Baubericht Schreibtisch – Teil 1

Schreibtisch aus Buche - Gesamtansicht

Entwurf des Schreibtisches

Bei diesem Schreibtisch aus Buche handelt es sich um einen Kundenauftrag. Die Gestaltung ist hierbei dem Zweck untergeordnet, schnörkellos und einfach gehalten. Da der Schreibtisch komplett aus Massivholz hergestellt wird, ist natürlich das Schwinden und Quellen des Holzes zu berücksichtigen. Vor allem bei der Verbindung zwischen Untergestell und Platte. Zum Schreibtisch wird es auch noch einen Rollcontainer geben, ebenfalls aus massiver Buche. Den Bau des Containers werde ich gesondert dokumentieren.  Das Holz für den Schreibtisch ist nicht von mir ausgehobelt-, sondern ist in Form von Leimholzplatten gekauft worden. Natürlich mit durchgehenden Lamellen.

Zur Konstruktion:

Schreibtisch aus Buche-Tischbein

Die Tischbeine sind innen hohl

Die Tischbeine sind innen hohl, werden also aus vier Teilen auf Gehrung verleimt. Bei dickeren Tischbeinen erspart das sehr viel Material. In diesem Fall ist die Materialersparnis nur gering, da der Querschnitt lediglich 55 x 55mm beträgt. Der Hohlraum ist also bei einer Materialstärke von 20mm gerade einmal 15 x 15mm. Eigentlich geht es bei dieser Bauweise darum, dass die Tischbeine gerade bleiben, keine Risse bekommen und die Verbindung der Beine mit den Querstreben nicht nur verleimt, sondern auch verschraubt werden kann. Ich habe diese Bauweise auch bei einem Esstisch angewendet und die Vorteile der Konstruktion zu schätzen gelernt. Ich beziehe die hohlen Tischbeine auch bei der Verbindung zwischen Tischplatte und Tischgestell mit ein, das wird später noch genauer beschrieben.

Schreibtisch aus Buche -  Ansicht Schreibtisch

Ansicht mit Beistelltisch und Tastaturauszug

Der Schreibtisch selbst besteht eigentlich aus zwei Tischen. Dem eigentlichen Schreibtisch mit einer Länge von 1550mm und einem „Beistelltisch“ mit 650mm Länge. Dieser kleine Tisch bekommt nur einen Tischfuss, nicht zwei. Er wird mit dem eigentlichen Schreibtisch verbunden. So kann er bei Bedarf weggenommen werden, der Schreibtisch kann auch in L-Form gestellt werden und bleibt so recht flexibel. Unter der Tischplatte wird es einen Tastaturauszug geben, der in diesem Entwurf nur Skizziert ist. In der Realität wird dieser noch Seitenteile haben und mittels Vollauszügen geführt werden.

Damit der eigentliche Schreibtisch stabil steht, bekommt er hinten eine ca. 300mm hohe Quertraverse, ähnlich einer Rückwand. Hinter dieser verschwinden auch die Kabel. Die Verbindung zwischen Traverse und Tischbeinen wird mittels Gratnut und Gratfeder realisiert werden. Weitere Details zur Konstruktion werden im Verlauf der Dokumentation erläutert.

Die ersten Arbeitsschritte:

 

Schreibtisch aus Buche - Gehrungen verleimen

Gehrungen mit Klebeband verleimen

 

Begonnen hat der Bau des Schreibtisches mit dem Zuschnitt der Einzelteile für die Tischfüsse. Diese wurden aus einer Leimholzplatte herausgeschnitten. Die Einzelteile sind 800mm lang und 60mm breit. An jeweils eine der Längskanten wurde eine Gehrung geschnitten. Im Anschluss wurden jeweils zwei dieser Teile miteinander verleimt. Ohne Schraubzwingen, nur mit Klebeband. Insgesamt waren es 33 Einzelteile, die für die drei Tischfüsse verleimt wurden. Leider ging mit beim Verleimen das PE-Schutzband aus (Mehr z diesem Band erfahren Sie hier: Das richtige Klebeband) So musste ich einige der Teile mit normalen Packband verleimen. Der beim Verleimen verwendete PU-Leim drückte sich bis zum Klebeband durch, haftete auf diesem und musste inklusive Klebeband mühsam entfernt werden. Beim PE-Schutzband passierte dies nicht. Dort hat sich der Lein nicht hinter das Klebeband gedrückt und es musste kein Leim entfernt werden.Ich muss mir dringen deinen größeren Vorrat PE-Schutzband anlegen.

Schreibtisch aus Buch - Packband mit PU-Leim

Packband mit PU-Leim verklebt

Hier geht es zur kompletten Baudokumentation

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20 Antworten zu Baubericht Schreibtisch – Teil 1

  1. Javier Merino sagt:

    Hallo Heiko,
    Super video. Woher hast Du den Winkel von Woodpickers? Hast Du ihn in Deutschland gekauft?

    Lieben Grüss
    javi

  2. Dusi sagt:

    Hallo Heiko,

    hast du bei der Buchentischplatte keine Angst, dass sie sich verwerfen wird. Ich hatte demletzt mal eine Buchenarbeitsplatte in der Werkstatt, die war nach einem Jahr so rund, dass das schon fast als Dünenlandschaft durchgegangen wäre.

    Grüße
    Dusi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      die Platte wird ja durch das Untergestell gerade gehalten. Darüber hinaus kommt ringsum Luft an die Platte und sie war keinen großen Schwankungen der Luftfeuchte ausgesetzt. Von daher habe ich da nicht die Befürchtung, dass viel passiert. Die einzelnen Lamellen werden sich abzeichnen, aber das ist bei Massivholz nunmal so. Eine ähnllich große Platte, aber in 40mm Stärke habe ich sein nun über 10 Jahren als Schreibtisch, ohne Probleme.

      Gruß

      Heiko

  3. Max A. sagt:

    Hallo Heiko,
    Schöner Bericht und schöner Tisch, mir gefällt das leichte und schlanke Design.

    Die Idee mit den hohlen Tischbeinen interessiert mich auch schon länger und ich möchte auf die Art auch welche bauen. Nun ist meine Frage, gibt es da irgendwelche Verleimregeln, also sollten die Jahresringe bei so einer Längsholz- Verleimung auf Gärung eine bestimmte Ausrichtung haben? Das ist mir noch nicht ganz klar geworden. Was ist deine Meinung dazu ?

    Danke!

    Grusß Max

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Max,

      du brauchst nicht auf den Verlauf der Jahresringe zu achten, sondern kannst so verleimen, dass es eine möglichst schöne Optik ergibt,

      Gruß

      Heiko

  4. Gregor sagt:

    Hallo Heiko!
    Ich habe schon häufig versucht, Gehrungsschnitte mit der TKS herzustellen. Leider ist es mir bisher nicht gelungen. Auf Grund Deiner jetzigen Beschreibung der Tischbeine für den Schreibtisch hab ich das gestern Abend nochmal mit Reststücken versucht. Es wird nix.
    Mal ist die Gehrung in Ordnung. Mal ist eine Abweichung von ca. 2° drin. Mal ist die Gehrung am Anfang in Ordnung und am Ende weggekantet usw.
    Mit Gehrungen steh ich wohl auf „Kriegsfuß“ :-).

    VG Gregor

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Gregor,

      welche Säge hast du denn und mit welchem Sägeblatt arbeitest du bei welchem Material?

      Heiko

      • Gregor sagt:

        Hallo Heiko

        Vielen Dank für Deine Rückmeldung!
        Habe jetzt eine erika70. Vorher CMS mit TS55.
        Sägeblätter für Längsschnitte. Habe auch Deinen Tipp mit dem Unterlegen eines Sperrholzstreifens angewendet!
        Beim letzten Versuch HM 225 x 1,8/2,5 x 30 mm, Z 32 von mafell und Fichtereste.
        Material meistens Buche, aber auch Fichte und Ahorn.
        Ich vermute aber eher, es liegt an mir.

        Bin schon sehr gespannt, wie es mit dem Schreibtisch weitergeht. Besonders interessiert mich der Einbau des Vollauszugs. Würde auch gerne den Kurs Möbelbeschläge und ihre Anwendung bei Dir anmelden. Aber in diesem Jahr klappt es zeitlich nicht!

        Viele Grüße
        Gregor

        • Gregor sagt:

          Hallo Heiko!

          Hab eben Deinen Bericht Teil 2 gelesen!
          Ich glaub, ich weiß jetzt wo mein Problem ist!
          Ich bin zu übervorsichtig! Hab immer die Schutzhaube dran gelassen. Muss dann immer umständlich mit Hilfsmitteln führen. Ich denke, das geht immer schief!
          Viele Grüße
          Gregor

          • Heiko Rech sagt:

            Hallo Gregor,

            die am Spaltkeil montierte Schutzhaube ist leider bei vielen Arbeitsgängen im Weg, weil sie mit dem Anschlag kollidiert. Ich demontiere sie sehr ungern, auch weil dann die Absaugung schlechter wird. Du solltest bei demontierter Schutzhaube sehr vorsichtig arbeiten und wie erwähnt das Sägeblatt so weil wie möglich runterdrehen.

            Gruß

            Heiko

  5. Gerald sagt:

    Hallo Heiko, heisst das, dass Du den PU Leim direkt in Streifen aus der Flasche auftraegst und ihn nicht verstreichst und somit vollflaechig auftraegst?

  6. Jörg sagt:

    Hallo Heiko,

    darf ich fragen, wieso du denn PU-Leim verwendest? Die Belastung eines Schreibtischbeins müsste jeder Weißleim gewachsen sein, oder? Und das bei günstigerem Preis und v.a. viel weniger Sauerei 😉

    Danke für den tollen und unabhängigen Blog, in dem es mehr ums Werkstück an sich und weniger um Werkzeugkauf/-aufrüstung geht
    Jörg

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Jörg,

      das mit dem PU-Leim hat zwei Gründe:
      1. Er musste weg, PU Leim ist nicht unbegrenzt haltbar. Und bevor ich den Leim wegwerfe…
      2. Es geht schneller. Der schäumt ja auf und muss nicht mit dem Pinsel oder ähnlichem verteilt werden.

      Die Sauerei ist in diesem Fall nicht schlimm, im Inneren sieht man es nicht und außen kommt dank Klebeband nichts raus.

      Eine Verleimung mit Weißleim wäre aber vollkommen ausreichend gewesen, da hast du natürlich recht.

      Gruß

      Heiko

  7. Dominik sagt:

    Hallo Heiko,
    wo beziehst du denn dein PE-Klebeband? Ich habe deinen letzten Bericht über Klebebänder gelesen – fand ihn klasse – und würde mir auch gerne dieses Klebeband zulegen.
    Gruß,
    Dominik

  8. Ömer C. sagt:

    Hallo Heiko,

    die Gehrungsschnitte hast du höchst wahrscheinlich mit der Tischkreissäge gemacht oder?

    Ich habe nur eine TS 55 R, kann ich denn damit auch präzise Gehrungsschnitte machen? (Anfänger-Frage).

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo

      mit der TS55 kann man durchaus genau arbeiten, wenn man sich die Zeit nimmt. So schmale Streifen wie hier gezeigt wirst du damit aber nicht sauber und sicher auf 45° schneiden können.

      Gruß

      Heiko

  9. Andi sagt:

    Hallo Heiko,
    Sehr interessanter Artikel!
    Vorallem die konstruktiven Details.
    Freu mich schon auf Teil 2 etc.
    Viel Spass beim Bau.
    Gruß Andi

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