Baubericht Schreibtisch – Teil 4

Schreibtisch aus Buche -Hobeln der Traverse

Hobeln der Traverse

Nachdem nun die drei Tischfüße komplett fertig sind, besteht der nächste Schritt darin, die hintere Quertraverse mit zweien der Tischfüße zu verbinden. Da die Quertraverse 250mm hoch ist, muss hier das Arbeiten des Holzes berücksichtigt werden. Daher wird die Verbindung zwischen Tischfüßen und Traverse mittels Gratnut/ Gratfeder realisiert.  Da mein Holzhändler leider gerade keine Leimolzplatte in passender Länge hatte, fertigte ich die 250mm breite Platte aus vorgehobelter Buche (Pollmeiner Buche) schnell selbst. Die beiden zu verleimenden Bretter wurden vorgehobelt, gefügt und nach dem Verleimen noch von jeder Seite einmal mit der Dickenhobelmaschine plan und glatt gehobelt.

Schreibtisch aus Buche- Gratnut fräsen

Gratnut fräsen

Die Gratnut in den beiden Tischfüßen, sowie die Gratfeder an der Traverse habe ich am Frästisch (Festool CMS mit OF 1400) erstellt. Beide Arbeitsgänge konnte ich mit dem gleichen Fräser erledigen. Das Vorfräsen der Gratnut mit einem geraden Nutfräser war nicht notwendig. Ich habe die Gratnut in einem Fräsgang in die Tischfüße gefräst. Ein Stoppklotz am Anschlag stellt sicher, dass die Nut nicht zu weit gefräst wird.  Das Fräsen der Gratfeder war nicht ganz so einfach, da die Traverse, an welche die Feder angefräst werden musste aufrecht stehend  auf dem Frästisch bearbeitet werden musste. Bei einem ca. 1,5m langen Bauteil nicht ganz ohne, aber machbar.

Schreibtisch aus Buche - Gratfeder an der Traverse

Gratverbindung an der Traverse

Die Enden der Gratfeder wurden mit Japansäge und Stemmeisen abgesetzt, so dass die eingesetzte Traverse mit der Oberkante der Tischfüße bündig abschließt und von der eigentlichen Verbindung später nichts mehr zu sehen sein wird. Bei der endgültigen Montage wird die Traverse am oberen Ende auf einer Länge von ca. 30-40mm fest mit den Tischfüssen verleimt. Dadurch kann die Traverse nicht verrutschen, aber dennoch frei arbeiten.

 

Ein Konstruktionsdetail, über dessen genaue Umsetzung ich lange nachgedacht habe, war die Verbindung der Arbeitsplatte mit dem Tischgestell. Sie sollte unsichtbar sein, nicht verschraubt und der Schreibtischplatte das Arbeiten erlauben. Die Lösung für dieses Problem sieht wie folgt aus:

Schreibtisch aus Buche -Einhängeleisten

Einhänge "beschlag"

Auf der Platte sind Haken aus Holz befestigt. In die oben offenen Tischfüße werden Leisten geleimt, in welche die Haken greifen. Das alles mit ausreichend Luft. So halten die Tischfüße die Platte gerade. Da die Einhängeklötze auf Zug gefertigt sind, kann die Platte nicht einfach so verrutschen. Wenn man hierbei genau arbeitet, entsteht eine stabile und vor allem unsichtbare Verbindung zwischen Platte und Gestell. Ich bin mit dieser Lösung sehr zufrieden.

Die Verbindung zwischen der Platte des Beistelltisches und dessen Tischfuß ist genauso realisiert. Bei diesem kleinen Tisch ist jedoch keine Traverse notwendig. Die beiden Tische werden später durch eine Leiste unter dem Stoß der beiden Platten miteinander verbunden.

Und so sieht der Tisch nach dem Schleifen und Ölen aus:

Schreibtisch aus Buche- zusammengesteckter Tisch

Zusammengesteckter Tisch nach dem Ölen

Hier geht es zur kompletten Baudokumentation

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5 Antworten zu Baubericht Schreibtisch – Teil 4

  1. Alexander sagt:

    Hallo Heiko,

    schöne Idee was mich aber noch interessiert ist die Tischplatte dann nur eingeschoben? Sind die Klötzchen leicht schräg das sich die Tischplatte gut festklemmd oder wie wird verhindert das man beim verschieben des Tisches die Tischplatte löst?

    Schöne Grüße
    Alexander Loibl

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Alexander,

      das Ganze ist ein wenig auf Zug gebaut. Ohne Schrägen, aber sehr straff. Dazu kommt noch, dass sich die Platte garantiert ein wenig wirft, also zumindest versucht sich zu werfen. Das gibt wieder Spannung und hindert die Platte daran einfach so zu verrutschen.

      Natürlich könnte man auch bei der Montage der Platte ein wenig Leim die hinteren Haken geben, aber ich denke das wird nicht notwendig sein.

      Gruß

      Heiko

  2. Michael Hild sagt:

    Moin Heiko,

    die Befestigung der Platte auf dem Gestell ist genial!
    Schade, dass man später solche Details nicht mehr sieht.

    Kleiner Kommentar: Pollmeier Buche ist nicht gehobelt, sondern geschliffen. 🙂

    Grüße

    Michael

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Michael,

      das ist leider so, wenn man Massivholzmöbel baut, die nicht rustikal sind. Vieles, was das Holz daran hindert krumm zu werden sieh man nicht. Aber das macht meiner Meinung nach solche Möbel so interessant.

      Gruß

      Heiko

      P.S: stimmt, Pollmeier ist geschliffen.

  3. Ingo sagt:

    Hallo Heiko,
    tolle Idee mit der Tischplattenbefestigung. Aber nicht anders kennt man es von Dir. Gute Ideen oder Lösungen sorgfältig umgesetzt und schön beschrieben.
    Schöne Grüße

    Spaxmeyer

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