Esstisch und Bank aus Nussbaum – Teil 4

Esstisch aus Nussbaum- Die Einzelteile

Alle Einzelteile sind vorgeschliffen

Nachdem alle Fräsungen, Schnitte und Verbindungen gemacht waren ging es ans Schleifen aller Teile vor dem Verleimen. Ich habe mit dem Schwingschleifer alle Flächen und Kanten bis Korn 240 geschliffen. Dann wurden die sichtbaren kanten mit einem Radiusfräser mit nur 2mm abgerundet, oder besser gesagt gebrochen. Denn richtige Rundungen würden optisch nicht zu diesem Tisch passen. Erst nach dem Fräsen erfolgte der finale Schliff mit Korn 320.

Bei so vielen Einzelteilen ist es wichtig den Überblick zu behalten. Vor dem Schleifen waren alle Teile eindeutig beschriftet. Beim Schleifen wird die Beschriftung entfernt. Ich habe daher alle Teile so markiert, dass ich diese Markierungen auch nach dem Schleifen noch erkennen kann. Die meisten Teile konnte ich markieren, indem ich das Schreinerdreieck mit dem Stemmeisen eingeschnitten habe. Natürlich an später nicht sichtbaren stellen. Eine weiter Methode, die auch gut funktioniert sind Schlagzahlen an später nicht sichtbaren Stellen.

Esstisch aus Nussbaum - Verleimen des Gestells

Das Gestell wird verleimt

Das Verleimen gestaltete sich durch die Dominos und die Verschraubungen sehr einfach.

Die noch offenen Tischfüße wurden zunächst mit den Querzargen verbunden. Dann wurden die Querstreben mit den langen Zargen verleimt und zum Schluss wurden die Tischfüße mit den angeleimten Querzargen auch noch mit den Längszargen verbunden.  Die Detailaufnahme zeigt die Eckverbindung: Verleimte Dominos, eine Schraube 5x 100 zum Fixieren und dann je Verbindung noch Schrauben 6×100 mit Unterlegscheiben. Sollte sich wirklich mal eine Verleimung lösen, erlauben die Schrauben mit Sechskantkopf das Nachziehen der Verbindung. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass man das jemals benötigt. Aber sicher ist sicher.

Die gleiche Verbindung habe ich schon einmal beim Bau eines Tisches gezeigt:
Tischbau in zwei Tagen

Esstisch aus Nussbaum - Verleimen der Füße

Verleimen der Füße

Trotz der Schiebeverbinder in den Tischfüssen ist das Aufleimen der Außenschalen der Füße nicht ganz ohne. Schließlich sollen alle Gehrungen perfekt dicht werden. Die Schiebeverbinder erleichtern das Verleimen auf jeden Fall enorm. Dennoch müssen die Fugen mit sehr vielen Zwingen noch dicht gedrückt werden.

Nach dem aushärten des Leimes werden die Leimfugen verschliffen, die Kanten noch gebrochen und alles fein nachgeschliffen. Nach vier Wiederholungen war dann das Tischgestell endlich fertig. Alle Gehrungen sind dicht, das Gestell ist enorm verwindungssteif geworden und alles hat perfekt gepasst. Die Auszüge fehlen allerdings noch, deren Fertigstellung zeige ich im nächsten Teil.

Am Ende des Tages wurde auch die Platte geliefert, aus der die Tischplatte und die beiden Ansteckplatten geschnitten werden:

Esstisch aus Nussbaum - Die Leimholzplatte für den Tisch

Das nenne ich mal eine Platte

2,7 m lang, 1,2m breit, 40mm stark, bestes, massives, amerikanisches Nussbaumholz. Gewicht: etwas über 100Kg.

Hier finden Sie sie komplette Baudokumentation:
https://holzwerkerblog.de/meine-mobel/esstisch-und-bank-aus-nussbaum/

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15 Antworten zu Esstisch und Bank aus Nussbaum – Teil 4

  1. Helmut sagt:

    Hallo Heiko,

    ich bin gerade dabei mehrere Tische aus Ahorn zu bauen.
    Die Platten werden sicher 50 bis 55 mm stark. Die Füße wollte ich so wie hier bei dir fertigen.
    Frage: Kann ich die Zargen 30 mm x 80 mm mit der Tischplatte fest verleimen oder sollte diese nur mit Langlöchern verschraubt werden.
    Gradleisten verwende ich auch aus deinem Beispiel.

    Tischgrößen von 80 x 80, 120 x 80, 160 x 80, 220 x 80, und 240 x80.

    vom Transport kein Problem, die Tische werden hier selbst benötigt.

    Gruß Helmut

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Helmut,

      die Tischplatten darfst du nicht mit den Zargen verleimen. Befestige sie mit Langlöchern, damit sich die Platte ausdehnen und zusammenziehen kann.

      Gruß

      Heiko

  2. Heinz sagt:

    Hallo Heiko,
    ich bin immer noch bei der Tischkonstruktion. Die Füße sind Leimholz Eiche in der Dimension 80x80mm die Zargen und 2 Gratleisten dachte ich mit 60×40 zu dimensionieren. Die Frage ist jetzt, wie ich die Zargen mit den Beinen am besten verbinde. Ich habe keine Dominofräse oder dergleichen, nur eine Oberfräse. Reichen 3 Holzrunddübel 12mm und Leim aus, oder sollte ich die Zargen und Beine mit Zapfen verbinden wie du es im SkatchUp Tutorial gemacht hast?
    Vielen Dank im Voraus,
    Heinz

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Heinz,

      wenn dir die entsprechenden Maschinen fehlen, schau mal nach einem Tischbeschlag (z.B. bei Hettich). Mit dem kannst du Zargen und Beine sehr stabil verbinden. Die Dübel dienen dann nur der Positionierung der Teile zueinander.

      Gruß

      Heiko

  3. Martin sagt:

    Respekt. Ein schönes Projekt, wieder gut erklärt, das auch ich als Zimmermann mich mal an einenTisch wagen werde. Besonders die Konstruktion der Beine hat es mir angetan.

    Als Tischplatte 1,6×0,8m kommt bei mir Eiche zum Tragen, Leimholz, keilverzinkt, ich denke an 26mm oder mehr. Die Frage nach Gratleisten stellt sich mir trotz der Zargen. Soll ich, muß ich? Ich finde aufgeschraubte Leisten zu groß, einfräsen ist wohl die Lösung. Was hältst Du von der Metallvariante:http://shop.meyerhwz.ch/?srv=sortiment&pg=det&cmsrub=0&partnerId=9&rub=0&artNr=100018446&groupId=0

    Weiter so, Du inspirierst viele!

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Martin,

      mit den Meyer leisten habe ich noch keine Erfahrung, aber schon viel gutes darüber gehört. Wenn sich die Gelegenheit/ Anforderung bietet werde ich diese sicherlich auch einmal einsetzen. Aber wie gesagt, bisher habe ich noch keine Erfahrung damit.

      Gruß

      Heiko

  4. Neal sagt:

    Hallo Heiko,
    musst du die Tischplatte noch zuschneiden oder ist die schon auf Fertigmaß?

    Schönen Gruß

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      ich wollte die Platte erst von meinem Händler schneiden lassen, habe mich dann aber dagegen entschieden, da ich die Platte erst selbst sehen wollte. Daher schneide ich sie selbst zu.

      Gruß

      Heiko

      • Andi sagt:

        Hallo Heiko,

        na dann „versäch“ Dich mal nich. Der Preis ist ja der Hammer. Aber Qualität hat nun mal seinen Preis.

        Gut Holz,

        Andi

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo Andi,

          die Platte ist geschnitten und alles passt.
          Bilder kommen natürlich noch.

          Gruß

          Heiko

  5. Andreas sagt:

    Ohhh das ist Frech. Aber was will man machen.
    Ich wollte mir eigentlich einen Küschen Schrank aus Eisch leimholz bauen, da aber der Apoteken Häntler für Holz knap 85€ pro m² wollte werde ich mich erst mal noch weiter um hören.

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      das ist nicht frech, das ist ein regulärer Preis für eine solche Platte in dieser Qualität. 85 Euro für Eiche wäre für Keilgezinkt in 19mm ein üblicher Preis, für Durchgehende Lamellen ein Schnäppchen.

      Gruß

      Heiko

  6. Moritz Tiemann sagt:

    Hallo,

    Mich würde einmal interessieren, was denn die Tischplatte gekostet hat?
    War bestimmt schweineteuer.

    MfG

    Moritz Tiemann

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Moritz, hallo Jan,

      ich kann euch natürlich nicht meine EK- Preise nennen, das würde euch auch wenig nutzen. Aber der Endkunden VK-Preis für eine solche Platte liegt bei weit über 1000,– Euro. Zu bedenken ist dabei, dass diese Platte ohne Splint ist und die Plattenpreise mit steigender Länge auch immer höher werden. Eine solche Platte hat auch kein Händler lagernd, die muss bestellt werden und sie wird auch nur auf Bestellung gefertigt.

      Gruß

      Heiko

  7. jan sagt:

    Hallo Heiko,

    sieht wie immer alles sehr professionell aus. Darf man fragen wie viel man für so eine Tischplatte bezahlt ?

    Macht sehr viel Spass deinen Blog zu verfolgen.

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