Baubericht Schreibtisch – Teil 2

Schreibtisch aus Buche - Vorschlff mit dem Bandschleifer

Vorschliff mit dem Bandschleifer

Nachdem die Winkel für die Tischfüsse alle verleimt und trocken waren konnten diese vorgeschliffen werden. Beim Vorschliff wird eventuell ausgetretener Leim entfernt. Außerdem wird die nachfolgende Bearbeitung genauer. Den Vorschliff habe ich in diesem Fall mit einem Bandschleifer gemacht. Den Bandschleifer habe ich noch nicht lange. Bisher stand ich diesr Maschine eher skeptisch gegenüber, inzwischen nutze ich sie aber gerne. Handgeführt für grobe Arbeiten, oder Stationär, wie hier zu sehen. Ich habe den Anschlag montiert, nutze ihn jedoch nicht dazu, eventuell vorhandene Winkelfehler durch schleifen zu korrigieren. Der Anschlag dient lediglich der besseren und sicheren Führung des Werkstückes.

Zum Schleifen habe ich ein Band mit einer Körnung von 150 genommen. Das ist noch nicht zu fein, so dass es auch ausreichend Abtrag hat, aber auch nicht zu grob, so dass man nicht Gefahr läuft das Werkstück zu verschleifen.

Schreibtisch aus Buche-Gehrungen schneiden

Gehrungen schneiden

Anschließend wurden an die beiden Längskanten jedes Winkels noch Gehrungen geschnitten. Das Schneiden der Gehrungen nach dem Verleimen der Winkel hat einige Vorteile gegenüber dem Schneiden beider Gehrungen an den nicht verleimten Leisten.  Ein Vorteil ist, dass man ein größeres Werkstück hat, das sich einfacher und sicherer auf der Tischkreissäge bearbeiten lässt. Aber der eigentliche Grund für diese Vorgehensweise ist der, dass keine schräg geschnittene Längskante am Anschlag vorbei geführt werden muss. Denn dabei besteht immer die Gefahr, dass sich diese Kante mit der Spitze ein wenig unter den Parallelanschlag der Tischkreissäge schiebt. Dabei schleichen sich Ungenauigkeiten ein und das Werkstück kann sich sogar verklemmen.

Bei meiner Tischkreissäge kann ich bei diesem Arbeitsgang die Schutzhaube nicht montiert lassen. Daher habe ich das Sägeblatt möglichst tief abgesenkt. Ein Schiebestock ist hierbei unverzichtbar.

Schreibtisch aus Buche - Gehrung hinterschneiden

Gehrung hinterschneiden

Später werden je zwei solcher Winkel zu Tischbeinen Verleimt. Die Schwierigkeit hierbei ist alle Kanten schön dicht zu bekommen. Leichtes Hinterschneiden der Gehrungen soll dafür sorgen, dass alle Leimfugen dicht werden. Meine Tischkreissäge kann aber keine Gehrungen über 45 ° schneiden. Um dennoch ein wenig mehr als die rechnerisch benötigten 45° zu erhalten, habe ich einige Streifen Klebeband übereinander, direkt an die Kante des Parallelanschlages geklebt. Somit liegt der zu schneidende Winkel nicht plan auf dem Maschinentisch auf, sondern leicht schräg. So entsteht dann eine Gehrung mit etwas mehr als 45°. Beim Verleimen sollten somit alle Fugen außen schön dicht werden.

Auf diesem Bild sieht die bereits verleimte Gehrung so aus, als wäre sie nicht dicht und außen offen. Das ist auch der Fall, aber nur auf den letzten 20mm. Das kommt daher, dass man dazu neigt beim Schneiden schmalen Werkstücken auf der Tischkreissäge, am Ende etwas zu verwackeln. Dann entsteht ein kleiner Absatz in der Kante, der dann beim Verleimen nicht dicht wird. Daher empfiehlt es sich solche Teile etwas länger zu fertigen und die Enden, die nicht dicht sind nach dem Verleimen abzuschneiden.

Hier geht es zur kompletten Baudokumentation

 

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8 Antworten zu Baubericht Schreibtisch – Teil 2

  1. Siggi Ch. sagt:

    Hallo Heiko,

    jetzt weiß ich auch, in welche Richtung man die 45° Winkel beim Schneiden von Gehrungen verändern muss (45+x) – ich war mir bei dem Beistelltisch nicht sicher …..deswegen habe ich es einfach bei den 45° gelassen und bin ja bekanntermaßen mit dem Ergebnis nicht voll zufrieden. Das nächste Mal werde ich es versuchen!

    Als nächstes ist ein Kinderbett in Planung, unter welches ein Gästebett auf Rollen geschoben werden kann. Die Rahmen/Auflagen für die Lattenroste habe ich vor aus ca. 25mm Birke-Multiplex zu bauen und die sichtbaren Seiten mit Buche Leimholz zu verblenden, welches von innen verschraubt wird.
    Würdest Du mir da 18mm oder ca. 24mm Leimholzplatten empfehlen? Gilt generell die Aussage, je dicker das Holz – desto mehr Verzug?

    Gruß,
    Siggi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Siggi,

      die Holzstärke hat mit dem eigentlichen Verzug nichts zu tun. Aber je stärker das Holz ist, umso mehr kraft entwickelt es, wenn es sich verziehen sollte. Aus eigener Erfahrung heraus würde ich aber bei einem Kinderbett das stärkere Material wählen. Das Bett unseres Sohnes hätte, wenn es auch 19mm Material gebaut wäre, nicht lange gehalten.

      Gruß

      Heiko

  2. Tim sagt:

    Hallo Heiko,

    kannst du eine stationäre Schleifmaschine für den Heimwerker-Bereich empfehlen, wo man einen Auflagetisch hat und das Band aufrecht läuft (so wie bei den ganz normalen Kantenschleifern?)
    Mir scheint die einzige „vernünftige“ Maschine in dem Bereich ist die „Scheppach bts900x“ wobei hier auch das Band horizontal läuft. Vertikal ist mir viel sympathischer und auf Tellerschleifer kann ich gut verzichten.

    Gruß
    Tim

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Tim,
      mir fällt da nur das Bandscheifmodul für das CMS System von Festool ein. Oder eben eine kleine stationäre Kantenschleifmaschine. Kleine Kantenschleifmaschinen beginnen bei ca. 800 Euro.

      Heiko

  3. Neal sagt:

    Hi Heiko,
    thanks a lot!

    Gruß Neal

  4. Neal sagt:

    Hallo Heiko,
    wird es ein Video geben zum Bau des Schreibtisches?
    Gruß Neal

  5. Michael Hild sagt:

    Moin Heiko,

    danke für den Tipp mit dem anschneiden der Gehrung. Der ist sehr nützlich.

    Grüße

    Michael

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