Waschtischplatte aus Nussbaum – Teil 2

Waschtischplatte aus Nussbaum - Ausschnitt sägen

Ausschnitt sägen

Nach dem vollständigen aushärten des Leimes an der Aufkantung der Waschtischplatte wurde der Ausschnitt für die Armaturen des Waschbeckens geschnitten. Dazu habe ich das Waschbecken auf der Platte positioniert, den Durchlass für den Abfluss auf der Platte markiert und anhand dieser „Positionsmarke“ den restlichen Ausschnitt vermessen und aufgezeichnet. Den Ausschnitt habe ich dann mit der Stichsäge gemacht.  Hier ist keine Präzision gefordert, schließlich deckt das Becken später alles ab.

Und wieder musste geschliffen werden. Die Aufkantung habe ich mit einem kleinen Schwingschleifer bis Korn 240 geschliffen und auch die Fläche wurde fein geschliffen. Das Schleifen der Fläche habe ich mit dem Mafell UVA 115 erledigt, da dieser von all meinen Schleifmaschinen das beste Ergebnis beim Feinschliff liefert. Vor dem finalen Schliff mit Korn 320 habe ich noch die Vorderkante der Platte und den Ausschnitt für das Becken mit einem Radius von 5mm mit der Oberfräse verrundet. Die Rundung am Ausschnitt dient lediglich dazu, dass man dort später gut greifen kann, wenn die Platte montiert wird.

Nach dem Feinschliff habe ich alles noch final in Maserrichtung mit einem feinen Schleifvlies nachgeschliffen. So entstand eine für das Ölen perfekt  vorbereitete Holzoberfläche.

Waschtischplatte aus Nussbaum -Die Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion

Vorher habe ich jedoch noch einige Gratleisten unter der Platte montiert. Eigentlich sind es keine echten Gratleisten, sondern aufgeschraubte Leisten. Wenn die Leisten, welche die Tischplatte gerade halten sollen nicht sichtbar sind, wähle ich diese einfache Variante. Wichtig bei solchen Leisten ist, dass man sie mit Langlöchern versieht, damit Leiste und Brettfläche unabhängig voneinander arbeiten können. Diese Langlöcher mache ich mit der Dominofräse. Die Schrauben und Beilagscheiben ziehen die Platte an die Leiste heran und halten sie gerade. Die Schrauben dürfen nicht zu fest angezogen werden. Ich prüfe das so, dass ich beim Anziehen der Schrauben versuche die Beilagscheibe zu drehen. Wenn die Scheibe sich nicht mehr drehen lässt, löse ich die Schraube wieder ein wenig. So habe ich ausreichend Zug auf der Schraube, aber nicht so viel, dass das Arbeiten des Holzes behindert wird.

Die Oberflächenbehandlung

Ein Waschtisch kommt zwangsläufig irgendwann mit Wasser in Berührung und sollte entsprechend behandelt werden. Bevor aber das erste Öl aufgetragen wird, entstaube ich das Holz sehr gründlich. Denn Staub, der noch in den Poren, oder gar auf der Oberfläche sitzt, vermindert die Tiefenwirkung und die Brilianz, die man ja bei einem Ölauftrag haben möchte. Das Entstauben ist enorm wichtig, wird aber von vielen Holzwerkern zu stiefmütterlich behandelt. Ich sauge vor dem Ölen die Flächen ab und reibe sie im Anschluss noch mit einem speziellen Staubbindetuch ab.

Waschtischplatte aus Nussbaum - Der Zwischenschliff

Der Zwischenschliff

Als Öl kommt Parkettöl von Naturalfarben zum Einsatz. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, nur einmal zu ölen, trage ich in diesem Fall zwei Schichten des Öles auf. Zwischen den Aufträgen erfolgt ein leichter Zwischenschliff. Auch nach diesem Zwischenschliff wird gründlich entstaubt.

Jeder Ölauftrag braucht einen Tag Trockenzeit. Nachdem der zweite Ölauftrag trocken ist, erfolgt noch ein weiterer, sehr vorsichtiger Zwischenschliff, bevor das Natural Finish-Öl hauchdünn aufgetragen wird. Ich habe es nur mit einem weichen Tuch aufgetragen, eine halbe Stunde anziehen lassen und den Überstand vorsichtig abgenommen. Das Finishöl schützt die Oberfläche noch zusätzlich und kann bei Bedarf einfach aufgefrischt werden.

Das Ergebnis ist eine ebenmäßige Oberfläche mit einem natürlich wirkenden Glanz und einer beeindruckenden Tiefenwirkung. Ich habe das versucht auf einer Gegenlichtaufnahme festzuhalten, aber das Foto kann diese schöne Holzoberfläche nur sehr eingeschränkt wiedergeben.

Waschtischplatte aus Nussbaum - Die Oberfläche

Die Oberfläche

Und zum Abschluss noch ein Bild des Waschtisches mit aufgesetztem Becken. Leider ist es mir nicht möglich hier ein Foto des Waschtisches im eingebauten Zustand zu zeigen.

Waschtischplatte aus Nussbaum - Waschtisch mit Becken

Waschtischplatte mit Becken

 

 

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21 Antworten zu Waschtischplatte aus Nussbaum – Teil 2

  1. Anne sagt:

    Hallo Heiko,
    mein Mann hat uns einen Waschtisch gebaut, dessen Oberfläche ich jetzt nach deiner Vorgehensweise ölen möchte. Welches Pad bzw. Schleifpapier benutzt du für den Zwischenschliff?
    Grüße Anne

  2. Johannes sagt:

    Hallo Heiko,
    ich bin gerade dabei ein Möbelstück für meine Jungs zu bauen. Dabei orientiere ich mich konstruktiv an dem Schränkchen aus deinem Möbelkonstruktionskurs.
    Die Jungs zusammen mit dem Anwendungsfall benötigen aber eine stabilere Oberfläche als nur ein Möbelöl.
    Daher orientiere ich mich an dieser Oberflächenbehandlung und habe aktuell den ersten Auftrag des Parkettöls fertig, der zweite wird demnächst folgen.
    Eine der Vorteile des Öls für mich ist, dass ich die Teile allseitig bearbeiten und danach auf Leisten lagern kann. Das „Nasenproblem“ oder eventuelle Druckstellen in der Oberfläche entfallen. Kann man das Finishöl genau so behandeln oder hast Du es nur auf die obere Seite aufgetragen?
    Die Anweisung von Natural nennt Vertreiben mit dem weißen Pad als finalen Arbeitsgang. Du hast nur den Überstand abgenommen. Hast Du dafür das altbewährte Küchenpapier verwendet?
    Danke für die Hilfe und Gruß aus Oberschwaben
    Johannes

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Johannes,

      die Anleitung ist für die Verarbeitung am Boden, mit entsprechenden Maschinen. Ich nehme zum Abnehmen einfache Küchenrollen, auch beim Parkettöl. Das weiße Vlies nehme ich nur zum Polieren.

      Gruß

      Heiko

  3. Christoph sagt:

    Hallo Heiko,
    mit großem Interesse habe ich deinen Eintrag gelesen.
    Ich stehe gerade vor einer ähnlichen Aufgabe.
    Ich habe bereits eine Waschtischplatte mit amerikanischen Nussbaum furniert.
    Jetzt stellt sich die Frage der Oberfläche. Würde mich gerne an deine Oberfläche halten und mir die Öle besorgen, aber zuerst würde ich gerne wissen wie deine Erfahrungen in den letzten Jahren Nutzung ist.
    Hält die Oberfläche auch über längeren Zeitraum stehendes Wasser rückstandsfrei aus? Wir wissen ja alle das dies eine schwere Aufgabe für jedes Holz bzw. Oberfläche ist. An einem Waschtisch wird der ein oder andere Tropfen stehen bleiben ….
    Ich würde mich über deine Erfahrungen freuen

    Gruß Christoph

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Christoph,

      der Waschtisch war ein Kundenauftrag. Daher kann ich nicht mit eigenen Erfahrungswerten dienen. Da der Kunde aber bisher nicht reklamiert oder sich sonstwie negativ geäußert hat, gehe ich davon aus, dass er immer noch zufrieden ist.

      Gruß

      Heiko

  4. Ralf sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe dein sehr schönes Projekt schon vor einer ganzen Weile entdeckt. Nun möchte ich auf die gleiche Art unsere neue Küchenarbeitsplatte behandeln. Reicht es dann, nur das Finishöl aufzufrischen oder muss man in gewissen Abständen auch das Parkettöl nochmal auffrischen (dann wieder mit einem abschließenden Finishöl-Auftrag)?

    Vielen Dank

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ralf,

      das Auffrischen geschieht immer mit dem Produkt, das die letzte Schicht bildet. In diesem Fall also das Finishöl. Das Parkettöl würde nicht mehr durch das Finishöl hindurch dringen.

      Gruß

      Heiko

  5. Stephan sagt:

    Hallo Heiko,

    ich habe eine Frage zur Befestigung der Gratleisten.
    Handelt es sich hierbei um Sechskant Holzschrauben, die in ein vorgebohrtes Loch in der Tischplatte eingedreht werden oder um Sechskantschrauben, die in eine in der Tischplatte eingelassene Rampamuffe geschraubt werden?
    Oder hast Du auf eine andere Variante zurückgegriffen?
    Viele Grüße
    Stephan

  6. Geru sagt:

    Hallo Heiko,
    Ich habe, nachdem ich dein Beitrag hier gelesen habe, das Parkettöl ausnahmsweise auch 2x Aufgetragen (ca. 22 Stunden gewartet). Nun ist die 2. Schicht viel klebriger als die 1.! Bin mir sicher, dass ich alles nach 30 Min. gut abgetragen habe!
    Bis jetzt habe ich immer nur 1x, wie auf deinem Video erklärt ist, gemacht und hatte nie Probleme.
    Ist es normal? Muss ich einfach länger warten bis nicht mehr klebrig ist? Oder muss ich neu schleifen……. wäre blöd!!

    Gruss und Danke

    Geru

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Geru,

      ich denke du solltest erst einmal warten. Vermutlich ist einfach die gesamte Schichtdicke zu groß. Eine Längere Wartezeit zwischen den Aufträgen wäre besser gewesen.

      Wenn keine Besserung eintritt kannst du mal versuchen mit einem in Waschbenzin getränken Tuch nochmal Öl abzureiben. Versuch das aber erst mal an einer wenig sichtbaren Stelle.

      Gruß

      Heiko

      • Geru sagt:

        Entwarnung!
        Heute früh sah alles viel besser aus und jetzt nach gut 26 Stunden klebt gar nichts mehr! War auch nur ganz wenig aber kam mir trotzdem komisch vor und hatte schon Angst, die ganze Arbeit sei für nichts gewesen.
        Werde auf alle Fälle länger warten und nicht gleich das Finish-ÖL Auftragen!
        Auf deine Hilfe kann man sich immer verlassen! DANKE!

        Geru

  7. Hallo Heiko,

    es freut mich sehr, dass Du das heikle Thema Waschtischplatte aus Holz umgesetzt hast. Und das noch sehr gelungen!
    Die Sättigung der Holzfaser mit dem Parkettöl – Fußbodenöl ist der richtige Ansatz. Das Feinschleifen mach durchaus Sinn – bis 320er Körnung ist das bei Nuss keine vergebene Mühe.
    Interessant fand ich Deinen Abschluss mit dem Finish-Öl. Es ist für den Einsatz im Feuchtraum genau die richtige Wahl. Auch, dass Du es nicht so fett aufgetragen hast, sondern nur hauchdünn – als Porenfüller sozusagen.

    Grüße aus Lichtenfels

    Frank von Natural-Farben.de

  8. Dominik sagt:

    Hallo Heiko

    Ist wirklich ein schöner Waschtisch geworden.

    Wenn ich fragen darf, was benutzt du für Staubbindetücher und wie bist du damit zufrieden?

    Ich habe schon einige verschiedene probiert, war aber mit den Ergebnissen bisher nicht so recht zufrieden.

    Gruß

    Dominik aka Frankenholzwurm

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Dominik,

      aktuell verwende ich Tücher von Würth. Mit denen bin ich zufrieden und der Preis stimmt auch. Ich hatte aber auch schon andere, deren Hersteller ich nicht mehr weiß. Spürbare Unterschiede konnte ich nicht feststellen. In wie weit bist du denn unzufrieden?

      Gruß

      Heiko

      • Dominik sagt:

        Hallo Heiko

        Ich hatte jetzt Tücher von unserem Farbenhändler, Marke fällt mir grade nicht ein, und noch welche von Ostermann.

        Verwendet habe ich die Hauptsächlich zum entfernen von Staub nach dem Lackzwischenschliff.

        Nach einem halben Meter drüberwischen haben die Tücher sogut wie nichtsmehr aufgenommen, deshalb verwende ich jetzt wieder, wie zuvor auch einen ganz leicht feuchten, fusselfreien Lappen.

        Durch die Staubbindetücher wollte ich mir die Feuchtigkeit auf den Oberflächen sparen.

        Ich werde aber dann vielleicht doch noch die Tücher von Würth versuchen…

        Danke und Gruß

        Dominik

  9. Rolf Brands sagt:

    Hallo Heiko,

    erst mal schönen Dank für den Artikel und die wie immer sehr gute Beschreibung der Details. Jetzt habe ich mal eine Frage zum Schleifen: in einem anderen Blog habe ich vor kurzem gelesen, dass das Schleifen von Holz nur bis Korn 180 wirklich Sinn mache, alles andere sei nur Staubproduktion. Ist das ganz einfach eine zu gewagte These oder einfach nur zu undifferenziert? Wie ich lese, gehst Du ja auch bis Korn 320, wahrscheinlich aufgrund Deiner eigenen Erfahrung. Ich gebe zu, ich bin irritiert.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rolf,

      jeder hat wohl seine eigene Vorgehensweise. Meine Erfahrung ist eben die, dass die Vorarbeit entscheidend ist und das bedeutet für mich sehr fein schleifen. Es ist aber auch abhängig davon, was man für eine Oberfläche möchte. Meine Ansprüche sind da recht hoch. Für die meisten Kursteilnehmer meiner Oberflächenkurse war das feine Schleifen mit einem echten a-ha- Effekt verbunden. Probier es einfach mal aus.

      Gruß

      Heiko

      • Rolf Brands sagt:

        Hallo Heiko,

        ich bin bisher eigentlich immer nur bis Korn 240 gegangen, werde aber Deinen Rat beherzigen und auch mal darüber hinaus gehen. Beim Feinschliff bin ich von Haus aus Purist und liebe den Handschliff, liegt wahrscheinlich daran dass ich als Frührentner viel Zeit habe.

        Gruß,
        Rolf

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