Ergebnis des hochglanz Experimentes

Anfang des Jahres habe ich im Video „Lackieren Teil 1 – Schellack und Naturharzlack“ gezeigt, wie ich eine Hochglänzend lackierte Fläche vorbereitet habe. Es ging darum diese Fläche mittels extrem feinem Schliff auf Hochglanz zu polieren und dabei Staubeinschlüsse zu entfernen.

Wie es manchmal so ist, brauchen einige Dinge doch etwas länger, als man denkt. Jetzt erst kam ich dazu diesen Versuch abzuschließen. Es hat funktioniert.

Die Vorgehensweise ist wie folgt:

Hochglänzende Oberfläche

Hochglänzende Oberfläche

Man trägt mehrere Schichten Lack auf, in diesem Fall war es Naturharzlack von Naturalfarben.de. Die Verarbeitung mittels Microcrater Rolle sehen Sie im Video. Ich habe insgesamt sieben Schichten aufgetragen. Das scheint übertrieben, macht aber im Hinblick auf die weitere Vorgehensweise durchaus Sinn. Nachdem der Lack über einen langen Zeitraum durchgetrocknet ist, kann man schleifen. Mit langem Zeitraum meine ich mehrere Wochen.

Ich habe diese Vorgehensweise noch nie zuvor durchgeführt. Daher ging ich einfach auf Nummer sicher, schließlich wollte ich ja erst einmal wissen, ob es überhaupt funktioniert. Aus mehreren Wochen wurden dann am Ende doch mehrere Monate, weil mir einfach die Zeit fehlte das Experiment weiter zu verfolgen.

Mirka Abralon

Mirka Abralon

Geschliffen habe ich mit dem Schleifmittel Abralon von Mirka. Das sind spezielle Schleifscheiben mit Schaumstoffträger. Es gibt sie bis zur Körnung von 4000 (in Worten: Viertausend) Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Schleifmittel:

http://www.mirka.com/de/de/DE_Abrasives/DE_By-name/?productgroup=&product=ABRALON___8A0

Festool Polierpaste Korn 6000

Festool Polierpaste Korn 6000

Beim Schleifen habe ich die Fläche ei wenig mit Wasser benetzt, aber wirklich nur wenig. Im Nachhinein bin ich der Meinung, dass der Schliff auch trocken sehr gut funktioniert hätte- Der Schliff mit 4000er Abralon erzeugte schon einen sehr starken Glanz, aber er war mir einfach noch nicht fein genug. Daher wurde der letzte Schleifgang mit einer Polierpaste von Festool gemacht. Korn 6000 (in Worten: sechstausend) Die Polierpaste habe ich einfach von Hand mit einem Stück Küchenrolle verarbeitet. Die Paste erzeugte einen echten Hochglanz, die Staubeinschlüsse verschwanden.

Es funktioniert also, man kann auf diese Weise hochglänzende Holzoberflächen erzeugen, die keine Staubeinschlüsse haben. Auch ohne spezielle Räumlichkeiten. Einfach in der heimischen Werkstatt. Allerdings ist der Aufwand recht hoch. Bei meinem Versuch habe ich eine liegende Fläche geschliffen. Bei Kanten, Profilen und sonstigen unregelmäßigen Werkstücken wird es mit Sicherheit viel schwieriger sein.

Fertige Oberfläche

Fertige Hohglanz Oberfläche

Dennoch finde ich diesen Test sehr interessant und das Ergebnis sehr beeindruckend. Leider bringt das Foto der fertigen Fläche nicht ganz die Tiefe und den Glanz rüber, welchen das Holz in Wirklichkeit hat.

 

Zum Abschluss noch eine Auflistung der verwendeten Produkte:

Naturharzlack von Naturalfarben:
http://natural-farben.de/Naturharzlack-Holzlack:::16.html

Abralon in den Körnungen 500, 1000, 2000, 4000
http://www.mirka.com/de/de/DE_Abrasives/DE_By-name/?productgroup=&product=ABRALON___8A0


Festool Schleifpolitur MPA 6000
https://www.festool.de/Produkte/Zubehoer-Verbrauchsmaterial/Pages/Detailansicht.aspx?pid=492424&name=Poliermittel-MPA-6000-1

Geschliffen wurde bis Korn 4000 mit dem Makita BO4060:
http://holzwerkerblog.de/2014/01/04/exzenter-rotationsschleifer-makita-bo6040j/

 

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21 Kommentare zu Ergebnis des hochglanz Experimentes

  1. Ernst van Heeckeren sagt:

    Hallo ,
    welche Porenfüller soll man bei der Ballenmattierung vorher verwenden damit die Poren schon mal verschlossen sind?
    Vor vielen Jahren gab es von Clou und Zweihorn solche Sachen ?MfG Ernesto

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Ernesto,

      mit dieser Art der Oberflächenbehandlung kenne ich mich leider nicht aus. Daher kann ich dir da auch kein Produkt empfehlen.

      Gruß

      Heiko

  2. Andreas sagt:

    Hallo Heiko,

    Ich hätte eine oberflächen spezifische Frage, die jedoch mit dem Hochglanz Experiment nichts zu tun hat. Du benutzt nachweislich in der Zeitschrift Holzwerken, deinen Videos sowie in deinem neuen Buch das Möbelhartöl von „Natural – Farben“. In deinem „Blog – Shop“ empfiehlst du das „Danish Öl“ von Rustins. Zu welchem der beiden tendierst du eher? Was sind die Unterschiede?

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Andreas,

      das Danish Öl ist ein Öl, das ich gerne für rötliche Hölzer nehme. Es ist aber schon recht speziell, da es mehrmals aufgetragen wird und Lösemittel enthält. Das Öl von Natural ist einfacher in der Anwendung, hat aber einen Gelbstich wie viele andere Öle auch. Im Amazon-Shop habe ich es nicht drin, da man es bei Amazon nicht bekommt.

      Gruß

      Heiko

  3. Rüdiger sagt:

    Ich habe mir dein yt-Video: „Lackieren Teil 1 -Schellack und Naturharzlack“ angesehen, da ich ein Problem beim Verarbeiten des Clou Streichschellacks hatte. Dazu gleich mehr. Toll finde ich das Ergebnis deines Experiments. Das werde ich beim nächsten Werkstück (Regal) ausprobieren. Sieht einfach wunderschön aus! Reicht immer ein Tag zwischen dem Lackauftrag oder wird die Trocknungszeit immer länger?

    Zurück zum Schellack. Beim Obi empfahl man mir eine Lackwalze (einen Flockroller mit feinen Haaren). Also lackierte ich über mein erstes Kieferbrett fürs Nachtkästchen, das ich zuvor feinst geschliffen und zweifach schwarz gebeizt hatte.
    Sieht sehr gut aus. Hat schon einen seidigen Glanz. Beim zweiten Bretchen hatte ich dann nach dem Auftrag hunderte der feinen Haare am Werkstück. Offensichtlich hat der Alkohol der Walze schlecht getan, vermute ich.

    Welche Roller wäre für den Schellack besser geeignet? Ein Schaumstoffroller?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Rüdiger,

      ich bin nicht der große Experte für Schellack. Aber üblicherweise trägt man ihn mit einem Ballen auf. Du kannst aber auch mal einen Versuch mit einer Microcrataerrolle machen.

      Gruß Heiko

  4. Matthias Kleinschmidt sagt:

    Hallo,
    die Anwendung „Mir Klarlack lackierte Holzoberfläche auf Hochglanz schleifen“ hat Mirca auf der Ligna demonstriert. Erst mit Microstar P1500 geschliffen, dann direkt auf Abralon 4000 gewechselt. Jeweils mit Excenterschleifer. Dann noch mit Poliermaschine und Lammwollepad mit Polarshine 10 p0liert. Und zuletzt auf Schaumstoffpad mit gleicher Polierpaste gewechselt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Und die Bearbeitungsdauer der einzelnen Schritte war recht kurz. Bei Gelegenheit werde ich das auch mal probieren.
    Gruß
    Matthias

  5. F. sagt:

    Für eine schnelle Hochglanzfläche, die nicht sehr strapaziert wird, bietet sich die Ballen-Mattierung von Clou an.
    Als ich das erste Mal damit gearbeitet hatte, wollte ich beim mattieren schon die Dose gegen die Wand werfen! Obwohl ich alles nach Vorschrift gemacht hatte, wurden einige Stellen nicht gänzend. Immer wieder über die gleiche Stelle gerieben… Die Lösung war ganz einfach: nicht absetzten.. solange mattieren, bis es glänzt. Hätte ich gleich 30 Sekunden länger gearbeitet, wäre das Problem gar nicht aufgetreten.
    Aber das wollte ich gar nicht erzählen.
    Vor Kurzem habe ich noch eine Kirsche-Tischplatte mattiert. Vorher bis 320 geschliffen, dann gebeizt mit Kirsche aus der Tüte ! und dann mattiert. Anschließend mit Festool Politur 11000 mit der Rotex nachpoliert. Ergebnis: Super! Aber Obacht: es ist nicht strapazierfähig!

  6. Martin Kussmaul sagt:

    Hallo Heiko
    Ich möchte einen Esszimmertisch aus massiver Buche wieder auf Hochglanz bringen. Soll ich da genauso vorgehen wie in deinem Blog beschrieben und welchen Lack würdest Du da verwenden?
    Gruß Martin

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Martin,

      Hochglanz halte ich für einen Esstisch für wenig praxistauglich. Bist du sicher dass du hochglanz möchtest und nicht blos Seidenglanz? Der verwendete Naturharzlack ist für einen Tisch zu weich. Da ich mich mit Lacken nicht so gut auskenne kann ich dir leider keine konkrete Produktempfehlung geben.

      Gruß

      Heiko

      • Martin Kussmaul sagt:

        Hallo Heiko,
        Der Tisch ist ca. 15 Jahre alt.
        Ich meine natürlich “ hochglanz“ sprichtwörtlich gesehen.
        Gruß Martin

        • Frank N. sagt:

          Hallo Martin,

          nachdem ich lange mit verschiedenen (Klar-)Lacken rumprobiert habe und nie richitg zufrieden war, hat mir ein Bekannter „Bona Mega“ empfohlen. Das ist ein wasserbasierter 1K Parketlack. Ich bin damit super zufrieden. Er lässt sich hervorragend verarbeiten (ich benutze eine Rolle für die Flächen, Pinsel für kleinere Kanten) und sieht super aus (läuft von ganz alleine schön glatt). Es gibt ihn in verschiedenen Glanzstufen, ich habe eine der mittleren (halbmatt?) und finde dass sie noch vergleichsweise stark glänzt. Wie gut er für einen Tisch geeignet ist, kann ich natürlich nur vermuten, hätte aber selbst wenig Zweifel es auszuprobieren. Ich habe damit eine Garderobe, ein Kinderbett und ein Beistelltisch (geschützter Aussenbereich/Balkon) gestrichen. Wenn dir „Mega“ nicht strapazierfähig genug scheint, bietet Bona auch noch 2K-PU-Lacke für noch höhere Belastungen an (z.b. Traffic). Der 5L Kanister hat mich damals etwa 80 Euro gekostet, reicht aber auch eine Weile (s.o., jetzt noch ca. 2 Liter Rest)

  7. Chris sagt:

    Wie sieht es mit der Härte des Lacks aus?

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Chris,

      der Lack ist nicht extrem hart. Für stark beanspruchte Flächen also eher nicht geeignet.

      Gruß

      Heiko

      • Chris sagt:

        Ich habe den Lack für meine Gitarre benutzt, da ich die zuerst geölt habe. Hat mir nicht gefallen. Da brauchte ich den Naturharzlack. Jetzt klebt er aber noch, obwohl die letzte Schicht seit 2 Monaten drauf ist. Kann ich da irgendwas unternehmen oder sollte ich einfach noch abwarten?

        • Heiko Rech sagt:

          Hallo,

          ob der Naturharzlack auf einer geölten Oberfläche funktioniert habe ich nie ausprobiert, das wäre mir auch zu riskant. Es könnte einer der Gründe sein dass der Lack klebt. Ein weiterer Grund könnte sein, dass der Lack zwischen den einzelnen Schichten nicht genügend Zeit zum aushärten hatte. Es kann auch sein, dass die Ölschicht unter dem Lack nicht vollständig ausgehärtet ist. Gründe gibt es also viele. Eine Lösung kann ich dir leider nicht anbieten. du kannst noch weiter warten und beobachten, ob der Lack weiter trocknet.

          Gruß

          Heiko

  8. Vielen Dank für diese Fleißarbeit. Ich finde es beeindruckend, wie fein die Oberfläche mit dem Naturharz wird.

  9. Matthias Kleinschmidt sagt:

    Hallo Heiko,

    wie sieht es denn aus, wenn man farbige Hochglanzflächen erzeugen möchte. Den Naturharzlack von Natural gibt es ja nur farblos.
    Man müsste vermutlich zuerst farbig lackieren und anschließend nach Deiner Beschreibung den farblosen Lack verarbeiten. Fragt sich nur, was für einen farbigen Lack man da am besten nimmt.

    Und wie sieht es bei grobporigen Hölzern aus? Sollte man da noch separat die Poren füllen und wenn ja wie und womit?

    Gruß
    Matthias

    • Heiko Rech sagt:

      Hallo Matthias,

      bei farbigen Hochglanzflächen habe ich das erst einmal ausprobiert, aber an einem fertig lackierten Muster. Es war MDF und war erst grundiert und dann mit einem harten Farblack mehrmals lackiert. Ich weiß leider nicht genau welcher Lack das war.

      Bei grobporigen Hölzern würde ich einfach einen ausreichend dicken Lackaufbau machen. Ich habe mal Experimente mit Porenfüllern gemacht, aber die verfäschten die Holzoptik doch sehr.

      Gruß

      Heiko

  10. Marc sagt:

    Über Monate? Du hast ja eine Geduld… Bei mir ist es schon lang, wenn ich über einige Tage hinweg schleife. Allerdings ist Dein Ergebnis auch ein „wenig“ glatter als meine meisten Sachen 😉

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