Schärfen mit einer Zweibacken -Führung

Eclipse Führung - 2- Backen Führung

Zweibacken- Führung

In meinen Videos und Beschreibungen zum Thema Schärfen benutze ich eine Schleifführung von Veritas, Typ MK2. In Foren wird in regelmäßigen Abständen auch über solche Führungen diskutiert und als Alternative eine im Vergleich zur Veritas MK2 sehr preisgünstige Zweibacken- Führung vorgeschlagen. Da ich für meine Holzwerkerkurse ebenfalls auf der Suche, nach einem möglichst preiswerten, aber effektiven Schärfsystem war, habe ich eine solche Führung bestellt und ausprobiert. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und würde die Führung sowohl als Ergänzung zum Veritas System ansehen, als auch als preisgünstige Möglichkeit für Einsteiger.

Wichtig für schnelles und effektives Schärfen von Stemm- und Hobeleisen ist eine gewisse Wiederholgenauigkeit. Vor alle dann, wenn man beim Schärfen auf eine sogenannte Microfase setzt. Hierbei ist es weniger relevant einen bestimmten Winkel gradgenau zu treffen. Wichtiger ist es, immer den gleichen Winkel zu haben. Dazu wird bei der Veritas MK2 eine Schablone mit Anschlag aufgesteckt.

Eclipse Führung - Maßangaben

Maßangaben auf der Führung

Bei der preisgünstigen Zweibacken- Führung muss man sich selbst eine Schablone anfertigen. Die dazu benötigten Maße stehen direkt auf der Führung drauf. Es gibt Maße für die beiden Standardwinkel von 25° und 30°. Diese Maße gibt es zweimal, einmal für Hobeleisen und einmal für Stemmeisen. Das hat den Grund, dass es bei diesen Führungen zwei Einspannpositionen gibt, die jeweils einen anderen Abstand zur Rolle, also zum Stein haben. Daraus ergeben sich diese Unterschiede. Auf dem nebenstehenden Bild ist auch die Rändelschraube zu sehen, mit der man das eingespannte Eisen fixiert. Beim Fixieren schließen sich die beiden Backen gleichmäßig. Damit das eingespannte Eisen wirklich fest sitzt, sollte man mit einem Schraubendreher nachziehen und nicht nur von Hand an der Rändelschraube drehen. So sitzen die Werkzeuge dann auch wirklich bombenfest in der Führung.

Eclipse Führung - Schablone und Führung

Zur Benutzung ist eine Schablone notwendig

Die Schablone, die man sich anhand der angegebenen Maße fertigt, ist üblicherweise sehr einfach aufgebaut. Sie besteht aus einem Grundbrett, auf das zumindest vier Holzklötzchen mit den angegebenen Abständen zur Kante aufgeschraubt werden. Weitere Winkel kann man sich zeichnerisch oder rechnerisch ermitteln und somit weitere Klötzchen montieren. Jedoch kommt man mit diesen beiden Winkeln schon sehr weit. Zusätzlich benötigt man noch einen Abstandhalter von 1-2mm Stärke um zwischen Hauptfase und Microfase zu wechseln. Dazu aber später mehr. Eine Beschriftung der einzelnen Klötzchen mit den entsprechenden Winkeln erleichtert das Arbeiten mit der Schablone.

Eclipse Führung - An Schablone anlegen

An der Schablone anlegen

Das Einsetzen eines Werkzeuges in die Schablone erfordert ein wenig Übung, nach einigen Versuchen hat man den Dreh jedoch raus und die für sich besten Handhaltung gefunden. Man kann sich die Arbeit noch zusätzlich erleichtern, indem man die Schablone auf der Werkbank fixiert.  Wichtig ist, dass das Werkzeug sauber in der Führung liegt. Damit die eingespannten Werkzeuge immer genau und rechtwinklig in der Führung sitzen, ist eine Backe nach innen verrundet, so dass der Druck dieser Backe nur Punktuell auf die gegenüberliegende Backe gebracht wird, welche die Referenz bildet.  So kann nichts verkanten. Eine ordentliche Fertigungsqualität der Führung vorausgesetzt, sind rechtwinklige Schneiden garantiert.

Eclipse Führung - Schleifen auf dem Wasserstein

Schleifen auf dem Stein

Das Schleifen auf den Wassersteinen selbst geschieht ebenso, wie bei der Veritas Führung. Die Rolle läuft auf dem Stein und der Druck erfolgt auf den vorderen Teil der Führung. Im dritten Teil der Videoreihe zum Schärfen beschreibe ich das sehr genau.  Ein Vorteil der schmalen Rolle dieser Führung ist der, dass sich verrundete Eisen, z.B. von Putzhobeln sehr einfach schleifen lassen. Subjektiv würde ich behaupten, dass man ein wenig mehr Druck auf das Eisen bringen kann, als mit der Veritas MK2. Ein Vorteil ist auch die sehr kurze Bauweise der Zweibacken- Führung, die es erlaubt mehr vom Stein für den eigentlichen Schleifvorgang zu nutzen.

Eclipse Führung - Mit Simshobeleisen

Simshobeleisen

Ein weiterer Vorteil dieser Führung gegenüber dem Veritas System ist auch der, dass schmale Eisen sehr gut gespannt werden. Sogar Stemmeisen mit nur 6mm Breite halten in der Führung sehr gut.  Schmale Hobeleisen, wie das Eisen eines Simshobels können auch gut gespannt werden.  Was allerdings mit dieser Führung nicht funktioniert ist das Einspannen von schrägen Stemm- oder Hobeleisen. Allerdings habe ich selbst die hierzu notwendige Schablone für das Veritas System auch nicht, sondern schleife schräge Eisen ohne Führung, freihand.

Wenn man mit einer Microfase arbeitet, bietet das Veritas Schärfsystem durch eine exzentrisch gelagerte Rolle, die umgestellt werden kann eine sehr komfortable Lösung, ohne Umspannen des Werkzeuges zwischen Haupt- und Microfase zu wechseln.

Eclipse Führung - Anlegen zur Microfase

Anlegen zur Microfase

Bei der Zweibacken-  Führung ist das nicht so komfortabel. Hier muss man mit einem Plättchen Arbeiten, das man beim Anlegen des Eisens an die Schablone zwischenlegt. Natürlich könnte man sich hier auch mit eigenen Anschlägen für Microfasen die Arbeit etwas erleichtern. Aber auch hier gilt: Wenn man es einige Male gemacht hat, geht auch dieser Arbeitsgang leicht von der Hand.  Durch die Stärke des benutzten Plättchens beeinflusst man den Winkel der Microfase. Ich habe nicht genau gemessen, aber mit einem 1mm starken Plättchen konnte ich eine Microfase erreichen, die optisch der 2° Verstellung der Veritas MK2 entspricht.

Fazit:

Eclipse Führung - Scharfes Eisen

Ein gut geschärftes Eisen

Auch mit dieser preiswerten Führung lassen sich Hobel- und Stemmeisen sehr effektiv schärfen. Das Veritas System ist ein wenig bequemer und man hat durch die mitgelieferte Schablone alle erdenklichen Winkel schnell eingestellt. Vorteile hat die Zweibacken- Führung eindeutig bei sehr schmalen Eisen. Die Zweibackenführung ist auch für Einsteiger gut geeignet, da die Fehlerquote sehr gering und die Wiederholgenauigkeit hoch ist. Dazu kommt noch ein günstiger Preis. Aber auch wenn man bereits eine Veritas MK2 hat, ist diese Führung (Wird auch als Eclipse Nachbau bezeichnet) eine gute Ergänzung.

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Links:

Video zum Verbessern einer günstigen Zweibacken- Führung (englisch)

 

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16 Kommentare zu Schärfen mit einer Zweibacken -Führung

  1. Maik sagt:

    Hallo Heiko,

    Ich habe mir heute auch die Zweibackenführung kommen lassen (ebenfalls Dictum). Leider ist der Schlitz für die Stemmeisen dermaßend krumm ausgefräst/im Guss, dass sich die Eisen immer schräg drehen wollen. Mache ich etwas falsch oder habe ich nur ein Montagsmodell erwischt? Ist das bei dir auch so?

    Danke, du hilfst mir mit deiner Seite öfters weiter 🙂

    Grüsse
    Maik

  2. Bernd sagt:

    Hallo Heiko,

    ich bin auch auf der Suche nach einer Schleifführung und schwanke zwischen der teureren Veritas MK2 Referenz und der hier beschriebenen Zweibackenführung.
    Das mit den selbst zu bauenden Schablonen finde ich nicht weiter tragisch, aber ich habe ein bisschen Bedenken wegen der relativ schmalen Rolle. Ist die Führung beim Schleifen von (schmaleren) Stemmeisen nicht zu kippelig? Wie ist deine Erfahrung?
    Gruß
    Bernd

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      beide Führungen haben Vor- und Nachteile. Schmale Eisen gehen sehr gut mit der Zweibacken. Führung. Allerdings funktionieren schmale und kurze Eisen nicht damit (z.B. ein 6mm Eisen von MHG in kurzer Variante) Die schmale Rolle erleichtert das Schleifen verrundeter Eisen, hat aber keine negativen Auswirkungen. Die Veritas Führung hat eine sehr bequeme Einstellung für Microfasen, die ich nicht missen möchte. Ich schärfe 95% mit der Veritas und nur 5% mit der einfachen Führung. Auch wenn sie teurer ist, würde ich dir dennoch zur MK2 raten.

      Gruß

      Heiko

      • Felix sagt:

        Hallo Heiko,

        benötige ich für die kurzen MHG Eisen generell die Veritas Führung? Finde die Eisen wirklich gut und im Preis auch sehr fair und will mir mit der Zeit mehr davon zulegen. Da ich ja bei den Eisen günstiger wegkomme, könnte man das gesparte Geld auch in die bessere Schleifführung investieren ;-).

        Grüße
        Felix

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Felix,

          die alte Version passte in die MK2 hinein. Bei der neuen weiß ich es nicht. Sie passen aber in die gezeigte Führung. Wenn du eine wirklich erstklassige Führung willst, schau dir mal die von Lie-Nielsen an. Die ist teuer aber genial!

          Gruß

          Heiko

          • Felix sagt:

            Hallo Heiko,

            was genau meinst du mit alter Version der Eisen? Mit der MK 2 müsste ich dich auf der sicheren Seite sein.

            Gruß
            Felix

            • Heiko Rech sagt:

              Hallo,

              MHG hat eine Variante mit weit heruntergezogenen Fasen und eine mit weniger weit heruntergezogenen Fasen:
              https://holzwerkerblog.de/2016/08/03/neue-stemmeisen-von-mhg/

              Als ich die neuen bekommen habe, hatte ich schon keine Veritas Führung mehr. Daher kann ich da keine definitive Aussage machen.

              Mit der Veritas Führung macht man nichts falsch, sie hat ihre Eigenheiten und man muss sich einarbeiten. Ich benutze seit einigen Monaten die Führung von Lie-Nielsen und bin von ihr wirklich begeistert. Allerdings ist sie mit 125 Euro ohne Zubehör auch recht teuer:
              https://www.youtube.com/watch?v=TqQKpUcZ0F4

              Gruß

              Heiko

              • Felix sagt:

                Hallo Heiko,
                jetzt ist mir klar wäscht meinst. Ich habe die Eisen mit der weit heruntergezogenen Fase.

                Die Lie-Nielsen ist mir tatsächlich etwas zu teuer. Werde mir die von Veritas bestellen und schauen, ob sie passt.
                Danach schreibe ich hier nochmal, wie es mit der Kompatibilität aussieht.

                Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
                Felix

                • Klaus sagt:

                  Hallo Felix,

                  hab grad die MHG Eisen mit der Veritas MK II geschliffen, geht einwandfrei. Nur mit dem Winkel war ich nicht wirklich sicher, ob die MHG 25 oder 30 Grad Schneidenwinkel haben oder ob ich da irgendeinen Fehler mach, bin nicht so der Vielschleifer.

                  Gruss, Klaus

  3. Hi Heiko,
    ich habe mir auch die genannte Zweibacken-Schleifführung zugelegt und zum Schleifen von Eisen mit konstanter Dicke und parallelen Kanten funktioniert sie gut. Problematisch finde ich, dass die einseitige Rundung einer Backe bei Stemmeisen, die sich zur Fase hin in der Dicke verjüngen (und das tun viele), zu einem schiefen Einspannen führen kann. Ich kann dann keine rechtwinklige Schneide mehr erzeugen.

    Kannst Du das bestätigen?

    Besten Gruß Mark

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Marc,

      ich habe das an meiner Führung und mit verschiedenen Eisen nochmal probiert, kann aber dein Problem nicht nachvollziehen. Man muss in der Tat ein wenig Aufpassen, dass man die Stemmeisen richtig einspannt, aber es funktioniert. Vielleicht liegt es an Ungenauigkeiten bei deiner Führung. Hast du dir das verlinkte Video angesehen?

      http://www.youtube.com/watch?v=ojzzCXq5ook

      Vielleicht helfen ein paar Feilenstriche an der richtigen Stelle.

      Gruß

      Heiko

      • Hi Heiko,

        ja, das Video kannte ich. Ich habe mittlerweile die linke untere Führung ganz flach geschliffen. Dadurch muss man zwar aufpassen, dass das Eisen oben die Führung ganz berührt, aber verjüngende Eisen können gerade eingespannt werden.

        Ich versuche das Problem nochmal zu erklären: Das Eisen liegt mit der Spiegelfläche oben plan an beiden Führungen an. Die gegenüberliegende Seite wird rechts durch die Wölbung der Backe nur an einem Punkt berührt und auf der anderen Seite flächig angedrückt. Wenn jetzt das Eisen zum Stiel hin dicker wird, so kann die entsprechende Kante zwangsläufig nicht über der vollen Länge die linke Backe berühren, da die Backe ja extra schräg angeschliffen ist. Das Resultat ist ein schief eingespanntes Eisen.

        Habe ich mich verständlich ausgedrückt? Vielleicht muss ich auch mal ein Foto machen.

        Besten Gruß Mark

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Mark,

          jetzt habe ich verstanden, was du meinst. Es ist mir nur so nicht aufgefallen, da ich fast nur noch Stemeisen benutze, die eine stark auslaufende Seitenfase haben (Narex, DICK und Veritas). Diese werden wesentlich besser gespannt und auch gerade.

          Jetzt habe ich mal ein Eisen von MHG eingespannt und da konnte ich das von dir beschriebene Verhalten auch sehen. Da hilft wohl nur nachfeilen.

          Gruß

          Heiko

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