Große Platten zuschneiden

ich kaufe meine Plattenmaterialien in der Regel als  ganze Platten. Hier möchte ich nun zeigen, wie ich aus diesen großen Platten kleine Platten mache. Die Ausgangslage sind zwei Platten, Pappel Sperrholz, 18mm stark, Länge 2520mm, Breite 1850mm. Daraus sollen 50 Platten mit den Abmessungen 500mm x 290mm werden.

Schritt 1: Vorbereitung

Große Platten zuschneiden - Vorbereitung

Arbeitsplatz vorbereiten

Ich weiß, wann die Platten geliefert werden und kann rechtzeitig dan Arbeitsplatz vorbereiten. Ich habe meine niedrigen Böcke aufgestellt,  auf die ich die Platten für den Grobzuschnitt legen werde. Mit dem LKW- Fahrer zusammen lege ich die beiden Platten direkt auf diese Böcke, so muss ich die unhandlichen Sperrholzplatten nicht mehr alleine hantieren. Zwischen die beiden Platten lege ich einige Abschnitte von Dachlatten, so dass ich von oben herunter den Zuschnitt machen kann, ohne dabei in die darunter liegende Platte zu schneiden. Die untere Platte liegt auf den Böcken, dort kann ich später bedenkenlos einige Millimeter hineinschneiden.

Schritt 2: Trennschnitte

Große Platten zuschneiden - Trennschnitte

Die Trennschnitte

Ich versuche so viele Schnitte wie möglich auf der Tischkreissäge zu erledigen. Daher mache ich nur die absolut notwendigen Trennschnitte mit der Handkreissäge. Diese sollen aber schon sehr sauber sein. Bei Plattenmaterialien nehme ich daher ein Blatt mit 48 Zähnen und richte die beiden verbundenen Führungsschienen ganz genau aus. Die so geschnittenen Kanten werde ich nicht mehr nachschneiden müssen. Pro Platte mache ich zwei Trennschnitte. Es entstehen so insgesamt sechs Streifen mit einer Breite von 590mm.

Schritt 3: Auf Breite Schneiden

Große Platten zuschneiden - Längsschnitte

Längsschnitte

Die 590mm breiten Streifen werden im Anschluss mit der Tischkreissäge zu Streifen von 290mm gesägt. Üblicherweise steht die Tischkreissäge mit montierten Schiebetisch quer zur Raumlänge in meiner Werkstatt. Wenn ich lange Teile schneide, drehe ich die Maschine um 90°, der Fräsanschlag des CMS-Modules wird demontiert und der MFT/3 mit angebautem CMS Modul dient mir als Tischverlängerung. Immerhin stehen mir damit knapp zwei Meter  Auflagefläche hinter dem Sägeblatt zur Verfügung, wenn ich zwischen Säge und MFT noch ein wenig Platz lasse.

Vor der Säge steht ein Rollenbock, der mir das Auflegen der Platten vor dem Sägeblatt erleichtert.

Beim Schneiden solch langer Streifen lasse ich das Sägeblatt der Mafell Erika in der hinteren Position und das Anschlaglineal des Parallelanschlages geht bis zum Ende des Tisches durch. So erreiche ich eine möglichst lange Anlagekante am Parallelanschlag vor dem Sägeblatt. Das erleichtert das Zuführen der Plattenstreifen sehr.

So entstehen dann insgesamt 10 Streifen mit einer Breite von 290mm.

Schritt 4: Ablängen

Große Platten zuschneiden - Ablängen

Ablängen

Zum Ablängen muss ich die Tischkreissäge wieder drehen und den Schiebetisch montieren. Zum Glück schneide ich nur recht selten so lange streifen, daher nehme ich den Umbau gerne mal in Kauf.

Damit sich die Werkstücke beim Ablängen nicht verklemmen nutze ich einen kurzen Parallelanschlag, der nur bis kurz vor das Sägeblatt reicht.  Dort werden die Streifen angelegt und mit dem Schiebetisch abgelängt.  Beim eigentlichen Schnitt liegt der Streifen dann nur am Queranschlag an und kann nicht verklemmen.

Auf diese Weise entstehen recht zügig diese 50 kleinen Platten:

Große Platten zuschneiden - Fertige Zuschnitte

Fertige Zuschnitte

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8 Antworten zu Große Platten zuschneiden

  1. Manuel sagt:

    Hallo Heiko.

    Ich möchte gern mit dem MFT3 und der TS55 beschichtete (Melamin und Schichtstoff von Egger z.B.) Spanplatten 19mm zuschneiden.
    Nun weis ich nicht genau ob ich eher ein TF Sägeblatt mit 60 Zähnen oder ein Dach Hohlzahn (pos. oder neg) Blatt mit weniger Zähnen nehmen soll.
    Habe es mal mit einem neuen 28 WZ Blatt von Festool versucht und es klappte sehr gut ohne Ausrisse. (Denk es lag daran dass die MDF Platte des MFT von unten und die Gummilippe von oben das Ausreisen verhindert haben.) Nun bin ich mir aber nicht sicher ob es nit doch besser wäre, ein anderes Blatt für solche Zuschnitte zu nehmen, da diese ja dafür ausgelegt sind.

    Wenn ich die Platten über die Erika schiebe beim sägen, habe ich Angst die Platten zu sehr zu zerkratzen.

    Würde mir demnächst gern ein Gerippe bauen mit 2x3m etwa und darauf eine MDF Platte zu legen. Das ganze dann auf Böcke um eine bessere Arbeitshöhe zu haben.
    Darauf möchte ich dann die Spanplatten legen und mit den Führungsschienen und den Parallel Anschlägen und der TS 55 lange Streifen schneiden.
    Diese dann auf den MFT3 legen und rechtwinklig auf das Endmaß zuschneiden ohne Ausrisse. Oder wie würdest du vorgehen, wenn du die Erika nicht hättest oder nehmen wolltest?

    Oder vielleicht hat ja noch jemand anderes einen Tipp 🙂

    Vielen Dank schon mal und viele Grüße

    Manuel

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      Hohlzähne kann nicht jeder Schärfdienst nachschärfen, da solltest du dich vorher erkundigen. Du kannst ein Trapez- Wechselzahn Blatt verwenden, aber das ist nicht unbedingt notwendig. Gute Ergebnisse kannst du auch mit einem Scharzen Z48 und einem neuen Splitterschutz an der TS55 bekommen. Beim Schieben über die Tischkreissäge entstehen übrigens keine Kratzer, das macht die Beschichtung locker mit.

      Wenn ich empfindliche Materialien schneiden muss, gibt es mehrere Vorgehensweisen:
      1. Nur eine Seite ist sichtbar
      Dann schneide ich grob vor und mache den Zuschnitt auf der Erika, alternativ halt ohne Tischkreissäge nur mit Handkreissäge und Schiene.

      2. Beide Seiten sind sichtbar
      Dann wird mit der Handkreissäge vorgeritzt. Mit der Mafell MT55 geht das dank Vorrritzfunktion sehr gut. Hat man eine andere Säge, kann man im Gleichlauf vorrritzen, aber bitte nur max. 2mm tief!

      Das Verarbeiten von beschichteten Spanplatten ist nicht ganz trivial und man bekommt mit einfachen Mitteln nicht unbedingt vorzeigbare Ergebnisse. Daher lasse ich solche Zuschnitte auch sehr oft von meinem Händler machen, der dann auch gleich 2mm ABS Kanten anfährt. Beim Anfahren der Kanten wird die Schnittkante auch noch gefügt, was eine tolle Kantenqualität hervorrruft. Du kannst auch mal bei einem Schreiner nachfragen, ob der diese Arbeiten für dich macht.

      Den Aufwand, den du andenkst, mit dem Gerippe und den Anschlägen würde ich mir nicht antun. Dann leiber erst einmal vom Holzhändler einige saubere Trennschnitte machen lassen.

      Manchma muss man auch mal das Selbermachen beiseite schieben und einsehen, dass sich manche Materialien nunmal nicht mit den zur Verfügung stehenden mitteln bearbeiten lassen. Also entweder anderes Material wählen, jemanden Fragen, der die passenden Maschinen hat, oder eben versuchen das best mögliche Ergebnis zu bekommen, auch wenn das nicht perfekt ist.

      Gruß

      Heiko

      • Manuel sagt:

        Hallo Heiko.

        Vielen Dank für Deine schnelle und hilfreiche Antwort 🙂

        Werde berichten wies geworden ist und ich vorgegangen bin ( Dauert aber leider noch etwas 🙂 )

        Gruß Manuel

  2. Dieter sagt:

    2,8 mal 2,96m ???
    Du meinst wohl 2,80 mal 2,07m ?
    Gruß vom Möbelschreiner

  3. TK sagt:

    Hallo Heiko,

    gibt es eigentlich sowas wie «Standard-Plattenmaße» oder Maßkonventionen, in denen sich ähnliche Formate wiederfinden?

    Beste Grüße,
    TK

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo,

      es gibt schon Standardmaße für Platten, so sind die meisten Span- und MDF Platten 2,8 x 2,06m (2,07m?) groß, viele Sperrhölzer 1,25 x 2,5m.

      Gruß

      Heiko

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