Schrank aus Birke -Teil 9 – Fertiger Schrank

Schrank aus Birke - Topfbänder bohren

Topfbänder einbohren

Nachdem die Türen verleimt waren folgten lediglich noch kleinere Restarbeiten.  So zum Beispiel das Einbohren der Topfbänder. Das ging sehr flott mit einer einfachen Schablone für die Oberfräse. Die Schablone hat an der richtigen Stelle ein 40mm Loch für einen Kopierring. Gebohrt wird mit einem 35mm Beschlagbohrer für die Oberfräse.

Bei dieser Anwendung brachte ich die kleine Perles Oberfräse an ihre Grenze. Das hat zum Einen damit zu tun, dass der Bohrer nicht mehr sonderlich scharf war, aber auch damit, dass die Elektronik der Perles Maschine etwas langsam reagiert. Geht man zu beherzt vor,  kommt die Elektronik mit dem Nachregeln nicht hinterher. Hat man aber die richtige Vorschubgeschwindigkeit gefunden, kommt die Perles auch mit einem solch großen Beschlagbohrer klar.

Schrank aus Birke - Bohren der Griffe

Bohren der Grifflöcher

Die Bohrungen für die acht Griffe habe ich einfach angezeichnet und von Hand gebohrt. Der Bau einer Schablone lohnt hier einfach nicht. Das anreißen habe ich auf einem Stück aufgeklebtem Kreppband erledigt. So müssen keine Bleistiftstriche von der fertig geschliffen Oberfläche entfernt werden.

Natürlich wurden auch die Türen in gleicher Weise wie der Korpus des Schrankes geölt. Auf eine Nachbehandlung mit Pflegewachsöl oder Finishöl habe ich verzichtet, da zu viel Glanz einfach nicht zum Charakter des Schrankes und des Holzes gepasst hätte.

Schrank aus Birke - Die Schlagleisten

Die Schlagleiste

Auf diesem Bild ist die sogenannte Schlagleiste gut zu sehen. Sie verschließt die Fuge zwischen jeweils zwei Türen, dient als Anschlag für die jeweils rechte Tür und sie dient dazu dass die linke Tür nicht zu weit in den Korpus schlägt. Das geschieht indem sie genau an der Vorderkante der Einlegeböden anliegt. Es ist keine weitere Anschlagleiste für die Türen notwendig. Zwischen Schlagleiste und Einlegeboden wurde noch ein kleiner, transparenter Gummipuffer befestigt. Die Tür schließt dann sehr leise.

Inzwischen steht der Schrank beim zufriedenen Kunden.

Zum Abschluss dieser Dokumentation noch eine Bildergalerie des fertigen Schrankes.

 

 

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8 Kommentare zu Schrank aus Birke -Teil 9 – Fertiger Schrank

  1. Holger sagt:

    Guten Abend Heiko,
    Eine kurze Frage:
    Ich hab meine Arbeitsplatte aus massiver Eiche 2 3 mal mit Leinöl geölt. Nun hat auf der Platte wohl eine Stunde lang ein feuchter Topf gestanden und es haben sich weiße Ränder gebildet. Ich vermute, dass es sich um leicht eingezogenes Wasser handelt, richtig? Heißt das, dass die Platte noch nicht mit Öl gesättigt ist? Kann ich die Platte kurz mit 320 Papier anschleifen und sie nochmals komplett mit einem Hartöl ölen, damit die Flecken rausgehen und die Platte sich sättigt?

    Ich habe noch ein Bild der Platte angehängt.

    Freundlichen Gruß
    Holger

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Holger,

      auch wenn das Holz mit dem Öl gesättigt ist, hält die Oberfläche einer solch langen Wassereinwirkung nicht stand. Für solche Belastungen taugen Öle leider nicht. Es wird dir nichts anderes übrig bleiben, als die Platte partiell zu schleifen, nachzuölen und am Ende noch einmal komplett dünn mit Öl drüber zu gehen.

      Aber Achtung: Durch das Schleifen und nachölen kann die geschliffene Stelle eine andere Farbe bekommen. Das sollte sich aber nach einigen Wochen wieder angleichen.

      Gruß

      Heiko

  2. Anonymous sagt:

    Hallo Heiko,

    vorweg zunächst ein großes Dankeschön für die tolle Dokumentation.
    Das Birkenholz finde ich sehr ansehnlich, allerdings hätte ich diesbezüglich eine Frage. In meinem Lexikon zu den verschiedensten Holzarten steht bei Birke, dass es sehr schnell nachdunkelt. Dies würde ich gerne verhindern/längst möglich hinauszögern, da mir der helle Ton doch wesentlich besser gefällt. Lässt sich da mit der Wahl des Öles etwas drehen? Oder wie würdest du so etwas angehen?
    Bin gespannt auf deine Antwort. Danke schon mal im Vorfeld

    Gruss Andi

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Andi,

      ich habe gute Erfahrungen mit einem sog. UV-Blocker-Öl gemacht, zum Beispiel das UV-Blocker-Öl von Naturalfarben.de. Es feuert nicht an und verlangsamt das Nachdunkeln des Holzes.

      Gruß

      HEiko

  3. Peter R. sagt:

    Hallo Heiko!

    Ich muss auch sagen, der Schrank aus Birke ist Super gut gelungen und sieht einfach Stark aus! Würde sofort sagen, lass in doch in deinem Aufenthaltsraum stehen und bau noch mal einen!!!

    Deine Dokumentation zu dem Möbel ist schon Faszinierend, die zum Mitmachen förmlich einlädt.
    Die Gedanken über deine Arbeitsweise, hin zum Logischen Aufbau und die Ausführungen, sind für einen Hobby Holzwerker wie mich eine wahre Fundgrube an Ideen! Alleine die Rangehensweise an so einen Projekt, ist schon eine Herausforderung!
    Deine Werkstatt ist mit Maschinen so eingerichtet, dass es auch möglich ist als nicht Schreiner, dies so zu übernehmen.

    Ich wünsche mir nur, dass du weiter so viele interessante Aufträge erhältst und diese in deinem Blog einstellst! DANKE.

    Gruß
    Peter

  4. Markus sagt:

    Hallo,

    schöner Schrank!

    Ich habe mittlerweile bei 3 verschiedenen Tischlern (Ö) Möbel bauen lassen und WIRKLICH zufrieden war ich mit keinem. Alle haben sich zwar Mühe gegeben, aber dennoch saß ihnen sichtlich die Zeit im Nacken. Es musste schnell gehen! Massivholz wurde zudem nicht gerne verarbeitet, wohl weil man sich dabei zuviele Gedanken über die richtigen Verbindungen machen musste.

    Wäre ich in deiner Nähe, würde ich dir jedenfalls mal einen Auftrag zukommen lassen. Deine Arbeitsweise gefällt mir, man sieht einfach, dass es dir nicht egal ist, was nach der Sintflut passiert. 😉

    Mfg
    Markus

  5. Waldemar Dorn sagt:

    Sehr schöne Arbeit!

    Aber, habe ich was verpasst?
    Ich dachte der Schrank wird später im Dachgeschoss stehen?

    Gruß
    Waldemar Dorn

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Waldemar,

      der Schrank steht in einer Dachschräge. Die Fotos wurden allerdings in meiner Werkstatt gemacht und nicht beim Kunden.

      Gruß

      Heiko

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