Alles mit System – Teil 5 – (Zwischen)Fazit

An dieser Stelle möchte ich mich für die rege Diskussion zum Thema „Alles mit System“ bedanken und statt die Kommentare einzeln zu beantworten, dies in einem kurzen Blogartikel tun.  Das soll aber kein Ende der Diskussion sein, sondern lediglich ein Zwischenschritt. Natürlich freue ich mich über weitere Meinungen zum Thema.

Wie es scheint wünschen sich viele Anwender ein Ende des Kabelsalates. Ich mag das PlugIt System von Festool auch sehr und schätze die Ordnung im Werkzeugschrank durch weniger Kabel. Bisher konnte ich mich aber noch nicht dazu durchringen andere Maschinen mit einem Umrüstsatz zu bestücken, da mir der dadurch entstehende „Knubbel“ doch sehr stören würde.

Da ich in der Vergangenheit einige Oberfräsen hatte und derzeit drei Fräsen von drei unterschiedlichen Herstellen nutze, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass hier das beste System das zu sein scheint auf einen einheitlichen Stangenabstand zu setzen, damit das wichtigste Zubehör an allen Maschinen genutzt werden kann.

Die Artikelserie „Alles mit System“ bezog sich ja bisher lediglich auf Oberfräsen. Aber auch an anderer Stelle spielt der Systemgedanke eine große Rolle. So setze ich sehr gerne das Centrotec System ein. Besonders bei Montagearbeiten spielt es seine Stärken aus. Ein ähnliches System gibt es auch von Trend, es nennt sich Snappy.  Es sieht sehr interessant aus und ist mit Sicherheit einen genaueren Blick wert. Vielleicht gibt es ja Leser mit Erfahrungswerten zu diesem Schnellwechsel- System, das würde mich sehr interessieren.

Dass viele Holzwerker den Systemgedanken von Festool zu schätzen wissen dachte ich mir natürlich schon. In einem Kommentar wurde geschrieben, dass ich mich derzeit von diesem Systemgedanken abwende. Das stimmt so nicht ganz. Ich arbeite natürlich immer noch sehr gerne mit meinen Festool Geräten und habe auch vor kurzem noch einen CTL Midi angeschafft. Allerdings ist es bei mir so, dass ich inzwischen etwas differenziere und versuche die für die Anwendung best mögliche Maschine zu bekommen. Besonders für die Kurse ist mir auch wichtig Maschinen und Werkzeuge verschiedener Hersteller und Preisklassen zu haben.

Was mich derzeit sehr fasziniert und was ich die letzten Jahre vollkommen unterschätzt habe ist ein weiteres System: Flachdübel, Lamellos und alles was in diese Fräsungen passt.  Erst seit ich zur Domino eine Flachdübelfräse angeschafft habe interessiere ich mich für dieses Thema und stelle fest, dass es doch ein enorm vielseitiges System ist, das sich hinter dieser einfachen Fräsung verbirgt. Daher werde ich die Artikelserie „Alles mit System“ auch fortsetzen und einige Lamello- Systemkomponenten vorstellen. Wie gesagt, in sehr interessantes Thema.

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9 Antworten zu Alles mit System – Teil 5 – (Zwischen)Fazit

  1. Daniel sagt:

    Hallo Leute,

    so richtig Sinn macht das Umrüsten vor allem in Kombination mit dem Sauger, also bei Maschinen, die (a) abgesaugt werden sollen und (b) oft auch mal für kurze Zeit in die Hand genommen werden.

    Ich habe meine Makita PJ7000 auf diese Weise umgerüstet und verwende sie seitdem viel häufiger, z.B. um beim Bau von Vorrichtungen mal fix ein oder zwei Flachdübel zu setzen anstatt zu schrauben: Zuschnitt mit der Tauchsäge, Flachdübelfräse unter der Werkbank hervorgeholt, PlugIt-Stecker und Absaugstutzen sind in 10 Sekunden von TS55 auf PJ7000 umgesteckt, Fräsung durchgeführt, 10 Sekunden Rückbau, Dübelfräse wieder in den Systainer unter die Werkbank. Fertig. Und das alles, ohne sich überhaupt zum Sauger bücken zu müssen. Wirklich sehr angenehm.

    Der „Knubbel“ stört hier übrigens überhaupt nicht, weder im Betrieb noch im Systainer.

  2. Wolfgang sagt:

    Hallo Heiko, hallo Mitleser.

    Ich kann Dirks Meinung der Unterscheidung von System, Zubehör und Standards gut nachvollziehen und sehe es ähnlich. Als Privatanwender würden mir aber schon genormte bzw. standardisierte Anbauteile reichen und enorm weiterhelfen. Bestimmt hätten auch Professionisten mächtig Freude wenn die diversen Anbau- und Zubehörteile (Anschläge, Schienen, Stangendurchmesser) verschiedener Hersteller zu 100% kompatibel wären, es würde die Zubehöranschaffung doch ungemein vereinfachen!

    Als Beispiel:
    Über die Zeit habe ich nunmehr drei Oberfräsen angesammelt (Bosch POF1400ACE, Bosch GOF900 und eine alte Kress mit 43er Spannhals die der kleinsten Trend oder Metabo ähnelt). Die SDS-Kopierhülsen der beiden Bosch sind wenigstens kompatibel, allerdings musste ich ein Kopierhülsenset mit Zoll-Maß bei Amazon in USA bestellen, weil es das hierzulande nicht gibt! Die Kress hat wiederum die Elu/DeWalt/Trend Maße wodurch eine Anschaffung einer Zinkenfräse mit beiliegender Kopierhülse leichter wäre. Durch Dein Blog animiert, habe ich mich nun für den Schienenadapter von Makita interessiert (eine SP6000 mit Schiene ist vorhanden) und festgestellt, dass ausgerechnet die hochwertigere GOF900 Fräse mit 10mm Stangen und ca.100mm Abstand wohl nicht daran passt! Blöd, nicht wahr?

    Von Systemkabeln halte ich dagegen weniger.
    Wären z.B. die Euro-Netzkabel verriegelbar bräuchte keiner ein Systemkabel. Solche exklusiven Eigenheiten sichern den Herstellern einen technologischen Vorsprung auf Zeit, bringen dem Anwender aber nur bedingt etwas, weil er ja dadurch zur teureren Maschine greifen muss solange nicht alle Geräte damit erhältlich sind.
    Standardisierte Staubsaugeranschlüsse finde ich dagegen schon überfällig!

    Grüße
    Wolfgang

  3. Alex sagt:

    Es gäbe ja auch noch andere Steckersysteme, wie z.B. von Neutrik. Da kostet ein Steckerpaar rund 10 €.

    Gruß
    Alex

  4. Dirk_W sagt:

    Ich habe die Kommentare zu dieser 5-teiligen Reihe nicht alle gelesen, aber beim Überfliegen kam mir das Bedürfnis einer Begriffsklärung. Der Begriff System wird meines Erachtens zu freimütig genutzt. Tatsächlich muss man 3 Begriffe unterscheiden. System, Zubehör, Standards und eine vorgesehene Verwendung berücksichtigen.

    Bspw. das CMS oder PlugIt sind echte Beispiele für ein System. Das immer gleiche Modul (Tisch, Kabel) kann für verschiedene Werkzeuge genutzt werden.

    Wäre das nicht der Fall, wären es nur Zubehöre. Was sich nun viele Anwender wünschen ist, dass die Zubehöre verschiedener Hersteller unter einander kompatibel sind (bspw. die Stangendurchmesser und -abstände bei Oberfräsen oder Saugeranschlüsse). Das hat aber nichts mit einem System zu tun, sondern mit Standardisierung.

    Viele Anwender überschätzen nun den Systemgedanken, weil sie sich erhoffen Geld sparen zu können. Übersehen aber dabei, dass dieses System für bestimmte Zielgruppen bzw. Anwendungen gemacht ist (bspw. CMS für gelegentliche respektive mobile Anwendungen bei vornehmlich professioneller Nutzung). Tatsächlich aber sind die Produkte aus dem System teuer und bieten bei weitem nicht den Nutzungsgrad wie eine spezielle Maschine (bspw. Tischkreissäge oder gar kleine Formatkreissäge).

    Ein Systemgedanke ist aus meiner Sicht ganz grundsätzlich sehr gut (bspw. PlugIt). Ob man aber jeden Systemaspekt auch nutzen muss ist dagegen fraglich (bspw. CMS, weil das eben nicht für jeden geeignet ist).

    Was man sich von „seinen“ Anbietern zu Recht wünscht ist ein reichhaltiges Zubehör, das idealer Weise standardisiert ist (so kann dann ja auch teures, fehlendes oder unzureichendes Zubehör eines Anbieters durch das eines anderen ausgeglichen werden bzw. vorhandenes weiter genutzt werden). Mein Eindruck ist, das die Standardisierung in der letzten Zeit Fortschritte macht (bspw. habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei Festool, BOSCH/Mafell und Lamello inzwischen durchgängig ein Saugeranschluss verwendet werden kann).

    Manchmal ist eine Unterscheidung zwischen System und standardisiertem Zubehör auch schwierig. Solange das PlugIt nur bei Festool verfügbar ist, darf man es getrost als System einordnen. Wenn aber viele Anbieter so etwas hätten, dann ist es ein hoffentlich standardisiertes Zubehör, das sich universell (Tauchkreissäge, Oberfräse, Stichsäge etc.) verwenden lässt. Ein gutes Beispiel sind Führungsschienen.

    Gruß

    Dirk

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Dirk,

      danke für deinen ausführlichen Beitrag. Die Definition von System und standardisiertem Zubehör ist nicht ganz einfach. Man kann aber die bisherigen Beiträge auch etwas anders auffassen. So kann man die Überschrift auch so deuten, dass man sich sein eigenes System erstellt, oder der Überschrift „alles mit System“ noch ein Fragezeichen hinterherstellt. Die folgenden Beiträge werden sich aber schon eher mit dem Systemgedanken, wie du ihn interpretierst auseinandersetzen, wenn es darum geht, was man mit einer Flachdübelfräse so alles anstellen kann.

      Gruß

      Heiko

  5. Gregor sagt:

    Hallo Heiko, hallo Mitstreiter

    der Systemgedanke und PlugIt haben wohl ihre Berechtigung! Ich hatte noch vor kurzem das CMS Modulsystem von festool. Ich dachte, in meiner kleinen Werkstatt würde sich das System lohnen. Es hat sich allerdings sehr schnell herausgestellt, dass das dauernde Auf- und Abbauen nicht die geforderte Genauigkeit bereitstellte. Abgesehen vom Zeitaufwand. Daher verzichte ich jetzt auf das Modulsystem und kauf(t)e mir stattdessen Einzelmaschinen.
    Zum PlugIt: mir ist es wichtiger, an den strategischen Steckdosen flexibel bereitzustellen. Ein Vorteil bietet das PlugIt nur dann, wenn an einer Steckdose nacheinander das PlugIt benötigt wird. Da aber in aller Regel nur 2 Maschinen in Betrieb sind (Maschinen + Absaugung), bringt das PlugIt meiner Meinung nach keinen Vorteil. Wenn zusätzlich Maschinen benötigt werden, ist eine an der richtigen Stelle zur Verfügung stehende Steckdose wesentlich vorteilhafter!

    Kabelsalat ist bei mir bisher noch nicht vorgekommen. Bei einer kleinen Werkstatt ist Ordnung das halbe Leben!

    Viele Grüße
    Gregor

    • Tommy 1961 sagt:

      Hallo Gregor,

      ich kann nur mich sprechen und feststellen, das die Entscheidung für
      Plugit deswegen gefallen ist, das ich so das Stromkabel schön am Saugerschlauch habe.

      Denn so ist das Kabel recht gut aus dem Weg und ich muß nicht auf
      zwei „Strippen“ aufpassen.

      Dazu kommt, das ich oft bei den Arbeiten, meine 2 Oberfräsen und
      Tauchsäge im Wechsel nutze und so weniger um stecken muß, am
      Sauger.

      Das ist ein großer Vorteil des Systems.

      Aber Steckdosen, an der richtigen Stelle, kann Mann nie genug haben.

      Gruß Tommy

  6. Tommy 1961 sagt:

    Hallo Heiko,

    da ich mich ja schon des öfteren zu der Serie gemeldet habe, ist wohl klar, das mir
    der „Systemgedanke“ sehr gefällt, da hierdurch die verschiedenen Maschinen
    breiter zu nutzen sind.

    In Bezug auf die Festool Plugit kann ich nur sagen; das ich angefangen habe
    einige Maschinen darauf umzubauen, (ohne selbst eine Festool Maschine zu
    haben).
    Klar der Knubel ist schon etwas „doof“ gegenüber Festool direkt, aber weniger
    störend, als gedacht und der Vorteil wiegt das Ganze mehr als auf.

    Kenne, aus Beruflichen Gründen, auch das schon angesprochene Powercon
    System, ist Klasse, aber da noch die eine, oder andere Maschine von
    Festool auf der Wunschliste ist, wären 2 Systeme da.

    Hoffen, das Deine Tipsammlung noch einiges bringt, was wir gerne aufnehmen können und auch vielen anderen so hilft, wie vieles auf Deiner Seite.

    Gruß

    Sabine und Tommy

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Tommy,

      vielleicht rüste ich doch mal eine Maschine mit dem PlugIt Stecker nach um es selbst auszuprobieren.

      Gruß

      Heiko

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