Leserbeitrag: Erstausrüstung Holzwerkzeuge

Nach einigen Kommentaren zum Artikel „Evolution“  bezüglich einer sinnvollen Erstausrüstung für die Holzbearbeitung, erhielt ich von einem Leser (Dirk W.) einen Text, der für einen Kommentar zu lang ist. Ich habe diesen Text also als Gastbeitrag aufgenommen. Hier nun der Text zum Thema Erstausrüstung von Dirk W:

Erstausrüstung Holzwerkzeuge

Da ich selbst erst Anfänger im Bereich der Holzbearbeitung bin und anhand der Fragestellungen anderer immer wieder sehe, dass es nicht nur für mich eine Herausforderung war eine Erstausrüstung zusammen zu stellen, will ich meine ganz persönlichen Erfahrungen, Erkenntnisse und Entscheidungen hier mal mitteilen um es anderen vielleicht künftig leichter zu machen und nicht tradierten Meinungen zu erliegen.

An erster Stelle aller Überlegungen steht aus meiner Sicht nicht die Frage nach der Ausrüstung, sondern die Frage was tatsächlich gebaut werden soll und welche Rahmenbedingungen gegeben sind.

In meinem Fokus standen im ersten Jahr ausschließlich „Plattenbau“projekte. Das heißt ich habe aus Birke-Multiplex-Platten Möbelstücke gefertigt (z.B. einen Kindertisch, -stuhl, -sitzbank, -buchregal, ein Couchboard, einen Laptopsekretär u.v.a.). Für mich war es dabei völlig in Ordnung diese Platten von außen sichtbar zu verschrauben.

Mein Werkraum war ein normaler Kellerraum ohne spezifische Vorausstattung. Und da in absehbarer Zeit ein Umzug geplant ist, werde ich mir auch bis dahin keine „Ungetüme“ in den Keller stellen. Schon eine Hobelbank wäre in diesem Zusammenhang ein Ungetüm da sehr schwer. Und nicht nur allein da ich vorerst also auf eine Hobelbank (respektive adäquate Werkbank) verzichte, erklärt sich meine elektrolastige Werkzeug-Erstausstattung. Dennoch hatte ich mir zu allererst natürlich einen Werktisch gebaut (zwei selbst gebaute Arbeitsböcke (90 cm) und darüber 2 Schalungstafeln (je 2 m x 0,5 m)).

Das erforderliche Ausrüstungsspektrum teilt sich aus meiner Sicht wie folgt (im Weiteren konzentriere ich mich auf das, was ich im Laufe meiner Arbeit auch tatsächlich genutzt habe bzw. sich bewährt hat und zähle, bis auf mir wichtig erscheinende Ausnahmen, nicht alles auf was ich gekauft habe):

  • Elektrowerkzeuge
  • Handwerkzeuge
  • Mess-/ Prüf-/ Anreißzeuge
  • Zubehöre

Allgemeines Werkzeug wie Schraubendreher oder Gliedermaßstab werde ich mir ersparen.

Elektrowerkzeuge

Zunächst mal möchte ich jeden warnen sich Sprüche wie „ich bin zu arm um zweimal zu kaufen“, „gutes Werkzeug muss teuer sein“ oder sonst welche unqualifizierten Meinungen zu eigen zu machen. Es ist eine Illusion, das Profi-Werkzeug heute 20 oder 40 Jahre hält oder zu 100% aus Deutschland kommt. Und selbst wenn dem schließlich so ist, hat man doch innerhalb von 20 Jahren i.d.R. neue Werkzeuge angeschafft und die ach so standfesten Maschinen sind zu Schätzen im Regal mutiert. Das muss man mal akzeptieren und sich von dieser Fragestellung vollkommen lösen.

  • Die sehr viel entscheidenderen Fragen sind aus meiner Sicht:
  • welche Art von Holzbauprojekten will ich durchführen
  • welche Anforderungen stelle ich an das Werkzeug
  • wie oft werde ich es voraussichtlich gebrauchen oder auf den Punkt gebracht:
  • was brauche ich auf absehbare Zeit wirklich?

Ich selbst habe dieses Thema an anderer Stelle schon einmal durch. Ich habe mir mit Geburt unseres Kindes in kurzer Zeit eine fotografische Vollausstattung zugelegt. Von meinen 9 Objektiven nutze ich i.d.R. nur 3 und die 2 Bodies habe ich binnen 2 Jahren beide schon einmal ausgetauscht. Meine komplette Blitzausrüstung kommt aus einem sehr einfachen Grund nur sehr selten zum Einsatz: Bis ich sie an erforderlichem Standort aufgebaut und eingerichtet habe hat unser Kind längst jede Geduld verloren 😉

Und noch mal und eindringlich, weil´s gerade so schön ist: Wenn Ihr Euer Kind zum Reiten heran führt, ist anfangs folgende Frage völlig unangebracht: „was kann denn das Pferd?“ Vielmehr solltet Ihr Euch Fragen: „was kann, traut sich und will denn Euer Kind?“ 😉

Also, auf Basis dieser Konvention fielen bei mir, trotz allem, 3 Anbieter in der engere Wahl: Mafell, Festool und Bosch (blau). Ich habe mich schließlich wegen des ausgezeichneten Marktpreis-/Leistungsverhältnisses durchgängig für Bosch entschieden.

Über Bosch wird in Bezug auf die Holzbearbeitungswerkzeuge wenig und wenn dann häufig wenig gutes geschrieben. Das ist aus meiner Sicht aber eben nur auf oben schon bemühte, tradierte Meinungen zurück zu führen. Bosch hat in jüngster Zeit sehr gute Holzbearbeitungswerkzeuge aufgelegt. In Bezug auf die Verfügbarkeit von Zubehörmaterialien und die Durchdachtheit des Systainerkonzepts haben sie sicher noch Potenzial. Die Maschinen selbst aber sind ausgezeichnet.

Ein weiterer Aspekt ist in diesem Zusammenhang die Durchgängigkeit und Vollständigkeit des Systems. Hier bietet Festool ganz offensichtlich am meisten, aber wenn man sich das mit der „was brauche ich auf absehbare Zeit wirklich?“-Brille eines Hobbyholzhandwerkers mal genauer ansieht, dann ist das Zubehörprogramm von Bosch völlig ausreichend. Ganz nebenbei ist auch das Zubehör von Bosch von ausgezeichneter Qualität, hat ebenfalls ein deutlich besseres Preis-/Leistungsverhältnis und ist universell.

Gut, was davon brauchte ich nun anfangs konkret:

  • 2 Akku Bohrschrauber 18V (aus der dynamic series)
  • Exzenterschleifer (GEX 125-150 AVE)
  • Kantenfräse (GKF 600)
  • Stichsäge (GST 140 CE)
  • Werkstattsauger

Zur Erklärung:

Ich habe mir 2 Akkuschrauber gegönnt, weil ich es für mich als bequemste Arten zwischen Bohrer und Schrauber zu wechseln empfand und die 18V-Varianten, da ich sie universell einsetzen wollte (auch bei Gartenarbeiten). Bequem auch, weil ich die Varianten mit Compact-Akku wählte (das

Gewicht finde ich sehr angenehm zum allg. Arbeiten) und so nicht häufig wechseln musste (Akkulaufzeit zweier Maschinen im Einsatz).

Der Exzenterschleifer ist zur Oberflächenbehandlung unerlässlich, doch ich brauchte bislang keinen Grobschliff, also auch keinen Turbo-Exz. oder ROTEX. Da Kindermöbel gut abgerundet sein sollten empfahl sich die handliche Kantenfräse und für Ausschnitte braucht man einfach eine Stichsäge. Und mit einer praktikablen Führung kann man zur Not auch ohne (Tauch)Kreissäge auskommen.

Warum taucht auf der dieser Liste keine Tauchkreissäge und/oder Oberfräse auf?

Weil ich sie eben anfangs schlicht nicht brauchte. Statt einer Tauchkreissäge hatte ich mir die Platten vom Holzhändler zuschneiden lassen (das passte immer) und Falze und Nuten etc. machte ich auch noch keine.

Erst als ich anfing individuellere Zuschnitte (schräge Schnitte, größere Ausschnitte) und fortgeschrittenere Verbindungen zu machen, kaufte ich:

  • Tauchkreissäge (GKT 55 GCE)
  • das beiliegende 48 WZ-Blatt ist hervorragend!
  • kaufen Sie keine zu kurze Führungsschiene, die Säge liegt vor und nach dem Werkstück auf
  • Oberfräse (GOF 1600 CE)

Handwerkzeuge

Dieses Kapitel ist aufgrund der eingangs erwähnten Prämissen sehr kurz. Das kann bei Ihnen selbstverständlich ganz anders gelagert sein.

  • Ryoba-Säge – u.a. zum ggf. finalen Schnitt in den Ecken von Ausschnitten, Ausklinkungen

Die Themen Ausschnitte, Einlassungen etc. werden aber bald dazu führen, dass ich mir auch folgendes anschaffen werde:

  • Stemmeisen
  • Klüpfel

Mess-/ Prüf-/ Anreißzeuge

  • Kurzer Präzisionswinkel (150 mm)
  • Langer Präzisionswinkel (350 mm) – im Nachhinein dürfte es auch ein 600 mm sein
  • Schmiege
  • Streichmaß mit Nadeln – zur Erinnerung: ich verschraubte bislang meine Möbel
  • Lineal (1 m) – mit Schneidkante
  • Stahlmaßstab (300 mm) mit Anschlag
  • Winkelmessung / -einstellung für Schmiege – in meinem Fall ein Veritas Bevel Setter
  • Anreiß-Gradmesser (Incra)
  • Feinminenbleistift – mein feines japanisches Anreißmesser kam ebenfalls noch nie zum Einsatz
  • Vorstecher

Ein paar Worte zu meinen weiteren Mess-/ Prüf- und Anreißzeugen muss ich doch loswerden. Ich habe z.B. auch einen Kombinationswinkel aus Stahl von Starrett. Bislang habe ich diesen aber nie genutzt, weil mir der dicke, scharfkantige Stahl zu, sagen wir, gefährlich zur Nutzung am Holz erschien. Aber auch weil mir persönlich das Handling der Präzisionswinkel viel besser gefällt. Mal sehen wie sich das noch entwickelt. Den Kombiwinkel hatte ich mir recht früh zugelegt weil er auf nahezu allen Bildern oder Videos anderer Holzwerker zu sehen ist und ich somit dachte er wäre ein MUSS. Kann man mal sehen wie schnell eine Entscheidung durch bloße Ansicht beeinflusst wird 😉

Zubehöre

Hier wird es jetzt wieder länger und dieser Bereich der Ausstattung ist auch gar nicht genug zu würdigen. Wie unbefriedigend oder gar unmöglich wäre z.B. die Arbeit ohne anständige und ausreichende Zwingen.

  • 4 Korpuszwingen (2* 1,25 m, 2 * 80 cm, jeweils von Bessey)
  • Rahmenpressen-Set KP (Bessey)
  • 4 Eckspanner (Wolfcraft) – auch hier wieder: bitte prüfen Sie Ihre Meinung. Ich habe viele weitere Wolfcraft-Zwingen und sie haben alle bisher einen tadellosen Dienst verrichtet
  • 4 Einhandzwingen (30 cm, Bessey) – warum dann diese noch mal von Bessey? Weil ich da einen Tick habe: was für meine Werkstücke auf dem Werktisch liegt soll durchgängig sein 😉
  • 4 Schnellspannzwingen (30 cm, Bessey)
  • Spannelemente MFT-SP (Festool) – ich habe auch Bench Cookies oder eine Anti-Rutschmatte probiert, aber diese Spannelemente sind für mich die beste Wahl zum Schleifen
  • Schonhammer (Wiha)
  • 2 Schleifklötze japanischer Art(Platte mit Griff) – die Begründung für zwei ist ähnlich der für die Bohrschrauber: ich hab´s gerne bequem
  • Ausreiber
  • 20er und 68er Lochsägen – sonst bekommen sie die Spannelemente / Schnellspannzwingen nicht in/durch die Werktischplatte. Die 68er Lochsäge weil sie damit auch gleich Steckdosenlöcher aussägen können (in einem Möbel habe ich eine Steckdose verbaut)

Arbeitsschutz

  • Gehörschutz
  • Handschuhe
  • Schutzbrille
  • Atemschutz

Kommen dann die Stemmeisen brauche ich zudem

  • Wassersteine (1000 und 8000)
  • Schärfhilfe und Zubehöre (siehe Heiko)

Und wenn ich dann die Schärfmittel schon habe, dann auch gleich einen

  • Einhandhobel

In diesem Sinne: Prüfen Sie IHRE Vorhaben und kaufen Sie anwendungsbezogen!

Text: Dirk W.

 

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18 Kommentare zu Leserbeitrag: Erstausrüstung Holzwerkzeuge

  1. Felix sagt:

    Hallo Heiko,
    auch wenn der Beitrag schon recht alt ist, hätte ich eine Frage zu den von dir vorgestellten Eckspannern von Wolfcraft. Bist du mit denen immer noch zufrieden, oder gibt es inzwischen etwas deiner Meining nach besseres?
    Ich würde sie gerne nutzen um z.B. bei ganz einfachen Schubladen die Seiten rechtwinklig zu verschrauben, oder um fest montierte Böden in einem Korpus im 90 Grad Winkel zu befestigen.
    Danke und Grüße
    Felix

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Felix,

      ich benutze sie selten. aber wenn ich sie benutze funktionieren sie hervorragend. Ich wüsste im Moment auch keine echte Alternative.

      Gruß

      Heiko

  2. Bernd sagt:

    Hallo, kann man die Werkbank aus Heft 37/38 kaufen ?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      du meinst sicherlich die Werkbank, die Guido Henn in der Holzwerken vorgestellt hat. Ich glaube kaum, dass er die zum Verkauf anbietet.

      Gruß

      Heiko

  3. Holz Wurm sagt:

    Hallo,
    ein super Bericht. Danach werde ich mir wohl als erstes einen Exenterschleifer kaufen. Nun bleibt die Frage einen Festool Rotex150 oder den Bosch GEX 125-150 AVE. Wann sollte man zum Festool greifen und wann zum Bosch. Also welche Anwendungen rechtfertigen den Rotex150?
    Gruß
    Holz Wurm

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      der Rotex macht Sinn, wenn es um viel Abtrag oder um das Polieren geht.

      Gruß

      Heiko

      • Holz Wurm sagt:

        Hi Heiko,
        danke für Deine schnelle Antwort. Konkret möchte ich eine Holzsitzgruppe im Garten schleifen. Zudem sollen kleinere Holzteile von etwa 100mm x 300mm und auch Buchevollholzplatten von 2000mm x 800mm vom Rohschliff beim Fachmarkt mit bis zu ca. 320er Korn geschliffen werden. Weitere Arbeiten werden auch noch folgen.
        Was würdest Du denn dafür eher Anschaffen?

        Gruß
        der Holz Wurm

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo,

          wären die Gartenmöbel nicht, würde ich ja behaupten, dass der Rotex bei dir Sinn machen würde. Aber für Stühle ist er nicht optimal. Da wäre was kleines besser. Wenn viel geschliffen werden soll, machen oft auch zwei Maschinen Sinn. Eine gute Kombination ist der Rotex (oder ein vergleichbarer Schleifer) mit einem kleinen Schwingschleifer.

          Es gibt aber auch weitere Interessante Geräte, wie den Mirka CEROS/DEROS oder Exzenterschleifer mit zwei Schwingkreisen. Da fehlen mir allerdings die eigenen Erfahrungen. aber ich denke sowas ist schon das nähere Hinsehen wert.

          Fast genau so wichtig wie die Maschine ist das richtige Schleifpapier.

          Das alles kann man übrigens in meinem Oberflächenkurs selbst ausprobieren 🙂

          Gruß

          Heiko

          • Holz Wurm sagt:

            Naben Heiko,
            danke für diese detaillierte Antwort. Ein Bosch PMF 180 E Multifunktionswerkzeug hab ich , da ist ein kleiner Deltaschleifer mit dabei. Die Zweitmaschine hab ich quasi schon. Somit werde ich mir wohl die Rotex anschaffen (wenn meine Frau nicht schimpft 😉 ) In Deine Kurse würde ich gerne kommen! Leider liegen da etwa 350km dazwischen. Aber wer weiß was noch so kommt…
            der Holz Wurm

            P.S.: Das mit dem richtigen Schleifpapier kommt bestimmt beim Ausprobieren, oder?

            • Heiko Rech sagt:

              Hallo,

              das richtige Schleifpapier solltest du direkt kaufen. Mein Tipp: Festool Granat oder Mirka Abranet.

              Gruß

              Heiko

          • Holz Wurm sagt:

            Guten Morgen Heiko…
            Deinen Tipp mit Festool Granat oder Mirka Abranet werde ich mir merken. Danke
            Gruß der Holz Wurm

          • Holz Wurm sagt:

            Moin Heiko…
            nun hast Du mir soo geholfen und nun das…
            🙁 🙁 Heute morgen ist mein Auto kaputt gegangen!
            Nun ist das als Anschaffung erst mal vorrangig. Ich könnte schreien…
            Gruß der HolzWurm

  4. Hans Wolff sagt:

    Hi!

    Ich finde, dass ist ein sehr gelungener Artikel, und ein guter Ansatz und Startpunkt für alle, die auch an eine Erstausrüstung denken. Anwendungsbezogen kaufen ist schön und gut, aber sicher muss man da auch Einiges im Vorhinein planen können. Zu den Marken: Ich hab meist Festtool Werkzeug, aber eigentlich auch nur weil es praktisch war bei Felder alles auf einmal einzukaufen (also auch die größeren Maschinen u so). Hab das absolut nicht bereut, finde aber, dass Bosch auch gleich gut sein kann. Aber ich kann es ganz gut verstehen, dass sich einige an der Marke festhalten, mit der sie die besten Erfahrungen gemacht haben.

  5. H.-P. Wittmann sagt:

    Denke auch, daß viele völlig verbohrt an ihre „Marken“ glauben. Bin mit Bosch (manchmal sogar grün – iiigiiit 😉 ) und Metabo bisher gur klargekommen , muss mich aber vor den Festofreaks geradezu „rechtfertigen“. Scheint mir mamchmal wieder der heilige Krieg….

  6. George sagt:

    Interessanter Aufsatz mit wiedererkennungswert!

    Ich selber trenne mich inzwischen von div. E-Werkzeuge da diese mir zu Laut sind, da wäre der E-Hobel, kleine Kreissäge und der Flachdübelfräser. Behalten habe ich meine Tauchsäge, Stichsäge und Bohrmaschinen mit und ohne Akku. Ver
    Will und kann auch keine Möbel bauen und das Schreinern soll für mich ein erholsamer Ausgleich zum Alltag sein. Aber eins ist mir auch wichtig beim Werkzeugkauf – auf Qualität achten ansonsten macht das Werkeln keinen Spass.

    Gruß
    George

  7. Peter Schütte sagt:

    Hallo,

    dem oben gesagten kann ich nur zustimmen: Anwendungsbezogen kaufen!

    Ergänzen möchte ich noch, das man sich vorher klarmachen sollten wie man arbeitet bzw. wie man arbeiten möchte. Bin selber eher mit (nicht elektrischen) Handwerkzeugen unterwegs. Beim Sägen von Hand ist ein Anreißmesser durchaus von Vorteil, da die kleine Kerbe der Säge oder dem Beitel einen Ansatzpunkt und Führung bietet, bei einer Stich- oder Kreissäge sehe ich diesen Vorteil nicht.
    Habe mir einen japanischen Anreißwinkel gekauft, feines Teil, das ich gerne benutze. Da es aus Alu ist muß man mit dem Anreißmesser aus Stahl aber etwas vorsichtig sein. Diese beiden Dinge harmonieren nicht 100%ig zusammen. Den kleinen Kombinationswinkel benutze ich ebenfalls sehr oft, da er sehr vielseitig zu verwenden ist, ebenso wie das Streichmaß mit Messer. Mit Nadel habe ich auch eines, das benutze ich aber eigentlich nie, da es quer zur Faser häßlich Markierungen/Ausrisse hinterläßt.

    Da das Sägen mit der Hand – bei mir – nie so genau wird, habe ich einen Schlicht-/Putzhobel, hier gefällt mir die ziehende Art der japanischen Hobel sehr gut. Für die feineren, kleiner Sachen einen eisernen 60 1/2 Einhandhobel.
    Ein Bekannter hat letztens ewig rumgemessen bis er den Boden für eine Kiste (dünnes Sperrholz, stumpf geleimt/genagelt) passend ausgesägt hatte.
    Habe meinen einfach etwas (1-2mm) größer gesägt, aufgenagelt und den Überstand mit dem Einhandhobel beseitigt.

    Und egal welches Werkzeug man kauft, man muß sich damit auseinandersetzen, um gute Ergebnisse zu erzielen!

    Gruß Peter

  8. H.-J. N sagt:

    Prinzipiell kann ich da nur zustimmen. Es macht keinen Sinn, sich Werkzeug anzuschaffen , weil man es bei anderen gesehen hat.
    Im Lauf der Zeit habe ich mir auch einiges von dem genannten Projektbezogen gekauft. Aber scheinbar habe ich eine andere Auffassung des Begriffes „Erstausstattung“ . Ich verstehe darunter Werkzeug das von beginn an da sein sollte/muss.
    Oder von welchem Zeitrahmen ist die Rede?

    • Dirk_W sagt:

      Vielen Dank für Deine Anmerkung zum Begriff Erstausstattung. Tatsächlich hast Du Recht, dass der Umfang der aufgelisteten Materialien etwas verschwimmt.

      Tatsächlich bestand meine persönliche Erstausrüstung zum Bau meiner Plattenmöbel aus gerade mal einem alten Akkuschrauber einem Schleifklotz (habe das Holz im Garten von Hand geschliffen – was recht bald anstrengend wurde ;-)) und Paketband. Mehr nicht. Das als Erstausstattung zu bezeichnen wäre allerdings äußerst unverständlich gewesen.

      Die von mir aufgelisteten, sukzessiv hinzu gekommenen Materialen nutze ich heute für genau die gleiche Art Plattenmöbel wie anfangs, nur erleichtern Sie mir die Arbeit ganz wesentlich und machen sie zudem indoorfähig. Also ist diese Liste ein Stück weit eine Liste bewährter Hilfsmittel – für mich ganz persönlich und erhebt damit keinen Anspruch auf eine allgemeine Empfehlungsliste. Sie nimmt aber, gegenüber einer vermeintlichen Erstausstattung, durchaus etwas vorweg. Einverstanden.

      Dabei ist ausdrücklich zu betonen, dass das meine ganz persönliche Entscheidungen waren. Wie man z.B. bei Peter (s.u.) sieht, ist die Interessenslage absolut individuell. Er hat ganz andere Prioritäten. Auch kann diese sich natürlich im Laufe der Zeit wandeln.

      Aber mir kam es auf etwas anderes an. Man kann meinen Artikel nämlich auch so lesen: Wenn man mit Holz arbeitet wie ich im ersten Jahr, dann bracht man unter anderem keine Stemmeisen, keine Hobel, kein Sägearsenal, keine Tauchkreissäge und schon gar keine Oberfräse.

      Und wegen eben jener Individualität kam es mir deshalb darauf an zum Ausdruck zu bringen, dass die Ausstattungsentwicklung der persönlichen Entwicklung folgen sollte. Sie sollte ihr nicht vorauseilen und damit auf Verdacht oder gar Vorrat angelegt sein. Die Frage danach was anfangs vorhanden sein soll/muss, stellt sich somit aus meiner Sicht nicht, da sie zu unbestimmt ist.

      Was man aber machen könnte wären bestimmte, typische Anwendungscluster zu definieren und diesen Werkzeuge zuzuordnen. Wenn sich diese Mühe mal jemand machen würde, dann würde dies eine gute erste Orientierung geben können.

      Dirk

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