf nutze ich Abranet, das ich ohnehin einsetze. Es hat keine Lochung und man bleibt nicht an Ecken und Kanten hängen. Die Schleifklötze für 150mm Scheiben finde ich wirklich genial. Eine Schutzauflage brauchst du dabei nicht.

      Gruß

      Heiko

  10. Matthias sagt:

    Hallo,
    kann man diesen Klettbelag auch auf Schleifern verwenden, die nur einen 125mm-Schleifteller haben? Also z.B. einfach abschneiden? Ich finde ihn nämlich nur in 150mm Größe.

  11. Georg sagt:

    Hallo Herr Rech,

    meine Eichen-Küchenarbeitsplatte habe ich mit Natural-Parkettöl geölt und das Ergebnis ist ein haselnussschalenbrauner Farbton. Die geölten Eichenplatten beim behannten schwedischen Möbelhaus sehen alle viel heller und irgendwie ‚honigfarben‘ aus. Welches Öl hätte ich nehmen können/müssen, damit das Ergebnis damit vergleichbar wäre?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Georg,

      honigfarben hört sich nach viel Leinöl an. Am sichersten wärst du da mit dem Öl, das auch das schwedische Möbelhaus verwendet.

      Gruß

      Heiko

  12. Lisa sagt:

    Hallo Herr Rech,
    damit ich genug von diesen Polierpads zum Einarbeiten von Fußbodenöl bestelle: Wie viele Pads (15 cm Durchmesser) brauche ich wohl in etwa für je 10 qm? Und wie lange hält eine dieser Klettscheiben? Danke für Infos dazu.
    Lisa

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Lisa,

      die Klettscheiben halten eigentlich fast unbegrenzt. Man muss nur gelegentlich die Fussel entfernen. Man sollte die Vliesscheiben nicht unnötig lange auf der Klettscheibe lassen, da das Vlies sonst sehr stark darauf haftet und viele Rückstände auf der Klettscheibe zurückbleben, die dann mühsam entfernt werden müssen.

      Ein Poliervlies (weiß) hält nach meiner Erfahrung locker 10m² durch. Ebenso das Vlies für den Zwischenschliff. Es ist aber so, dass das Öl im Vlies hart wird. Liegt ein mit Öl benutztes Vlies über Nacht oder länger, wird es hart. Das Vlies kann übrigens beidseitig genutzt werden. Das ist ein großer Vorteil der separaten Klettscheibe.

      Gruß

      Heiko

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