Esstisch und Bank aus Nussbaum -Teil 2 (mit Video)

Esstisch aus Nussbaum-Schrägen vorschneiden

Schrägen vorschneiden

Nach dem Vorschleifen der Einzelteile werden diese auf die spätere Breite von 100mm geschnitten. Dabei fallen große Teile des Splintholzes weg. Ein wenig heller Splint lockert zwar das Holzbild ein wenig auf, aber zu viel soll es nicht sein. Auch Äste und andere unschöne Stellen werden herausgeschnitten. Abgelängt werden die Einzelteile jedoch erst später.

Die 45° Schräge, die zum fugenloen Verleimen der vier Teile zu einem massiven Tischfuß notwendig ist wird diesmal gefräst. Damit aber das Fräsen ein wenig leichter geht, schneide ich diese Gehrungen vor dem Fräsen grob vor.

Esstisch aus Nussbaum - Fräsen der Gehrungen

Fräsen der Gehrungen

Anschließend wurden die Gehrungen auf dem Frästisch mit einem 45° Fräser angefräst. Das wird sehr genau und sehr sauber. Ein Sägeschnitt hat immer den Nachteil, dass beim Schneiden von Gehrungen die Faser nach unten gezogen wird. Das kann auch bei Verwendung eines scharfen Sägeblattes zu Ausrissen führen. Beim Fräsen passiert das nicht. Man muss allerdings  den Frästisch sehr genau einstellen können und die Fräse muss sehr genau und rechtwinklig zur Tischfläche montiert sein, ansonsten schleichen sich Winkelfehler ein. Der hier gezeigte Fräser hat eine Bearbeitungshöhe von 25mm und ist schon sehr groß. Natürlich ist ein solcher Fräser nicht mit 8mm Schaft zu bekommen. Man benötigt also eine Fräse,  die Werkzeuge mit 12mm Schaft aufnehmen kann.Die Drehzahl beim Fräsen muss reduziert werden.

Esstisch aus Nussbaum - Sortieren der Einzelteile

Sortieren der Einzelteile

Erst nach dem Fräsen werden die 16 Einzelteile auf die richtige Länge gebracht. Damit sich am späteren Tischfuß ein natürliches Holzbild ergibt, kann man die Einzelteile nicht wahllos miteinander verleimen. Sortieren ist angesagt.  Damit später nichts mehr vertauscht wird, werden alle Teile genau markiert.

Anschließend werden sie mit Klebeband verleimt. Ich habe bei diesen Verleimungen ein anderes Klebeband verwendet als sonst. Es ist eine Art Kreppband, mit dem das Verleimen auch gut gelang. Im Video (weiter unten auf dieser Seite) sieh man das sehr gut. Nach dem Entfernen des Leimes kam die Flachdübelfräse zum Einsatz.

Esstisch aus Nussbaum - Champ Verbinder

Schiebeverbinder

Allerdings wurden keine normalen Flachdübel eingesetzt, sondern sogenannte „Champ“ Verbinder, die es von Lamello und Knapp gibt. Es sind Schiebeverbinder, die das spätere Verleimen der Tischfüsse vereinfachen sollen.

Die Verarbeitung dieser Verbinder ist sehr einfach und sollte mit jeder Flachdübelfräse möglich sein. Auch diesen Arbeitsschritt könnnen Sie sich im Video genauer ansehen.

Damit Sie einen besseren Überblick über die Bauweise erhalten können Sie sich auch den Artikel „Tischbau in zwei Tagen“ ansehen. Der Nussbaumtisch wird in vielen Punkten ähnlich dem dort gezeigten Tisch sein. Die Verbindung zwischen Tischfüßen und Zargen werde ich komplett übernehmen, da sich diese Bauweise bewährt hat. Aus dieser Bauweise ergibt sich auch die Notwendigkeit die Tischfüße zweiteilig zu machen und erst später komplett zu verleimen.

Video:

Dieses Video zeigt die ersten Schritte beim Bau des Tisches

Hier finden Sie sie komplette Baudokumentation:
https://holzwerkerblog.de/meine-mobel/esstisch-und-bank-aus-nussbaum/

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20 Responses to Esstisch und Bank aus Nussbaum -Teil 2 (mit Video)

  1. FEE sagt:

    Hallo
    Bei meinem ersten Esszimmertisch (Volleiche, leider keine durchgehenden Lamellen) habe ich für die Beine auch 2 kurz 2 lang genommen. Sieht man kaum, doch ich weiss es. Austauschen werde ich diese nicht, doch wenn man es schon für sich selbst macht, sollte es auch schön sein.
    Aber das ist immer so: kaum hat man etwas fertig, würde man es zukünftig immer anders machen 🙂
    Grüße
    FEE

  2. Stefan sagt:

    Hallo Heiko,

    in nächster Zeit steht bei mir der Bau eines Gartentisch aus Eiche oder Sapelli an. Die Füße sollen, ähnlich wie bei deinem Tisch, etwa 75mm x 75mm stark werden. Diesbzgl. stehe ich jetzt gerade vor der Frage, ob ich diese aus je 4 Einzelteilen mit 45° Gehrung zusammensetze, oder ob ich mehrere Platten aufeinander verleime und diese dann auf das passende Maß säge bzw. hobel.

    Bei der Gehrungsvariante habe ich Sorge, dass sich vor allem auf Grund der Temperaturunterschiede im Laufe der Zeit Feuchtigkeit im Inneren der Füße bilden könnte.
    Bei der Massivvariante meine ich in irgendeinem deiner Kommentare gelesen zu haben, dass diese irgendwann zu Rissen neigen.

    Der Tisch wird im überdachten Außenbereich in der Sonne stehen und an einigen Stellen auch mal etwas Regenwasser abbekommen.

    Welche der beiden Varianten würdest du in diesem Fall bevorzugen?

    Vielen Dank und Gruß,
    Stefan

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Stefan,

      die verleimten Konstruktionen sind im Wohnraum in Ordnung, aber im Außenbereich würde ich das nicht machen. Die Gefahr dass Risse entstehen ist einfach zu groß und dann ist der Aufwand einfach nicht gerechtfertigt. Ich würde in diesem Fall die Füsse komplett massiv machen. Natürlich kann das auch Reißen, aber damit muss man bei Holzmöbeln im bewitterten Außenbereich nun einmal rechnen.

      Gruß

      Heiko

      • Stefan sagt:

        Hallo Heiko,

        vielen Dank für die schnelle Antwort. Meinst du mit verleimte Konstruktion von der du absehen würdest die 2. Variante, bei der mehrere Platten aufeinander geleimt werden?
        Komplett massiv aus einem Stück wird bei der Stärke ja schon schwierig. Stammware hat mein Händler nur bis 65mm im Angebot.

        Gruß,
        Stefan

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Stefan,

          dann wird dir wohl nur das Verleimen übrig bleiben. Abraten würde ich vom Verleimen auf Gehrung.

          Gruß

          Heiko

  3. Tim sagt:

    Hallo Heiko.

    Ich habe mir auch mal eine Packung von den Champ-Schiebeverbindern zugelegt. Finde die echt toll und bei Gehrungsverleimungen eine super Hilfe. Was mich allerdings stört ist, dass beim Enkleben der Verbinder mit PU-Leim, sich der Leim in den Verbinder setzt und auch aus diesem heraus kommt. Das bedeutet immer eine Menge nacharbeit, bevor man die Teile zusammensetzen kann. Und ich nehme dabei echt super wenig Leim.
    Verteilt sich der Leim bei dir auch so stark, oder kannst du die Verbinder ohne Nacharbeit zusammenstecken?

    Vielleicht hast du oder jemand anders ja einen Tipp.
    Danke schonmal.

    Tim

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Tim,

      ich habe die Verbinder mit Epoxydharz eingeklebt. Inzwischen nehme ich aber die Verbinder „Metall“, die werden verschraubt. Da hat man dann keinen Kleber und keine Wartezeit.

      Gruß

      Heiko

  4. Geru sagt:

    Hallo,
    was spricht dagegen anstatt 4 Teile a 100mm 2 grosse und 2 kleine zu nehmen
    und mittels Nut-Und-Feder zu verleimen? Ich habe nämlich keine Möglichkeit
    die Teile sauber auf 45° zu fräsen. 🙂
    Falls nichts dagegen spricht, wäre eine Feder von 6x20mm bei einer Holzstärke von 27mm gross genug?
    Danke und Gruss
    Geru

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      natürlich kannst du die Füße auch so verleimen. Auf Gehrung ist halt schöner (Meiner Meinung nach) Wenn die Leimfugen schön dicht sind hat die Feder nur die Funktion die Teile beim Verleimen zu fixieren. Von daher reichen 6×20 locker aus. Einige Lamellos tun es auch.

      Gruß

      Heiko

  5. Martin Keßler sagt:

    Hallo Heiko,

    ich glaube hier ist was durcheinander gekommen….

    Gruß

    Martin

  6. Matthias sagt:

    Hallo Heiko.

    Ich hätte mal eine Frage zu den Tischfüßen. Wie müssen die Jahresringe bei deiner Methode angeordnet sein? Ist es wichtig, dass alle Teile mit der gleichen Anordnung nach innen oder nach außen zeigen? Und wenn ja, welche Seite sollte nach innen und welche nach außen zeigen?

    Ich hoffe man kann meine Frage verstehen.

    Schönen Gruß,

    Matthias

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Matthias,

      die Füße sind aus Multiplex, haben also keine Jahresringe. Aus Vollholz würde ich das auf diese Weise nicht bauen.

      Gruß

      Heiko

      • Matthias sagt:

        Hallo Heiko.

        Jetzt muss ich doch nochmal vorsichtig nachfragen, aber bei dem Artikel geht es doch um einen Tisch aus Nußbaum und auch im Video sieht alles nach Vollholz aus 🙂

        Schönen Gruß,

        Matthias

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Matthias,

          sorry, da ist mir was durcheinader geraten. Ich habe deine Frage auf den Tisch für die Werkstatt bezogen, da ich gerade einige Kommentare eben zu diesem Tisch freigegeben habe.

          Natürlich sind die Tischbeine bei diesem Tisch aus Vollholz und nicht aus Multiplex.

          Die Anordnung der Jahresringe spielt bei den Tischbeinen, die ja nur 100mm breit sind keine Rolle. Da gehe ich rein nach optischen Gesichtspunkten. Da verzieht sich nichts. Das ist ja eben auch der große Vorteil dieser Konstruktion.

          Gruß

          Heiko

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