Menschen auf der Messe

Mein Rückblick auf die Holzhandwerk 2014 wird ein wenig anders ausfallen, als vor zwei Jahren und auch anders als andere Berichte, die man auf anderen Blogs lesen kann. Der Grund hierfür ist, dass ich inzwischen einfach „anders“ über die Messe gehe.  Und mit Sicherheit sind meine Prioritäten auch andere als bei den meisten Holzwerkern und Tischlern.

Ich nutze die Messe inzwischen mehr als Treffpunkt, denn als Informationsquelle. In Zeiten des Internet ist es ja auch so, dass man vieles, was als Neuheit vorgestellt wird auch schon vorher zumindest auf Bildern gesehen hat. So richtig neues habe ich im Bereich der Handwerkzeuge und der Elektrowerkzeuge auch nicht entdecken können. Kein Hersteller hat das Rad neu erfunden.  Es gab viele verbesserte, oder überarbeitete Maschinen. Das Angebot an Akkugeräten ist inzwischen unüberschaubar geworden und ich frage mich ernsthaft, wer das in dieser Vielfalt wirklich braucht.  Bei manchem Hersteller bekam man den Eindruck, der Akkuschrauber sei das Zentrum der Werkstatt und um vernünftig arbeiten zu können muss man mindestens fünf verschiedene Akkuschrauber haben. Das finde ich ein wenig befremdlich.

Aber wie gesagt, die Werkzeuge waren für mich in diesem Jahr eher die Nebensache.

Viel interessanter für mich waren die Menschen, die ich getroffen habe. Da waren zum einen Mitarbeiter von Herstellern, die ich zum Teil schon persönlich kannte, aber zum Teil bisher auch nur vom Telefon.  Da ist es schön endlich ein Gesicht zur Stimme zu haben. Schön war es auch Menschen, die man bisher nur aus dem Internet kannte einmal persönlich zu treffen. Ein Beispiel hierfür ist Friedrich Kollenrott, den viele aus seinen Forenbeiträgen bei woodworking.de und den Videos und Artikeln zum Schärfen bei Holzwerken kennen. Nach vielen schriftlichen Kontakten haben wir uns endlich einmal persönlich getroffen.

Regelrecht überwältigt war ich davon, wie viele Leser meines Blog mich erkannt und angesprochen haben.  Es war am ersten Tag schon ein seltsames Gefühl erkannt zu werden. Noch seltsamer war es nach einem Autogramm oder einem gemeinsamen Foto gefragt zu werden, was aber jeweils aber nur einmal vorkam.

Das Abendprogramm war auch sehr angenehm und gesellig, auch wenn das Autofahren in Nürnberg an beiden Abenden eine absolute Katastrophe war. Man bekommt den Eindruck, dass die Stadt Nürnberg es versäumt hat auch grüne Ampeln aufzustellen.

Es war auch sehr interessant auch einmal die verschiedenen Stimmungen an unterschiedlichen Ständen zu erleben. Erschütternd fand ich den Messeauftritt vieler Beschlaghersteller.  Die Stände waren bis auf einen kleinen Eingang komplett geschlossen, es fehlte nur noch ein Türsteher. Da hat man keine Lust einen solchen Stand zu besuchen.

Samstags war ich dann den ganzen Tag am Stand der Zeitschrift Holzwerken wo ich mehrmals gezeigt habe, wie ich eine geölte Oberfläche herstelle. Auch das war ungewohnt für mich. Vor Publikum etwas vorführen ist doch anders, als vor einer anonymen Kamera, oder vor wenigen Kursteilnehmern.  Der Stand der Zeitschrift Holzwerken war über die drei tage, an denen ich auf der Messe war auch immer gut besucht.  Das lag mit Sicherheit auch daran, dass weitere Autoren wie Guido Henn und Melanie Kirchlechner am stand anzutreffen waren. Eine Zeitschrift zum Anfassen, mit einem unheimlich netten Team.

Sowohl bei den Begegnungen mit Bloglesern, also Ihnen, als auch am Stand der Holzwerken ergaben sich sehr viele interessante Gespräche und die drei Tage vergingen wie im Flugl.  Für mich war die Messe wieder einmal sehr interessant aber auch enorm anstrengend. Die Stimme leidet stark und man bemerkt die Erschöpfung erst nach der Messe, wenn man schon wieder zuhause ist. Dennoch möchte ich keine Minute missen (naja, vielleicht doch die Minuten/ Stunden im Stau in Nürnberg) und bin auch in zwei Jahren wieder dabei.

Fotos und Videos habe ich auf der Messe keine gemacht. Es fehlte schlicht und ergreifend die Zeit. Und wenn doch mal Zeit war, kam man nicht ans Motiv heran, da der Andrang zu groß war. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Messe besser besucht war, als noch vor zwei Jahren. Wer Fotos und bewegte Bilder sehen will, kann das bei anderen Bloggern/ Youtubern tun:

Messeberichte:

Messebericht von Mike auf Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=jb4O-affWWE

Messebericht von Marc:
http://thewoodtinkerer.blogspot.de/2014/03/ein-nicht-ganz-ernst-zu-nehmender.html

Vielleicht haben Sie ja Lust Ihre persönlichen Eindrücke von der Messe zu schildern. Nutzen Sie hierzu einfach die Kommentarfunktion. Wenn Sie weitere Messeberichte auf anderen Blogs kennen, können Sie diese auch gerne über die Kommentarfunktion verlinken.

 

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9 Antworten zu Menschen auf der Messe

  1. Christian sagt:

    Hallo Heiko!

    Für mich war es nach der Ligna letztes Jahr die erste „Holz- Handwerken“.

    Da ich hier daheim dieses mal keinen Mitstreiter gefunden habe, war ich allein dort und konnte mir alle Zeit nehmen, die Dinge von Interesse in aller Ruhe anzuschauen.

    Um so mehr war ich enttäuscht, dass besonders die Handwerkzeuge nur wenig „greifbar“ waren. Elektrowerkzeuge waren im Überfluss dort- aber die Handwerkzeuge hab ich nicht gefunden. Der Stand von Dictum war eher noch kleiner als auf der Ligna und andere Händler habe ich erst gar nicht gesehen. Da mir bei den Handwerkzeugen noch einiges fehlt, kam ich mit der Vorstellung dorthin, diverse Hobel unterschiedlichster Qualität mal in die Hand nehmen zu können. Aber vielleicht war ich ja auch nur zu blind…

    Besonders positiv fand ich allerdings die gute Auswahl an Büchern und die Möglichkeit dort mal in viele Exemplare rein schauen zu können. Das ist deutlich besser als Rezensionen zu lesen von Leuten, die man nicht kennt. Das Stöbern hat unheimlich viel Spass gemacht.

    Insgesamt muss ich meine Erwartungen anpassen, werde aber sicher noch mal die Reise nach Bayern machen!

    Schönen Gruß aus dem Sauerland,

    Christian

    • Christian sagt:

      Noch ein kleiner Nachtrag:

      Im Video von Mike habe ich gerade gesehen, dass ich wohl tatsächlich zu blind war:

      Den Stand von Dieter Schmidt habe nicht gefunden und total übersehen. Dabei bin x-mal auf und ab gelaufen. Wie ärgerlich!!!!!

      Wo war der denn?

      • Heiko Rech sagt:

        Hallo Christian,

        der Stand von Dieter Schmid war recht gut zu finden. Direkt bei Metabo. Auch die Firmen Kirschen und ECE hatten einen Stand in Halle 12.

        Gruß

        Heiko

  2. Operation Eigenheim sagt:

    Hellas Heiko,
    leider finde ich in deinem Blog keine Autogrammadresse 🙁

    Spaß beiseite, sei froh das dir keine Unterwäsche entgegen geworfen wurde, das kann auf ner Handwerkmesse schonmal unangenehmer als auf nem Take That Konzert werden 🙂

    Gruß Hauke

  3. Alex sagt:

    Servus Heiko,

    ich find’s interessant und witzig, wie es Dir als Promi so auf der Messe ging 🙂

    Lustig fand ich Deine Bemerkung darüber, wieviele Leute Dich erkannt und angesprochen haben.

    Mir ging das übrigens genauso, ich hatte Dich auch von einem Stand weggehen sehen und mir einen Ast gefreut, einen der „Holzwerker-Helden“ gesehen zu haben, allerdings hab‘ ich darauf verzichtet, Dich anzusprechen, aber ein Autogramm oder Foto hätte mich schon gereizt. Ebenso wie z.B. Guido am Holzwerken-Stand, das wäre auch nicht möglich gewesen, bei dem Trubel. Oder auch der umschwirrte Stand von Dieter.

    Naja, ist auf jeden Fall trotzdem toll, wenn so angehende Hobbyschreiner wie ich, einmal die Fachleute zu Gesicht bekommen, die solch tolle Blogs schreiben wie Du. Von daher erst einmal einen Dank an Dich für die ganze Mühe und ich hoffe Du machst noch lange weiter und teilst gerne Dein Wissen mit anderen.

    Viele Grüße aus der Nähe von Regensburg,
    Alex

  4. Frank sagt:

    Hallo Heiko,
    mir ging es ganz ähnlich. Klar, am Stand dreht sich noch viel um die Produkte und „was gibt’s Neues“. Aber in den vier Tagen waren das persönliche Kennenlernen der langjährigen Kontakte im Netz die besonderen Momente.
    Der Stand von HolzWerken gefiel mir besonders gut.

  5. Hallo Heiko,
    treffende Zusammenfassung!
    Mir geht es seit Jahren auch schon so, dass man mehr wegen der Menschen und Kontakte dorthin kommt und weniger wegen der neuen Produkte. Aber gerade das macht es dann doch aus.
    Uns hat es viel Spaß gemacht, Dich am Stand und abends in unserer Runde zu haben. Und das mit dem „netten Team“ gebe ich auch gerne an meine Kolleginnen weiter.

    Andreas von HolzWerken

  6. Christoph sagt:

    Servus,

    als bisher stiller Leser wollte ich eigentlich am Samstag noch bei dir vorbeischauen. Hat dann leider nicht geklappt, da meine Freundin den Multimaster sehr interessant fand (und da ewig nicht weg wollte 😉 ), für mich war der schon „alt“, da ich am Mittwoch bereits auf der Messe war.

    Deine Erfahrung mit den Beschlägeherstellern kann ich bedingungslos teilen. Was mich vor allem bei Häfele noch mehr geärgert hat, was dass die einen als Privatmenschen noch nicht mal beraten haben. Bei Fragen zu bestimmten Produkten wurde ich dann immer recht schnell an meinen Schreiner vor Ort verwiesen. Das fand ich sehr schade. Ich wollte ja nichts kaufen, sondern nur die Infos haben, damit mein Schreiner mir die Dinge so bestellt wie ich sie will.

    Was ich sehr beeindruckend fand waren die Metabo und Fein Schrauber, die eine 10x500er Vollgewinde recht mühelos im Holz versenken. Für mich als Hobbyist völlig übertrieben, aber trotzdem beeindruckend die Schraube selbst zu versenken. 😀

    viele Güße aus Bayern

    Christoph

    PS: wenn die die Nürnberger Ampeln nerven fahr mal nach Fürth 😉

  7. Tom B. sagt:

    Hallo Heiko,
    Danke für Deinen Bericht; die „andere“ Art ist sehr treffend. Schön, wenn der Mensch im Vordergrund steht.

    Du hast darum gebeten, andere Berichte von der Messe hier zu verlinken. Meinen Bericht habe ich bei mir im Blog hinterlegt (http://holzwerkstattblog.com/projekte/2014-2/holz-messe-nurnberg-2014/). Ich beschreibe eher die „Hobby“ – Seite.

    Ich war am Samstag leider ziemlich Heuschnupfen geplagt – und nicht gesellschaftsfähig.

    Herzliche Grüße

    Tom

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