Kopierring -Sitzt er genau? (mit Video)

Kopierring mittig? - Kopierring mit Fräser

Ist der Kopierring genau zentriert?

Wenn eine Fräsung, die man mit dem Kopierring gemacht hat trotz genau gefertigter Schablone und präziser Vorgehensweise dennoch nicht passen will, kann das daran liegen, dass der Kopierring nicht richtig zentriert ist.

Wenn man den Kopierring oder dessen Aufnahme an der Oberfräse genau justieren kann ist das natürlich die ideale Lösung. Aber nicht an jeder Oberfräse besteht diese Möglichkeit. Oft ist es so, dass die Position des Kopierringes fest vorgegeben ist. Wenn diese nun nicht stimmt, ist das kein Beinbruch, solange man weiß, wie der Kopierring denn nun genau sitzt. Weiß man dies und berücksichtigt man den Versatz beim Fräsen, dann passen die Fräsungen trotz dieser Ungenauigkeit.

Wie Sie bei Ihrer Oberfräse herausfinden, ob der Kopierring genau zentriert ist, zeige ich Ihnen in diesem Artikel und vor allem im dazugehörigen Video. Es geht ganz einfach und erfordert keinerlei Messwerkzeuge. Alles was Sie benötigen sind zwei Reststücke Holz, eines davon mit einer geraden Kante. Das Stück mit der geraden Kante wird als Anschlag auf das andere geschraubt.

Nun fräsen Sie mit dem Kopierring und einem Nutfräser ein Stück, 7-8cm reichen aus, an dieser Kante entlang. Drehen Sie die Maschine um 90° und fräsen Sie wieder ein Stück an der Kante entlang. Die zweite Fräsung sollte am Ende der ersten Fräsung beginnen. Für die dritte Fräsung drehen Sie die Maschine um 180°, bei der vierten Fräsung erneut um 90°.  Es werden also vier Fräsungen gemacht, an vier Seiten des Kopierringes.

Ist der Kopierring zentriert - Vier Fräsungen helfen

Vier Fräsungen werden benötigt

Daraus ergibt sich dann das unten abgebildete Fräsbild. Anhand dieses Fräsbildes lässt sich nun genau ableiten, wie der Kopierring zum Fräsermittelpunkt positioniert ist. Wenn Sie einen Versatz feststellen, berücksichtigen Sie diesen einfach beim Fräsen mit Schablonen.

Kopierring mittig - Das Fräsbild

Das entstandene Fräsbild

Video:

In diesem Video wird der ganze Vorgang noch einmal detailliert beschrieben.

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8 Responses to Kopierring -Sitzt er genau? (mit Video)

  1. Rudolf Kläusli sagt:

    Hallo Heiko
    In einer Anleitung für eine Hobelbank wir empfohlen die Rundlöcher auf der Arbeitsfläche mit einem 19 mm Fräskopf und einer 30 mm Kopierhülse einzubringen. Leider verstehe ich nicht wofür ich für 19 mm Rundlöcher nebst einer Schablone noch eine Kopierhülse verwenden soll?
    Kannst Du mir das beantworten?

    Vikelen Dank

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rudolf,

      ich nehme an, dass dort eine Schablone zum Bohren verwendet wurde, dann braucht man einen Kopierring. Im Zweifel solltest du beim Ersteller der Anleitung nachfragen.

      Gruß

      Heiko

  2. Andi sagt:

    Hallo Heiko,
    Weißt Du bei welcher Oberfräse es diesbezüglich konstruktionsbedingt keine Probleme zu erwarten gibt?
    Im Namen aller Mitleser mal wieder rechtherzlichen Dank für die fachlichen Infos. Man kann es nicht oft genug sagen!
    Gruß Andi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Anid,

      ich kenne nicht alle Maschinen am Markt, aber die Makita ist schon recht gut. Auch meine Perles ist von Hause aus sehr genau. Ich muss Zugeben, dass ich die Festool OF1400 noch nicht so vermessen habe, werde das aber die kommenden Tage nachholen. Vielleicht schreiben ja andere Leser was zu Ihren Maschinen und vielleicht wiederholen ja auch einige den gezeigten Test mal bei Ihren Oberfräsen.

      Das war jetzt ein ganz konkreter Aufruf! Wer Lust hat, wiederholt den Test und schreibt die Ergebnisse hier. Wer keine Bilder online stellen will oder möchte, kann mir auch Bilder schicken, die ich dann in die Kommentare einfüge.

      Gruß

      Heiko

      • Werner aus Österreich sagt:

        Hallo Heiko,

        dein Aufruf ist zwar schon zwei Wochen her, aber es wird ja noch nicht zu spät sein um zu zeigen wie es bei meiner Oberfräse ist. Es handelt sich um eine Einhell RT-RO 55, die ich normalerweise in meinem Frästisch verwende, jedoch für diesen Versuch ausgebaut habe. Die 17er Kopierhülse wird von unten gemeinsam mit dem Ansaugstutzen für die Absaugung die wiederum von oben kommt verschraubt. Klingt kompliziert, ist aber garnicht so übel. Denn trotz Senkkopfschrauben kann man die Kopierhülse, wenn man den Ansaugstutzen zurecht rückt, zentriert montieren. Es ist zwar kein Plug and Play-System wie bei hochwertigeren Maschinen, aber man kann trotzdem gute Ergebnisse erzielen.

        Da ich nicht weiß wie ich hier Bilder hochladen kann, erlaube ich mir Dir welche zu schicken.

        Gruß, Werner

  3. Ist es da nicht einfacher beim montieren der Zentrierhülse einen Montagekegel zum ausrichten zu benutzen? So mach ich es.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Wolfram,

      natürlich wäre das die beste Lösung aber nicht bei allen Oberfräsen ist das technisch möglich, zum Beispiel wenn der Kopierring in einer passgenauen Fräsung sitzt, wie z.B. bei der Mafell LO50E, oder eben der Makita. Ebenso bringt ein Zentreirdorn nichts, wenn die Kopierringe mit Senkkopf-Schrauben befestigt werden, wie es bei einigen Oberfräsen der Fall ist.

      Gruß

      Heiko

      • Anonymous sagt:

        Ok, ich habe die kleine Festool Fräse und da hat der Zentriering ein wenig Spiel, zudem ist er mit Zylinderkopfschrauben montiert.

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