Esstisch und Bank aus Nussbaum – Teil 1

Entwurf für einen Esstisch aus Nussbaum

Entwurf für einen Esstisch aus Nussbaum

Dies ist der erste Teil der Baudokumentation zu einem Esstisch und einer Bank aus massivem amerikanischem Nussbaum. Die interessantesten Fertigungsschritte werde ich hier dokumentieren.  Das nebenstehende Bild zeigt den Entwurf des Tisches, ohne genaue Details. Die zeichne ich wie immer im 2D CAD.

Einige Eckdaten:

  • Die Tischplatte hat (ohne Ansteckplatten) die Maße 1200mm x 1900mm Mit Ansteckplatten hat der Tisch eine Länge von 2500mm. Die Plattenstärke beträgt 40mm.
  • Die Platte fertige ich nicht selbst an, es wird eine Leimholzplatte mit durchgehenden Lamellen in passenden Abmessungen verwendet.
  • Die Tischfüße haben einen Querschnitt von 100mm x 100mm und sind innen hohl.
  • Wenn die Ansteckplatten nicht verwendet werden soll man auch keine Anzeichen für die Ansteckplatten sehen. Also keine Löcher oder Beschläge.
  • Die Bank erhält eigens angefertigte Polster
  • Die Oberfläche wird geölt.
Esstisch aus Nussbaum - Das Rohmaterial

Das Rohmaterial

Und dies ist nun das erste Holz, das angeliefert wurde. Ich lasse mir immer nur das Holz liefern, das ich momentan verarbeite, das spart mir viel Platz in der Werkstatt. Diese Bohlen sind 27mm stark und werden für die Tischfüße und die Zargen des Tisches verwendet. Es sind 6 Bohlen ca. 2,8m lang, alle vom gleichen Stamm. Darunter liegt noch eine Bohle Amerikanischer Kirschbaum, aus dem Material für einen Kurs entsteht.

Im ersten Arbeitsschritt werden die Teile für die hohlen Tischfüße aus den Bohlen geschnitten. Es werden später 16 Teile mit einer Breite von 100mm und einer Länge von 720mm benötigt. Diese Teile müssen keine bestimmte Stärke haben, daher werden sie so stark wie möglich ausgehobelt.  Der grobe Zuschnitt und das Besäumen geschieht mit der Handkreissäge. Danach werden alle weiteren Schnitte auf der Tischkreissäge erledigt.

Nach dem Zuschnitt wurde gehobelt. Das habe ich schon in so vielen Beiträgen gezeigt, dass ich in dieser Dokumentation nicht näher darauf eingehe.

Esstisch aus Nussbaum - Vorschliff der Fussteile

Vorschliff der Fussteile

Die hohlen Tischfüße werde ich ein wenig anders anfertigen als beim Schreibtisch aus Buche. Die 45° Gehrungen werden nicht geschnitten, sondern gefräst. als Hilfsmittel zum Verleimen kommen spezielle Verbinder zum Einsatz, die mit Hilfe der Flachdübelfräse verarbeitet werden. Aus diesem Grund habe ich auch vor dem Schneiden auf die fertigen Maße und vor dem Anfräsen der Gehrungen alle Teile bis zur Körnung 180 vorgeschliffen. Dadurch erreiche ich eine höhere Präzision, was am Ende dann zu perfekt dichten Gehrungen führt. Mehr dazu aber im nächsten Teil, zu dem dann auch ein Video gehören wird.

Hier finden Sie sie komplette Baudokumentation:
https://holzwerkerblog.de/meine-mobel/esstisch-und-bank-aus-nussbaum/

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12 Antworten zu Esstisch und Bank aus Nussbaum – Teil 1

  1. woody a. sagt:

    Hallo Heiko,

    in dem Entwurf vom Esstisch verläuft die Maserung quer zur Tischplatte. Beim fertigen Tisch verläuft die Maserung jedoch längs.

    Was würdest Du empfehlen wenn ich eine Tischplatte selber verleimen möchte? Das Material ist ami. Nussbaum (30mm) und die Ansteckplatten sind 40cm breit.
    Eine fortlaufende Maserung sieht natürlich schöner aus, aber was ist „korrekt“ bzw. welche Vor- und Nachteile gibt es?

    Danke im Voraus!
    Viele Grüße,
    woody

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Woddy,

      korrekt ist beides. Optisch schöner ist eine durchgehende Maserrichtung. Beachten muss man dabie nur, dass die Platten richtig gegen Verwerfen gesichert werden (Gratleisten) Bei unterschiedlich verlaufender Maserung wird sich natürlich ein Absatz in der Breite zwischen der Tischplatte und den ansteckplatten ergeben, die diese unterschiedlich arbeiten. Das ist aber nur ein optischer Mangel und hat keine konstruktiven Auswikungen.

      Wenn es geht, mach die Maserung durchgehend.

      Gruß

      Heiko

  2. roger zimmermann sagt:

    Hallo Heiko
    Danke für die schnelle Antwort! Ist schon bestellt.

    Gruss Roger

  3. roger zimmermann sagt:

    Hallo Heiko
    Kannst du genaue Angaben über den 45 Grad Fräser machen und die Bezugsquelle angeben. Danke für deine interessanten Berichte.

    Gruss Roger

  4. Roland sagt:

    Hallo Heiko,
    ich würde mich sehr freuen, wenn Du das Fräsen der Gehrungen auf dem CMS in einem Video zeigen würdest.

    Gruß und Danke
    Roland

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Roland,

      das Fräsen ist im ersten Video mit drin, ist aber wirklich nichts kompliziertes. Man braucht jedoch einen großen 45° Fräser.

      Gruß

      Heiko

      • Jonas sagt:

        ich habe mir für den Frästich eine 1/2″ Spannzange geleistet, um die günstigeren Fräser aus dem englischsprachigen Raum verwenden zu können.

        Seit dem spiele ich mit dem Gedanken mir einen Gehrungsverleimfräser anzuschaffen.
        Hast du mit einem solchen schon mal gearbeitet? Sollte für Deine Art der Tischbeine doch eigentlich bestens funktionieren, oder?

        Schönen Gruß
        Jonas

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Jonas,

          ein solcher Verleimfräser hat den Nachteil, dass er kaum Toleranzen verzeiht, die sich aber bei Massivholz dennoch gerne mal einschleichen. Daher habe ich mir einfach den größten 45° Fräser gekauft, den ich gefunden habe. Damit sind Materialstärken bis 25mm möglich.

          Gruß

          Heiko

      • Roland sagt:

        Hallo Heiko,
        entschuldige wenn ich nerve, aber ich habe das noch nicht kapiert.
        Wenn ich eine Gehrung anfräse wird doch die Kante in ihrer gesamten Dicke bearbeitet.
        Deshalb muß auch hier, wie im Video über Fügen gezeigt, der Messerflugkreis dem linken Teil des Anschlages angepasst und der rechte entsprechend zurückgesetzt werden.
        Hier liegt mein Problem.

        Ich hab mich einmal durchgemogelt, indem ich auf der zu fräsenden Kante bündig ein Opferholz befestigt habe, das dan nur zum Geringen Teil angefräst wurde.
        Das ist aber wohl sehr hausbacken.

        Gruß
        Roland

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Roland,

          Wenn man die Kante auf „Null“ fräst, geht das auch ohne die Anschläge zu versetzen. Im Video wird man das gut sehen. Ich denke es wird morgen fertig sein.

          Gruß

          Heiko

  5. Michael Hild sagt:

    Moin Heiko,

    die neue Art der Gehrungsverleimung interessiert mich brennend. Deine zuletzt gezeigte Methode funktioniert zwar gut, aber besser geht immer und wenn eine Gehrung nicht komplett dicht ist ärgert mich das schon.

    Schönes rotes Regal hast Du da. 🙂

    Grüße

    Michael

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